Computerschach: Godzilla Endgame Chess Puzzles (1)

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Die Grenzen der Schachprogramme

von Walter Eigenmann

Die „Godzilla Endgame Chess Puzzles“ (GECP) sind eine neue Serie von extremen Monster-Endspiel-Aufgaben für Schachprogramme. Diese für die (meisten) Engines nicht innerhalb „nützlicher Frist“ (= ca. eine Minute) lösbaren Puzzles zeigen schonungslos die Grenzen auf, die das schier unerschöpfliche Königliche Spiel immer noch auch den modernen und vielgerühmten Schach-Engines zieht.

Fidelity Chess Challenger 1 (Chicago Januar 1977)
Für den 40-jährigen „Fidelity Chess Challenger 1“ (Chicago Januar 1977) viel zu schwierig: Die Godzilla Endgame Chess Puzzles 2017

Die „Godzilla“-Endspielaufgaben legen den Finger auf all die strukturellen Wunden, die Schachsoftware trotz ausgefeilter Programmierung nach wie vor aufweist: Zugzwang, Horizonteffekt, Endspiel-Wissen, Tablebase-Anbindung, Festung, Blockade und Mattfindung sind hier die Stichworte.

Endspiel-Knowhow der Engines gefordert

Der Begriff des Endspiels wurde dabei recht weit gefasst: Bewusst wurden vereinzelte Aufgaben auch aus der Partiephase Übergang ins Endspiel aufgenommen, um gerade in diesem Bereich den Einfluss der diversen Endgame-Tablebases zu minimieren bzw. das Endspiel-Knowhow der Engines zu fordern.

Die Godzilla Stellungen 1-4

Ein Mausklick auf eine Stelle in der Partie-Notation öffnet ein neues Partie-Fenster; dort lassen sich die Züge nachspielen und die Partie als PGN-Datei downloaden. Um die Aufgaben selber schnell (mittels copy&paste) in ein Programm bzw. in ein Schach-Interface laden zu können, ist jeder Stellung auch der zugehörige FEN-String beigegeben.

FEN-String: Nn6/8/6r1/8/K7/1P6/1R6/3k2N1 w

FEN-String: 1B1K1k2/4N2p/3pP1pP/6p1/p7/3N2b1/2r2p2/8 w

FEN-String: k3K3/P3N3/8/ppp4p/4p1p1/6R1/rn1PP2B/8 w

FEN-String: 7k/3q4/1p3P2/3pP1N1/7N/6p1/1P4P1/3n1KBn w

Studien und Fernschach-Stellungen

Die Serie veröffentlicht in unregelmässigen Abständen jeweils ein Quartett von besonders „monströsen“ Exemplaren. Ein grosser Teil der Sammlung stammt aus dem Genre der Schach-Studie (wobei auf eine gewisse Nähe zur „realen Partie“ geachtet wurde), andere Stellungen sind der Meisterpraxis des Fernschachs sowie Analysen von aktuellen Engine-Turnieren selber entnommen worden. Weniger ergiebig sind hingegen (historische oder moderne) Grossmeister-Turniere, da deren Partien mit zu vielen taktischen Fehlern behaftet sind und darum der tiefenanalytischen Untersuchung mit heutiger Software nicht mehr standhalten.
Ein Mausklick auf eine Stelle in der Partie-Notation öffnet ein neues Partie-Fenster; dort lassen sich die Züge nachspielen und die Partie als PGN-Datei downloaden. Um die Aufgaben selber schnell (mittels copy&paste) in ein Programm bzw. in ein Schach-Interface laden zu können, ist jeder Stellung auch der zugehörige FEN-String beigegeben. ♦

Lesen Sie im Glarean Magazin auch über einen weiteren Engine-Test mit „Monster“-Aufgaben: Die Schach-Suite „Nightmare 2“

… sowie zum Thema Fernschach-Testaufgaben: Brilliant Correspondence Chess Moves BCCM (07)

