NIPOS-Kompositionswettbewerb 2021 für Kinderchor

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Gesucht: Neue Kinderlieder

Im Rahmen seines jährlichen Musik-Contests „Opus Ignotum“ schreibt das tschechische National Information and Consulting Centre for Culture NIPOS einen internationalen Kompositionswettbewerb 2021 für Kinderchor aus.

Die Werke sollten hauptsächlich für eine der drei Sprachen Tschechisch, Slowakisch oder Latein komponiert sein, und sie werden für drei unterschiedliche Alterskategorien ausgeschrieben. Je nach Kategorie darf die Dauer eines Liedes zwischen zwei und vier Minuten betragen.

Kinderchor-Musik-Children Choir - Glarean MagazinDie Kompositionen können a cappella oder dann mit Klavier oder anderen allgemein erhältlichen Instrumenten begleitet sein. Einsende-Schluss ist am 31. Mai 2021, hier finden sich die weiteren Einzelheiten (PDF) der Ausschreibung. ♦

Lesen Sie im GLAREAN MAGAZIN zum Thema Musik-Ausschreibungen auch über den Kompositionswettbewerb für Klavier und Orchester der Universität Oldenburg


English Translation

Wanted: New children’s songs

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As part of its annual music contest „Opus Ignotum“, the Czech National Information and Consulting Centre for Culture NIPOS is launching an international composition competition 2021 for children’s choir.

The works should be mainly composed for one of the three languages Czech, Slovak or Latin, and they are announced for three different age categories. Depending on the category, the duration of a song may be between two and four minutes. The compositions can be accompanied a cappella or then with piano or other generally available instruments. The closing date for entries is 31 May 2021. Click here for further details (PDF) of the call for entries. ♦

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Kai Koch (Hrsg): Handbuch Seniorenchorleitung

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Richtig schön singen bis ins
hohe Alter

von Walter Eigenmann

Die Statistiken der deutschsprachigen Chorverbände in Deutschland, Österreich und der Schweiz dokumentieren deutlich: Immer mehr ältere Menschen singen bis ins hohe Alter, sei es in kleineren oder grösseren Formationen. Für die Dirigenten solcher 60plus-Chöre ergeben sich neben musikalischen, didaktischen und organisatorischen auch ganz spezifische psychologische Herausforderungen. Ein neues „Handbuch Seniorenchorleitung“ widmet sich umfassend den vielen Aspekten einer fundierten modernen Seniorenchor-Betreuung.

Kai Koch - Handbuch Seniorenchorleitung - Grundlagen - Erfahrungen - Praxis - Musik-Rezensionen Glarean MagazinHerausgeber Prof. Dr. Kai Koch, selber langjähriger Seniorenchor-Leiter, hatte 2017 im Rahmen seiner Dissertation erstmals empirische Erkenntnisse zu didaktischen Fragestellungen der Seniorenchorleitung publiziert, nun bündelt er mit seinem „Handbuch“ ein 200-seitiges Kompendium mit Beiträgen von mehr als 20 fachlich ausgewiesenen Autorinnen und und Autoren. Dabei gliedert er den Band in die vier übergreifenden Themenfelder „Stimme und Stimmbildung“, „Seniorenchorkonzeption“, „Probenarbeit-Seniorenchorleitung“ und „Perspektiven und Tendenzen“.

Altersbedingte Veränderungen der Singstimme

Bekanntlich sind stimmliche Veränderungen im Alter bei allen Menschen zu beobachten, treffen aber Chorsingende natürlich ganz besonders. Ab ca. dem 60. Lebensjahr verlieren manche Sängerinnen und Sänger an Höhe, die Stimmdynamik ist oft eingeschränkt, die Hörfähigkeit nimmt ab, die Intonationstrübungen nehmen hingegen zu, eine gewisse vokale Brüchigkeit tritt oft auf, teils verbunden mit unkontrolliertem Vibrato.

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Diesen medizinischen bzw. stimmphysiologischen Aspekten begegnen Herausgeber Koch und die bekannte Stimmtherapeutin Christiane Hrasky mit verschiedenen Stimmbildungskonzepten. Vorgestellt werden eine ganze Reihe von themenspezifischen Übungen, vom bewussten Training aller involvierten Körperregionen über atemtherapeutische Ansätze bis hin zu gruppendynamischen Trainingseinheiten.
Manche der hier behandelten Themenfelder überschneiden sich mit grundsätzlichen stimmbildnerischen Bereichen der Chorleitung, andere sind gezielt auf das Segment 60plus zugeschnitten. Zahlreiche Notenbeispiele illustrieren die stimmliche Stützarbeit in den einzelnen Stimmdisziplinen.

Von der Gründung bis zum Konzertprojekt

Handbuch Seniorenchorleitung - Kai Koch - Leseprobe 1 - Glarean Magazin
Leseprobe 1 aus „Handbuch Seniorenchorleitung“ (Kai Koch, Bosse Verlag) – Mausklick auf das Bild zum Vergrössern

Dorothea Haverkamp beginnt ihr interessantes Referat „Singen im aktiven Ruhestand“ mit berechtigten Fragen wie: „Singen mit älteren Menschen – Top oder Flop? Braucht es einen solchen Chor? Wenn ja, für wen genau? Ist das nicht Konkurrenz zu bereits bestehenden Chören? Impliziert die Bezeichnung ‚Seniorenchor‘ eine (negative) Ausgrenzung der Teilnehmenden?“

Diesen Fragestellungen sowie weiteren Problembereichen der Organisation und Führung widmet sich der zweite Abschnitt des Buches. Finanzierung, Werbung, Zielgruppe, Probeneinstieg, Stimmverteilung, Auftrittsmöglichkeiten, Konzertvorbereitung sind hier etwa die wichtigsten Stichworte. Dirigentenspezifisch werden Themata wie Qualifikationslehrgänge, Zeitumfang, Fortbildung u.a. angesprochen.

Kai Koch - Musikgeragogiker - Glarean Magazin
Musikgeragogiker Kai Koch: „Singen in einem Senioren-Chor ist kein Abstieg, sondern eine attraktive Alternative“

Anhand verschiedener „Modellchöre“ werden sodann konkrete, bereits bestehende Projekte wie z.B. „Sing mit, bleib fit“ in Nordrhein-Westfalen, der Berliner Senioren-Rock-/Popchor „High Fossility“ oder der Tübinger Senioren-Pop-chor „Off Track“ vorgestellt. Autor Michael Betzner-Brandt stellt im Hinblick auf „Popmusik im Seniorenchor“ dabei klar: „Die Rolle des Chorleiters im Rock- und Popchor 60plus ist eher mit der eines Trainers beim Fussball zu vergleichen als mit einem klassischen Dirigenten.“ So führt der Autor aus, dass sogar eine gemeinhin eher bei Jugendchören anzutreffende Warm-up-Technik wie z.B. die Body-Percussion durchaus auch bei Seniorenchören nützlich und erfrischend angewandt werden kann.

Das Themenfeld dieses umfangreichen Buchabschnittes weiten schliesslich verschiedene Autoren noch aus mit dem Einbezug von Aspekten wie dem „Chorsingen auf dem Land“, den „Altersgrenzen in Chören“ oder mit einem Exkurs über das „Singen im Alter“ im modernen Kino-Film. Nicht ausgeklammert werden auch das Singen von Älteren mit Kindern/Jugendlichen oder die spezielle Problematik, die ein 60plus-Chor mit demenziell erkrankten Mitgliedern (Alzheimer, Formen der Neurodegeneration) darstellt.

Handbuch Seniorenchorleitung - Kai Koch - Leseprobe 2 - Glarean Magazin
Leseprobe 2 aus „Handbuch Seniorenchorleitung“ (Kai Koch, Bosse Verlag)

Probleme der Senioren-Probenarbeit

Womit wir bei den didaktisch-konkreten Problemen der wöchentlichen Probenarbeit mit dem Seniorenchor und damit beim für manche Dirigenten relevantesten Kapitel dieses „Handbuches“ wären. Herausgeber Koch und seine Co-Autoren stellen dabei spezifische Herausforderungen an die Chorleitung in den Fokus: Repertoire-Auswahl, Methodik, Hörtraining, Stimmhygiene, Konzertaufbau, Unterstützungsmedien (Übe-CD, Trainings-Video u.a.) lauten die Stichworte. Sogar das eher verdrängte, aber im 60plus-Verein natürlich ständig präsente Thema „Tod & Beerdigung im Seniorenchor“ streift der Band mit Hinweisen für sensibel agierende Dirigenten.

Der 60plus-Chor in der Öffentlichkeit

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Ein vierter und letzter Buchabschnitt widmet sich u.a. dem Problemkreis „Seniorenchöre in der Öffentlichkeit“ und gibt Antworten auf Fragen im Zusammenhang mit der PR-Arbeit, der Programmgestaltung, der medialen Präsentation oder auch der Zusammenarbeit mit anderen 60plus-Chören. Ausserdem gehen die Autoren Kai Koch, Theo Hartogh und Nina Ruckhaber den Anforderungen einer adäquaten geragogischen Ausbildung von Chorleiter/innen nach, während Franz Josef Ratte einen Überblick gibt auf die aktuelle Senioren-Chorliteratur.

Besonders konkret wird Herausgeber Koch schliesslich, wenn er unterm Titel „Forderungen und Perspektiven“ einen 11-Punkte-Plan vorstellt, der u.a. ein breiteres intergeneratives Singangebot in Deutschland und seinen Nachbarländern fordert. Ebenso wichtig sei zudem eine verstärkte Etablierung des Seniorchorleitens in der Ausbildung von haupt- oder nebenberuflichen Chordirigenten. Und schliesslich müssten entspr. administrative Stellen in den Verbänden und staatlichen Organisationen geschaffen werden, die der extrem hohen soziokulturellen und präventiven Bedeutung des Chorsingens im Alter gerecht werden.
Abgerundet wird das Handbuch durch ein umfangreiches Verzeichnis von bereits erschienenen Einzelpublikationen zum Thema sowie durch einige Hinweise auf geeignete Lieder- und Arrangements-Sammlungen.

Alle Aspekte des Themas aufgegriffen

Der Münchner Musikpädagoge und -geragogik-Forscher Kai Koch und seine über 20 Mitreferenten legen mit ihrem „Handbuch Seniorenchorleitung“ zweifellos nicht nur das längst fällige, kompakte musikgeragogische Buch-Debüt in Sachen „Dirigieren von 60plus-Chören“ vor, sondern auch ein sehr willkommenes Kompendium für alle, die verantwortlich mit älteren Singenden in Verein und Verband umgehen wollen. Die zahlreichen fundierten Einzelberichte über konkrete Erfahrungen aus dem Chor-Alltag von älteren Menschen ergänzen realitätsnah die theoretisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse und chordidaktischen Trainingsanleitungen. Dem Buch ist Verbreitung zu wünschen in sämtlichen Kreisen des organisierten Seniorengesangs. ♦

Kai Koch (Hrsg): Handbuch Seniorenchorleitung – Grundlagen, Erfahrungen, Praxis, 192 Seiten, Bosse Verlag, ISBN 9783764928674

Lesen Sie im GLAREAN MAGAZIN zum Thema Musik und Alter auch über Theo Hartogh: Musizieren im Alter (Arbeitsfelder und Methoden)

… sowie zum Thema Musik und Hirnforschung über Lutz Jäncke: Macht Musik schlau? (Neue Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften und der kognitiven Psychologie)

Richard Harvey: Evensong – New Choral Music (CD)

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Musik für den Abend und für die Nacht

von Horst-Dieter Radke

Mein erster Eindruck der neuen CD von Richard Harvey: Evensong war dieser: Klingt irgendwie nach Gregorianik. Aber dann auch wieder nicht: zu groß sind die Sprünge innerhalb der Melodie. Mehrstimmigkeit und Harmonien passen auch nicht zu diesen alten Klängen. Also doch modern und neu? Ja – irgendwie kommt das Alte aber immer wieder durch. Manches klingt nach Madrigal und Motette, anderes nach Pärt oder Whitacree. In der Summe ist es aber kein Abklatsch, sondern ein eigenständiges Werk, das ich gerne in Folge gehört habe.

