Schach-Gedicht: Die Schlacht von Tilburg (Stefan Walter)

Lese­zeit für die­sen Bei­trag: ca. 3 Minu­ten

Die Schlacht von Tilburg

Stefan Walter

 

Schach-Karikatur von Theo Zasche - Generalfeldmarschall Hindenburg bietet den Feinden Deutschlands Schach
Kari­ka­tur von Theo Zasche: „Schach! Schach!“ (Polit-Schlacht auf dem Brett…)

Die harte Schlacht wogt lang schon hin und her.
Der Brite scheint die Ober­hand zu haben,
das schwarze Heer liegt still im Schützengraben –
die Defen­sive hält, da geht nichts mehr.

Der König schläft gemüt­lich im Palast.
Der Krieg, die Schlacht, das Ster­ben, sie sind weit.
Was küm­mert den Mon­ar­chen wohl das Leid?
Es sind ja nur Sol­da­ten, keine Hast.

Dann drin­gen doch die Rufe an sein Ohr:
„Oh gros­ser König, rette uns, wir hungern,
lass uns nicht län­ger in der Fremde lungern.“
Und er erwacht und schwingt sich schnell empor.

Er bricht auf!
Zu Fuss! Ohne Pferde! Ohne Garde!
Er mar­schiert!
Und mar­schiert! Und mar­schiert! Und marschiert!
Und kein Feind –
nicht Streit­ross, nicht Wach­turm, nicht Bauer –
hält ihn auf.

Nach lan­gem Marsch steht er vor sei­nem Ziel.
Dem dunk­len König sieht er in die Augen.
„Du weisst, ein Flucht­ver­such wird nichts mehr taugen,
und zur Ver­tei­di­gung hast Du nicht viel.“

Es dau­ert etwas, bis der Feind kapiert,
und end­lich auf­gibt. Friede allen Ländern!
Die Welt wird diese Wan­de­rung verändern.
Sie hat auch mich – wie viele – inspiriert.


Ste­fan Walter

Autor Stefan Walter - Schach-Gedicht - Lyrik und Kurzprosa - Glarean MagazinGeb. 1978, Autor von Lyrik und Kurz­prosa, pas­sio­nier­ter Schach­spie­ler, lebt mit sei­ner Fami­lie als Rechts­an­walt in Neuburg/D

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