Computerschach: 1. Gambit-Engine-Turnier

Schachprogramme mit Gambits geprüft

Walter Eigenmann

Die internationale Computerschach-Anwenderschaft testet seit Jahren fleissig jedes neue Programm im Hinblick auf seine Turnier-Spielstärke, seine analytischen Fähigkeiten, seine schachtechnischen Features. Vor allem ersteres wird höchst emsig betrieben, existieren doch mittlerweile zahllose Ranking-Listen im Netz – zustande gekommen unter allen möglichen und unmöglichen Turnier- bzw. -Match-Bedingungen.

Dabei wird hinsichtlich der Eröffnung in den meisten Fällen ein sog. Opening-Book zugrunde gelegt, das möglichst ausgeglichen und «objektiv» den Programmen während der frühesten Partie-Phase unter die Arme greifen soll. Sehr selten kommt in diesem allgemeinen Turnier-Mainstream hingegen das sog. Gambit zum Zuge: Als Eröffnungskonzept beinhaltet es bekanntlich frühe Bauern- oder gar Figuren-Opfer zwecks schnellerer Entwicklung und/oder zusätzlicher Angriffsmöglichkeiten. Mit einem spezifischen Gambit-Opening-Book kann also der Anwender asymetrische Materialverhältnisse bereits in der Eröffnung schaffen und so den ausgetretenen Pfaden der meist längst aufgearbeiteten «Eröffnungstheorie» aus dem Wege gehen. Im Computerschach hat das außerdem den angenehmen Nebeneffekt, dass dem «Remistod» der heute auf extrem hohem Taktik-Niveau angesiedelten, oft gleich stark spielenden Engines etwas entgegengewirkt werden kann.

Einer der weltweit besten Opening-Book-Cooker im Computer-Schach: Jeroen Noomen

Ein solches «Gambit-Eröffnungsbuch» speziell für das häufig eingesetzte «Fritz»-Interface entdeckte der Autor kürzlich im Internet: es nennt sich «GambitLines.ctg», stammt von dem bekannten belgischen Engine-Book-Cooker Jeroen Noomen und beinhaltet eine Reihe von «klassischen» Gambit-Zügen, angefangen beim Alapin-Gambit im Sizilianer und das Falkbeer-Gambit über das Königsgambit und das Lettische Gambit bis hin zum Morra-Gambit und dem Mittelgambit im Spanier. (Wer Interesse an diesem Book für die Fritz-Oberfläche hat, kann es hier downloaden. Eine Aufzählung aller verwendeten Gambite findet sich hier.)

Die Stellungen, in die dieses Eröffnungsbuch die Engines entlässt, sind allerdings so spektakulär auch wieder nicht, dass sie Weiß oder Schwarz jeweils in großen materiellen Rückstand versetzten. Dies zeigt nur schon ein Blick auf die recht hohe Anzahl Remis-Partien, die das nachstehende Turnier generierte mit zehn der besten aktuellen Programme – eigentlich ein Bild, das man eher vom ganz normalen Engine-Engine-Betrieb gewohnt ist. Möglicherweise ist das «GambitLines» unterm Strich dann doch etwas zu «zahm» geraten, um das exorbitante Angriffs- und Verteidigungs-Potential der modernen Schachprogramme wirklich zu fordern…

01 Komodo 10.3 (4CPU)        26.5/36 (433.25)
02 Houdini 5.01 (4CPU)       26.5/36 (411.75)
03 Stockfish 8 (4CPU)        25.5/36
04 Fizbo 1.9 (4CPU)          22.0/36
05 Deep Shredder 13 (4CPU)   17.0/36
06 Critter 1.6a (4CPU)       15.5/36
07 Fritz 15 (4CPU)           14.0/36
08 Equinox 3.30 (4CPU)       12.5/36
09 Sting SF 7.3 (4CPU)       11.5/36
10 Chiron 4 (4CPU)           09.0/36

40 Z. in 4 Min & 40 Z. in 4 Min. / 4 Runden Round Robin /
Intel i-7-4790 / 3.6 GHz / 512Mb Hash / Fritz 15-GUI / EGTB

Die 180 Partien lassen sich hier nachspielen und downloaden.

Weitere Artikel zum Thema Computerschach im Glarean Magazin

Neue Testaufgaben für Schach-Programme

Der «Eigenmann Rapid Engine Test» (ERET)

Walter Eigenmann

Der sog. Eigenmann Rapid Engine Test (ERET) ist eine neue Sammlung von 111 Aufgaben für Schach-Programme. Er wurde konzipiert, um schnell einen ersten Eindruck von der Spielstärke einer neuen Engine ausmachen zu können. Die Computerschach-Anwenderschaft erhält mit diesem ERET erstmals eine Test-Suite an die Hand, deren Ergebnisse innert zehn Minuten eine grobe, aber recht verlässliche Einschätzung eines (neuen) Programms erlauben.

Die 111 Stellungen bzw. ihre Hauptvarianten können hier nachgespielt und als PGN-Datei heruntergeladen werden. Downloadbar ist ausserdem der Test im CBH-Format (für Chessbase-Software) sowie als EPD-Datei für den Import in diverse Schach-GUI’s.

Die Vorzüge des ERET gegenüber älteren Sammlungen sind namentlich:

  • Grosse Bandbreite der Schachmotivik
  • Eindeutigkeit der Lösungen
  • Ausgewogenheit der Partiephasen
  • Mittlerer bis hoher Schwierigkeitsgrad
  • Keine Auswertungsformeln
  • Schnelle Programm-Resultate bereits nach 10 Min.
  • Auch für zukünftige Engine-Generationen tauglich

Die Axiomatik des ERET-Stellungstests

Eine Aufgaben-Sammlung wie der ERET-Stellungstest für Schachprogramme basiert auf einer eigenen Axiomatik.

Diese lässt sich in den folgenden fünf Punkten zusammenfassen:

  1. Die 111 Aufgaben des ERET decken einen grossen Bereich der (computer-)schachlichen Realität ab; diese abgestimmte Kompaktheit der Zusammenstellung ist weder durch Hinzufügungen noch Wegstreichungen antastbar.
  2. Für Computerprogramme (anders als für Menschen) ist eine Schachpartie grundsätzlich eine Sammlung von Einzel-Aufgabenstellungen unter definierten Bedingungen – ein Stellungstest also.
  3. Die Denk- bzw. Rechengeschwindigkeit beim Schachspielen ist eine maßgebliche Komponente der «Spielstärke».
  4. Das vom Test-Autor empfohlene Test-Setting ist ein integraler Bestandteil des Stellungstests.
  5. Unter Berücksichtigung bzw. Wahrung der Punkte 1 bis 4 garantiert der ERET keine 100%ige, aber eine weitgehende Übereinstimmung seiner Testergebnisse mit den durchschnittlichen Resultaten des praktischen Engine-Turnierbetriebes.

Test-Setting / Anmerkungen

Die technische Durchführung des Tests ist einfach und bei den verschiedenen Schach-Interfaces wie z.B. Arena, Shredder, Aquarium oder Fritz im Grundsatz ähnlich, wobei der Autor auf aktueller Computer-Hardware (2017) das folgende Test-Setting empfiehlt:

  • Bedenkzeit: 5-10 Sekunden pro Aufgabe
  • Prozessoren/Threads: 1-4
  • Hash-Memory: 256-512Mb
  • Opening-Books: beliebig
  • Endgame-Tablebases: beliebig
  • Extra Halbzüge: 2-99
  • eret-rochadeangriff-carlsen
    Der ERET-Schachtest für Computer-Programme deckt ein weites Spektrum an Eröffnungs-, Mittelspiel- und Endspiel-Elementen ab. Namentlich enthält er exemplarische Beispiele der folgenden taktischen und positionellen Motive (alphabetisch): Ablenkung – Abtausch – Damenopfer – Entlastung – Entwicklung – Festung – Freibauer – Initiative – Königsangriff – Königssicherheit – Läuferopfer – Linienöffnen -Mobilität – Offene Linien – Positionelles Opfer – Qualitätsopfer – Räumung – Rochadeangriff – Springeropfer – Starke Felder – Unterverwandlung – Vergifteter Bauer – Verteidigung – Zentralisierung – Zentrum – Zugzwang – Zwischenzug (Bild: Die Brennpunkte des weißen Rochadangriffs in einer Fernschachpartie Copie-Patrici 1986)

    Die Anzahl Lösungen einer Engine ergibt deren wichtigstes Testergebnis; dieses erlaubt bereits einen groben Vergleich mit anderen Programmen. Um die Resultate mehrerer Engines noch zu differenzieren, empfiehlt der Autor das Interface «Fritz» ab Version 11, dessen Testergebnisse – aus der CBH- in eine PGN-Datei konvertiert – dann mit dem Freeware-Tool von Dr. Frank Schubert EloStatTS104 abgeglichen werden sollten. Diese mathematisch-statistisch fundierte Methode der Test-Auswertung ist wenn immer möglich vorzuziehen.
    Eine Alternative zum «Fritz»-GUI ist die Freeware-Oberfläche «Arena», die mit zusätzlichen Features beim Automatisierten Stellungstesten aufwartet und auch einen Output der Engine-Berechnungen bietet, allerdings auf jegliche Ranglisten-Generierung verzichtet bzw. nur die Anzahl Lösungen angibt, so dass keine weitergehende Differenzierung der Testergebnisse möglich ist bzw. manuell erfolgen müsste. Andere Benutzeroberflächen bieten ebenfalls nur rudimentäre Optionen bezüglich Stellungstests und sind deshalb für den ERET nur bedingt zu empfehlen.

