Gerhard Josten: A Study Apiece (Problemschach)

Faszinierender Blick in die Studienschach-Küche

von Wal­ter Ei­gen­mann

Gerhard Josten: A Study Apiece - Edition JungDer 72-jäh­rige Köl­ner Schach­kom­po­nist, -his­to­ri­ker, -feuil­le­to­nist und -schieds­rich­ter Ger­hard Jos­ten ist in der in­ter­na­tio­na­len Schach­szene seit Jah­ren eine ebenso mar­kante wie pro­duk­tive Per­sön­lich­keit. Sei­nen Ar­bei­ten, Bü­chern, Re­por­ta­gen und Un­ter­su­chun­gen rund ums viel­sei­tig schil­lernde Thema «Schach» be­geg­net man in Schach­zei­tun­gen wie der Ro­chade Eu­ropa, auf Pro­blemschach-Por­ta­len wie der Schwalbe und bei an­de­ren in­ter­na­tio­na­len Tur­nier-Aus­rich­tern, in zahl­rei­chen Mo­no­gra­phien, ja so­gar in ei­nem ge­stan­de­nen Schach-Ro­man.
Nun hat der um­trie­bige En­thu­si­ast des Kö­nig­li­chen Spiels die Welt des Pro­blemschachs um eine wei­tere Pu­bli­ka­tion be­rei­chert, in­dem er 68(!) be­kannte (und auch we­ni­ger be­kannte) Au­to­ren aus al­ler Welt ein­lud, je eine ei­gene Lieb­lings­stu­die und de­ren Ent­ste­hungs­ge­schichte zu ei­ner groß­an­ge­leg­ten An­tho­lo­gie bei­zu­steu­ern. Das Re­sul­tat ist ein 280-sei­ti­ges Kom­pen­dium na­mens «A Study Apiece» («Eine Stu­die pro Kopf»), das nicht nur in­ter­na­tio­nal an­er­kannte End­spiel­schaf­fende und fas­zi­nie­rende Schach-End­spiel-Auf­ga­ben ver­sam­melt, son­dern auch sehr au­then­ti­sche Ein­bli­cke er­öff­net in die krea­tive, teils auch sku­rile, im­mer aber fas­zi­nie­rende Werk­statt mo­der­ner Stu­di­en­schöp­fer.

Teilnehmer-Liste ist das «Who-is-who» der internationalen Studien-Szene

Herausgeber Gerhard Josten (*1938)
Her­aus­ge­ber Ger­hard Jos­ten (*1938)

Die Teil­neh­mer-Liste von Jos­tens um­fang­rei­cher Samm­lung – das Vor­wort schrieb üb­ri­gens kein ge­rin­ge­rer als der EG-Grün­der John Roy­croft – liest sich da­bei wie das «Who-is-who» der ak­tu­el­len in­ter­na­tio­na­len Schach­stu­dien-Szene: Le­bende Le­gen­den wie John Nunn und Pal Benkö oder Pro­blemschach-Pro­mi­nente wie Mi­chal Hlinka, Mikhail Zi­nar und Jan Rusi­nek steu­er­ten ihr ganz per­sön­li­ches «Best-of» ebenso bei wie sol­che un­be­kann­ten, aber in­no­va­ti­ven Kom­po­nis­ten wie Il­ham Aliev, Marco Cam­pioli, Yuri Roslov, Gheorghe Tel­bis oder Wou­ter Mees – der in­ter­es­san­ten Köpfe wä­ren noch ei­nige. Na­tür­lich kann man in sol­chen An­tho­lo­gien im­mer auch ein paar wich­tige Na­men ver­mis­sen; so hät­ten mei­nes Er­ach­tens Kost­pro­ben ver­schie­de­ner jün­ge­rer, aber nichts­des­to­we­ni­ger ein­fluss­rei­cher Au­to­ren wie bei­spiels­weise Ab­de­la­ziz On­koud, Piotr Murd­zia oder Miodrag Mla­de­no­vić den Band noch zu­sätz­lich auf­ge­wer­tet.