Intelligente Titelwahl

Richard Harvey - Evensong - New Choral Music - Cover Naxos - Musik Review Glarean MagazinDen Titel kann man vielfältig interpretieren: Abendgesang (dazu passen Titel wie Night Song, The Call, Lullay, Et in Arcadia, Evensong), oder auch Abendandacht, Abendgebet (Dona Nobis Pacem, Sanctus, Credo). Das dritte Stück – The Call – kommt ganz ohne altes Pathos aus. Es klingt eher wie ein für Chor umgesetzter Popsong. Das ist nicht negativ gemeint, zumal die Sopranistin Amy Haworth, bekannt auch schon als Ensemblemitglied von The Tallis Scholars, beeindruckend aus dem Chor hervorsticht. Das wiederholt sie noch einmal beim Titelstück Evensong. Lullay klingt dann fast schon wieder wie ein altenglisches Lied, etwa von Dowland oder Purcell. Sanctus erinnert stellenweise an alte Madrigale, besonders die letzten von Gesualdo.

Chor im Vordergrund

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Der Chor steht unüberhörbar im Vordergrund. Instrumente, die eingesetzt werden – bei den Titeln 3 und 4 auch Streichorchester – unterstützen und ergänzen den Chor, ohne ihn zu verdrängen. Beim letzten Stück begleitet der Komponist selber dezent mit Panflöte und Psaltererium.

Der Estnische Philharmonische Chor unter der Leitung von Heli Jürgenson macht seine Sache gut. Aufgenommen wurde im St Nicholas Kirchen Museum in Tallinn, und zwar ausschließlich nachts. Diese Atmosphäre kommt spürbar in der Aufnahme beim Hörer an. Natürlich kann man sagen, dass dies ein subjektives Empfinden ist, was auch stimmt, aber ich habe die CD nach dem ersten Hören in der Folge vor allem spätabends und nachts wiederholt gehört, weil mir einfach die Ruhe dieser Zeit zu dieser Musik am besten zu passen schien.

Wanderer zwischen Klassik und Pop

Richard Harvey - Komponist - Flötist - Glarean Magazin
Richard Harvey

Richard Harvey ist kein Unbekannter. Der britische Komponist und Musiker hat eine unorthodoxe Karriere gemacht. Nach dem Studium schlug er ein Angebot des London Philharmonic Orchestra aus und spielte lieber in der Progressive Rock-Gruppe Gryphon mit, die stark von Folk- und Mittelalter-Einflüssen profitiert. Harvey brachte Krummhorn, Harmonium, Mandoline und andere Instrumente mit ein.
Er schrieb auch Filmmusik („Lady Chatterleys Liebhaber“, „Das dreckige Dutzend Teil 2“, „Luther“, „Eichmann“ u.a.). Er dirigierte das London Symphony Orchestra bei einigen Klassik-Rock-Alben und nahm mit dem Gitarristen John Williams das Afrika-orientierte Album „Magic Box“ auf.

Lust auf Live-Performance geweckt

Richard Harvey - Notenzitat Filmmusik Da Vinci Code
Zitat aus Harveys Filmmusik zu „The Da Vinci Code“ („Kyrie For The Magdalena„)

Seit 2005 tourt Richard Harvey mit Williams unter „John Williams & Richard Harvey’s World Tour“ weltweit, wobei ihr Programm eine Mischung aus klassischer Musik und Weltmusik aus allen fünf Kontinenten umfasst.
Harvey schrieb auch Konzerte, die von anderen Musikern aufgeführt wurden (John Williams mit klassischer Gitarre, Michaela Petrie für Blockflöte u.a.). Der Komponist bewegt sich als Komponist und Musiker souverän zwischen den Polen anspruchsvoller klassischer Musik, Weltmusik und populärer Musik.

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Fazit: „Evensong“ ist ein Album, das sich zu hören lohnt, das vor allem Lust macht, die Lieder einmal live zu geniessen. Und es motiviert dazu, sich auch mit den anderen Arbeiten des Komponisten zu beschäftigen. Ich kannte bis anhin nur die Zusammenarbeit mit John Williams („Magic Box“), werde aber in der nächsten Zeit auch in andere verfügbare Aufnahmen hineinhören. ♦

Richard Harvey: Evensong – New Choral Music, Chorwerke, Estonian Philharmonic Chamber Choir, Heli Jürgenson (Audio-CD – 50 min.)

Lesen Sie im GLAREAN MAGAZIN auch über die CD von Martin Grubinger: Drums `N` Chant (Gregorianik und Percussion)

… sowie zum Thema Chormusik über die „Chorbibliothek“ für Männerchor („Quo vadis, Chorgesang?“)


English Translation

Music for the evening and for the night

by Horst-Dieter Radke (GLAREAN MAGAZIN)

My first impression of the new CD by Richard Harvey: Evensong was: Sounds like Gregorianik somehow. But then again not: the leaps within the melody are too big. Polyphony and harmonies don’t fit to these old sounds either. So modern and new after all? Yes – But somehow the old comes through again and again. Some sounds like Madrigal and Motette, others like Pärt or Whitacree. In sum, however, it is not a copy, but an independent work that I liked to hear in a row.

The title can be interpreted in many ways: Evening singing (songs like Night Song, The Call, Lullay, Et in Arcadia, Evensong fit to it), or also evening prayer (Dona Nobis Pacem, Sanctus, Credo). The third piece – The Call – gets along without any old pathos. It sounds more like a pop song realized for choir. This is not meant negatively, especially since the soprano Amy Haworth, already known as a member of The Tallis Scholars, stands out impressively from the choir. She repeats this once again in the title track Evensong. Lullay almost sounds like an Old English song again, for example by Dowland or Purcell. Sanctus reminds in places of old madrigals, especially the last ones of Gesualdo.

The choir is unmistakably in the foreground. Instruments that are used – including string orchestras in Titles 3 and 4 – support and complement the choir without displacing it. In the last piece, the composer himself accompanies discreetly with pan flute and psaltererium.

The Estonian Philharmonic Choir under the direction of Heli Jürgenson is doing a good job. It was recorded in the St Nicholas Church Museum in Tallinn, exclusively at night. This atmosphere is noticeably reflected in the recording. Of course one can say that this is a subjective feeling, which is also true, but I listened to the CD repeatedly after the first listening in the episode, especially late in the evening and at night, because simply the tranquillity of this time seemed to me to fit this music best.

Richard Harvey is no stranger. The British composer and musician has had an unorthodox career. After his studies, he turned down an offer from the London Philharmonic Orchestra and preferred to play in a progressive rock group Gryphon, which profited greatly from folk and medieval influences. Harvey brought in Krummhorn, harmonium, mandolin and other instruments.
He also wrote film music („Lady Chatterley’s Lover“, „Das Dreckige Dutzend Part 2“, „Luther“, „Eichmann“ and others). He conducted the London Symphony Orchestra on several classical rock albums and recorded the Africa-oriented album „Magic Box“ with guitarist John Williams.

Since 2005 Richard Harvey has been touring the world with Williams under „John Williams & Richard Harvey’s World Tour“, where their program includes a mixture of classical music and world music from all five continents.
Harvey has also written concerts performed by other musicians (John Williams with classical guitar, Michaela Petrie for recorder and others). As a composer and musician, the composer moves confidently between the poles of sophisticated classical music, world music and popular music.

Conclusion: „Evensong“ is an album which is worth listening to and which above all makes you want to enjoy the songs live. And it also motivates you to take a closer look at the composer’s other works. Until now I only knew the collaboration with John Williams („Magic Box“), but in the near future I will also listen to other available recordings. ♦

Neue internationale Kompositionswettbewerbe 2020

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Gesucht: Zeitgenössische Werke für Orchester und für Männerchor

Orchester-Kompositionswettbewerb SEM 2020

Die italienische Associazione Ensemble Serenissima of Sacile (Pordenone) schreibt in Zusammenarbeit mit dem Pizzicato Verlag Helvetia Verlag zum fünften Mal ihren Internationalen Wettbewerb für Orchesterkompositionen SEM 2020 aus.

Orchester-Musik - Jugendorchester - Klassik - Glarean MagazinTeilnehmen können Komponistinnen und Komponisten aller Nationalitäten teilnehmen, eine Altersgrenze besteht nicht. Die eingereichten Kompositionen müssen für Orchester ohne Solisten geschrieben sein und sollten bisher weder publiziert noch sonstwie aufgeführt oder prämiert worden sein. Die Dauer des Stückes sollte zwischen vier bis sieben Minuten betragen, das Sieger-Werk wird im Pizzicato Verlag veröffentlicht.

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Der Gewinner-Preis ist mit 2’500 Euro dotiert. Einsende-Schluss ist am 30. April 2020, hier sind die weiteren Details der Ausschreibung nachzulesen. ♦

Lesen Sie im GLAREAN MZAGAZIN zum Thema Orchestermusik auch über
Gustav Mahler: 1. Sinfonie („Der Titan“ – Alexander Joel)

… sowie über die CD-Aufnahme von
Leó Weiner & Franz Liszt: Orchester-Werke (CD)


Männerchor-Kompositionswettbewerb Cornwall 2020

Musik-Männer-Chor - Gesangsverein - Sängerbund - Singverband - Glarean MagazinZur Einreichung von zeitgenössischen Werken für Männerchor in der Besetzung TTBB (oder für einen Cambiata-Chor) lädt ein internationaler Cornwall-Kompositionswettbewerb 2020 ein. Der Contest steht jedem Komponisten ohne Altersbeschränkungen offen.

Die Dauer der Werke sollte je drei Minuten nicht überschreiten, die Stücke können a capella oder begleitet sein.

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Einsende-Schluss ist am 31. März 2020, hier finden sich alle weiteren Details der Ausschreibung.

Lesen Sie im GLAREAN MAGAZIN zum Thema Musik auch über:
Leichte Orgel-Stücke des 19. Jahrhunderts

.. sowie zum Thema Werke für Männerchor über:
„Chorbibliothek“ für Männerchor (Breitkopf & Härtel Verlag)


Englisch Translations

Orchestra Composition Competition SEM 2020

The Italian Associazione Ensemble Serenissima of Sacile (Pordenone), in collaboration with the Pizzicato Verlag Helvetia, is announcing for the fifth time its International Competition for Orchestra Composition SEM 2020.
Composers of all nationalities can take part, there is no age limit. The submitted compositions must be written for orchestras without soloists and should not have been published, performed or awarded prizes in any other way. The duration of the piece should be between four and seven minutes, the winning work will be published by Pizzicato Verlag.
The winner’s prize is endowed with 2,500 euros. Closing date for entries is April 30, 2020. Further details of the competition can be found here (all links above)

Wanted: New works for Male Choir

An international Cornwall Composition Competition 2020 invites the submission of contemporary works for male choir TTBB (or for a Cambiata choir). The contest is open to any composer without age restrictions.
The duration of each work should not exceed three minutes, the pieces can be a capella or accompanied. Closing date for entries is 31 March 2020, all further details of the call for entries can be found here (links above)

Internationaler Chor-Kompositionswettbewerb 2021

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Gesucht: Neue Werke für Amateurchöre

Vor einem Jahr fusionierten die beiden Aargauer Chorverbände „Sängerbund Hasenberg“ und „Freiämter Sängerbund“ zum grossen Verband Sängerbund Freiamt Hasenberg SFH. Für seine vorwiegend aus kleineren (Männer-)Formationen bestehenden Chöre sucht der neue Zusammenschluss nun zeitgenössische, deutschsprachige Lieder, die a capella gesungen und auch von Amateurchören bewältigt werden können.

Musik-Männer-Chor - Gesangsverein - Sängerbund - Singverband - Glarean MagazinTeilnahmeberechtigt sind Chorkomponistinnen und -komponisten jeglichen Alters und jeglicher Nationalität. Der Wettbewerb ist mit insgesamt 6’000 Franken dotiert. Einsende-Schluss ist am 30. April 2020, hier finden sich die weiteren Einzelheiten. ♦

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Lesen Sie im GLAREAN MAGAZIN auch über
Neue Internationale Kompositionswettbewerbe 2020

… sowie zum Thema Singen und Geselligkeit auch über
die neue Lieder-Sammlung „stimmband“


English Translation

Composition Contest: New works for amateur choirs wanted

by Glarean Magazine

A year ago, the two choir associations „Sängerbund Hasenberg“ and „Freiämter Sängerbund“ (Switzerland) merged to form the large association Sängerbund Freiamt Hasenberg SFH. The new association is now looking for contemporary, German-language songs, which can be sung a capella and also mastered by amateur choirs, for its choirs, which mainly consist of smaller (male) formations.