  • Moderne Rechner mit Multi-Prozessoren- bzw. -Threads-Technik neigen zu Fluktuationen in ihrer Zug-Generierung. Deren Auswirkung in der Praxis wird zwar generell sehr überschätzt, aber wer auf Nummer sicher gehen will, macht pro Engine drei bis fünf Test-Durchläufe und nimmt den Durchschnitt der jeweiligen Lösungszeiten.
  • Um Software-übergreifende Vergleiche zu ermöglichen, sollten die Engines grundsätzlich mit ihren Default-Parametern getestet werden – natürlich abgesehen von Thread-, Hash- oder Tablebase-Einstellungen.
  • Auf schneller Hardware reichen 5 Sekunden pro Aufgabe aus; das entspricht ungefähr der im modernen Engine-Turnier-Betrieb häufig angewendeten Bedenkzeit von 40 Zügen in 4 Minuten. Bei langsameren Rechnern empfehlen sich 7-10 Sekunden.
  • Bei der Generierung von Ranglisten mit dem ERET sollten nicht die absoluten Zahlen-Ergebnisse, sondern vielmehr die Engine-Relationen beachtet werden – so wie bei den Rankings der verschiedenen bekannten Engine-Turnieren auch. Diese können bekanntlich (je nach Turnier-Settings und Berechnungsgrundlage) überraschend unterschiedlich ausfallen – siehe u.a. hier: CEGT, CCRL, FCP, OHCR, SPCC, FGRL
    Ein Vergleich von fünf häufig zitierten Ranglisten im Internet mit den ERET-Ergebnissen findet sich hier (März 2017).
  • Die einzelnen Stellungen hat der Autor hauptsächlich mit den drei Programmen Deep-Shredder 11/12, Critter 1.6 und RybkaWinFinder 2.2 im Hinblick auf ihre taktische Korrektheit untersucht. Ansonsten hat er auf weiteres Einzeltesten bewusst und konsequent verzichtet, um den Test möglichst objektiv und nicht irgendwie «geeicht» auf bestimmte Programme gestalten zu können. (Über entsprechende Resultat-Meldungen aus der Leser- bzw. Anwenderschaft per E-Mail würde sich der Autor also sehr freuen!).
  • Trotz der relativ kurzen Zeit-Vorgabe von 5 Sekunden/Stellung sind die ERET-Aufgaben keineswegs trivial. Viele der Stellungen dürften sogar ganz besondere Knacknüsse auch für heutige Engines sein. Die umfangreichen persönlichen Analysen mithilfe der obengenannten Programme legen den Schluss nahe, dass dieser Test eher im oberen Schwierigkeitsbereich angesiedelt ist. Der Autor ist deshalb zuversichtlich, dass der ERET auch noch in fünf oder zehn Jahren interessant sein wird…

Aktuelle ERET-Rangliste (März 2017)   –   Generiert mit EloStatTS104

    Program                        Elo   +/-  Matches  Score   Av.Op.   S.Pos.   MST1    MST2   RIndex

  1 AsmFish 2017-03-15(4CPU)    : 3420    3   7042    68.2 %   3287    72/111    2.0s    3.1s   0.69
  2 Komodo 10.4(4CPU)           : 3409    4   6940    66.9 %   3287    68/111    2.1s    3.2s   0.63
  3 Stockfish 8(4CPU)           : 3408    4   6817    66.8 %   3287    64/111    1.8s    3.2s   0.69
  4 Brainfish 190317(4CPU)      : 3407    4   6966    66.6 %   3287    65/111    1.9s    3.2s   0.65
  5 Houdini 5.01(4CPU)          : 3401    4   6517    65.6 %   3288    62/111    2.0s    3.3s   0.65
  6 Komodo 10.3(4CPU)           : 3395    4   6715    65.0 %   3288    60/111    1.9s    3.3s   0.62
  7 Stockfish 8(1CPU)           : 3388    4   6159    64.0 %   3288    57/111    2.0s    3.4s   0.58
  8 Fizbo 1.9(4CPU)             : 3379    4   5809    62.3 %   3292    50/111    1.7s    3.5s   0.56
  9 Houdini 5.01(1CPU)          : 3379    4   5802    62.6 %   3290    54/111    2.1s    3.6s   0.55
 10 Komodo 10.4(1CPU)           : 3379    4   6098    62.7 %   3289    56/111    2.3s    3.6s   0.47
 11 Komodo 10.3(1CPU)           : 3377    4   5766    62.3 %   3290    52/111    1.9s    3.6s   0.56
 12 Stockfish 7(1CPU)           : 3371    4   5908    61.4 %   3290    53/111    2.3s    3.7s   0.46
 13 Komodo 10(1CPU)             : 3365    5   5373    60.3 %   3293    48/111    2.1s    3.7s   0.51
 14 DeepShredder 13(4CPU)       : 3360    4   5349    59.7 %   3292    46/111    2.0s    3.8s   0.44
 15 Houdini 4(4CPU)             : 3358    5   5410    59.3 %   3293    45/111    1.9s    3.8s   0.46
 16 Komodo 9.42(1CPU)           : 3357    5   5298    59.2 %   3292    45/111    2.1s    3.8s   0.43
 17 Andscacs 0.90(4CPU)         : 3354    5   5223    58.6 %   3293    42/111    1.8s    3.8s   0.44
 18 Stockfish 6(1CPU)           : 3351    5   4924    58.2 %   3293    42/111    1.9s    3.8s   0.50
 19 Komodo 9.2(1CPU)            : 3350    5   5157    58.2 %   3293    44/111    2.2s    3.9s   0.46
 20 Fritz 15(4CPU)              : 3346    5   5126    57.2 %   3295    41/111    2.0s    3.9s   0.39
 21 Komodo 9(1CPU)              : 3345    5   5010    57.4 %   3293    40/111    1.9s    3.9s   0.44
 22 Andscacs 0.89(4CPU)         : 3344    5   5083    57.2 %   3294    43/111    2.2s    3.9s   0.39
 23 Fizbo 1.9(1CPU)             : 3343    5   5237    56.7 %   3296    42/111    2.2s    3.9s   0.38
 24 Critter 1.6a(4CPU)          : 3342    5   5104    56.7 %   3295    41/111    2.2s    4.0s   0.42
 25 Gull 3(4CPU)                : 3338    5   4977    56.0 %   3295    40/111    2.1s    4.0s   0.39
 26 Protector 1.9.0(4CPU)       : 3336    5   4991    55.9 %   3295    39/111    2.2s    4.0s   0.40
 27 Stockfish 5(1CPU)           : 3335    5   4826    55.8 %   3294    41/111    2.4s    4.1s   0.42
 28 Andscacs 0.87(4CPU)         : 3327    5   4888    54.5 %   3296    36/111    2.1s    4.1s   0.36
 29 Houdini 4(1CPU)             : 3326    5   4475    54.1 %   3297    34/111    1.8s    4.0s   0.46
 30 Fire 5(1CPU)                : 3324    5   4576    53.9 %   3297    33/111    1.7s    4.0s   0.39
 31 DeepShredder 13(1CPU)       : 3324    5   4601    53.9 %   3297    36/111    2.2s    4.1s   0.30
 32 Komodo 8(1CPU)              : 3319    5   4585    53.3 %   3296    33/111    2.0s    4.1s   0.38
 33 Critter 1.6a(1CPU)          : 3316    5   4569    52.5 %   3298    33/111    2.2s    4.2s   0.36
 34 Andscacs 0.89(1CPU)         : 3314    5   4689    52.4 %   3297    34/111    2.4s    4.2s   0.28
 35 Nirvanachess 2.3(4CPU)      : 3314    5   4348    52.2 %   3298    33/111    2.1s    4.1s   0.35
 36 Andscacs 0.86(4CPU)         : 3311    5   4381    51.7 %   3299    32/111    2.2s    4.2s   0.35
 37 Equinox 3.30(4CPU)          : 3310    6   4419    51.3 %   3300    32/111    2.0s    4.1s   0.36
 38 Equinox 3.30(1CPU)          : 3304    6   4342    50.5 %   3301    31/111    2.2s    4.2s   0.33
 39 Naum 4.6(4CPU)              : 3302    5   4249    50.2 %   3301    33/111    2.6s    4.3s   0.32
 40 Fizbo 1.8(1CPU)             : 3302    6   4416    50.3 %   3299    28/111    1.8s    4.2s   0.30
 41 Fritz 15(1CPU)              : 3299    5   4255    49.8 %   3301    30/111    2.2s    4.3s   0.30
 42 Spark 1.0(4CPU)             : 3299    6   4618    49.7 %   3301    30/111    2.5s    4.3s   0.23
 43 Andscacs 0.87(1CPU)         : 3298    5   4230    49.7 %   3301    31/111    2.4s    4.3s   0.28
 44 DeepRybka 4.1(1CPU)         : 3294    6   4228    48.8 %   3303    27/111    2.1s    4.3s   0.30
 45 Andscacs 0.86(1CPU)         : 3293    6   4188    48.9 %   3300    29/111    2.3s    4.3s   0.32
 46 Texel 1.06(4CPU)            : 3292    6   4277    48.7 %   3301    28/111    2.1s    4.3s   0.24
 47 Nirvanachess 2.3(1CPU)      : 3292    6   4177    48.7 %   3301    28/111    2.2s    4.3s   0.27
 48 Hannibal 1.7(1CPU)          : 3291    6   4027    48.6 %   3301    24/111    1.2s    4.2s   0.37
 49 Arasan 19.2(4CPU)           : 3291    6   4350    48.4 %   3302    29/111    2.5s    4.4s   0.26
 50 Gull 3(1CPU)                : 3290    6   4159    48.5 %   3300    26/111    1.8s    4.3s   0.30
 51 Protector 1.9(1CPU)         : 3286    6   4049    47.8 %   3301    25/111    1.9s    4.3s   0.28
 52 BlackMamba 2.0(4CPU)        : 3281    6   3913    46.9 %   3302    25/111    1.9s    4.3s   0.32
 53 Fizbo 1.7(1CPU)             : 3280    6   4143    46.7 %   3303    23/111    1.7s    4.3s   0.27
 54 iCE 3.0(1CPU)               : 3280    6   3983    46.6 %   3303    24/111    1.9s    4.3s   0.28
 55 Protector 1.6(1CPU)         : 3280    6   4049    46.7 %   3303    26/111    2.5s    4.4s   0.22
 56 Protector 1.8(1CPU)         : 3279    6   3984    46.6 %   3302    25/111    2.1s    4.3s   0.29
 57 Chiron 4(4CPU)              : 3271    6   3991    45.3 %   3304    24/111    2.3s    4.4s   0.23
 58 DeepJunior 13.3(1CPU)       : 3271    6   3911    45.0 %   3306    21/111    1.6s    4.4s   0.28
 59 RybkaWinFinder 2.2(4CPU)    : 3271    6   3964    45.0 %   3306    22/111    1.9s    4.4s   0.27
 60 Booot 6.1(1CPU)             : 3270    5   4096    45.5 %   3302    28/111    3.3s    4.6s   0.10
 61 Nirvanachess 2.2(1CPU)      : 3270    6   3915    45.3 %   3303    23/111    2.0s    4.4s   0.22
 62 Texel 1.06(1CPU)            : 3270    6   4016    45.1 %   3304    25/111    2.8s    4.5s   0.21
 63 Chiron 3.01(4CPU)           : 3270    6   3977    44.9 %   3305    25/111    2.7s    4.5s   0.22
 64 DeepFritz 10(4CPU)          : 3266    6   4075    44.5 %   3305    23/111    2.5s    4.5s   0.19
 65 Chiron 2(1CPU)              : 3265    6   3980    44.2 %   3306    22/111    2.2s    4.4s   0.18
 66 Rybka 3(1CPU)               : 3265    6   3803    44.3 %   3305    21/111    2.0s    4.4s   0.29
 67 Chiron 1.5(1CPU)            : 3264    6   3954    44.1 %   3305    22/111    2.4s    4.5s   0.19
 68 Naum 4.6(1CPU)              : 3263    6   3780    44.0 %   3305    20/111    1.7s    4.4s   0.28
 69 Texel 1.05(1CPU)            : 3257    6   3749    42.8 %   3307    22/111    2.4s    4.5s   0.22
 70 Arasan 19.1(4CPU)           : 3256    6   3780    42.8 %   3307    21/111    2.4s    4.5s   0.23
 71 Hakkapeliitta 3.0(1CPU)     : 3254    6   3894    42.7 %   3305    23/111    2.8s    4.5s   0.15
 72 Chiron 4(1CPU)              : 3251    6   3870    42.1 %   3306    22/111    2.9s    4.6s   0.15
 73 Vajolet2 2.2(1CPU)          : 3251    6   3697    42.1 %   3306    22/111    2.8s    4.6s   0.17
 74 Arasan 19.2(1CPU)           : 3250    6   3733    41.9 %   3307    22/111    2.8s    4.6s   0.21
 75 Arasan 19.1(1CPU)           : 3249    6   3780    41.7 %   3307    18/111    1.9s    4.5s   0.16
 76 Spark 1.0(1CPU)             : 3244    6   3774    41.1 %   3306    20/111    2.8s    4.6s   0.16
 77 DeepFritz 10(1CPU)          : 3240    6   3641    40.2 %   3309    16/111    1.7s    4.5s   0.20
 78 ZappaMexico II(1CPU)        : 3238    6   3558    39.8 %   3309    15/111    1.2s    4.5s   0.24
 79 Senpai 1.0(1CPU)            : 3238    6   3600    40.1 %   3307    17/111    2.0s    4.5s   0.19
 80 Naum 4(1CPU)                : 3234    6   3531    39.5 %   3309    15/111    1.4s    4.5s   0.21
 81 Fruit 2.3(1CPU)             : 3234    6   3449    39.2 %   3311    15/111    1.4s    4.5s   0.25
 82 Ruffian 1.0.1(1CPU)         : 3234    6   3631    39.3 %   3309    15/111    1.8s    4.6s   0.18
 83 RodentII 0.9.64(1CPU)       : 3225    6   3480    38.0 %   3310    17/111    2.8s    4.7s   0.15
 84 Quazar 0.4(1CPU)            : 3222    6   3470    37.7 %   3309    15/111    2.3s    4.6s   0.13
 85 Spike 1.4(1CPU)             : 3222    6   3568    37.7 %   3309    15/111    2.4s    4.7s   0.15
 86 Fruit 2.2.1(1CPU)           : 3221    6   3446    37.4 %   3311    13/111    1.5s    4.6s   0.21
 87 Junior 13.8Yokohama(1CPU)   : 3216    6   3424    36.8 %   3310    12/111    1.1s    4.6s   0.18
 88 Amoeba 1.2(1CPU)            : 3215    6   3393    36.3 %   3312    14/111    2.3s    4.7s   0.16
 89 Komodo 1.3(1CPU)            : 3212    6   3328    36.2 %   3310    14/111    2.1s    4.6s   0.14
 90 Deuterium 14.3.34.130(1CPU) : 3206    6   3315    35.3 %   3311    12/111    1.7s    4.6s   0.16
 91 Tao5.7b (1CPU)              : 3205    6   3370    35.2 %   3311    13/111    2.2s    4.7s   0.17
 92 Tao 5.6(1CPU)               : 3204    6   3352    34.9 %   3312    12/111    1.9s    4.7s   0.16
 93 Wasp 1.25(1CPU)             : 3196    6   3232    33.8 %   3313    13/111    2.7s    4.7s   0.12
 94 Tao 5.4(1CPU)               : 3190    6   3325    33.0 %   3313    10/111    2.0s    4.7s   0.11
 95 Gaviota 1.0(1CPU)           : 3189    6   3201    33.0 %   3312    11/111    2.0s    4.7s   0.15
 96 Laser 1.2(1CPU)             : 3188    6   3259    32.8 %   3313    10/111    2.0s    4.7s   0.13
 97 ChessMind 0.82(1CPU)        : 3186    6   3229    32.4 %   3313     9/111    1.4s    4.7s   0.14
 98 Minko 1.3(1CPU)             : 3176    6   3088    31.0 %   3315     9/111    1.5s    4.7s   0.15
 99 SmarThink 1.70(1CPU)        : 3176    6   3121    31.0 %   3315     8/111    1.1s    4.7s   0.15
100 Ktulu 9(1CPU)               : 3176    6   3161    31.1 %   3314     8/111    1.4s    4.7s   0.13
101 Murka 3(1CPU)               : 3172    6   3199    30.7 %   3313     8/111    1.9s    4.8s   0.08
102 Octochess r5190             : 3143    6   3005    26.9 %   3316     6/111    2.6s    4.9s   0.07