Und wenn wir schon bei den Schön­heits­feh­lern sind: Schade, dass den je­wei­li­gen Haupt­dia­gram­men nicht die glei­che gra­fi­sche Sorg­falt zu­teil wurde, wie sie an­sons­ten den Band aus­zeich­net; sol­che grob­pi­xe­li­gen Il­lus­tra­tio­nen – wohl durch Ver­grö­ße­rung ent­stan­den – dürf­ten ei­gent­lich nicht mehr vor­kom­men im Zeit­al­ter hoch­tech­ni­sier­ten Desk­top-Pu­bli­shings, erst recht nicht bei ei­nem statt­li­chen Buch­preis von knapp 30 Euro. An­sons­ten ist «A Study Apiece» aber ein lay­ou­te­risch zwar ein­fach, aber durch­aus an­spre­chend ge­stal­te­ter, auch buch­bin­de­risch so­lide ge­fer­ti­ger Band mit zahl­rei­chen Dia­gram­men, Fo­tos und viel Va­ri­an­ten- wie Fließ­text; al­les in al­lem sein Geld si­cher wert.

Vom simplen Sechsteiner zum hochkomplexen Patt-Konstrukt

Die von den 68 Buch­au­to­ren prä­sen­tier­ten Auf­ga­ben kom­men so viel­fäl­tig-he­te­ro­gen da­her wie die Bio­gra­phien ih­rer Schöp­fer bzw. die Geschichte(n) ih­rer Ent­ste­hung. Ne­ben simp­len Sechstei­nern, die im Zeit­al­ter der Da­ten­ban­ken kei­ner­lei end­spiel­tech­ni­sche, wohl aber un­ge­bro­chen äs­the­tisch-künst­le­ri­sche Be­deu­tung ha­ben (wie oben­ste­hen­des Bei­spiel von J.M. Loustau zeigt), ste­hen hoch­kom­plexe Patt-Kon­strukte wie z.B. Per Olins  Stück (rechts), und na­tür­lich sind in­ner­halb der bei­den Grund­for­de­run­gen, die eine rich­tige End­spiel-Schach­stu­die im­mer stellt – näm­lich ent­we­der a) «Weiß zieht und ge­winnt» oder b) «Weiß zieht und hält re­mis» -, zahl­rei­che «klas­si­schen» Mo­tive der Stu­dien-Ge­schichte und de­ren ge­wach­sene «Stu­di­en­schu­len» an­zu­tref­fen.

Computer oder Notizblock? Emil Melnichenko: «Als Dinosaurier des Problemschachs bleibe ich bei der primitiven manuellen Kompositionsmethode, wie ich sie seit meiner Jugend genieße.»
Com­pu­ter oder No­tiz­block? Emil Mel­ni­chenko: «Als Di­no­sau­rier des Pro­blemschachs bleibe ich bei der pri­mi­ti­ven ma­nu­el­len Kom­po­si­ti­ons­me­thode, wie ich sie seit mei­ner Ju­gend ge­nieße.»

Wie ste­hen ei­gent­lich die heu­ti­gen Stu­dien-Kom­po­nis­ten zum Pro­blem­feld «Com­pu­ter»? Cha­rak­te­ris­tisch hierzu scheint das State­ment des be­deu­ten­den neu­see­län­di­schen Au­tors Emil Mel­ni­chenko zu sein, der (S.153ff) schreibt: «To­day, I usually check my work with a com­pu­ter, but I ne­ver to­tally trust the ma­chine, and I cer­tainly ne­ver use it to gar­ner ideas, be­cause I do not know how, nor do I en­joy the hu­man com­pu­ter in­ter­face, in fact, I find it te­dious, dis­trac­ting and con­tra the ar­tis­tic spi­rit that em­ploys se­ren­di­pity as muse.» Und wei­ter stellt Mel­ni­chenko klar, dass er zwar um die Prä­zi­sion der sog. EGTBs wisse, aber trotz­dem an der Jahr­hun­derte al­ten Kon­ven­tion fest­halte: «Com­pu­ter li­te­rate com­po­sers are wel­come to make use of their power but as a di­no­saur I still re­main at­ta­ched to the pri­mi­tive and ma­nual me­thod of com­po­sing that em­ploys a tan­gi­ble me­dium I have en­joyed since youth, in pre­fe­rence to one I per­so­nally find self de­fea­ting.»