Schach-Osterei 2017: Weiss gewinnt

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weiss zieht und gewinnt

(Erstveröffentlichung)

Walter Eigenmann: Das Schach-Osterei - Studie - Urdruck April 2017 (Glarean Magazin)
Walter Eigenmann: Das Schach-Osterei – Studie – Urdruck April 2017 (Glarean Magazin) – FEN-String: 2rqnk2/1b4p1/1b4p1/1p4r1/1N4P1/1P4Q1/1P4R1/2BNRK2 w

Urdruck/Copyright: Walter Eigenmann (Glarean Magazin 4/2017)

Allen Leserinnen und Leseren ein frohes Osterfest!

Lösung

Holen Sie sich im Glarean Magazin auch das Schach-Osterei 2010

Computerschach: Der Engine-Test „Nightmare 2“

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30 Albträume für Schachprogramme

von Walter Eigenmann

Vor ca. einer Dekade veröffentlichte der Autor auf seiner damaligen Website und in div. Internet-Foren eine Datensammlung namens „Nightmare“, die 30 Teststellungen für Schach-Computer-Programme beinhaltete. Diese vornehmlich taktisch geprägten Aufgaben aus den Bereichen Eröffnung, Mittelspiel und Endspiel avancierten aufgrund ihres hohen Schwierigkeitgrades schnell zu einer damals recht häufig genutzten Sammlung, wenn es darum ging, neue Schachprogramme im Hinblick auf ihre Schlagkraft beim Aufspüren anspruchsvoller Kombinationen zu prüfen.
Heute, mehr als zehn Jahre später, zeigt sich die Spielstärke der modernen Schach-Engines so deutlich verbessert, dass eine Nachfolge-Suite „Nightmare II“ angezeigt war, welche den Schwierigkeitsgrad der Aufgaben nach oben korrigierte: Alle Teststellungen wurden nun durch noch komplexere ersetzt, insgesamt beinhaltet die neue „Nightmare“-Suite erneut 30 Puzzles des höchsten Schwierigkeitsgrades.

Recherchen in vielen Datenbanken

Vorbei die schönen Anfangsjahre des Computerschachs in den 1970er und -80er Jahren, als jeder Amateur die Blechkisten - hier ein früher
Vorbei die schönen Anfangsjahre des Computerschachs in den 1970er und -80er Jahren, als jeder Amateur die Blechkisten – hier ein früher „Chess Challenger“ von Fidelity Electronics – mit einfachen Bauernopfern bezwingen konnte…

Als Quellen dienten dabei v.a. meine eigenen umfangreichen (teils früheren) Recherchen in verschiedenen Datenbanken, hie und da wurde auch eine besonders interessante Stellung in einschlägigen Computerschach-Foren entdeckt. Weiters durchforstete ich einige neuere Buchpublikationen – darunter namentlich Veröffentlichungen von John Nunn und John Watson – sowie internationale Schach-Magazine. Die schwierigsten, spricht tiefsten Kombinationen finden sich aber naturgemäss in modernen Studien-Sammlungen sowie in den Datenbanken der aktuellen Fernschach-Server.

... während heutzutage ein kleines 2-MB-Programm wie der amtierende Weltmeister
… während heutzutage ein kleines 2-MB-Programm wie der amtierende Weltmeister „Komodo“ mit fast der gesamten menschlichen Grossmeister-Gilde aufräumt

Meine persönliche Einschätzung der neuen „Nightmare“-Aufgaben als besonders anspruchsvolle beruht im wesentlichen auf Stichproben mit einigen führenden Engines im Computerschach-Bereich. Die Analysen erarbeitete ich vorwiegend mit dem Freeware-Programm „AsmFish“ (einem schnellen Assembler-Derivat von „Stockfish“), dessen Stellungsbewertung meines Erachtens zu den momentan zuverlässigsten der aktuellen Engine-Szene gehört, sowie mit dem (bereits etwas älteren) Interface „Deep Shredder“. Dieses weist ein besonders nützliches Feature auf, nämlich die sog. „Computerassistierte Partieanalyse“: Für jeden bereits untersuchten Varianten-Zug lässt sich dessen „Stellungswert“ abspeichern, womit die interaktive Analyse bzw. die Eliminierung unproduktiver Variantenzweige merklich beschleunigt werden kann.