MST1  : Mean solution time (solved positions only)
MST2  : Mean solution time (solved and unsolved positions)
RIndex: Score according to solution time ranking for each position

AMD 8350-FX - 5sec/move - 512Mb Hash - Fritz 15 - Windows 10 / 64bit

Der Output jeder Engine bei jeder Aufgabenstellung – auf die hundertstel Sekunde genau – lässt sich hier downloaden (PGN-Datei).

Weiterführende Links

  • Für jene Leser, die sich näher mit der Thematik Computerschach-Stellungstests befassen möchten, nachfolgend ein paar weiterführende Links:
  • Dr. Frank Schubert: Lösung eines alten Problems – Autor Schubert untersucht zuerst die seinerzeit gängigen Auswerteverfahren verschiedener bekannter Stellungstests und stellt dann einen mathematisch neuen, dem FIDE-Elo-Verfahren ähnlichen Ansatz zur Differenzierung von Test-Ergebnissen vor. In einem historischen Exkurs wird auch Bezug genommen auf noch vor einigen Jahren gebräuchliche Tests von Autoren wie Bednorz, Schumacher, Gurevich oder Scheidl. Zum Schluss stellt Schubert seine eigene Methode vor, «welche die Schwächen der bisherigen Formeln beseitigt und erstmalig auf einer soliden schachlichen Theorie basiert.»
  • Lars Bremer: Was Stellungstests testen – IT-Journalist und Programmierer Bremer repliziert darin auf den seinerzeit heftig umstrittenen CSS-WM-Test von M. Gurevich, wobei er ebenso unverhohlen wie amüsant in die Trick-Kiste greift, um seine Test-kritische These zu untermauern: Er löscht mit einem eigens dafür geschriebenen Tool in dem als Gesamtheit konzipierten Test jeweils so lange einzelne Aufgaben, bis immer wieder Top-Resultate der zufällig gewählten (ggf. schwachen) Engine resultieren, womit Bremer den zufälligen Charakter von Test-Ergebnissen beweisen möchte. Aber da selbstverständlich ein umfangreicher und durchdachter Stellungstest immer kompakt gemeint ist, seine Aufgaben aufeinander abgestimmt sind und darum nicht einfach willkürlich zusammengestrichen werden können, ist der ganze Artikel eher satirisch denn wissenschaftlich einzustufen und darum ein einziger «Quatsch» (Zitat) – aber dennoch witzig zu lesen.
  • Lars Bremer: Chaos-System Deep Engine – Ein sehr viel «seriöserer» und informativer Artikel des obigen Autors zur Problematik des «Zufälligen Zuges» bei Deep-Engines. Mit seinem «Fazit» bezüglich der Aussagekraft von Stellungstests bei MP-Rechnern ist der Schreibende zwar nicht einverstanden: Ausgedehnte Untersuchungen könnten sehr wohl dokumentieren, dass ein durchdachtes Design eines Stellungstestes diesen «MP-Effekt» zwar nicht restlos ausschalten, aber entscheidend abfedern kann, so dass er bezüglich Ranking schliesslich auch statistisch irrelevant wird. Doch Bremer erklärt das Phänomen aus der Sicht des Programmierers äusserst anschaulich und auch für Laien nachvollziehbar. Es wird erklärt, warum sich moderne «Deep»-Programme zuweilen völlig nicht-deterministisch, ja «chaotisch» verhalten beim Ausspielen von Zügen.
  • Tord Romstad (Stockfish): Eine kurz zusammengefasste Erklärung dieses «MP-Effektes» findet sich auch in einem Interview, das Frank Quisinsky vor Jahren mit Tord Romstad, dem verantwortlichen Stockfish-Programmierer, sowie dessen Co-Autoren geführt hat. Zitat: «Wenn ein Schachprogramm eine Position, irgendwo tief innerhalb des Suchbaums, untersucht, macht es Gebrauch bzw. erinnert sich an frühere bereits untersuchte Positionen der gleichen Suche. Die Zugbeschneidung, Verkürzung oder Verlängerung hängen davon ab, welche Positionen vorher überprüft wurden und wie die Ergebnisse der Untersuchung dieser Positionen waren. Der Großteil der Informationen, der für eine Entscheidung verwendet wird, liegt im Arbeitsspeicher. Der Arbeitsspeicher steht allen Prozessoren zur Verfügung.
    Solange es nur einen Thread gibt, ist alles zu 100% reproduzierbar. Aber bei mehreren Threads beginnen seltsame Dinge zu geschehen, weil diese Threads nie synchron mit gleicher Geschwindigkeit aktiv sein können. Immer wieder wird eine CPU für ein paar Millisekunden eine Pause einlegen müssen und das Betriebssystem weist dann sofort eine andere Aufgabe zu. Das geschieht zufällig und ist nicht vorhersehbar, eine Kontrolle gibt es hierfür nicht. Als Konsequenz erreicht jeder Prozessor eine bestimmte Position eher zufällig und das wirkt sich dann auf die Suche nach Entscheidungen zur aktuellen Position aus.»
  • Chess Programming Wiki: Test-Positions – Diese informative Seite verlinkt eine Vielzahl interessanter Artikel zur Thematik «Stellungstest» bzw. zu deren Autoren und stellt eine Fundgrube dar für jene, die sich mit der Materie näher befassen möchten. Gleichzeitig bietet die Webseite einen umfassenden Überblick auf die Historie und listet sogar interessante Forum-Beiträge aus früheren Jahren auf.