Drei Pioniere der Computer-Endspiel-Forschung: Ken Thompson, Eugene Nalimov, Stefan Meyer-Kahlen (v.o.n.u.)
Drei Pio­niere der Com­pu­ter-End­spiel-For­schung: Ken Thomp­son, Eu­gene Na­li­mov, Ste­fan Meyer-Kah­len (v.o.n.u.)

Selbst­ver­ständ­lich ist sol­ches Selbst­ver­ständ­nis des «ar­tis­tic spi­rit» zu re­spek­tie­ren, gleich­wohl muss leise an­ge­merkt wer­den, dass in den ein­schlä­gi­gen Stu­dien-Da­ten­ban­ken mit ih­ren aber­tau­sen­den von Auf­ga­ben zahl­rei­che – teils be­kannte, ja als «his­to­risch wert­voll» de­kla­rierte – Stü­cke la­gern, de­ren Lö­sungs­züge das dop­pelt ver­ge­bene Aus­ru­fe­zei­chen kei­nes­wegs ver­die­nen, son­dern viel­mehr von dem ach so tum­ben Com­pu­ter un­barm­her­zig als ne­ben­lö­sige oder gar in­kor­rekte Kom­po­si­tio­nen ent­larvt wer­den. Heut­zu­tage tut ein Stu­dien-Au­tor also gut daran, seine Viel­zü­ger- bzw. -stei­ner dem fi­na­len Rönt­gen­la­bor sei­nes hei­mi­schen Si­li­kan­ten und dann erst dem in­ter­na­tio­na­len Schieds­rich­ter zu­zu­stel­len… (In­wie­weit auch «A Study Apiece» feh­ler­hafte Auf­ga­ben ent­hält, habe ich nicht en dé­tail un­ter­sucht; an­zu­neh­men ist aber, dass Her­aus­ge­ber (und Com­pu­ter­schach-Sym­pa­thi­sant) Jos­ten dies­be­züg­lich seine Haus­auf­ga­ben ge­macht hat).

Nutzen und Gefahr des Computers in der Studien-Komposition

Nichts­des­to­we­ni­ger soll in die­sem Zu­sam­men­hang eine war­nende Stel­lung­nahme des bul­ga­ri­schen Schieds­rich­ters Petko Pet­kov nicht un­ter­schla­gen wer­den (S.14ff): «Be­cause at pre­sent we have many bad examp­les with using of ‚Nalimov’s da­ta­ba­ses‘ I think that this threat to end­game genre is very se­rious an can be fa­tal in near fu­ture when this da­ta­ba­ses can em­brace set­tings with 7 pie­ces on the board. But af­ter that can fol­low also en­ve­lop of 8,9 etc. po­si­ti­ons. If the Nalimov’s ta­bles give all po­si­ti­ons with 7 pie­ces […] the ‚mo­ving-for­mula‘ for the many end­ga­mes can be: x+7 where all new the­mes and ideas the com­po­ser should de­mons­trate only in this ‚in­tro­duc­tion‘ with ‚x‘ pie­ces, be­cause af­ter it all is wi­thout any sense ba­nal known. As pro­fes­sio­nal la­wyer I should say that at pre­sent very im­portant for the world end­game – com­po­si­tion ist the ques­tion for the co­py­rights in the light of exis­tence of Nalimov’s da­ta­ba­ses. If af­ter x mo­ves we re­ceive a po­si­tion with 6 pie­ces which is com­pu­ter – Nalimov’s po­si­tion the main ques­tion ist ob­viously how fare are ori­gi­nal these x mo­ves as an in­tro­duc­tion…»

Schach-Studien kennt die Welt schon seit alters her; hier ein Detail aus dem «Buch der Spiele» von König Alfons dem Weisen (13. Jh.)
Schach-Stu­dien kennt die Welt schon seit al­ters her; hier ein De­tail aus dem «Buch der Spiele» von Kö­nig Al­fons dem Wei­sen (13. Jh.)