The competition is open to choir composers of all ages and nationalities. The competition is endowed with a total of CHF 6,000. The closing date for entries is 30 April 2020. Further details can be found here: (Link see above)

Breitkopf & Härtel: „Chorbibliothek“ für Männerchor

Ungefähre Lesezeit für diesen Beitrag: 4 Minuten

Quo vadis, Chorgesang?

von Walter Eigenmann

Der im Januar 1719 gegründete und somit älteste Musikverlag der Welt Breitkopf & Härtel hat sich für sein bevorstehendes 300-Jahr-Jubiläum insbesondere für den Chorgesang – schon immer eine tragende, intensiv gepflegte Domäne dieses Verlages – ein ehrgeiziges Projekt vorgenommen. Denn in einer sog. Chorbibliothek will er auf schließlich mehreren tausend Seiten mit geplanten zehn Bänden sein komplettes Chornoten-Angebot als eine Art Basisrepertoire des Genres neu auflegen. Dabei soll das originale Notenbild der einzelnen Werke beibehalten werden, „um die weiterhin lieferbaren Einzelausgaben parallel zu den Bänden nutzen zu können“.

Männerchor-Lieder des 19. Jahrhunderts

Die neue "Chorbibliothek" für Männerchor aus dem Musikverlag Breitkopf & Härtel: Klick auf das Bild führt zu Leseproben
Die neue „Chorbibliothek“ für Männerchor aus dem Musikverlag Breitkopf & Härtel: Klick auf das Bild führt zu Leseproben

Der jüngste Band dieser 10-teiligen „Chorbibliothek“ ist der Männerchor-Literatur vorwiegend des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewidmet. Die entsprechenden Komponisten der Romantik (als der Blütezeit des Männerchores) heißen also v.a. Franz Schubert, Johannes Brahms, Felix Mendelssohn-Bartholdy oder Robert Schumann; das vergangene Jahrhundert ist (in wenigen Liedern) mit den „Spätromantikern“ Johann Nepomuk David, Jean Sibelius und Othmar Schoeck vertreten, während das aktuelle Männerchor-Schaffen nur gerade durch Siegfried Thiele (geb. 1934) marginal gestreift wird.
Insofern ist also der Titel der Ausgabe: „Chorbibliothek – Für Männerchor“ leicht irreführend und hätte das präzisierende Stichwort „Romantik“ gut vertragen. Im Sinne einer puren „Verlagschronik“ in Sachen Männerchor mag man diesen „Etikettenschwindel“ durchgehen lassen; dass hingegen dutzende bedeutender Männerchor-Komponisten der zweiten Hälfte im 20. Jahrhundert komplett ignoriert werden, macht den Band für heutige Männer-Gesangsvereine leider eher unattraktiv…

Schubert & Co. verstaubt?

Eine der Keimzellen genialer Männerchor-Literatur: Die legendären "Schubertiaden" (Der Meister mit Brille am Klavier)
Eine der Keimzellen genialer Männerchor-Literatur: Die legendären „Schubertiaden“ (Der Meister mit Brille am Klavier)

Es stellt sich überhaupt die Frage, wer sich diese Sammlung eigentlich zulegen soll. Zuallerletzt werden die Männerchöre selber (bzw. ihre Verantwortlichen) diese „Chorbibliothek für Männerchor“ kaufen! Denn die in ihrem Repertoire betont traditionell ausgerichteten Chöre haben alle diese zahllosen Trink-, Jagd-, Tanz-, Natur- und Liebeslieder von Schubert & Co. längst jahrzehntelang und tausendfach rauf- und runtergenudelt (und darob ihre Konzertsääle leerer und leerer erleben müssen), während die eher popmusikalisch oder gesangsperkussiv bzw. „crossover“ orientierten Chöre von diesem vorgeblich „verstaubten“ Liedgut ohnehin längst die Finger bzw. Kehlen lassen.

Der Männerchor im Sinkflug

Geniale Männerchor-Musik mit prophetischem Titel: Der Anfang von Schuberts "Im Gegenwärtigen Vergangenes" für vier Männerstimmen und Klavier D710, nach Goethes "West-Östlicher Diwan" (Quelle Chorpartitur: Breitkopf & Härtel Verlag)
Geniale Männerchor-Musik mit prophetischem Titel: Der Anfang von Schuberts „Im Gegenwärtigen Vergangenes“ für vier Männerstimmen und Klavier D710, nach Goethes „West-Östlicher Diwan“ (Quelle Chorpartitur: Breitkopf & Härtel Verlag)

Ein weiteres Handicap für diesen Band ist ein musiksoziologisches: Entgegen andererslautender Beteuerungen, ja Beschönigungen der traditionellen Chorverbände befindet sich der „organisierte“ (und in teils starren Vereinsstrukturen verhaftete) Gesang im Sinkflug – allen voran die Männergesangsvereine, die wegen grassierendem Mitgliederschwund mehr und mehr fusioniert oder gleich ganz aufgelöst werden müssen. Dem Männerchor sterben die Sänger weg, gerade auch in seinen Stammlanden Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es mag noch ein paar Jahre dauern, aber der Zeitpunkt ist absehbar, da der traditionelle, einst so enorm verbreitete, in der Bevölkerung stark verwurzelte, nicht selten mit 100-köpfigen Mitgliedschaften auftrumpfende Männerchor als der Dinosaurier des Gesangs von der Bildfläche verschwinden wird.

Exkurs: Gehört die Zukunft dem projektbezogenen Singen?

Der Vereinsgesang überhaupt erlebt momentan eine schmerzliche Baisse, die nachstehende Statistik spricht da eine unmissverständliche Sprache. Wir sehen also das widersprüchliche Phänomen, dass einerseits in allen Ländern den großen TV-Casting-Shows die sangesfreudige Jugend abertausendfach entgegenströmt, während die etablierten, organisierten Chorgemeinschaften aller Genres über mangelnden Zuwachs klagen.

Deutlich rückläufige Entwicklung der Anzahl Chormitglieder in Deutschland (Quelle: de.statista.com 2016)
Deutlich rückläufige Entwicklung der Anzahl Chormitglieder in Deutschland (Quelle: de.statista.com 2016)

Ein Hoch erleben demgegenüber alle gesangsmusikalischen Bestrebungen, die dezidiert als Projekte angelegt werden. Der zeitlich befristete, maximal ein paar Monate dauernde Aufwand im sog. Projektchor scheint dem modernen, ungebundenen Sing-Lifestyle des „Reinschnupperns und Weiterziehens“ so sehr zu entsprechen, dass diese Form des organisierten Gesangs das Nachwuchsproblem nicht kennt. Ebenso wenig wie übrigens der Kinderchor, dem allerdings in Schule und Freizeit ein gezieltes bildungspolitisches „Staats-Sponsoring“ widerfährt und schon deswegen eine stabile Entwicklung aufweist.
Sogar große, anspruchsvolle Klassik- oder Musical-Chor-Events auf Stadt und Land finden nach wie vor ihre ambitionierte und zahlreiche Sängerschaft. Einzige Voraussetzung: Befristetes Engagement…

Qualitätsvolles Kompendium des „klassischen“ Männerchorgesanges

Zurück zur „Chorbibliothek“ und abgesehen von pessimistischen Prognosen: Diese neue Lieder-Sammlung ist in ihrer musikalischen Substanz sehr wohl ein höchst qualitätsvolles Kompendium all jener Männer-Chormusik, die Jahrhunderte lang die melodische, harmonische und satztechnische Genialität und Dominanz der großen Romantiker dokumentierte. Der 366 Seiten starke Konvolut ist als Konzentrat einer ganzen Sing-Epoche tatsächlich ein Basisrepertoire des Männerchors, auch hinsichtlich der Vielfalt der Kompositionsverfahren, Sprachbehandlung und Stilistik. Thematisch zudem sehr breit gefächert fasst er von Schuberts „Entfernten“ über Mendelssohns „Wer hat dich du schöner Wald“ bis hin Sibelius‘ „Finnlandia“-Hymne, vom dreistimmigen „Cherubinischen Wandersmann“ von David bis zurück zum vierstimmigen „Walzerlied“ von Lortzing, und vom simplen „Volkslied“ bis zum Bläser-begleiteten „Über allen Gipfeln ist Ruh“ eines Franz Liszt die ganze Faszination eines Genres zusammen, das musikalisch bleibende Schöpfungen von einzigartiger Ausdruckskraft generierte. ♦

Breitkopf&Härtel/Sebastian Posse: Chorbibliothek für Männerchor, 366 Seiten, ISMN 979-0-004-16396-2

Lesen Sie im Glarean Magazin zum Thema „Chormusik“ auch über
Martina Freytag: Einsingen – allein und im Chor

Frank Martin: Messe für Doppelchor (CD)

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Chormusizieren von großer Gestaltungskraft

von Walter Eigenmann

Mit dem Genfer Frank Martin, dem Pariser Francis Poulenc und dem Kecskeméter Zoltán Kodály gruppieren Dirigent Peter Dijkstra und sein Bayerischer Elitechor auf ihrer ersten gemeinsamen Disk sprituell inspirierte Chorwerke dreier sowohl stilistisch und klangästhetisch wie kompositionstechnisch sehr unterschiedlicher Zeitgenossen des frühen 20. Jahrhunderts. Gemeinsam wiederum ist diesem Komponisten-Trio ihre längst „klassische“ Modernität – und eben ihre biographisch verbürgte ursprüngliche (wenngleich unterschiedlich ausgeprägte) Religiösität.

Von jubilierender Hymnik bis entrückter Sphärik

Frank Martin: Messe für Doppelchor - Kodaly: Missa brevis - Poulenc: Litanies a la Vierge Noire - Bayerischer RundfunkDiese ist bei Martin gerade durch seine berühmte Doppelchor-A-capella-Messe (innerhalb eines reichen liturgischen bzw. geistlichen Vokal-Oeuvres) referentiell dokumentiert; auch Poulencs Schaffen verzeichnet gewichtige religiös motivierte Chorkompositionen, während Kodálys Gesamtwerk nur wenige, aber interessante (allerdings seltener aufgeführte) liturgisch intendierte Werke aufweist.

Chor des Bayerischen Rundfunks - Glarean Magazin
Der Chor des Bayerischen Rundfunks bei der Probenarbeit

Poulencs 14 Litaneien „à la Vierge Noire“ für dreistimmigen Frauenchor (hier in der Originalfassung mit Orgel eingesungen), mehr noch die achtteilige „Missa brevis“ Kodálys garnieren diese Chor-CD mit teils üppiger Klangsinnlichkeit, teils entrückter Sphärik, dann wieder mit jubilierender Hymnik oder (kontrastierend) mit inbrünstig deklamierendem Meditieren. Massgeblich untermalend hier bei beiden Werken das registersichere, differenziert eingehörte Spiel des Organisten Max Hanft (an der „romantisch“ disponierten Wöhl-Orgel der Münchner Herz-Jesu-Kirche).

„Eine Sache zwischen Gott und mir“

Musikalische Spiritualität von höchster Authentizität: Anfang des Credo aus der Messe für Doppelchor von Frank Martin
Musikalische Spiritualität von höchster Authentizität: Anfang des Credo aus der Messe für Doppelchor von Frank Martin

Den Schwerpunkt dieser Disk bildet jedoch Frank Martins halbstündige Doppelchor-Messe, vom BR-Chor bereits im Frühling 2007 mit dem erst 29-jährigen Dijkstra im 1’500 Plätze großen Orlando-Saal der Germeringer Stadthalle für das damals extra neu gegründete Label „BR-Klassik“ eingesungen. Martins A-capella-Messe, vom Komponisten fast sieben Jahre lang buchstäblich erarbeitet – Martin: „Diese Messe ist eine Sache zwischen Gott und mir“ – und erst 40 Jahre nach ihrer Entstehung uraufgeführt – Martin: „Ich kannte damals nicht einen Chorleiter, der sich für dieses Werk hätte interessieren können“ -, stellt in ihrer rhythmischen Differenziertheit, ihrer klanglichen Expressivität in allen vier Stimmlagen, ihrer Weite der Phrasierung und Atmung, ihrer satztechnischen Durchhörbarkeit, ihres weiten emotionalen Spektrums vom quasi-gregorianischen Unisono über fugative Strukturen bis hin zu clusterartigen Klangschichtungen höchste sprach- und interpretationstechnische Anforderungen auch an Berufsensembles.

Lupenreine Intonation und dynamisch weites Spektrum

Eine gültige, auch liturgisch „unbefleckte“ Zuhörerschaft in ihren Bann ziehende, über weite Strecken gar maßgebliche Neueinspielung von Frank Martins Messe für Doppelchor.