Computerschach-Beiträge im Glarean Magazin

Neue Schach-Bücher des Chaturanga-Verlages

Zweite Ausgabe von «Caissa»

Walter Eigenmann

Zeitschrift «Caissa» Nummer 2 / 2016

caissa-schach-zeitschrift-2-2016-glarean-magazinDer Verlag Chaturanga ist im deutschen Neunkirchen domiziliert und zeichnet sich durch exquisite, thematisch oft abseits des Mainstreams angesiedelte Schach-Produktionen aus – das dokumentieren auch die beiden jüngsten Publikationen dieses noch relativ jungen «Verlages für Liebhaber von Literatur, Kultur und Spiel».
Da ist zum einen die Zeitschrift «Caissa», die der Herausgeber und Chef-Redakteur Mario Ziegler nun in ihrer zweiten Ausgabe vorlegt. Halbjährlich berichtet das Journal «für Schach- und Brettspielgeschichte» über Themata, die man in dieser Konstellation und Qualität (noch) kaum im Internet findet, sondern genuin dem Printmedium vorbehalten scheinen. Ziegler und sein Team beweisen dabei Blick für exquisiten Schach-/Spiele-Stoff und eine treffliche Hand bei der Auswahl kompetenter Autoren. Wie bereits in der Première-Ausgabe der Zeitschrift ließ man sich vom erklärten Grundsatz «Aus vielem das Beste» leiten, das Inhalts- bzw. Autoren-Verzeichnis zeigt das sofort; unter anderem beinhaltet das Heft die Schwerpunkte: «Der Mongredien-Preis 1868-1869 (Robert Hübner), «Die Geschichte der chinesischen Schachidee» (Rainer Schmidt), «Die Schachpartie in Samuel Becketts Roman Murphy» (Bernd-Peter Lange), «Schach und Tarnschriften» (Siegfried Schönle), «Das verklärte Soldatenbild in Brettspielen» (Antonella Ziewacz). Und wiederum illustriert «Caissa» seine umfangreichen Texte mit zahlreichen Abbildungen teils dokumentierender, teils feuilletonistischer Art.
Insgesamt garantiert das Periodikum intellektuellen Lesespaß – keineswegs nur für Schachfreunde! ●
Caissa – Zeitschrift für Schach- und Brettspielgeschichte, Nr.2/2016, 94 Seiten, Chaturanga Verlag, ISSN 2363-8214

Dagobert Kohlmeyer: «Attacke!»

attacke-kohlmeyer-chaturanga-review-glarean-magazinDen Berliner Schachautor Dagobert Kohlmeyer muss man der Schachwelt kaum näher vorstellen, der bekannte Publizist schrieb 25 Bücher über das königliche Spiel und übersetzte zahlreiche Werke von Smyslow, Karpow, Kasparow, Kortschnoi oder Jussupow ins Deutsche. Seine jüngste Veröffentlichung im Chaturanga-Verlag titelt «Attacke!» und widmet sich den «Großen Angreifern der Schachgeschichte». Zu Wort bzw. zum Zug kommen darin alle genialen Angriffsspieler von Anderssen und Morphy über Aljechin und Tal bis zu Neshmetdinow und Bronstein.
Der Band ist layouterisch ansprechend gestaltet und zwischendurch gespickt mit etwas «psychologischem» Hintergrundwissen. Allerdings beinhaltet er praktisch ausschließlich Partien und Züge von «historischen» Meisterspielern, deren schachlichen Höhenflüge mittlerweile problemlos mit umfangreicher Kommentierung von jedermann selbst aus dem Netz gezogen werden können. Schade auch, dass Kohlmeyer das 21. Jahrhundert mit Carlsen, Anand & Co. völlig ausklammert. Kommt drittens hinzu, dass heutzutage solche schachlichen «Geschichtsaufbereitungen» immer die Gefahr des Nachplapperns bergen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Kohlmeyer (ebenso wie zahlreiche Schachautoren vor ihm) schwärmt über Morphys 18. schwarzen Zug gegen Bird (London 1858) gleich mit zwei Ausrufezeichen. Doch heutzutage kann jeder schlechtere Vereinsamateur mit Gratis-Programmen wie der Engine «Stockfish» und der Datenbank «Scid» nachweisen, dass der «geniale» Damenzug h3-a3 nicht besser, nur «schöner» ist als das profane Ld6-a3, und dass Morphy mit seinem vorausgehenden Turmopfer f8xf2 den ebenfalls wohl «schönsten», aber objektiv fast schlechtesten aller valablen Züge gespielt hat… Dieser Befund schmälert keineswegs die On-The-Board-Leistung des Schachgenies Morphy – aber heutige Kommentatoren wie Kohlmeyer täten gut daran, ihre Partie-Anmerkungen immer mit moderner Software gegen zu prüfen, um solche peinlichen Kolportierungen zu vermeiden wie: «Ein unglaubliches Manöver! Die Dame eilt von einer Brettseite zur anderen. Rudolf Teschner schwärmte: ‚Zauber der Geometrie!‘ Wie lange wohl hat Morphy damals über das Turmopfer und den Damenschwenk nachgedacht?» (S.29) Denn neueste Schachsoftware verändert die herkömmliche Schachästhetik komplett – und Schachautoren im Jahre 2016 haben das zu berücksichtigen, wenn sie ernst genommen werden möchten… ●
Dagobert Kohlmeyer: Attacke! – Große Angreifer der Schachgeschichte, 188 Seiten, Chaturanga Verlag, ISBN 978-3-944158-17-4 —-> Leseprobe

Weitere Schach-Rezensionen im Glarean Magazin

111 Chess Tacticals (56-111)

2. Staffel Nr. 56 – 111

Die Serie «111 Chess Tacticals» wendet sich an die Rätselfreunde unter den Schachspielern. Die faszinierende Welt der Schach-Taktik, wie sie sich in diesen 111 Miniaturen spiegelt, beinhaltet herrliche, meist frappante Kombinationen aus der Praxis des jüngsten Amateur- und Profischachs. Der Schwierigkeitsgrad variiert von Aufgabe zu Aufgabe, doch im allgemeinen kann ein Puzzle innerhalb von fünf Minuten von durchschnittlichen Vereinsamateuren gelöst werden. –

111-tactics-chess-puzzles-glarean-magazin
Alle 111 Tacticals können online und interaktiv nachgespielt werden. Mausklick auf das Diagramm bringt die Aufgaben auf den Bildschirm.

Im Gegensatz zur ersten Hälfte der 111 Puzzles veröffentlichen wir die zweite Staffel (Nr. 56-111) nun abschließend als Gesamtpaket: Alle 56 Tacticals können Sie hier nachspielen und downloaden.
– Viel Vergnügen beim Knobeln unserer «111 Chess Tacticals»! ■

Weitere «Tacticals»

13. Version des Schachprogrammes «Shredder»

Neue Auflage eines Urgesteins

Walter Eigenmann

stefan-meyer-kahlen-glarean-magazin
Shredder-Programmierer Stefan Meyer-Kahlen

Der deutsche Programmierer Stefan Meyer-Kahlen zählt zu den großen Innovatoren der internationalen Schach-Programmierung. 1993 startete er mit der Arbeit an seinem Shredder-Projekt, das von Anfang an Schach-Interface und -Engine beinhaltete, um dann viele Jahre lang mit seiner Software die Computerschach-Weltmeisterschaften und viele andere internationale Turnier-Events maßgeblich mit zu gestalten bzw. mehrere Male sogar haushoch zu dominieren. Kommt hinzu: Wenn heute die globale Computerschach-Welt sich über einen Interface-Standard freuen kann, der plattformübergreifend die freie und betont simple Einbindung von hunderten verschiedener Schach-Engines erlaubt, so hat sie das ebenfalls Meyer-Kahlen zu verdanken, der im Jahre 2000 federführend – teils gegen erbitterten «Widerstand» der damaligen Interface-Platzhirschen Chessbase und Winboard – gemeinsam mit Roland Huber das sog. UCI-Protokoll entwickelte, welches sich längst als wichtigste Engine-Grundlage aller bedeutenden Graphical User Interfaces (GUI’s) von «Aquarium» und «Arena» über «Fritz» und «HIARCS» bis hin zu «SCID» und «Shredder» etablierte.