Die je spe­zi­fi­sche Art, wie die 68 Co-Au­to­ren des Ban­des ihre Werke vor­stel­len, wirft ein be­zeich­nen­des Licht auf ihre Kom­po­nis­ten-Per­sön­lich­keit: Ei­ni­gen wie z.B. Ja­vier Ibran ge­nü­gen zwei Sei­ten, zwei Dia­gramme, zwei Va­ri­an­ten und ein paar Sätze, um ihre Lieb­lings­po­si­tion in Szene zu set­zen, an­dere wie z.B. Sieg­fried Horne­cker er­läu­tern ih­ren kom­po­si­to­ri­schen Hö­hen­flug auf fünf und mehr Sei­ten mit­tels aus­gie­bi­ger Ver­ba­li­tät, wie­der an­dere (z.B. Da­niel Keith) stür­zen sich va­ri­an­ten­ver­liebt in ge­ra­dezu Hüb­ner­sche Ab­spiel-Or­gien.

Die­ser im­mer sehr sub­jek­tive, für den Le­ser in­ter­es­sant und au­then­tisch wir­kende Zu­griff al­ler Kom­po­nis­ten auf ihre ganz per­sön­li­che «Top-One»-Stellung ist die große Stärke von «A Study Apiece». Ger­hard Jos­ten legt mit die­ser End­game-An­tho­lo­gie keine er­schla­gende Fülle von hun­der­ten Auf­ga­ben vor, son­dern ein fast in­ti­mes, au­to­bio­gra­phi­sches Ka­lei­do­skop der Her­stel­lungs­ver­fah­ren und der in­di­vi­du­el­len Mo­ti­va­tion der Stu­dien-Schaf­fen­den. In die­ser be­tont per­sön­lich-of­fe­nen Art des Ein­blicks in die in­ter­na­tio­nale Werk­statt der End­spiel-Kom­po­si­tion sucht die­ses Schach­buch von Her­aus­ge­ber Ger­hard Jos­ten sei­nes­glei­chen. (Selbst­ver­ständ­lich ist der Band bei solch in­ter­na­tio­na­ler Au­to­ren­schaft kom­plett in eng­li­scher Spra­che ge­hal­ten). Eine sehr will­kom­mene, die be­stehende Pro­blem-Bi­blio­thek be­rei­chernde Buch-Edi­tion. ■

Ger­hard Jos­ten (Hg.), A Study Apiece (68 Stu­dien-Au­to­ren und ihre Lieb­lings­auf­ga­ben – engl.), Edi­tion Jung Hom­burg, 280 Sei­ten, ISBN 978-3-933648-38-9

________________________________________________________

English Translation

(Thanks to John Rice/UK) .

A fa­sci­na­ting look into the world of the chess study

72-year-old Ger­hard Jos­ten, from Co­lo­gne, is a chess com­po­ser, his­to­rian, fea­ture-wri­ter and judge. For many ye­ars he has been both a no­ta­ble and at the same time a pro­duc­tive fi­gure on the in­ter­na­tio­nal chess scene. His work, his books, re­ports and in­ves­ti­ga­ti­ons con­cer­ning the mul­ti­fa­ce­ted and enig­ma­tic sub­ject that is „chess“ can be found in chess ma­ga­zi­nes such as Ro­chade Eu­ropa, in chess-pro­blem out­lets like Die Schwalbe and at other in­ter­na­tio­nal tour­ney events, in nu­me­rous mo­no­graphs and even in a ma­ture chess no­vel.

Now this en­er­ge­tic en­thu­si­ast of the royal game has en­ri­ched the world of chess com­po­si­tion with ano­t­her pu­bli­ca­tion. He in­vi­ted each of 68 (!) well-known (and less well-known) com­po­sers from all over the world to con­tri­bute one fa­vou­rite study from their own out­put, along with de­tails of its ge­ne­sis, to be in­clu­ded in a wide-ran­ging an­tho­logy. The re­sult is a 280-page vo­lume en­t­it­led „A Study Apiece“ which, with its as­sem­bly of in­ter­na­tio­nally re­co­gnised na­mes, pro­vi­des not only a collec­tion of ab­sor­bing chess end­game-stu­dies but also a ge­nuine in­sight into the crea­tive and so­me­ti­mes co­mi­cal yet al­ways fa­sci­na­ting work­shop of pre­sent-day study-com­po­sers.