Der Chor sang eine nicht nur stets lupenrein intonierte und mit enormem dynamischem Spektrum aufwartende, auch Martins eng am Wort orientierte Chormusik expressiv formende, dabei sehr stimmpräzis agierende CD ein, sondern transponierte adäquat den hohen spirituellen, urpersönlich empfundenen Gehalt in Martins Werk. Letzteres natürlich v.a. Verdienst des Dirigenten, dem offenbar gleichsam ein Instinkt für diese gestenreiche, buchstäblich wortreiche liturgische Vokalmusik zur Verfügung zu stehen scheint. Dabei haben sich Dijkstra und sein Chor durchaus gegen hochstehende Interpretationen anderer Formationen durchzusetzen, etwa des „Sixteen“-Ensembles unter Christopher (2005) oder des „Westminster Cathedral Choir“ (O’Donnell/1998). – Eine gültige, auch liturgisch „unbefleckte“ Zuhörerschaft in ihren Bann ziehende, über weite Strecken gar maßgebliche Produktion. ■

Martin: Messe für Doppelchor / Kodály: Missa brevis / Poulenc: Litanies à la Vierge Noire; Chor des Bayerischen Rundfunks / Peter Dijkstra; Label BR-Klassik

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Richard Harvey: Evensong – New Choral Music

Martin Grubinger: Drums `N` Chant (CD)

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Hohe Affinität zur Spiritualität verlangt

von Christian Schütte

Die gregorianischen Gesänge von Mönchen in vielfältigster Weise auf Tonträgern zu produzieren ist wahrlich keine Novität mehr. Wie im Beiheft zu dieser neuen Aufnahme mit dem Perkussionisten Martin Grubinger sowie Mönchen der Benediktinerabtei Münsterschwarzach und weiteren Musikern zurecht hingewiesen wird, tragen diese Produktionen oftmals allzu sehr die Züge von sphärischer Wohlfühlmusik, was an Sinn und Zweck der gregorianischen Gesänge weit vorbeigeht.

Drums 'n' Chant - Martin Grubinger - Deutsche GrammophonGrubinger wollte diese CD nun trotzdem und ganz anders produzieren, hat es erfolgreich geschafft, den „Hüter der Gregorianik in Münsterschwarzach“, Pater Rhabanus, zur Kooperation zu überzeugen. Dabei sind Gregorianik-Chor-Aufnahmen benutzt worden, die mit den Mönchen aus Münsterschwarzach schon vor einiger Zeit entstanden und von der Deutschen Grammophon als Archivaufnahmen produziert wurden. Martin Grubinger hat dazu eine Reihe von Musikern gewinnen können, weitere Percussionisten, aber auch zum Beispiel den Oboisten Albrecht Mayer und andere Instrumentalisten. Entstanden ist so eine Kombination der vorhandenen gregorianischen Gesänge mit neu komponierten Instrumental- und Percussionselementen.

Instrumental gewichtete Einspielung

Das Beiheft zur CD verrät, Martin Grubinger wolle, dass sich der Hörer mit den Inhalten beschäftige, sich auf die Texte konzentriere. Immerhin sind die lateinischen Texte dazu mit abgedruckt. In einigen Stücken ist das auch unbedingt notwendig, da Percussion und Instrumente so stark im klanglichen Vordergrund stehen, dass ein Verstehen des Textes ohne Mitlesen kaum möglich ist.
Neben klassischem Schlagwerk hat Grubinger sich ganz bewusst dazu entschieden, auch Instrumente aus der afrikanischen und der arabischen Musik zu verwenden – um zu zeigen, dass die katholische Kirche eine in der ganzen Welt verbreitete Gemeinschaft ist, die nicht an einen bestimmten kulturellen Raum gebunden ist. So sind die Gesänge überwiegend von einer sehr prägnanten Instrumentalbegleitung geprägt, immer wieder gibt es ausgedehnte Soli der Percussion oder der Melodie-Instrumente.

Balance von Text und Gesang in Gefahr

Martin Grubinger - Glarean Magazin
Perkussionist Martin Grubinger in concert

Diese stark instrumental bestimmte Seite der Einspielung bringt immer wieder die Gewichtung des Textes, das Verhältnis von Text und Begleitung in Gefahr. Grundlage sind und bleiben die gregorianischen Gesänge, eine musikalische Ausdrucksform, die eben durch die Reinheit des Vokalen besticht und lebt, darum keine Ergänzungen braucht. Auch wenn das klangliche Ergebnis durchaus hörendes Interesse weckt, geraten insgesamt die Texte und damit die unbedingt notwendige Basis dieser Musik zu sehr in den Hintergrund.

Weltmusik mit experimentellem Charakter

Auch wenn das klangliche Ergebnis durchaus Hörinteresse weckt, geraten insgesamt die Texte und damit die unbedingt notwendige Basis dieser Musik manchmal zu sehr in den Hintergrund. „Drums `N` Chant“ hat experimentellen Charakter, verknüpft schwierig vermittelbare Klänge&Stilrichtungen – ist aber dadurch gewiss als Stil-Experiment beachtenswert.

Diese Aufnahme ist mehr unter dem Begriff Weltmusik zu fassen, hat vor allem experimentellen Charakter und verknüpft Klänge und Stilrichtungen miteinander, die schwierig miteinander in Beziehung zu setzen sind. Und obwohl im Booklet stets betont bleibt, Pater Rhabanus sei von dem Projekt überzeugt worden, so bleibt doch die Frage zurück, wie in engeren und auch weiteren Kreisen von Menschen mit wie auch immer gearteter hoher Affinität zur Kirche, zur Gläubigkeit und zur Strenge diese CD tatsächlich ankommt. Zweifel und Ablehnung sollten hier vielleicht kalkuliert werden. ■

Martin Grubinger / Benediktinerabtei Münsterschwarzach: Drums `N` Chant, Audio-CD, Deutsche Grammophon / Universal

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Liederbuch für Gemischten Chor: Singet, klinget!

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Gesellige Chor-Melodien aus sieben Jahrhunderten

Das neue Chor-Liederbuch „Singet, klinget!“ enthält 74 der bekanntesten Stücke und Melodien mit Sätzen aus sieben Jahrhunderten und in elf Sprachen. Bekannte „Klassiker“ wie z.B. Hasslers „Feinslieb, du hast mich gfangen“ oder Schumanns „Frühlingslied“ stehen neben Neubearbeitungen so berühmter Hits wie „Guantanamera“ oder „Tom Dooley“, die schlichte Mundart-Melodie oder der einfache Trink-Kanon fanden ebenso Aufnahme wie das moderne auskomponierte Arrangement, und ruhig-lyrische Weisen kontrastieren mit  betont rhythmisierten Spiritual-Stücken u.a.

Walter Eigenmann: Singet, klinget! - Liederbuch fürs gesellige Singen im Gemischten ChorDie meisten Werke sind dabei für 4-stimmigen Gemischten Chor geschrieben, die einfachsten Volkslieder sind in praktikabler Zweistimmigkeit gehalten (siehe auch die untenstehenden Probe-Seiten). Einen gewissen Schwerpunkt bildet naturgemäß das traditionelle Liedgut aus den vier Sprachregionen der Schweiz.

Leichte Singbarkeit und geselliger Charakter

Gemeinsam ist allen Liedern dieser abwechslungsreichen Sammlung die leichte Singbarkeit der Sätze. Damit können die Stücke auch von jedem Amateur-Gesangsverein erarbeitet werden. Inhaltlich wurde Wert gelegt auf den betont „geselligen“ Charakter der Melodien&Texte: alle Lieder sollen spontan intoniert und in einer ungezwungenen Chor-Gemeinschaft im Rahmen von Vereinszusammenkünften oder -reisen und ähnlichen Anlässen angestimmt werden können. Vereinzelte Stücke sind aber durchaus auch in einem konzertanten Rahmen denkbar.
Alle Titel sind in ihrer Originalsprache gesetzt und mit der entsprechenden Übersetzung versehen; verschiedentlich sind noch Aussprache-Hilfen notiert. Abgerundet wird der 80-seitige, von Walter Eigenmann herausgegebene Liederband durch ein detailliertes Inhalts-, Liedanfänge-, Themen- und Komponisten-Verzeichnis.
„Singet, klinget!“ ist mit seinem A5-Broschur-Format bewusst handlich gehalten, mit robustem Umschlag versehen und kann damit bei den unterschiedlichsten Chor-Anlässen als musikalischer Begleiter fungieren, der das gängige gesellige Chor-Repertoire qualitätsvoll zu erweitern vermag! ■

Singet, klinget! – Liederbuch fürs gesellige Singen im Gemischten Chor, 80 Seiten, A5-Broschur gebunden, SFr/EUR 15.- (inkl. Versand).
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Inhalts-/Liederverzeichnis

Abendstille überall, Aber gäll du hettsch mi gärn, Audite silete divina musica, Auf des Munots altem Turme (Munotglöcklein), Avaunt pudaiv’ir, Belle qui tiens ma vie (Pavane), Bunt sind schon die Wälder, Chom mer wei go Chriesali gwönne, Cum decore cum amore, D’Zyt isch do, Das Laub fällt von den Bäumen, Det äne-n am Bärgli, Donna donna ve a chà, Du fragsch mi wär i bi, Du mein einzig Licht, En passant par la Lorraine, Es Burebüeble mah-ni nit, Es ist so still geworden, Es wollt die Jungfrau früh aufstehn, Feinslieb du hast mich gfangen, Free at last, Freunde lasset uns beim Zechen, Froh zu sein bedarf es wenig, Girometta degla montagna, Go down Moses, Guantanamera, Hans Spielmann, Hei ùchnjém, Heissa Kathreinerle, Hej bystra woda, I guu nid haai, Is Muetters Stübeli, It’s me oh Lord, L’inverno è passato, La cucaracha, Lachend kommt der Sommer, Le bourdon dit à la clochette, Luegid vo Berg und Tal, Mein Vater war ein Wandersmann, Meitäli wenn dü witt go tanzä, Met her on the mountain (Tom Dooley), Mit Instrument und Saitenspiel, Mit Lieb bin ich umfangen, Musica die ganz lieblich Kunst, Niene geits so schön u loschtig, Nobody knows the trouble I’ve seen, Nun laube Lindlein laube, O chera o bella, O du schöner Rosengarten, O du stille Zeit, Ond öppenemol tengglet, Quand je bois du vin clairet, Rossignolet du bois joli, Roti Wulche am Himmel, S isch mer alles eis Ding, Singe Mensch!, So sei gegrüsst viel tausendmal, Swing low sweet chariot, Taar i ned e bitzeli, Trara das tönt wie Jagdgesang, Trittst im Morgenrot daher (Schweizerpsalm), Usen us Chammer, Vem kan segla förutan vind, Vieni sulla barchetta, Viva la musica, Vo Lozärn gäge Wäggis zue, Voice la mi-été, Voici le gai printemps, Wem Gott will rechte Gunst erweisen, Wenn eine tannigi Hose het, Wenn wir erklimmen, Where are you going (Scarborough Fair), Wir sind durch die Welt gefahren, Zogä-n-am-Bogä

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Probeseiten

Leseprobe 1: Walter Eigenmann: Singet, klinget! - Liederbuch fürs gesellige Singen im Gemischten Chor - (O du schöner Rosengarten)
Leseprobe 1: Walter Eigenmann: Singet, klinget! – Liederbuch fürs gesellige Singen im Gemischten Chor
Leseprobe 2: Walter Eigenmann: Singet, klinget! - Liederbuch fürs gesellige Singen im Gemischten Chor - (Guantanamera)
Leseprobe 2: Walter Eigenmann: Singet, klinget! – Liederbuch fürs gesellige Singen im Gemischten Chor

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… sowie zum Thema Musizieren in Ensembles: Musik in der Gruppe – Neue Forschungsergebnisse

Monteverdi Choir: Eternal Fire (Bach-Kantaten)

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Bachs Kantaten-Kosmos chormusikalisch ausgelotet

von Walter Eigenmann

Über das in der europäischen Musikgeschichte schier singuläre Phänomen der Bach-Kantate sind in den letzten 250 Jahren bekanntlich ganze Bibliotheken geschrieben worden. Denn das anfänglich monatliche, dann wöchentliche, zu guter Letzt weit über 200 Werke umfassende und das gesamte sonntägliche Kirchenjahr mehrfach umspannende geistliche Kantaten-Komponieren des Johann Sebastian Bach zu Arnstadt (ab 1703), Weimar (ab 1708), Köthen (ab 1717) oder Leipzig (ab 1723) fokussiert einzigartig das philosophische Panorama, das theologische Spektrum, die musikstilistische Vielfalt, die emotionale Spannweite und die kompositionstechnische Meisterschaft dieses größten der Barock-Genies. Und im Zentrum eben dieses Kosmos‘, als der eigentliche Träger der kompositorischen – weltlichen wie geistlichen – „Botschaften“ aufgrund einer Vielzahl von Texten unterschiedlichster Quellen, aber auch als die vielleicht konzentrierteste Manifestierung des Bachschen Schaffens überhaupt, steht der Chor.