In den letzten Jahren wurde es allerdings ruhiger um den Programmierer Meyer-Kahlen, und weil 2009 die letzte Shredder-Version 12 auf dem Markt gekommen war, aber danach jahrelang Funkstille herrschte, glaubten auch seine hartgesottenen Fans nicht mehr wirklich an ein Comeback des 48-jährigen Düsseldorfer Schachsoftware-Entwicklers. Denn die Spielstärke moderner Engines wie «Stockfish», «Komodo», «Houdini», «Fritz» u.a. hatte sich inzwischen mit einer solchen Rasanz erhöht, dass der Anschluss eines Dino’s wie Shredder schlicht undenkbar schien. Vor einigen Wochen hat Meyer-Kahlen nun alle Skeptiker Lügen gestraft: Er stellte seinen Shredder-UCI-Motor in einer von Grund auf neu programmierten 13. Version vor.

In Sachen Graphical User Interface nichts Neues…

Holt man sich als Besitzer der Vorgänger-Version also das 13. Shredder-Interface nach Download & Installation – eine CD-Version wird nicht verkauft – auf den Bildschirm, bemerkt man sofort – nichts! Irritierend: An der Oberfläche scheint sich auch nach so vielen Jahren der Entwicklung praktisch nichts getan zu haben (von ein bisschen Grafik-Politur abgesehen), wie eine Gegenüberstellung beweist:

vergleich-startbildschirme-glarean-magazin
Links das Shredder-Interface aus dem Jahre 2009, rechts jenes von 2016… (Vergrößerte Darstellung)

Schaut man dann dem neuen GUI näher unter die Haube, fördert auch das leider nur wenig Neues zutage: Alle Menüs verblieben am selben Ort mit den praktisch selben Funktionen und dem selben Outfit, nur marginale Änderungen mochte der Programmierer seiner visuellen Schnittstelle zwischen User und Engine gönnen. So ist beispielsweise der Menüpunkt «Engineoptionen» bei der neuen Engine sichtlich abgespeckt worden:

shredder-13-engineoptionen

…während sich die 12er Engine noch mit deutlich mehr Parametern durch den Anwender beeinflussen ließ:

shredder-12-engineoptionen

Power-User des Shredder-Motores werden das also wohl nicht als Entschlackung, sondern vielmehr als Verarmung einstufen… Was aber hier wiederum sofort positiv auffällt: Die neue Engine kann nun auch mit dem modernen Syzygy-Endspiel-Tabellarium umgehen, womit sie im Verbund mit den seit je her unterstützten Nalimov-Tablebases sowie den nativen «Shredderbases» Zugriff auf gleich drei unterschiedlich konzipierte Endgame-Bases hat. Da das Shredder-Interface außerdem via FEN-Export den sekundenschnellen Homepage-Zugriff auf die kompletten «Sechssteiner» offeriert, greift der neue Shredder den Endspiel-Forschern unter den Computerschach-Anwendern kräftig unter die Arme.

Neue Trainings-Optionen

Im Zeitalter der buchstäblich übermenschlichen schachlichen Dominanz der heutigen Engine-Software gegenüber dem Menschen (inkl. der Top-10 der Weltspitze) haben alle modernen Schach-Interfaces das stufenweise Runterschrauben der maschinellen Spielstärke auf das taktisch relativ primitive Niveau des Menschenschachs bzw. die vielfältigsten interaktiven Trainingsmöglichkeiten in petto. Auch Shredder hat nun in seiner 13. Version einen sog. «Trainings-Modus» integriert: Im «Eröffnungstraining» spielt der Anwender gezielt die klassischen Eröffnungspositionen gegen das Programm aus, während im «Endspieltraining» das Spiel des Users ab ausgewählten Konstellationen – vom «Mattsetzen» mit diversem Material über Positionen mit «Ungleichen Figuren» und «Figuren gegen Bauern» bis hin zu den «Praktische Endspielen» – vorsieht.
Ein bekanntes, aber wegen seiner Exklusivität durchaus auch hier nochmals erwähnenswertes Shredder-Feature ist der sog. «Triple-Brain»-Modus: Zwei (möglichst unterschiedliche, aber spielstarke) Engines werden bei der gleichzeitigen Analyse juriert von einem internen «dritten Gehirn», das als Entscheidermodul aufgrund seiner prozentualen Bewertungsskala darüber befindet, welcher Zug die beste Alternative darstellt.
Der Schreibende schätzt persönlich noch eine dritte Shredder-Spezialität, die bei der interaktiven Analyse sehr hilfreich sein kann, nämlich die sog. «Stellungswert-Bestimmung»: Der Anwender kann jeder Stellung manuell einen Wert zuweisen bzw. direkt in die Notation schreiben, was dann Shredder bei der gesamten Analyse mit berücksichtigt, um so Zeit&Speicher für die weitere Berechnung in Summierung des ganzen Variantenbaumes  zu sparen.

Shredder im internationalen Vergleich

shredder-13-vorgabe-optionen-glarean-magazin
Hübsches neues Trainings-Feature bei Shredder 13: Der User hat sofort für Vorgabe-Partien eine ganze Palette von Konstellationen verfügbar – hier z.B. eine Drei-Züge-Vorgabe mit Weiß

Was kann das aktuelle Shredder-GUI sonst noch, was andere nicht können? Eigentlich nichts – oder positiv formuliert: Shredder 13 kann alles, was von einer modernen Schach-Schnittstelle verlangt wird. Standard sind da u.a: Organisation von div. Engine-Turnierformen, automatisierte Stellungs- & Partien-Analysen, Intergrierung und Optimierung von Opening-Books, Einbindung und Anpassung unterschiedlichster Engines, differenziertes Layout-Angebot, Zugstatistiken & Partienprofil, div. Notationsformen, Endspiele-Abruf direkt aus dem GUI heraus,  u.v.a. (Eine Übersicht auf alle Shredder-Optionen findet sich hier).
Doch das alles sind heutzutage selbstverständliche Basics. Andere bekannte Oberflächen wie «Fritz», «Aquarium», «Arena» oder «SCID» bieten für deutlich weniger Geld (bzw. überhaupt kostenlos) in allen oben genannten Bereichen deutlich mehr. Obwohl also insgesamt Shredders Graphical User Interface sichtlich zurückgeblieben ist und den hohen Pauschal-Verkaufspreis von 100 Euro für das Gesamtpaket DeepShredder13-GUI&Engine eigentlich kaum legitimiert, muss doch eines ebenfalls deutlich gesagt sein: Shredder gehört noch immer zu den stabilsten Oberflächen des gesamten Computerschach-Zirkus‘. Im Gegensatz zu manch anderer Software der Shredder-Konkurrenz habe ich in den letzten Jahren trotz regelmäßiger Beschäftigung mit dem Programm nicht einen einzigen (!) Absturz erlebt mit Shredder, während sonstige GUI’s bei schlampig programmierten Engines oder sonstiger Hardware-Unpässlichkeit sich durchaus zwischendurch mal mit Freezed-Screens verabschieden. Die Integration unterschiedlichster Motoren und Memory-Konstellationen hat Meyer-Kahlen vorbildlich gelöst; Engine-Kollisionen, Turnier-Abbrüche, Speicher-Konflikte, Protokoll-Schwächen u.a. kann man getrost vergessen. Shredder mag (für manche: zu) spartanisch daherkommen, aber Verlässlichkeit ist gerade bei Schach-Software eine der höchsten Tugenden…

Extrem starker Shredder-Motor

Das zweite Standbein eines Gesamtpaketes wie «Shredder» ist neben dem GUI natürlich die eigene Engine, der rechnende Motor. Und wenn schon die Oberfläche kein Kaufargument hat, so doch unbedingt diese «DeepShredder»-UCI-Engine 13, dies sei gleich vorweggenommen. Der Shredder-Programmierer hat seinem – nach eigenem Bekunden komplett neu geschriebenen – Motor in der Zwischenzeit eine Steigerung der Spielstärke von sage und schreibe zwischen 250-300 Ranking-Punkten verpasst (je nach Liste) und die Engine auf mind. Platz 5 der einschlägigen «Weltranglisten» gehievt – siehe u.a. hier oder hier.