The list of con­tri­bu­tors to Josten’s ex­ten­sive collec­tion, with its pre­face writ­ten by no less a fi­gure than EG-foun­der John Roy­croft, reads like a „Who’s who“ of the cur­rent in­ter­na­tio­nal chess-study scene. Li­ving le­gends such as John Nunn and Pal Benkö or lea­ding fi­gu­res of com­po­si­tio­nal chess like Mi­chal Hlinka, Mikhail Zi­nar and Jan Rusi­nek sent in their very per­so­nal „best“ selec­tions, along­side les­ser known yet in­no­va­tive com­po­sers such as Il­ham Aliev, Marco Cam­pioli, Yuri Roslov, Gheorghe Tel­bis or Wou­ter Mees and a num­ber of other in­te­res­ting fi­gu­res. Of course it’s al­ways pos­si­ble with such an­tho­lo­gies to re­g­ret the ab­sence of im­portant na­mes; in my view the in­clu­sion of sam­ples from va­rious youn­ger but no less in­flu­en­tial com­po­sers such as Ab­de­la­ziz On­koud, Piotr Murd­zia or Miodrag Mla­de­no­vic, to name just a few, would have appre­cia­bly en­han­ced the va­lue of the work.

And while we’re on the sub­ject of short­co­m­ings, it’s a pity that the main dia­grams were not ac­cor­ded the gra­phi­cal care that cha­rac­te­ri­ses the rest of the book. Such un­re­fi­ned il­lus­tra­ti­ons, doubt­less en­lar­ge­ments, have no place in the di­gi­tal age of desk­top pu­bli­shing, es­pe­ci­ally not in a book with a co­ver price as high as 30 Eu­ros. But other­wise „A Study Apiece“, with its ad­mit­tedly simple lay­out, is at­trac­tively pro­du­ced in a ro­bust bin­ding, with nu­me­rous dia­grams and pho­tos, and text ty­peset both for va­ria­tion-play and for con­ti­nuous rea­ding. All in all it’s cer­tainly worth the as­king price.

The stu­dies of the 68 con­tri­bu­tors ap­pear just as va­ried as the bio­gra­phies of their com­po­sers and the de­tails of the works‘ ge­ne­sis. Along­side simple 6-piece items, which in these days of end­game da­ta­ba­ses have no tech­ni­cal si­gni­fi­cance but still dis­play a cer­tain ae­s­thetic ar­ti­stry (like Loustau’s dia­gram­med example), one finds highly com­plex stale­mate con­struc­tions such as Per Olin’s study (dia­gram­med). And of course wi­t­hin the two ba­sic sti­pu­la­ti­ons found in all ge­nuine chess end­game stu­dies, viz. (a) White to play and win or (b) White to play and draw, one co­mes across in­nu­me­ra­ble „clas­si­cal“ fea­tures from the history of stu­dies and the va­rious study-schools that have ari­sen.

What is the at­ti­tude of today’s study-com­po­sers to the thorny ques­tion of com­pu­ters? This state­ment (p.153ff) from the emi­nent com­po­ser from New Zea­land, Emil Mel­ni­chenko, seems ty­pi­cal: „To­day, I usually check my work with a com­pu­ter, but I ne­ver to­tally trust the ma­chine, and I cer­tainly ne­ver use it to gar­ner ideas, be­cause I do not know how, nor do I en­joy the hu­man com­pu­ter in­ter­face, in fact, I find it te­dious, dis­trac­ting and con­tra the ar­tis­tic spi­rit that em­ploys se­ren­di­pity as muse.“ And Mel­ni­chenko goes on to af­firm that while he knows about the pre­ci­sion of so-cal­led EGTBs he still sticks to the cen­tu­ries-old con­ven­tion: „Com­pu­ter-li­te­rate com­po­sers are wel­come to make use of their power but as a di­no­saur I still re­main at­ta­ched to the pri­mi­tive and ma­nual me­thod of com­po­sing that em­ploys a tan­gi­ble me­dium I have en­joyed since youth, in pre­fe­rence to one I per­so­nally find self-de­fea­ting.“