Das Kantaten-Chorschaffen Bachs in den Mittelpunkt gestellt

Monteverdi-Choir-Gardiner: Eternal fire (Bach Choruses)Umso verwunderlicher denn, dass die aktuelle, im Internet recherchierbare riesige Bach-Diskografie meines momentanen Wissens kaum CD-Titel enthält, die das Kantaten-Chorschaffen Bachs dezidiert in den Mittelpunkt hebt; neben einer mittlerweile unübersehbaren Fülle von Einzel- (sprich „Highlights“-) oder aber Gesamtaufnahmen existieren kaum Produktionen mit rein chorischen Kantaten-Auskoppelungen (geschweige denn mit thematisch begründeten Exzerpten).
Doch zumindest auf dem Gebiete der Geistlichen Kantate wird das nun, und zwar erfreulicherweise prominent und deshalb hoffentlich publikumswirksam, geändert durch ein Recording des berühmten Monteverdi-Chores und der („historisch“ musizierenden) English Baroque Solists unter John Eliot Gardiner mit dem Titel „Eternal Fire – Bach: Great Cantata Choruses“.

13 Millionen Euro schweres Mammut-Konzertprojekt

Monteverdi Chor - Glarean Magazin
Einer der weltweit besten Konzertchöre: Der Monteverdi Chor mit den English Baroque Solists unter John Gardiner

Musikalische Basis dieser CD-Produktion ist die legendäre „Bach Cantata Pilgrimage“. Im Bach-Jubiläumsjahr 2000 initiierte damals Dirigent Gardiner mit seinem Monteverdi-Chor ein bisher noch nicht gesehenes, rund 13 Millionen Euro schweres Mammut-Konzertprojekt: ein ganzes Jahr lang führte der wandernde Musiker-Tross jede Woche in wechselnden Städten Europas und in Übersee sämtliche geistlichen Bach-Kantaten auf, beginnend am 23. Dezember 1999 in der Weimarer Herder Kirche und endend an Silvester 2000 in der New Yorker St. Bartholomew’s Church.
Diese einzigartige Tournee (natürlich u.a. zu den verschiedenen orginalen Wirkungsstätten Bachs) warf damals spektakuläre Wellen in der gesamten Musik-Presse, führte zu gleichbleibend hochkarätigen Konzerten, ließ die beteiligten Musiker verschiedene internationale Preise einheimsen – und resultierte nicht weniger als 27 (teils doppelseitige) CD-Produktionen im eigens dafür gegründeten Label „Soli Deo Gloria / SDG“.

Chor-Konzentrat der Bach-Pilgrimage

Dirigent Gardiner bei einer seiner „Pilgrimage“-Proben

„Eternal Fire“ ist nun quasi ein Chor-Konzentrat dieser „Pilgrimage“ mit 14 bekannten (zumeist aber weniger bekannten) geistlichen Kantaten-Chören vorwiegend aus der (biographisch sehr schwierigen) Leipziger Zeit Bachs stammend. Sie dokumentieren sowohl in musikalischer wie textlich-exegetischer Hinsicht eine Bachsche Chorbehandlung auf einsam hohem Niveau, mit einem völlig einzigartigen Reichtum an schöpferischen Stellungnahmen bzw. deren kompositorischen Umsetzungen durch Bach. (Über die Position gerade dieser 14 gewählten Chöre innerhalb des Bachschen Kantaten-Werkes orientiert den CD-Hörer übrigens ein sehr kompetent verfasster Booklet-Text des englischen Musikwissenschaftlers J. Freeman-Attwood). Jedenfalls lassen nur schon diese „Great Cantata Choruses“ auf „Eternal Fire“ die Begeisterung des Dirigenten und Bach-Forschers Gardiner nachvollziehen, der in einem Interview meinte: „Außer Bach gäbe es keinen Komponisten, mit dem ich mich ein ganzes Jahr beschäftigen könnte. Bach ist so vielfältig, so fantasievoll – sein Schatten ist lang. Er inspirierte Musiker von Mozart über Mendelssohn bis Strawinsky oder Jazzer wie Jacques Loussier. Er ist universal, deswegen glaube ich: Bach ist der Komponist der Zukunft“.

„Nobel Prize for choirs“

Chor-Behandlung auf einsam hohem Niveau: Autographisches Fragment der Kantate „Weinen, Klagen, Sorgen Zagen“ (BWV 12)

Eine regelrechte Potenzierung dieser (gerade bei Gardiner intellektuell wohlbegründeten) Bach-Schwärmerei des berühmten Dirigenten ist dann erwartungsgemäß im Musizieren seines Monteverdi-Chores und der Instrumentalisten dokumentiert. Natürlich konzertiert ein weltweit wohl einzigartiges Chorensemble wie der „Monteverdi“ auch auf dieser CD sowohl rhythmisch wie intonationstechnisch makellos, registerklanglich hervorragend balanciert, mit präzisester Artikulation und übrigens einer – für vorwiegend englischsprachige Sänger keineswegs selbstverständlichen – klaren deutschsprachlichen Diktion. Und selbstverständlich singt dieses Ensemble mit einem strahlend-reinen Fortissimo oder einem tragend-runden Pianissimo im Verbund mit einer buchstäblich alle Chor-Register ziehenden Expressivität der kompositorisch intendierten Wortdeutungen. Der Chorgesang dieser vielfach preisgekrönten Formation – unterstützt durch ein sehr agiles, entweder sensibel grundierendes oder dann instrumentalsolistisch brillant agierendes Orchester – ist einfach beeindruckend, und das Urteil von „Le Monde“ ist keineswegs übertrieben: „If there were a Nobel Prize for choirs, the Monteverdi Choir should be its laureate“.

Den Code einer wunderbaren Musik geknackt

„Deutlicher Unterricht vom Gottes=Dienst in Leipzig“: Der Leipziger „Kirchenstaat“ von 1710 (links die Nicolai-Kirche)

Doch im Musizieren dieses Terzettes Gardiner-„Monteverdi“-„BaroqueSolists“ ist, jenseits aller technischen Perfektion, noch eine weitere Dimension spürbar, die man – vielleicht euphorisch – als Bach-Weisheit bezeichnen kann. In zahlreichen Après-Concert-Statements von an der „Pilgrimage“ beteiligten Choristen und Instrumentalisten klingt es ähnlich an wie in jenem des Trompeters Michael Harrison, der nach diesem Bach-Pilgerjahr bekannte (Zitat): „Vor meiner Teilnahme an der Cantata Pilgrimage konnte ich mit den Kantaten nicht so richtig ‚warm‘ werden: sie erschienen mir immer etwas undurchdringlich und unnahbar. Doch mit der Zeit entstand eine zunehmende Vertrautheit mit der musikalischen und spirituellen Sprache der Werke, es fühlte sich an wie eine ‚Magic-Eye-Erfahrung‘ für Ohren. In dem Maße, wie diese Stücke begannen, Besitz von mir zu ergreifen, wuchs auch meine Aufnahmefähigkeit für die von ihnen transportierte einzigartige Botschaft. Mein Damaskuserlebnis hatte ich wohl zur Mitte des Projekts während des Konzerts in Iona am 28. Juli, dem zweihundertundfünfzigsten Todestags Bachs. Während der Aufführung von Kantate 131 (‚Aus der Tiefen‘) bemerkte ich, wie Tränen auf meiner Konzertkleidung landeten. Es war mein persönliches Epiphanias, ich hatte den Code dieser wunderbaren Musik geknackt.“

Referenz-Charakter in Sachen Bach-Chöre

Bachs Aufführungs- und Besetzungs-Kalender zu Weihnachten / Neujahr 1723/24 (Quelle: Wolff/Koopman, Die Welt der Bach-Kantaten / Bd.3)
Bachs Aufführungs- und Besetzungs-Kalender zu Weihnachten / Neujahr 1723/24 (Quelle: Wolff/Koopman, Die Welt der Bach-Kantaten / Bd.3)

Und genau so, mit diesem schwer beschreibbaren Untergrund des Wissens um die geistigen (und keineswegs nur geistlichen) Fundamente dieser Kantaten, „kommt“ das Musizieren des Chores „rüber“. Das könnte man umfangreich en détail untermauern: Das prunkhafte-vollstimmige Frohlocken zusammen mit einem blechüberstrahlten Orchestertutti im eröffnenden „O ewiges Feuer…“; das abgründig-sekundschrittige Klagen im Kontrast zum hoffnungsvoll-daktylischen Drängen beim „Ihr werdet weinen…“; die wundervoll ausgesungene Kontrapunktik im lutherischen „Eine feste Burg…“; Bachs unnachahmliche, vom Chor äußerst dicht-beklemmend intonierte Chor-Dramatik im „Nimm von uns, Herr…“; dann wieder die anfängliche rhythmische und harmonische Simplizität im „Brich dem Hungrigen dein Brot“ mit seiner sprunghaften, dem Wort genau angepassten, stetigen Komplizierung der Geflechte; das berühmte „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“ mit einem unglaublich intensiv „mitfühlenden“ Chorgesang, wie man ihn nur selten beim BWV 12 in solcher Ausdruckspräsenz hört; darauf folgend die filigran durchgehörte, mit virtuoser Leichtigkeit erreichte Transparenz der polyphon auftrumpfenden Chöre „Es ist ein trotzig und verzagt Ding“ und „Es erhub sich ein Streit“ – doch genug der Stichworte zu diesen 14 an interpretatorischen Glanzlichtern überreichen Wiedergaben.

„Eternal Fire“ mit Gardiners „Monteverdi“-Sängerschaft hat Referenz-Charakter in Sachen Bach-Chöre, trotz hervorragender Einspielungen anderer Ensembles. Diesen Aufnahmen merkt man die buchstäblich jahrelange Beschäftigung aller Interpreten mit der Materie Bach in jedem Takt an – eine schlicht begeisternde CD, und die würdevolle Apotheose einer einzigartigen „Pilgerreise“.

Kurzum: „Eternal Fire“ mit Gardiners „Monteverdi“-Sängerschaft hat Referenz-Charakter in Sachen Bach-Chöre, trotz hervorragender Einspielungen anderer Ensembles. Diesen Aufnahmen merkt man die buchstäblich jahrelange Beschäftigung aller Interpreten mit der Materie Bach in jedem Takt an – eine schlicht begeisternde CD, und die würdevolle Apotheose einer einzigartigen „Pilgerreise“. ■

Monteverdi Choir, English Baroque Solists, Sir John E. Gardiner: Eternal Fire – Johann Sebastian Bach, Great Cantata Choruses, Audio-CD, Label „Soli Deo Gloria“ 177

Lesen Sie im Glarean Magazin zum Thema Barockmusik
Bernhard Morbach: Die Musikwelt des Barock

Martina Freytag: Einsingen – allein und im Chor

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Effizientes Warm-up beim Gesangstraining

Ein effizientes, die stimmlichen Bedürfnisse des Chores berücksichtigendes, aber nicht ausuferndes, sondern an der individuellen Praxis orientiertes Warm-up vor der Probe ist ein chorpädagogisches Muss. Die neue Unterweisung von Martina Freytag: Einsingen – allein und im Chor kann hierzu willkommene und durchaus lustbetonte Tipps und Trainingseinheiten liefern.

Von Walter Eigenmann

In früheren Zeiten des (Laien-)Chormusizierens rangierte das professionell gestaltete Warm-up, das effiziente chorische Einsingen, die Disponierung von Körper und Stimmapparat für den niveauvollen Chorgesang sowohl bei der Dirigenten- wie bei der Sängerschaft ziemlich weit hinten – als lästige Pflichtübung vor dem „eigentlichen Musizieren“, die es in maximal drei Minuten hinter sich zu bringen galt. In der Nachkriegszeit, auch im Zuge der rasant wachsenden stimmphysiologischen, chordidaktischen und atemmedizinischen Erkenntnisse schlug das Pendel landauf, landab in die andere Richtung aus: Einsingen wurde sogar bei (ggf. ambitionierteren) Laienchören zur halbstündigen Stimmbildung ausgeufert, quasi als Selbstzweck zelebriert und unverhältnismäßig aufgebläht, mit viel gesangspädagogischem (Theorie-)Ballast im Schlepptau.

Heute ist die gängige Praxis, wie man sich bei verantwortlichen Landes-, Regional- und Kreis-Chordirigenten umhören bzw. den einschlägigen Lehrkanon der Musikhochschulen konsultieren kann, eine pragmatische: Eingesungen wird nach der Devise „So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig“. Angesichts immer knapper Probenzeit bzw. überfrachteter oder/und anspruchsvoller moderner Lied-Programme auch bei Amateurchören gewiss die praktikabelste Losung.