Die beiden Grundlagen dieses schachlichen Erfolges sind nach meinem ersten Eindruck bzw. ersten Untersuchungen einerseits die enorm gesteigerte taktische Durchschlagskraft und andererseits die nochmals erhöhte Endspielstärke.
Ein paar Beispiele (auf AMD FX-8350 / 4 GHz / 1024 MB Hash / 4 Cores / Fritz-15-GUI), die man hier auch nachspielen und als PGN-Files downloaden kann:

Die 12. Shredder-Version ebenso wie die meisten anderen Spitzenprogramme sind in der nachfolgenden Stellung blind für das Hauptmotiv Zweite/Siebte Reihe – im Gegensatz zum neuen Shredder 13, der den Schlüsselzug Dxd7 nach wenigen Sekunden auf den Screen bringt:

shredder-piket-smirin-glarean-magazin
Piket – Smirin 1993 ( r2r2q1/2Rn2bk/b2N2pp/pQ2p3/4Pp2/B4N1P/5PP1/2R3K1 w )

Analysis by Deep Shredder 13 x64:
31.Dxd7 Txd7 32.Txd7 Tb8 33.Tcc7 Kh8 34.Sh4 Kh7 35.Sdf5 Tb1+ 36.Kh2 gxf5 37.Sxf5 Th1+ 38.Kxh1 Db3 39.Txg7+ Kh8 40.Sxh6 Db1+
+/= (0.54 ++)  Tiefe: 27/43   00:00:04  24358kN
+- (2.41 ++)  Tiefe: 28/59   00:00:44  296MN, tb=456

Shredder 13 vermeldet in der folgenden Stellung das Matt ebenfalls praktisch sofort (wenn auch nicht mit korrekter Anzahl der Züge):

shredder-matt-in-15-glarean-magazin
VanBreukelen 1990: Matt in 15 ( 8/3P3k/n2K3p/2p1n3/1b4N1/2p1p1P1/8/3B4 w )

Analysis by Deep Shredder 13 x64:
1.Sf6+ Kg7 2.Sh5+ Kg6 3.Lc2+ Kxh5 4.d8D Sc4+ 5.Kd5 Kg4 6.Dh4+ Kf3 7.Kxc4 Kf2 8.Df4+ Kg2 9.Le4+ Kh2 10.Dxe3 Kh3 11.Df2 Kg4 12.Df4+ Kh3 13.Dh4#
= (0.08 ++)  Tiefe: 24/42   00:00:02  15938kN, tb=17098
+- (#13)  Tiefe: 36/65   00:00:16  133MN, tb=285316

In einer Computer-Partie vor einigen  Jahr ergab sich folgende Stellung, die ein Pseudo-Läuferopfer enthält, das Weiß nachhaltige Initiative sichert. Deep Shredder 13 tut sich mit dem Lösungszug Lh6 wesentlich leichter als fast alle seine Konkurrenten:

shredder-nn-compgame-glarean-magazin
N.N. CompGame 2011 ( r2qkb1r/pp2nppb/2n1p3/1B1p3N/3N2PP/2P5/PP3P2/R1BQK2R w KQkq )

Analysis by Deep Shredder 13 x64:
14.Lh6 Le4 15.f3 Txh6 16.fxe4 e5 17.Sb3 a6 18.Le2 Td6 19.Dc2 d4 20.0-0-0 Tc8 21.Thf1 Sb4 22.Dd2
= (-0.24 ++)  Tiefe: 17/35   00:00:01  7586kN
= (-0.14 –)  Tiefe: 27/54   00:00:42  285MN

In der praktischen Engine-Partie spielt der neue Motor insgesamt äußerst druckvoll im späteren Mittelspiel und vermag herausgespielte Vorteile gewinnbringend ins Endspiel zu transferieren, wo dann die hervorragenden Tablebase-Anbindungen zum Tragen kommen; zwei illustrative Beispiele (Intel i7-4790 / 4 Cores / 1024 MB Hash / 5-moves-Book / 15min pro Engine):

Deep Shredder 13 – Stockfish 8
1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 Nge7 4. Nc3 d6 5. d4 Bd7 6. d5 Nb8 7. Qe2 a6 8. Bxd7+ Nxd7 9. Be3 g6 10. O-O-O Bg7 11. g4 b5 12. a3 h5 13. gxh5 Rxh5 14. h4 Qb8 15. Ng5 b4 16. axb4 Qxb4 17. Rd3 Bf6 18. Qf3 Rb8 19. Nd1 Qb7 20. Kb1 a5 21. Ra3 c6 22. Rb3 Qc7 23. dxc6 Nxc6 24. Rxb8+ Qxb8 25. Nc3 Bxg5 26. hxg5 Rxh1+ 27. Qxh1 Nb4 28. b3 Qc7 29. Kb2 Nc5 30. Qh8+ Ke7 31. Qa8 Ne6 32. Nd5+ Nxd5 33. exd5 Nd4 34. c3 Ne2 35. Qc6 Qxc6 36. dxc6 d5 37. Bc5+ Kd8 38. Bb6+ Kc8 39. Bxa5 d4 40. c4 d3 41. b4  1-0

Komodo 10.2 – Deep Shredder 13
1. e4 c5 2. c3 Nf6 3. e5 Nd5 4. g3 d6 5. exd6 e6 6. Nf3 Bxd6 7. d4 Nc6 8. dxc5 Bxc5 9. Bg2 O-O 10. O-O b6 11. c4 Nf6 12. a3 a5 13. Nc3 Ba6 14. b3 Qe7 15. Qc2 Bb7 16. Bb2 Rad8 17. Na4 Nd4 18. Nxd4 Bxg2 19. Kxg2 Bxd4 20. Bxd4 Rxd4 21. Rfd1 Qb7+ 22. f3 Rxd1 23. Rxd1 b5 24. Nc3 bxc4 25. bxc4 Qc6 26. Qe2 Qc5 27. Nb5 g6 28. Qd3 Rc8 29. Qc3 e5 30. a4 Kg7 31. Nd6 Rc6 32. Qd3 h5 33. h3 h4 34. g4 Rb6 35. Rd2 Rb4 36. Qa3 Kg8 37. Rd1 Qb6 38. Qc3 Rxa4 39. Qc2 Qb4 40. Qf2 Qb8 41. Qc2 Rb4 42. Qc3 Rb2+ 43. Kg1 Rb3 44. Qxe5 Rxf3 45. Rf1 Nd7 46. Qd5 Qb6+ 47. Kg2 Rg3+ 48. Kh1 Rxh3+ 49. Kg2 Rg3+ 50. Kh1 Qe3 51. Qxf7+ Kh8 52. Qf4 Qxf4 53. Rxf4 Ne5 54. Nf7+ Nxf7 55. Rxf7 Rxg4 56. Rc7 a4 57. Kh2 g5 58. c5 Rc4 59. Ra7 Rxc5 60. Rxa4 Kg7 61. Ra6 Rc2+ 62. Kh3 Rc3+ 63. Kg2 h3+ 64. Kh2 Kf7 65. Ra8 g4 66. Rh8 Rc2+ 0-1

Fazit-Rezensionen_Glarean Magazin
Die neue Schach-Software „Deep Shredder 13“ ist als Gesamtpaket mit gemischten Gefühlen zu beurteilen. Einerseits ist bedauerlich, dass der Programmierer offenbar seine sämtlichen zeitlichen und programmiertechnischen Ressourcen über Jahre hinweg praktisch ausschließlich für den neuen Motor und nicht auch für eine Aktualisierung, Modernisierung und Erweiterung seiner m.E. veralteten Oberfläche genutzt hat. Andererseits zeichnen das spröde, ja fast rudimentäre Shredder-GUI auch Stabilität und intuitive Einfachheit der Menü-Strukturierung aus; in Verbindung mit ein paar exklusiven Shredder-Features mag dies das verstaubte Interface aufwiegen. Ich persönlich kann guten Gewissens weder einen Kauf empfehlen noch von einem Kauf abraten – der Leser/Anwender mag entscheiden, welchen der Aspekte er angesichts eines doch stolzen Kaufpreises wie stark gewichtet.

Zusammengefasst: Shredder 13 ist als Gesamtpaket mit gemischten Gefühlen zu beurteilen. Einerseits ist bedauerlich, dass der Programmierer offenbar seine sämtlichen zeitlichen und programmiertechnischen Ressourcen über Jahre hinweg praktisch ausschließlich für den neuen Motor und nicht auch für eine Aktualisierung, Modernisierung und Erweiterung seiner m.E. veralteten Oberfläche genutzt hat. Andererseits zeichnen das spröde, ja fast rudimentäre Shredder-GUI auch Stabilität und intuitive Einfachheit der Menü-Strukturierung aus; in Verbindung mit ein paar exklusiven Shredder-Features mag dies das verstaubte Interface aufwiegen. Ich persönlich kann guten Gewissens weder einen Kauf empfehlen noch von einem Kauf abraten – der Leser/Anwender mag entscheiden, welchen der Aspekte er angesichts eines doch stolzen Kaufpreises wie stark gewichtet. (Eventuell wäre der Shredder-Macher gut beraten, seine neue Engine losgekoppelt mit deutlich nach unten korrigiertem Verkaufspreis anzubieten, wie das seine nächsten kommerziellen Konkurrenten Komodo und Houdini ja so erfolgreich vormachen?)
Fest steht jedenfalls aber, dass sich Stefan Meyer-Kahlen als Engine-Programmierer beeindruckend zurück gemeldet hat und schachlich nun wieder in den Top-Five mitmischt. Wenn künftige Shredder-Versionen in Sachen Oberfläche aufholen und auch die Engine weiterhin gepusht wird, dürfte Shredder dereinst wieder das werden, was er lange Jahre hindurch war: Eines der Referenz-Programme im Computerschach. ♦

Stefan Meyer-Kahlen: Deep Shredder 13, Schach-Software (Online-Download) 2016

Weitere Schach-Rezensionen im Glarean Magazin

14. Version der Schach-Datenbank «Chessbase»

«Chessbase» goes Analysis

Walter Eigenmann

chessbase-14-glarean-magazinDas Datenbank-Flaggschiff der deutschen Schach-Firma Chessbase erfuhr kürzlich eine neue, seine 14. Fassung. Die renommierteste (und kostspieligste) Software der traditionsreichen Hamburger Schachprogramm-Schmiede, nämlich eben «Chessbase», legt diesmal – neben diversen Neuerungen – den Schwerpunkt auf die schachanalytischen Seiten des Partien-Sammelns und -Verwertens.
Um ein erstes Fazit meiner Besichtigung von «Chessbase 14» gleich vorwegzunehmen: Das Programm keineswegs kaufen müssen all jene Adepten des Königlichen Spiels, die einfach ein paar hunderttausend Partien verwalten, ihre Sammlung nach Dubletten absuchen, Spielernamen vereinheitlichen, Eröffnungsbücher zusammenstellen, nach Kombinationen oder Patzereien fahnden oder ihre eigenen On-the-board-Verbrechen auf Verbesserungen hin durchleuchten wollen. Das sind heutzutage Basics des Daten-Handlings, und hierzu genügen auch durchaus qualitätsvolle Freeware‘s wie z.B. «SCID» oder «Arena» sowie ein paar starke Gratis-Engines wie «Stockfish» oder «Gull» – dafür wäre ein 380 Euro teures Premium-Paket wie «Chessbase» der reine schachliche (und finanzielle) Overkill.
Wer hingegen in die höheren, in professionelle Sphären des modernen Umganges mit Schach-Datenbanken und deren globale Online- bzw. Cloud-Einbindung eingeweiht sein bzw. bleiben möchte, für den ist CB-14 tatsächlich eine Option.