Na­tu­rally this awa­re­ness of the „ar­tis­tic spi­rit“ com­mands re­spect. At the same time it must be ob­ser­ved that in the re­le­vant study da­ta­ba­ses with their many thousands of com­po­si­ti­ons there are nu­me­rous items stored, in some ca­ses well-known and in others de­emed to be „of his­to­ri­cal va­lue“, whose so­lu­ti­ons con­tain mo­ves that in no way me­rit the dou­ble ex­cla­ma­tion-mark but which are mer­ci­lessly re­vea­led by the crass com­pu­ter to be coo­ked or com­ple­tely in­soluble. No­wa­days a com­po­ser is well ad­vi­sed to give his study, if it has many mo­ves and/or pie­ces, to the x-ray lab of his per­so­nal si­li­con-fri­end be­fore sub­mit­ting it to the in­ter­na­tio­nal judge… (I have not in­ves­ti­ga­ted in de­tail whe­ther „A Study Apiece“ con­ta­ins faulty com­po­si­ti­ons; but it is to be as­su­med that edi­tor Jos­ten, who is by no me­ans averse to com­pu­ter-chess, has done his ho­me­work in this re­gard.)

Ne­ver­theless a note of cau­tion is sounded in this con­nec­tion by Bul­ga­rian judge Petko Pet­kov (p.14ff), and it de­ser­ves a men­tion: „Be­cause at pre­sent we have many bad examp­les with using of ‚Nalimov’s da­ta­ba­ses‘ I think this threat to end­game genre is very se­rious and can be fa­tal in near fu­ture when this da­ta­ba­ses can em­brace set­tings with 7 pie­ces on the board. But af­ter that can fol­low en­ve­lop of 8, 9 etc. po­si­ti­ons. If the Nalimov’s ta­bles give all po­si­ti­ons with 7 pie­ces […] the ‚mo­ving-for­mula‘ for the many end­ga­mes can be: x+7, where all new the­mes and ideas the com­po­ser should de­mons­trate only in this ‚in­tro­duc­tion‘ with ‚x‘ pie­ces, be­cause af­ter it all is wi­thout any sense ba­nal known. As pro­fes­sio­nal la­wyer I should say that at pre­sent very im­portant for the world end­game-com­po­si­tion is the ques­tion for the co­py­rights in the light of exis­tence of Nalimov’s da­ta­ba­ses. If af­ter x mo­ves we re­ceive a po­si­tion with 6 pie­ces which is computer-Nalimov’s po­si­tion, the main ques­tion is ob­viously how fare are ori­gi­nal these ‚x‘ mo­ves as an in­tro­duc­tion…“

The in­di­vi­dual man­ner in which the 68 co-aut­hors of the book pre­sent their work casts a dis­tinc­tive light on their com­po­sing per­so­na­lity. Some, like e.g. Ja­vier Ibran, need no more than 2 pa­ges, 2 dia­grams, 2 va­ria­ti­ons and a few sen­ten­ces to tell us ever­y­thing about their cho­sen po­si­tion. Others, e.g. Sieg­fried Horne­cker, spread them­sel­ves over 5 or more pa­ges of ela­bo­rate ver­bo­sity, while others again (e.g. Da­niel Keith) take de­light in plun­ging into an orgy of va­ria­ti­ons in a man­ner worthy of Hüb­ner.

The way each com­po­ser ap­proa­ches his per­so­nal fa­vou­rite po­si­tion is al­ways very sub­jec­tive and in­te­res­ting to the re­ader, and it con­veys a truly ge­nuine im­pres­sion. This is the great strength of „A Study Apiece“. In this end­game an­tho­logy Ger­hard Jos­ten does not of­fer a deade­ning mass of hund­reds of stu­dies, but an al­most in­ti­mate, au­to­bio­gra­phi­cal ka­lei­do­scope of study-com­po­sers‘ pro­ces­ses of crea­tion and in­di­vi­dual mo­ti­va­tion. This work by edi­tor Ger­hard Jos­ten pro­vi­des an em­pha­ti­cally per­so­nal in­sight into the in­ter­na­tio­nal work­shop of end­game com­po­si­tion, and as such it is un­like any other chess book. (Of course with con­tri­bu­ti­ons on an in­ter­na­tio­nal scale the book is in English throug­hout.) A very wel­come pu­bli­ca­tion that en­ri­ches the exis­ting li­brary of chess com­po­si­tion. (Wal­ter Ei­gen­mann)

Kommentare sind willkommen! (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)