Betont praxisorientierter Ansatz

Den grundsätzlich gleichen, betont praxisorientierten Ansatz verfolgt auch eine neue Einsing-„Fibel“ namens „Einsingen – allein und im Chor“ der Thüringer Gesangspädagogin, Dozentin und Komponistin Martina Freytag. In 40 detailliert abgehandelten, mit viel Noten- und Zeichen-Grafik unterstützten, singtechnisch gut nachvollziehbaren Lektionen gibt die bekannte Gesangsexpertin lernpsychologische Hinweise, setzt gezielte Einzeltechniken auseinander, illustriert mit betont bildreicher Sprache die physiologischen Voraussetzungen und Prozesse, animiert zum entspannten Umgang mit dem gesamten menschlichen Singapparat.

Gewiss, Freytags Vokabular, überhaupt ihr ganzer theoretischer wie psychologischer Zugang zur Materie mag für „Uneingeweihte“, möglicherweise gar erstmals in dieser Konzentration mit dem Problemfeld „Einsingen“ Konfrontierte (zumal aus dem Amateur-Lager) etwas gewöhnungsbedürftig sein. Betont „psychologisierende“ Animierungen wie beispielsweise die folgende lesen sich prima vista eher als Beschwörungsformeln denn als präzise Praxisanweisung:
„In der kurzen Einatmung bläst sich der Atemgürtel wie ein Schwimmring blitzartig um den Bauch auf. Er trägt Sie während der Gesangsmelodie, lockert sich ein wenig in der Atempause am Ende der Melodie, um sich in der nächsten Einatmung genauso zackig zu füllen und Sie stabil durch die Tonfolge zu tragen. Singen Sie die Melodie wie eine Honig sammelnde Biene, die ihr regsames und unermüdliches Tun mit einem Summen begleitet. Der ganze Bereich um Mund und Nase wird zum klingenden Bienenrüssel, der schwingt und vibriert. Neugierig, ob in dieser oder jener Blüte noch Honig zu finden ist, fordern Sie sich selbst zu nicht ablassender Intensität.“ (S.43)

Lektionen auf ein stimmliches Anliegen fokussiert

Zwei "Klassiker" der Mundstellung: "Sängerschnute" und "Sängerbiss"
Zwei „Klassiker“ der Mundstellung: „Sängerschnute“ und „Sängerbiss“

Gleichwohl entbehren solche empathischen Sentenzen keineswegs einer gewissen intuitiven Suggestion, die in einer konkreten Übesituation zielführender sein kann als trocken-distanziertes Theoretisieren, sobald sich der (singende) Leser im thematischen Spektrum der Freytagschen Terminologie ein bisschen eingelebt hat. Auf alle Fälle gilt uneingeschränkt, wie alle chorsängerische Erfahrung zeigt, die Einschätzung der Autorin: „Seien Sie positiv eingestellt in jedem Moment, in dem Sie singen. […] Jede seelenlos gesungene Singübung kann letztendlich ungesungen bleiben, weil sie Ihnen keinen Fortschritt in Ihrer stimmlichen Entwicklung bringt.“

Selbstverständlich belässt es die vielseitig tätige Gesangspädagogin nicht beim enthusiastischen Schildern „nützlicher Emotionalitäten“. Vielmehr ist jede ihrer 40 Lektionen fachlich fundiert auf ein bestimmtes stimmliches Anliegen fokussiert, methodisch einleuchtend aufgebaut, trägt dabei den beteiligten physiologischen Prozessen Rechnung und flankiert illustrativ mit Gesichts- und Körperabbildungen ebenso wie mit zahlreichen Notenbeispielen. Aufgebaut sind dabei fast alle Übungen nach einem gleichbleibenden Muster.

Am Anfang steht jeweils eine Notenzeile, welche das stimmliche Anliegen vorstellt:

Leseprobe 1 aus Martina Freytag: Einsingen ("Die große Welle")
Leseprobe 1 aus Martina Freytag: Einsingen („Die große Welle“)

Daran schließen sich Ausführungen zu den eigentlichen stimmtechnischen Aspekten der jeweiligen Übung an:

Leseprobe 2 aus Martina Freytag: Einsingen ("Dynamik mit sängerischer Leichtigkeit kombiniert")
Leseprobe 2 aus Martina Freytag: Einsingen („Dynamik mit sängerischer Leichtigkeit kombiniert“)

Im dritten Teil offeriert die Autorin Gedanken, „die den Ausdruck und das Gefühl während des Singens darstellen lassen bzw. vertiefen können“.

Leseprobe 3 aus Martina Freytag: Einsingen ("Singen Sie selbstlos und selbstvergessen!")
Leseprobe 3 aus Martina Freytag: Einsingen („Singen Sie selbstlos und selbstvergessen!“)

Viertens gibt’s jedesmal passende „Klavierpattern“, die als ausgeschriebene Begleitparts auch auf der beiliegenden Compact Disc zu finden sind und in verschiedenen Tonarten „durchexerziert“ werden können:

Leseprobe 4 aus Martina Freytag: Einsingen (Beispiel von Klavierpattern zu den Übungen)
Leseprobe 4 aus Martina Freytag: Einsingen (Beispiel von Klavierpattern zu den Übungen)

(Die komplett ausnotierten Klavierstimmen sind als PDF-Datei ebenfalls auf der CD zu finden). Apropos mitgelieferte Audio-CD: Sie ist ein nützlicher, ja eigentlich integrativer Bestandteil für all jene, die sich die Übungen nicht bei Dirigent/Chor, sondern alleine erarbeiten wollen.

Martina Freytags
Martina Freytags „Einsingen“ ist eine sehr nützliche, ganz auf die Praxis zugeschnittene Anthologie von unmittelbar anwendbaren und meist auch unmittelbar wirkungsvollen singtechnischen Unterweisungen, die „Geist und Körper“ ganzheitlich erfassen wollen, um dem/r Sänger/in entspannend und gleichzeitig anregend zu einer optimalen stimmlichen Disposition zu verhelfen

Vor diesem eigentlichen Praxis-Teil, der mit seinen 40 gezielten Einheiten den Löwenanteil des Bandes ausmacht, finden sich auf knapp vierzig Seiten, quasi als Einführung in die facettenreiche Welt der menschlichen Stimme, die theoretischen und technischen Voraussetzungen des qualitätsvollen Singens: „Stimmsitz“, „Registerausgleich“, „Resonanz“, „Vokalausgleich“ oder „Intonation“ sind hier u.a. die in Gesangskreisen weitgehend bekannten Stichwörter.

Wirkungsvolle singtechnische Unterweisungen

Zusammengefasst: Martina Freytags „Einsingen“ ist eine sehr nützliche, ganz auf die Praxis zugeschnittene Anthologie von unmittelbar anwendbaren und meist auch unmittelbar wirkungsvollen singtechnischen Unterweisungen, die „Geist und Körper“ ganzheitlich erfassen wollen, um dem/r Sänger/in entspannend und gleichzeitig anregend zu einer optimalen stimmlichen Disposition zu verhelfen. Der Band ergänzt interessant das bereits auf dem Markt befindliche Bücher-Angebot zur Thematik, und wer die bewusst „phantasievolle Sprache“ der engagierten Autorin nicht scheut, sondern sich – durchaus auch als Dirigent/in – auf diese Form der individuellen Motivation und „Emotionalisierung“ des Singübens einlässt, wird einigen Nutzen für den individuellen oder chorischen Gesang daraus ziehen können. ■

Martina Freytag: Einsingen allein und im Chor, Mit 40 Gesangsübungen, Audio-CD mitgeliefert, 112 Seiten, Bosse Verlag, ISBN 978-3764926489

Lesen Sie im Glarean Magazin zum Thema „Gesangstraining“ auch über  Hildegund Lohmann-Becker: Handbuch Gesangspädagogik

… sowie zum Thema Chorleitung über Kai Koch: Handbuch Seniorenchorleitung

Kurt Estermann: Missa brevis (Kirchenmusik)

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Missa Brevis für Chor und Orgel

von Walter Eigenmann

Der 1960 in Innsbruck geborene Komponist Kurt Estermann zählt zu den fruchtbarsten und interessantesten Vertretern der jüngeren österreichischen Kirchenmusik-Komponisten. Im Wiener Musikverlag Doblinger legt Estermann nun eine neue, vor einem Jahr entstandene „Missa brevis für gemischten Chor, Chororgel (Orgelpositiv) und große Orgel“ vor.

Kurt Estermann: Missa brevis für Gemischten Chor, Orgelpositiv und Große OrgelEstermanns Schaffen umfasst mittlerweile eine ganze Reihe von Orgel-, Chor- und Orchesterwerken, darunter drei Sinfonien, und seine schöpferische Intention hat der bereits mehrfach international ausgezeichnete, u.a. am Salzburger Mozarteum lehrende und wirkende Komponist&Organist vor einigen Jahren so umschrieben: „Die Auseinandersetzung mit vorgegebenen Formen erzwingt neue Inhalte – wobei die Ausrichtung auf das „Spannungsfeld Tradition“ zwischen Adaption und Zerschlagung wechselt. Offenheit gegenüber neuesten Tendenzen misst sich mit der Bewertung der eigenen Identität: expressiver Klang und durchdachte Konstruktion, Emotion und Experimente mit Zahlen und Intervallen, Konsequenz und permanente Infragestellung – das weite Feld zeitgemäßer Ausdrucksmittel muss sich immer durch kompositorisches Gestalten bewähren.“

Unterschiedliche Zuordnung der Ausführenden

Die Messe-Vertonung beinhaltet die Sätze Kyrie, Gloria, Sanctus und Agnus Dei, sie dauert zwölf Minuten, und ihre Uraufführung erfolgte im September 2007 in St. Pauls (I) mit dem Ensemble VocalArt Brixen unter Heinrich Walder.

Der Komponist selber zu seinem Werk: „Diese lateinische Ordinarium-Vertonung nutzt durch die unterschiedliche Zuordnung der Ausführenden die Raumakustik eines Kirchenraumes: der Chor findet seine Aufstellung im Bereich des Presbyteriums möglichst in der Nähe der Chororgel, die große Orgel dem gegenüber im Bereich des Westwerks. Der Reiz der Musik besteht im Wechselspiel beider Gruppen, eventuelle Koordinationsprobleme sollten mit Subdirigenten gelöst werden. Ganz bewusst wurden in der Struktur des Tonmaterials Anklänge und Teile aus der gregorianischen „Missa de Angelis“ verwendet. Dabei ist – vom Erkennungswert her – eine „innere“ participatio actuosa aller Beteiligten beabsichtigt. Die Funktion der Chororgel kann im gegebenen Fall durch ein entsprechendes Orgelpositiv erfüllt werden. Der Gebrauch des Pedals ist deshalb ad libitum, ebenso die mögliche Zuteilung der Musik auf mehrere Manuale oder Soloregister.“

Kurt Estermann: Missa brevis für Gemischten Chor, Orgelpositiv und Große Orgel, Doblinger Verlag

Lesen Sie im GLAREAN MAGAZIN zum Thema Messe-Vertonungen auch über Frank Martin: Messe für Doppelchor (CD)

Gratis-Downloads (Musiknoten, Materialien, Schach, E-Books etc.)

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Kostenlose Musiknoten, E-Books, Pop-Songs

Hier finden Sie kostenlose und frei verwendbare Musiknoten (Klassik, Pop, Volksmusik, Jazz, etc.) und andere Materialien wie Audio-Dateien, Schach-Datenbanken, E-Books u.a.
Einige Gratis-Downloads sind trotz Freeware nur mit persönlichem Passwort/Kennwort zu öffnen und ausschließlich für den privaten/häuslichen Gebrauch bestimmt.