Diverse Neuerungen in Chessbase 14

Ob dabei nun all den Verbesserungen und Novitäten, die der Hersteller selber für seine neue Software reklamiert, auch tatsächlich jener Stellenwert zukommt, die einen Kauf nahelegen, lasse ich dahingestellt. Denn Chessbase führt in seiner Werbung für CB-14 einiges an, das man so oder ähnlich auch bei vergleichbaren Konkurrenz-Produkten findet. Manches aber ist im frischgebackenen «Chessbase» so neu- bzw. so einzigartig, dass das Paket enorm attraktiv wird. Wie immer bei neuen Features in bekannten Programmen entscheidet ja aber auch das subjektiv begründete Anwender-Profil über «Sinn und Unsinn» eben dieser neuen Optionen.
Im einzelnen sieht die entspr. Novitäten-Liste bei «Chessbase 14» durchaus beeindruckend aus:

manoever-suche-chessbase-14-glarean-magazin
Wichtiger Bestandteil des Partien-Filters in «Chessbase»: Die differenzierte «Manöver-Suche» gestattet auch das Herausfiltern komplexer Mehrfach-Zugfolgen.

■ Eingabemodus zur Erfassung von Partien: Chessbase kann nun auf einen «speziellen Eingabemodus» beim Partien-Erfassen gesetzt werden, wobei der Variantendialog immer auftaucht und ein neuer «modusfreier Dialog» zur Eingabe der Bedenkzeit verfügbar ist. Beim Feature «Neue Partie» behält das Programm gemäß Hersteller «mehr Turnierinformationen».
■ Die schnelle Orientierung in umfangreich kommentierten Partien wird in CB-14 durch stärkere farbige Markierung der Haupt-, Unter- und Nebenvarianten verbessert, wobei Varianten auf gleicher Ebene auch die gleiche Farbe haben; Alternativen sind so besser aufzuspüren.
■ Kommentar-Diagramme können bei CB-14 jetzt direkt in die Notation eingebettet werden. Auch die bekannten «Trainingsfragen», nicht zuletzt im Schulschach häufig angewandtes Feature von «Chessbase», werden durch die direkte Einbindung von Diagrammen aufgewertet: Eine Trainingsfrage besteht aus einem Diagramm und Lösungslinks, die man anklicken kann, sowie Hilfen, die in die Notation eingebettet sind.
■ Das Speichern & Ersetzen von Partien wird ab «Chessbase 14» nun neu geregelt. Denn bisher haben alle CB-Versionen beim «Speichern» die neue Partie-Version ans Ende der jeweiligen Partienliste in den Datenbanken angehängt, und «Ersetzen» hat die Partie ohne Duplizierung einfach ersetzt. Für langjährige «Chessbase»-User ist also die folgende radikale Änderung wichtig:  Eine Partie «Speichern» heißt nun, dass man die bestehende Version der Partie ersetzt, während man mit «Als neue Partie speichern» die Partie an eine beliebige Datenbank anhängen kann, wobei ein Shortcut es erlaubt, Datenbanken auszuwählen, die man vor kurzem genutzt hat.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass Chessbase sein natives Datenbank-Format «CBH» optimiert hat, um «sehr schnelles Speichern (=Ersetzen) von Partien in großen Datenbanken» zu ermöglichen.
■ Seit «Chessbase 13» ist die (teils differenzierte) Web-Anbindung von Datenbanken ja herausragende Option – und «Chessbase 14» rüstet in dieser Sparte nochmals nach: Es gibt jetzt die neue Cloud-Funktion «Cloud Clip». Originalton Chessbase: «Hier werden Partien von ChessBase.com, Fritz.Chessbase.com und Tactics.Chessbase.com automatisch gespeichert, wenn man mit seinem ChessBase Account angemeldet ist. Das ist besonders in Verbindung mit der Chessbase-Nachrichtenseite nützlich: Wenn Sie auf eine Partie klicken, während Sie einen Artikel auf Chessbase.com oder Chessbase.de lesen, dann steht die Partie schon in ChessBase 14 zur Verfügung. Download ist nicht mehr notwendig.»
■ Längst fällig war meiner Ansicht nach der generalisierte Log-in zu allen CB-Account-Funktionen
■ Die jüngste Chessbase-Software (z.b. «Fritz» und «Chessbase») setzt auf Microsoft‘s «DirectXI» auf, was «Ansicht und Geschwindigkeit von 3D-Brettern bedeutend verbessert», wie Chessbase meint.
■ Neu ist in «Chessbase 14» die Möglichkeit, die persönlichen Suchmasken des Anwenders zu speichern – eine Option, die der Schreibende schon lange in «Chessbase» vermisste.
■ Neu ist ebenfalls, dass auch die Online-Datenbank beim Nachspielen einer Partie automatisch aktualisiert wird.
■ «Chessbase» exportiert jetzt Diagramm-Listen auch als Word-Datei, womit zeitsparend umfangreiches Trainings-Material generiert werden kann.

«Chessbase» goes Analysis

Dies alles sind neue Optionen, die den Alltag von Schach-Power-Usern durchaus verbessern können – und auch Optionen, die man in vergleichbarer kommerzieller Software (z.B.  «Chess Assistant» bzw. «Aquarium») teilweise vergeblich sucht. In Verbindung mit den bereits bekannten Online-«Chessbase»-Möglichkeiten – siehe hierzu auch die entspr. Rezension der Version 13 von Mario Ziegler im Glarean Magazin – haben die beiden Hauptprogrammierer Matthias Wüllenweber und Matthias Feist sich etliche Mühe gegeben, das Einsatzgebiet (und damit auch den Mehrwert) ihrer neuen Software merklich zu erweitern.
Die eigentlichen beiden Novitäten-Highlights von «Chessbase 14» liegen aber auf einem Gebiet, das man eigentlich zuerst gar nicht mit einem Datenbank-Programm assoziiert bzw. das man bis jetzt eher bei expliziten Engine-Interfaces wie «Fritz» oder «Shredder» oder «Arena» u.a. beheimatet wähnte, nämlich der Partien-Analyse. Nun hatten zwar schon die «Chessbase»-Vorgänger rudimentäre analytische Automationen, beispielsweise die sog. «Tiefe Analyse» und die «Cloud-Analyse» (inkl. das seit CB-13 bekannte «Let‘s Check»), doch jetzt geht die Version 14 dem Anwender mit zwei bemerkenswerten weiteren Optionen zur Hand: Der sog. «Taktischen Analyse» sowie der sog. «Assisted Analyses».

Die Taktische Analyse

matthias-wuellenweber-glarean-magazin
Physiker, Programmierer, Chessbase-Gründer, Schach-Fan: Der junge Matthias Wüllenweber am Atari

Lassen wir vorausgehend Chessbase selber zu Worte kommen darüber, was unter dem neuen Feature «Taktische Analyse» zu verstehen sei:
«Taktische Analyse ist die umfassendste automatische Partienanalyse, die es gibt. Sie arbeitet mit den folgenden schachlichen Mitteln:

■ Eröffnungstheorie
■ Starke Züge, Kombinationen, Opfer und Doppelangriffe
■ Fehler, Patzer und kritische Momente, in denen sich die Bewertung ändert
■ Schwache Züge, die in der Partie nicht gespielt wurden (Warum kann ich da nicht nehmen?) und oft taktisch widerlegt werden können
■ Drohungen und Angriffsmotive
■ Verteidigungsideen
■ Initiative
■ Angriff
■ Manöver und Figurenstellung
■ Kompensation
■ Endspielklassifikation
■ Unlogische Partieergebnisse
■ Partien werden mit Varianten, Sprache, Schachsymbolen und Diagrammen kommentiert.»

Soweit die Chessbase-eigene Werbung – und wie sieht das in realiter aus? Ich habe mal die 8. Partie der aktuell laufenden Schach-Weltmeisterschaft 2016 zwischen Weltmeister M. Carlsen und Herausforderer S. Karjakin in New York genommen – siehe folgende PGN…

[Event „WCh 2016“]
[Site „New York USA“]
[Date „2016.11.21“]
[Round „8“]
[White „Carlsen, M.“]
[Black „Karjakin, Sergey“]
[Result „0-1“]
[ECO „E14“]
[WhiteElo „2853“]
[BlackElo „2772“]
[PlyCount „104“]

1. d4 Nf6 2. Nf3 d5 3. e3 e6 4. Bd3 c5 5. b3 Be7 6. O-O O-O 7. Bb2 b6 8. dxc5 Bxc5 9. Nbd2 Bb7 10. Qe2 Nbd7 11. c4 dxc4 12. Nxc4 Qe7 13. a3 a5 14. Nd4 Rfd8 15. Rfd1 Rac8 16. Rac1 Nf8 17. Qe1 Ng6 18. Bf1 Ng4 19. Nb5 Bc6 20. a4 Bd5 21. Bd4 Bxc4 22. Rxc4 Bxd4 23. Rdxd4 Rxc4 24. bxc4 Nf6 25. Qd2 Rb8 26. g3 Ne5 27. Bg2 h6 28. f4 Ned7 29. Na7 Qa3 30. Nc6 Rf8 31. h3 Nc5 32. Kh2 Nxa4 33. Rd8 g6 34. Qd4 Kg7 35. c5 Rxd8 36. Nxd8 Nxc5 37. Qd6 Qd3 38. Nxe6+ fxe6 39. Qe7+ Kg8 40. Qxf6 a4 41. e4 Qd7 42. Qxg6+ Qg7 43. Qe8+ Qf8 44. Qc6 Qd8 45. f5 a3 46. fxe6 Kg7 47. e7 Qxe7 48. Qxb6 Nd3 49. Qa5 Qc5 50. Qa6 Ne5 51. Qe6 h5 52. h4 a2 0-1

