Veröffentlicht am 14. Dezember 2020
Dramengambit
Stefan Walter
Plötzlich sind wir cool.
Der Spiegel schreibt, die FAZ, die Zeit.
Da geht es nur um eine Kleinigkeit:
Mädchen sitzt auf Stuhl.
Kleines Waisenkind;
bei all dem Mist, den es er-, überlebt,
bei all der Tragik, die das Drehbuch webt:
Mädchen zieht, gewinnt.
Sympathie genügt.
Anstelle alter Männer, kaltem Rauch,
was sonst gibt das Klischee uns? Glatze? Bauch?
Mädchen strahlt und siegt.
Alle werden schwach.
Vorbei die Eifersucht, der Streit, der Neid,
es ist Zweitausendzwanzig, es wird Zeit:
Eine Frau spielt Schach!
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Vielen Dank.

In Zeitungen habe ich schon über das „D.“ gelesen. Jetzt dieser Beitrag im GLAREAN.
Es ist zu hoffen, dass es nicht nur ein Aufflaggern ist. Der Hebel muss bei Kindern in der Schule angesetzt werden, besonders bei Mädchen. Mir ist klar, dass Schach nur zu den Randerscheinungen des schulischen Geschehens zu zählen ist. Es gibt auch in den Vereinen Funktionäre/Spieler, die sich der Schulschachbewegung nicht entziehen.
Es gibt noch genug pädagogische Arbeit zu bewältigen.
Bravo, Herr Walter. Den ganzen Film schön auf den dichterischen Punkt gebracht 🙂 Und die Quintessenz am Schluss: „Eine Frau spielt Schach!“ (Man beachte das Ausrufezeichen…)
Danke sehr für dieses Kleinod. Carla S.