Die Musiknoten liegen meist im PDF-Format vor. Zur Beachtung: Es sind keine Mehrfach- oder Sammelbestellungen, sondern nur Einzellieferungen möglich. –

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Classic-Highlights für den Musikunterricht

■ J. S. Bach: Präludium C-Dur (Klavier) ■ J. S. Bach: Menuett G-Dur (Klavier)
■ J. S. Bach: Musette D-Dur (Klavier) ■ J. S. Bach: Vom Himmel hoch – Choral (Orgel)
■ J. S. Bach: Invention Nr. 8 BWV 779 (Klavier) ■ C. Ph. E. Bach: Solfeggietto c-moll (Klavier)
■ G. Bingham: 50 Airs Anglois (Blockflöte/n) ■ B. Bartok: Allegro barbaro (Klavier)
■ B. Bartok: Bauernlied (Mikrokosmos/Klavier) ■ B. Bartok: Mitsummen (Mikrokosmos/Klavier)
■ L. v. Beethoven: Albumblatt „Für Elise“ (Klavier) ■ L. v. Beethoven: Die Ehre Gottes aus der Natur – Gesang&Klavier)
■ L. Boccherini: Menuett (Keyboard) ■ J. Brahms: Guten Abend, gut‘ Nacht (Querflöte&Gitarre)
■ J. Brahms: Walzer A-Dur (Klavier vierhändig) ■ J. Brahms: Ungarischer Tanz Nr.5 (2 Panflöten)
■ F. Chopin: Prélude e-moll op.28/4 (Klavier) ■ M. Clementi: Sonatine für Klavier op.36/5 (1.Satz)
■ Cl. Debussy: Syrinx (Querflöte solo ■ Cl. Debussy: Le petit nègre (Klavier)
■ C. Franck: Panis Angelicus (Posaune & Klavier) ■ G. Gershwin: Summertime (Gesang & Klavier)
■ Gounod&Bach: Ave Maria (Trompete & Klavier/Orgel) ■ G. F. Händel: Ch’io mai vi possa (Gesang&Klavier)
■ G. F. Händel: Largo (Ombra mai fu – Orgel) ■ J. Haydn: Deutscher Tanz D-Dur (Klavier)
■ S. Joplin: The Entertainer (Klavier) ■ F. Liszt: Liebestraum (Nocturne – Klavier)
■ J.-B. Lully: Air G-Dur (Cello & Klavier) ■ E. MacDowell: To a Wild Rose (Klavier)
■ F. Couperin: Postludium A-Dur (Orgel) ■ N. W. Gade: 1. Elegie  (Klavier)
■ F. Mendelssohn-Bartholdy: Abschied (Klavier) ■ F. Mendelssohn-Bartholdy: Trost (Klavier)
■ F. Mendelssohn-Bartholdy: Venetianisches Gondellied (Klavier) ■ W. A. Mozart: Klaviersonate C-Dur KV 545 (Andante)
■ W. A. Mozart: Klaviersonate C-Dur KV 330 ■ W. A. Mozart: Rondo Alla Turca (Klavier)
■ W. A. Mozart: Menuett G-Dur (Klavier) ■ J. Offenbach: Can-Can (Violine)
■ M. Ravel: Prélude (1913 – Klavier-Piano) ■ D. Scarlatti: Sonata a-moll (Klavier)
■ F. Schubert: Ave Maria (Keyboard) ■ F. Schubert: Ave Maria (Panflöte & Orgel)
■ F. Schubert: Moment musical op. 94/3 (Klavier) ■ E. Satie: Gymnopédie Nr.1 (Klavier)
■ R. Schumann: Melodie (2 Gitarren) ■ R. Schumann: Träumerei (Klavier)
■ C. Gurlitt: Nocturno F-Dur (2 Klaviere 8-händig): Piano 1 / Piano 2 ■ Fr. Smetana: Die Moldau (Keyboard)
■ Johann Strauss: An der schönen blauen Donau / Wiener Walzer (Klavier) ■ P. I. Tschaikowsky: Italienisches Lied (Klavier)

Musik-Materialien

Das Notensystem Akkord-Griffe für Keyboard
Aufgaben-Blatt Musiknoten Akkord-Griffe für Gitarre
Rhythmus-Diktate
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Notenlinien-Blätter (Notenpapier) zum Ausdrucken

A4 hoch (Solo mit Violin-Schlüssel) A4 hoch (Solo mit Baß-Schlüssel)
A4 hoch (für Klavier) A4 hoch (für Klavier&Solostimme)

Größere Klassik-Besetzungen (Orchester, Ensemble, Chor, Kammermusik)

■ A. Vivaldi: Vier Jahreszeiten/Le Quattro Stagioni (Sommer/L’estate) ■ J.S. Bach: Air D-Dur (Orchester-Suite Nr. 3 BWV 1068)
■ Urner Tanz-Lieder: Meitäli wenn dü witt go tanzä & Zogä-n-am-Bogä (4st. Gem. Chor) ■ 3 Schweizer Weihnachtslieder für 4st. Männerchor a cappella a) Auf ihr Hirten b) ’s ist für uns eine Zeit angekommen c) Es kam die gnadenvolle Zeit
Zwei englische Weihnachts-Rufe für 4st. Gemischten Chor (pdf) a) How many miles to Bethlehem? b) We wish you a merry Christmas ■ C. M. v. Weber: Jägerchor aus „Der Freischütz“ (4st. Männerchor & Blasorchester – Partitur)
Gloria (Les anges dans nos campagnes) für Blockflöten-Quartett (Partitur) ■ W. Eigenmann: Aura Lee für 4st. Männerchor
■ J. Brahms: In stiller Nacht / Gemischter Chor (pdf) ■ Negro Spiritual/Jubilee: Free at last (Gemischter Chor)
■ R. Wagner: Hochzeitsmarsch (Wedding March – Keyboard) ■ R. Wagner: Hochzeitsmarsch (Lohengrin / Klavier-Orgel)
■ Polo Hofer: Giggerig für 9.st. Saxophon- Orchester ■ H. Berlioz: Chor der Trinker (aus „Fausts Verdammnis“) für 4st. Männerchor)
■ W. Eigenmann: Frisch auf (Sing-Spruch) für 4st. Männerchor ■ W.A. Mozart: Ave verum corpus KV 618 Motette für Gemischten Chor, Streicher und Orgel (Partitur)
■ M. Schneider: Danke für diesen guten Morgen 4st. Gemischter Chor ■ B. Coulais: Vois sur ton chemin – aus „Les Choristes“ (Piano/Klavier easy)

Kostenlose Jazz-Stücke

■ Fats Waller: Bright Eyes-Piano für Klavier (pdf) ■ Otto Motzan: Bright Eyes-Piano für Klavier (pdf)
■ Fats Waller: The Sheik of Araby für Klavier (pdf) ■ Ted Snyder: The Sheik of Araby für Klavier (pdf)
■ Traditional: The Cotton Mill Blues für Klavier (pdf) ■ Traditional: Another Shade of Blue für Klavier (pdf)

Diverse Gratis-Musik

■ 2 Gospel-Songs: a) Amazing Grace b) Oh when the Saints (2 Panflöten) Happy Birthday (Klavier)
Happy Birthday (Keyboard) Happy Birthday (Gitarre)
Happy Birthday (Trompete&Klavier) ■ J.P. Martini: Plaisir d’amour (Alt-Saxophon Es & Klavier / Piano)
Flohwalzer/Kotelett-Walzer/Chopsticks (Klavier) ■ W. Eigenmann: Chroma-Boogie (Klavier)
■ A. Zwyssig: Schweizerpsalm-Nationalhymne („Trittst im Morgenrot daher / Männerchor) ■ Mani Matter: s‘Zündhölzli (Kavier)
■ Deutschland: Deutsche Nationalhymne (Vokal/Gesang und Klavier) ■ S. Yradier: La Paloma / Die Taube (Klavier)
■ Bach/Gounod: Ave Maria (Sopran & Alt & Orgel) ■ Drei Kinderlieder: a) Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann b) Ist ein Mann in‘ Brunn‘ gefallen c) Merily we roll along (Violine & Klavier)
■ R. Wagner: Ritt der Walküren (Ride of the Valkyries – Klavierauszug) ■ Spiritual: Oh When The Saints (Alt-Saxophon Es & Klavier)
■ Pulton: Aura Lee (Alt-Saxophon Es & Klavier ■ Karl Svoboda & Ella Endlich: Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (Küss mich, halt mich, lieb mich – Klavier easy)
■ Karl Svoboda & Ella Endlich: Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (Küss mich, halt mich, lieb mich – Keyboard easy) Nationalhymne Israel: Hatikvah-Hoffnung (Ha Tikwa) (Vocal & Piano)
■ Yann Tiersen: Amelie – Film (Leichte Bearbeitung für Klavier / Piano easy) ■ Yann Tiersen: Amelie – Film (Leichte Bearbeitung für Keyboard easy)

Kostenlose Audio-Files (Midi)

Happy Birthday (Gitarre) J.S. Bach: Air D-Dur (Orchester-Suite Nr. 3)
J. S. Bach: Menuett G-Dur J. S. Bach: Präludium C-Dur
J.S. Bach: Invention Nr. 8 BWV 779 J. Brahms: Guten Abend, gut Nacht
F. Couperin: Postludium A-Dur G.F. Händel: Tochter Zion, freue dich
W. Eigenmann: Chroma-Boogie Jingle bells & Go tell it on the mountain
Zwei russische Weihnachtslieder: Bajuschki baju & Jolotschka Drei Kinderlieder (Violine&Klavier): a) Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann b) Ist ein Mann in‘ Brunn‘ gefallen & c) Merily we roll along
Morgen kommt der Weihnachtsmann Leise rieselt der Schnee & Süsser die Glocken
H. Berlioz: Chor der Trinker (aus „Fausts Verdammnis“) Gloria (Les anges dans nos campagnes)
W. Eigenmann: Frisch auf (Sing-Spruch) A. Vivaldi: Vier Jahreszeiten/Le Quattro Stagioni (Sommer/L’estate)

Pop, Rock, Filmmusik

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Alle nachstehenden Titel dürfen nur als Privatkopien verwendet werden und sind ausschließlich für den persönlichen Eigengebrauch im häuslichen Kreis bestimmt; für jeden anderweitigen Gebrauch lehnt das Glarean Magazin alle rechtliche Haftung ab.

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■ Imagine Dragons / Thunder Klavier (Easy) ■ Justin Timberlake / Can’t stop the feeling Klavier ■ Avicii / Wake me up / Klavier & Vocal
■ Avicii / Hey Brother Klavier ■ James Bond-007 / Skyfall / Adele (Klavier & Vocal)
■ James Bond-007 / Skyfall / Adele (4-stimmiger Chor SATB) ■ Maroon 5: Payphone (Keyboard) ■ Maroon 5: Payphone (Klavier)
■ Yann Tiersen: Amélie-Thema (Comptine d’un autre été –  l’après midi / Klavier) ■ Lady Gaga: Alejandro (Klavier) ■ Michael Jackson: Earth Song (Klavier/Keyboard/Gesang)
■ Abba: Mamma mia (Keyboard) Harry Potter – Hedwig-Thema (Klavier) ■ Hot Butter: Pop Corn (Keyboard)
■ ACDC: Money talk (Klavier) ■ Christina Aguilera: Hurt (Keyboard) ■ Green Day: Boulevard of broken dreams
■ Christina Aguilera: Hurt (Keyboard) ■ Green Day: Boulevard of broken dreams (Keyboard) Star Wars – Main Theme (Klavier-Piano) Star Wars – Main Theme (Keyboard)
James Bond-007 / Monty Norman / Theme (Keyboardf) ■ John Lennon / The Beatles: Imagine (Klavier&Keyboard) River flows in your / Yiruma / Twilight (Klavier)
■ Pink: U + Ur Hand (Klavier) ■ Mani Matter: s’Zündhölzli (Keyboard) ■ Queen: We will rock you (Klavier)
■ Rihanna: Don’t stop the music (Keyboard) ■ Rihanna: Umbrella (Keyboard) ■ Melanie Fiona: Monday Morning (Klavier)
■ Melanie Fiona: Monday Morning (Keyboard) ■ Leona Lewis: Better in time (Keyboard) ■ Film-Theme (Badelt): He’s a Pirate (Klavier)
■ Film-Theme (Badelt): He’s a Pirate / Fluch der Karibik (Keyboard) ■ Mariah Carey: Hero (Song & Klavier/Guitar – Piano) ■ Film-Theme (Dion): My heart will go on / Titanic (Keyboard)
■ Film-Theme (Disney): The bare necessities (Dschungelbuch/Jungle book – T. Gilkyson – Keyboard) ■ The Beatles: Yellow Submarine & Yesterday (Keyboard) ■ Henry Mancini: The Pink Panther (Klavier)
■ Bruno Mars: Grenade (Klavier / Piano) ■ Bruno Mars: Grenade (Keyboard) ■ Scorpions: Still loving you (Piano & Keyboard)
■ Adele: Someone like You (Keyboard) ■ Adele: Someone like You (Klavier) ■ Fugees: Killing me softly (Keyboard)
■ Helene Fischer: Von hier bis unendlich (Solo-Gesang & Piano/Keyboard) ■ Carly Rae Jepsen: Call me maybe (Klavier / Piano / Keyboard) ■ Emily Sande: Read all about it (Keyboard)
■ Helene Fischer: Atemlos durch die Nacht (Keyboard) ■ One Republic: Counting Stars (Keyboard) ■ One Direction: Steal My Girl (Klavier – Piano)
■ Adel Tawil: Lieder (Keyboard) ■ Ed Sheeran:  Supermarket Flowers (Melodie-Singstimme & Klavier) ■ Ed Sheeran:  Perfect (Klavier einfach / Easy Piano & Vocal-Gesangs-Text)
■ Adele: Hello (Keyboard) ■ Josh Groban:  You raise me up (Klavier easy) ■ Ed Sheeran:  Photograph (Klavier einfach / Easy Piano & Vocal-Gesangs-Text)
■ Maroon 5: Memories (Klavier/Piano) ■ Selena Gomez: We Don’t Talk Anymore (Klavier/Piano)

Gratis-Weihnachtslieder

Jingle bells (2 Panflöten) Go tell it on the mountains (Keyboard/ pdf)
Oh du fröhliche (2 Violinen) Adeste fideles – Herbei o ihr Gläub’gen (Keyboard)

Christmas for Pan - Die schönsten Weihnachtslieder aus aller Welt - Für 1 oder 2 Panflöte(n) - Scriptum VerlagAnzeige

Christmas for Pan

„Christmas for Pan“ ist eine Sammlung der 22 schönsten Weihnachtslieder aus aller Welt für eine oder zwei Panflöte/n. Der Schwierigkeitsgrad bewegt sich zwischen sehr leicht bis mittelschwer. Mit Strophen-Texten zum Mitsingen. Jedes Stück kann auch solistisch gespielt werden.