… und sie dieser «Taktischen Analyse» unterzogen mit folgenden Rahmenbedingungen: Intel i7-4790 CPU / 3.6 GHz / 5s pro Zug / Stockfish8 / 4 Cores / 2 GB Hash / Nalimov-EGT / LiveBook

Nach knapp 15 Minuten des Backward-Berechnens generierte das Programm folgenden Output (wobei das Layout des Prints noch der Überarbeitung bedürfte):

chessbase-14-taktische-analyse-5sec-stockfish8_seite_1

chessbase-14-taktische-analyse-5sec-stockfish8_seite_2

Wie man sieht, resultiert aus dieser vollautomatischen Untersuchung ein Notations-Bild, das der professionellen Kommentierung durch Großmeister in Schach-Büchern und -Zeitschriften verblüffend nahe kommt: Klare Variantengliederung, die schachlichen Hotspots mit Diagrammen strukturiert, die Verbalisierungen prägnant-treffend (und farblich hervorgehoben), Einbeziehung von Eventualzügen bzw. Alternativen, Abwechslung der Semantik usw.

Stellt man diesem Output jenen gegenüber, den das zweite bekannte Chesbase-Flaggschiff «Fritz»  unter identischen Bedingungen (bis auf die «Referenz-Datenbank») mittels der sog. «Vollanalyse» nach ca. 19 Min. zeitigt, ergibt sich ein deutlich kargeres, hinsichtlich der langweiligen verbalen Wiederholungen sogar merklich schlechteres Bild:

fritz-15-vollanalyse-5sec-stockfish8

Zur Entschuldigung von «Fritz» – hier in seiner aktuellen 15. Version – muss natürlich erwähnt werden, dass «Fritz» im Gegensatz zu «Chessbase» seit jeher als Engine-Interface und nicht als Datenbank konzipiert wurde; die beiden Programme haben unterschiedliche Philosophien und je unterschiedliche Stärken.

Fazit bezüglich der «Taktischen Analyse» bei «Chessbase 14»: Wenn die Entwickler dieses neue Feature weiter professionalisieren und u.a. insbesondere seine Semantik noch vielfältiger, differenzierter, origineller, also irgendwie «menschlicher» gestalten, dann ist der Tag nicht mehr fern, da ganze Partien-Bücher praktisch vollautomatisch, ohne schachliche Mithilfe des Menschen – der ja ohnehin taktisch höchst fehleranfällig kommentiert – generiert werden können. Nimmt man noch die im Computerschach-Zeitalter immer häufigere Auffassung hinzu, dass es eigentlich keine (vom Menschen zu entdeckende) «Schach-Strategie» mehr gibt, sondern nur noch «nicht ganz durchgerechnete Taktik», dann steht der Überschwemmung des Schachbücher-Marktes mit rein maschinell erzeugten Partien-Sammlungen bald nichts mehr im Wege. Ein erschreckendes Szenario, mit hunderten von arbeitslosen Großmeistern & Schach-Autoren und -Verlagen, eine Verarmung der gesamten Schachszene? Oder doch eine Erweiterung, eine Vertiefung, ja Professionalisierung des Umganges mit Schachpartien? Die Zukunft wird es zeigen…

Der «Analyse-Assistent»

Während die «Taktische Analyse» vollautomatisch abläuft und vom Menschen nur wenige Klicks des Voreinstellens benötigt, kommt das zweite Analyse-Instrument des neuen «Chessbase 14» als komplett interaktives Features daher: die sog. «Assisted Analysis». Hier steht die kommentierende Visualisierung der schachlichen Verflechtungen im Vordergrund: Kandidatenzüge werden farblich differenziert, durch pures Anklicken je hierarchisch dargestellt, erwartete Gegenzüge werden mit Pfeilen kenntlich gemacht, die Best-Moves pro Stellung sind mit einfachen Figuren-Mausklicks live visualisierbar, u.a.

assisted-analysis-chessbase-14-glarean-magazin
Das Hauptfenster der sog. Assisted Analysis mit ihrer hierarchischen Colorierung von (hier Springer-) Kandidatenzügen.

Das Potential dieses interaktiv «assistierten» Werkzeuges dürfte insbesondere die Fernschach-Spieler unter den «Chessbase»-Nutzern interessieren, hier sehe ich eines der hauptsächlichen Anwendungsfelder. Möglicherweise ist diese Ausweitung des persönlichen Analysierens, das die Zugauswahl differenziert bei gleichzeitiger taktischer Balance, eine der Möglichkeiten, dem drohenden «Remis-Tod» des Spitzen-Fernschachs entgegenzutreten. Geht man davon aus, dass das moderne Großmeister-Fernschach ohne Software-Unterstützung heute undenkbar ist, eröffnen solche neuen Programmier-Ansätze durchaus auch neue Perspektiven.
Wen die Details dieser neuen «Assisted Analyses» näher interessieren, dem sei das Youtube-Video empfohlen, das Programmierer Matthias Wüllenweber selber ins Netz gestellt hat.

«Chessbase 14»: Kaufen oder nicht kaufen?

Das jüngste Programm aus dem Hause Chessbase ist nicht gratis: Der Download des Standard-Pakets schlägt mit 100 Euro zu Buche, für das «Startpaket» will Chessbase 190 Euro, und das vollumfängliche «Premium» reißt ein fettes Loch von sogar fast 400 Euro ins Portemonnaie. (Zu den Inhalten der einzelnen Pakete siehe hier )
Wie eingangs erwähnt: Otto Normalverbraucher braucht dieses hochprofessionelle Programm, dessen Feature-Reichtum und -Vielfalt seinesgleichen sucht, keineswegs: Allein die Einarbeitungszeit in eine so komplexe Software steht in keinem Verhältnis zum realen Nutzen, den ein durchschnittlicher Vereinspieler mit seinen 1600 Elo-Punkten je daraus ziehen könnte. (Wobei «Chessbase» im Vergleich etwa zu seinem traditionellen Markt-Kontrahenten «Chess Assistant» meines Erachtens immer noch sehr viel User-freundlicher daherkommt). Dem «gewöhnlichen» Schachspieler reicht irgend eine der «Fritz»-Versionen 11 bis 15 oder eines der zahlreichen Freeware-GUI‘s mit ihrer relativ simplen PGN-  bzw. Gratis-Engine-Anbindung völlig.

Fazit-Rezensionen_Glarean Magazin
Neben seinen bisherigen Möglichkeiten, die mittlerweile kaum mehr Wünsche offenlassen hinsichtlich eines professionellen Handlings von Schachpartien zeichnet sich mit dem jüngsten «Chessbase 14» ein willkommener Trend ab weg vom rein technischen Verwalten von Schach-Partien hin zu den schachanalytischen Aspekten des Umgangs mit nicht nur dem mittlerweile unüberschaubaren Fundus an Gratis-Partienmaterial, sondern auch mit allen Bereichen der privaten Beschäftigung mit Schach. Mit «Chessbase 14» schickt sich Schach-Software endgültig an, zum ebenbürtigen Partner des Menschen zu werden. Auf die weitere Entwicklung dieses Zweiges der Schach-Programmierung darf man gespannt sein…

Das weltweit große Heer der ambitionierten Turnier-Spieler hingegen wird sich auch «Chessbase 14» unter den Weihnachtsbaum 2016 legen wollen. Denn neben seinen bisherigen Möglichkeiten, die mittlerweile kaum mehr Wünsche offenlassen hinsichtlich eines professionellen Handlings mit Schachpartien – eine Übersicht auf das enorme Funktionen-Angebot findet sich hier – zeichnet sich mit «Chessbase 14» ein willkommener Trend ab weg vom rein technischen Verwalten von Schach-Partien hin zu den schachanalytischen Aspekten des Umgangs mit nicht nur dem mittlerweile unüberschaubaren Fundus an Gratis-Partienmaterial, sondern auch mit allen Bereichen der privaten Beschäftigung mit Schach. Mit «Chessbase 14» schickt sich Schach-Software endgültig an, zum ebenbürtigen Partner des Menschen zu werden. Auf die weitere Entwicklung dieses Zweiges der Schachprogrammierung darf man gespannt sein…

Matthias Wüllenweber, Matthias Feist: Chessbase 14 – Schach-Datenbank, DVD & Online-Download

111 Chess Tacticals (55)

Weiss am Zuge gewinnt

Schach_111-Chess-Puzzles_056_Glarean-MagazinDie Serie «111 Chess Tacticals» wendet sich an die Rätselfreunde unter den Schachspielern. Die faszinierende Welt der Schach-Taktik, wie sie sich in diesen 111 Miniaturen spiegelt, beinhaltet herrliche, meist frappante Kombinationen aus der Praxis des jüngsten Amateur- und Profischachs. Der Schwierigkeitsgrad variiert von Aufgabe zu Aufgabe, doch im allgemeinen kann ein Puzzle innerhalb von fünf Minuten von durchschnittlichen Vereinsamateuren gelöst werden. – Die Lösung erhalten Sie jeweils nach einem Mausklick auf das Diagramm, und die Varianten können dann online nachgespielt werden. Ausserdem lässt sich das ganze Puzzle als PGN-Datei downloaden. – Viel Vergnügen beim Knobeln unserer «111 Chess Tacticals»! ■

Weitere «Tacticals»