Lesen Sie hier mehr über „Christmas for Pan“


Alle Jahre wieder (2 Violinen) Lasst uns froh und munter sein (Klavier)
■ Zwei russische Weihnachtslieder: Bajuschki baju & Jolotschka (Gitarre solo) Stille Nacht, heilige Nacht (Gitarre – Keyboard – Piano)
Stille Nacht, heilige Nacht (Klavier) Stille Nacht, heilige Nacht (Keyboard)
Stille Nacht, heilige Nacht (Akkordeon)

Vom Himmel hoch (Akkordeon) Leise rieselt der Schnee & Lasst uns froh und munter sein (Klarinette&Klavier)
Go tell it on the mountains (2 Panflöten) Kling, Glöckchen (Klavier – Keyboard – Gitarre)
Feliz Navidad (Klavier – Keyboard – Gitarre) Kumbaya my Lord Spiritual (Chor&Gitarre)
In dulci jubilo (Keyboard) Ihr Kinderlein kommet (Klavier)
Ihr Kinderlein kommet (Keyboard) Was soll das bedeuten / Hirtenlied (Gesang&Gitarre)
■ G. F. Händel: Joy to the World (aus Messias / Klavier – Keyboard – Gitarre) Oh Tannenbaum (Klavier)
Hark! The angels sing (Lied&Akkorde) Morgen kommt der Weihnachtsmann & Ihr Kinderlein kommet (Violine&Klavier)
Andachtsjodler (Klavier) Es schneielet, es beielet (Klavier)
Süßer die Glocken nie klingen & Leise rieselt der Schnee ( Gitarre) ■ G. F. Händel: Tochter Zion (Klavier/Piano)
Winter Wonderland ( Klavier) Winter Wonderland ( Keyboard)
■ J.Hopkins: Wir drei Könige aus dem Morgenland (Saxophon Es & Klavier/Piano)

Kostenlose Schach-Materialien

5-Züge-Eröffnungsbuch für „Fritz“-Turniere (Ersteller: Michael Scheidl) Download: ZIP-Datei

Five Engine Crackers

Die folgenden 5 modernen Schach-Studien sind für manche Schachprogramme echte Engine Crackers. Viel Spass beim Analysieren mit oder ohne Computer 🙂

FEN-Strings für das schnelle Copy/Paste der Stellungen in das eigene Schachprogramm:

  • 5N1n/3P1p1p/5P1k/1Pp1P2p/4KP1P/2p5/p4b2/5N2 w – – 0 1
  • k7/P4pp1/1P6/2p1P3/2P1n3/p5pB/P4n2/K5b1 w – – 0 1
  • 2k5/p2p4/1P6/P3p3/1q2N3/2p5/K7/7Q w – – 0 1
  • 7k/pp1pBp1N/1p3Pp1/b3K1PR/P3P2p/R1n4P/2P1N1P1/3q4 w – – 0 1
  • 4kb2/Rpn1p1rP/1P1pBPN1/4p3/4P1Qn/3b4/1r2R1K1/3qN3 w – – 0 1

H. Lohmann-Becker: Handbuch Gesangspädagogik

Ungefähre Lesezeit für diesen Beitrag: 2 Minuten

Theorie und Praxis des guten Gesangs

von Walter Eigenmann

An Belcanto-Unterweisungen, Chor-Fibeln, Stimmbildungs-Schulen, Artikulations-Systemen, Atmungs-Techniken u.a, kurzum an Sing-Pädagogischem aller Art (egal ob’s denn gehe um Counter Tenor oder DSDS-Geschrei, Soul-Vibrato oder Rock-Röhren, Koloratur-Kunst oder Schlager-Gesäusel, Schuberts „Winterreise“ oder Bohlens „Cherry-Cherry-Lady“) ist heutzutage wahrlich kein Bedarf mehr. Ebenso wenig mangelt der heutigen Musik-Welt medizinische oder gar musiktheoretische Literatur zum Thema „Singen“. Nicht nach einer mehrhundertjährigen Geschichte des notierten Kunst- und Volksgesanges.

Hildegund Lohmann-Becker: Handbuch Gesangspädagogik, Stichworte zu Theorie und Praxis, Schott Verlag
Hildegund Lohmann-Becker: Handbuch Gesangspädagogik, Stichworte zu Theorie und Praxis, Schott Verlag

Nun denn, mag sich die deutsche Sängerin und Gesangs-Pädagogin Hildegund Lohmann-Becker, Mit-Gründerin der bekannten Lohmann-Stiftung für Liedgesang, gesagt haben: Warum nicht ein Gesangspädagogik-Handbuch schaffen, das Theorie und Praxis in Form eines Stichwort-Lexikons anbietet? Das Resultat ist ein 352-seitiges Kompendium namens „Handbuch Gesangspädagogik“, das beim Vokal „a“ und bei „a-Arbeit“ anfängt, beim „Zwerchfell“ und beim „Zwischenspiel“ aufhört – und dazwischen eine gehörige Menge an kürzeren Artikeln oder längeren Essays, Noten- bzw. Übungs-Material, Begriffs-Definitionen und Kurz-Infos ausbreitet.

Gesangstechnisches neben Menschlich-Psychologischem

Hildegund Lohmann-Becker
Hildegund Lohmann-Becker

Der Band findet dabei die richtige Balance zwischen eher beiläufig interessantem (wenngleich nützlichem) Material einerseits und andererseits jenen Bereichen, die fundamental sind für die Ausbildung künstlerischen Singens und deshalb mehrseitig abzuhandeln waren. Positiv fällt außerdem auf, dass die Autorin mit ihrer 50-jährigen pädagogischen Erfahrung nicht ausschließlich „auf Technik“ macht, sondern bei Stichwörtern wie „Vertrauen“, „Lehrer-Schüler-Verhältnis“, „Lachen“, „Körpersprache“, oder auch „Intuition“, „Üben“ und „Indisposition“ ebenfalls die in aller Pädagogik so unverzichtbare menschlich-psychologische Komponente gebührend einbezieht.

Fazit: Hildegund Lohmann-Beckers „Handbuch Gesangspädagogik“ ist eine nützliche Tipps- und Info-Sammlung in die Hand all jener Gesang-Lernenden wie -Lehrenden, die neben reiner Wissensvermehrung auch Anregungen für vertiefende Detail-Studien suchen. ♦

Hildegund Lohmann-Becker, Handbuch Gesangspädagogik, Stichworte zu Theorie und Praxis, Schott Verlag, 352 Seiten, ISBN 978-3-7957-0595-4

Leseprobe

Leseprobe: Hildegund Lohmann-Becker - Handbuch Gesangspädagogik, Stichworte zu Theorie und Praxis, Schott Verlag
Leseprobe: Hildegund Lohmann-Becker – Handbuch Gesangspädagogik, Stichworte zu Theorie und Praxis, Schott Verlag
Lesen Sie im Glarean Magazin zum Thema Musikkunde auch über
Alexandra Fink: Mit 50 Witzen zum Notenlese-Profi
… sowie zum Thema Vokalmusik in der Rubrik „Heute vor … Jahren“:
Das Musical „Show Boat“

Walter Eigenmann: Der Chor in der romantischen Oper

Ungefähre Lesezeit für diesen Beitrag: 3 Minuten

Vom „Gefangenen“-Hymnus zum „Zigeuner“-Kolorit

von Walter Eigenmann

Die „romantische“ Oper, also jene musiktheatralische Ausprägung, welche die „ernste“ Bühnenmusik fast des gesamten 19. Jahrhunderts beherrschte, ist sowohl stilistisch wie inhaltlich nicht einheitlich zu fassen.
Zwischen etwa Carl Maria von Webers „deutsch“-volksliedhaft gehaltenem „Freischütz“ (1821 uraufgeführt) und Bizets „französisch“-effektreicher „Carmen“ (1875) oder zwischen der chromatisch stark gebrochenen, „dramatischen“ Harmonik in Wagners „Tannhäuser“ (1845) und dem italienisch-glutvollen, populären Arien-Melos z.B. eines Verdi-„Trovatore“ liegen Welten.

Richard Wagner - Tannhäuser-Aufführung in Bayreuth - Glarean Magazin
Der Chor als Handlungs-Essenz in der Oper: Bayreuther Inszenierung von Wagners „Tannhäuser“

Schon der (ursprünglich literarisch gemeinte) Begriff der „Romantik“ ist ideengeschichtlich widersprüchlich. Immerhin sind etwa, in deutlichem Unterschied zur vorausgegangenen „Klassik“, ein extremes Ausdrucksbedürfnis, die Entgrenzung des Subjekts, eine teils beinahe märchen-hafte Weltsicht, die naturbezogene Idyllik, sowie die Forderung nach Originalität und Neuheit der Werke, gekoppelt mit historisierenden Tendenzen, als die wesentlichen ( wenn hier auch stark vereinfachten) Stichworte im „Programm“ der Romantiker zu nennen.

Besinnung auf das „geschichtliche Erbe“ in den „national-romantischen“ Strömungen

Iphigenie in Aulis - Euripides - Chor der Chalkidischen Frauen - Glarean Magazin
Der Chor nicht als Handlungs-Träger, sondern als Erzähl-Instanz: Chalkidische Frauen in Euripides‘ „Iphigenie in Aulis“

Als ein besonders facettenreicher Aspekt der Oper im 19. Jahrhundert müssen, als Ausdruck der damaligen allgemeinen Besinnung auf das „geschichtliche Erbe“, noch ihre „national-romantischen“ Strömungen – die italienischen (Verdi), deutschen (Wagner), französischen (Bizet) und slawischen (Smetana) „Schulen“ – mit je spezifischem Klang- und Melodien-Kolorit erwähnt werden.

Der Opern-Chor als politischer Verkünder

Dem Chor kommt dabei in der romantischen Oper, ausgehend von seiner wichtigen Rolle in der griechischen Tragödie, den geistlichen und weltlichen Spielen des Mittelalters oder den Masken- und Triumphzügen der Renaissance, eine besondere, teils gar tragende Bedeutung zu. Gerade in der Romantik wird er nicht selten zum eigentlichen Verkünder und Träger des „politischen“ Gehalts einer Oper, oft zum triumphalen Massen-Spektakel, welches die Botschaft(en) des Werkes hundertköpfig multiplizieren soll.

Richard Wagner: Partitur-Auszug des Tannhäusers (Sängerkrieg auf der Wartburg)
Richard Wagner: Partitur-Auszug des Tannhäusers (Sängerkrieg auf der Wartburg)

„Flieg, Gedanke“: Heimliche Nationalhymne Italiens

Verdi - Gefangenen-Chor aus Nabucco - Glarean Magazin
Der Chor als politischer Katalysator: „Gefangenen-Chor“ aus Verdi’s „Nabucco“

Als beispielsweise 1842 in Mailand erstmals Verdis weltberühmter Gefangenen-Chor aus „Nabucco“ („Va pensiero sull’ali dorate“ / „Flieg, Gedanke, auf goldnen Flügeln“) erklang, wusste ganz Italien sofort, für welchen Kampf dieser Hilferuf stand; „Va pensiero“ wurde zum musikalischen Banner des „Risorgimento“ – und blieb bis heute die heimliche Nationalhymne Italiens… ♦

 

Lesen Sie im Glarean Magazin auch über die
Bedeutung des Politischen in der frühromantischen Oper: La Muette de Portici