15-30 Sekunden Zeit pro Stellung

Das menschliche Vorstellungsvermögen zu reproduzieren ist für Maschinen oft unmöglich, und wenn dann noch Glanzzüge eines Schachgenies wie Garry Kasparov gefunden werden sollen, ist meist Endstation für Programme - wie z.B. in der obigen Stellung (aus Kasparov-Andersson, Reykjavik 1988), wo ein absoluter Winner versteckt ist. Weiss zieht und gewinnt - findet Ihr Lieblingsprogramm die Lösung innerhalb einer Minute?
Das menschliche Vorstellungsvermögen zu reproduzieren ist für Maschinen oft unmöglich, und wenn dann noch Glanzzüge eines Schachgenies wie Garry Kasparov gefunden werden sollen, ist meist Endstation für Programme – wie z.B. in der obigen Stellung (aus Kasparov-Andersson, Reykjavik 1988), wo ein absoluter Winner versteckt ist. Weiss zieht und gewinnt – findet Ihr Lieblingsprogramm die Lösung innerhalb einer Minute?

Es gibt heutzutage nicht mehr allzu viele Stellungstypen, die von modernen Schachprogrammen grundsätzlich nicht innerhalb von ca. 30 Sekunden gelöst werden könnten – auch ohne dass man mittels „Special-Tuning“ ihrer Voreinstellungen ( = Rumschrauben an ihren Parametern) extra „schummeln“ müsste.
Gleichwohl ist es gerade anhand von solchen Stellungstests interessant herauszufinden, welches Programm bei welchen Positionen auf Anhieb reüssiert oder nicht – Erkenntnisse, die dann wiederum z.B. in der taktischen Nachbearbeitung von eigenen Turnierpartien oder als Unterstützung im Fernschach zugute kommen können.

Die modernen Engines mögen noch so tief rechnen - der sog.
Die modernen Engines mögen noch so tief rechnen – der sog. „Horizont-Effekt“ holt sie doch immer wieder ein: Dass in der obigen Stellung (aus einer Fernschach-Partie Smith-Gach 1999) der Weisse einfach nur die Damen tauschen und dann das Bauern-Endspiel nach Hause schaukeln kann, sehen auch viele Spitzenprogamme (noch) nicht.

Meine subjektive Vorgabe an eine moderne Engine ist darum: Wenn ein Programm (mit den implentierten Default-Einstellungen ihres Programmierers) auf aktueller Durchschnitts-Hardware eine korrekte Teststellung nicht innerhalb einer halben Minute lösen kann, hat sie Verbesserungspotential…
Jenen Schachfreunden, die mit „Nightmare II“ eigene Engine-Tests durchführen wollen, empfehle ich also eine Bedenkzeit von 15-30 Sekunden pro Stellung mit ca 1-2 GB Hash auf einem Rechner mit mind. 2 Cores (64-Bit) und mind. 2.1-GHz-Prozessor (optional zuzüglich Endspiel-Tablebases). Für starke moderne Prozessoren sollte die BZ maximal 15 Sek. betragen. –

Alle 30 Aufgaben interaktiv nachspielen

English Summary
In 2005 I published a collection of test positions for chess engines, called „Nightmare“. It was a set of 30 very difficult Puzzles. Today, more than ten years later, the modern engines are much stronger. So I created a new collection with 30 new hard positions. I found them in books, in chess forums, in studies databases a.o. (You can download all 30 positions as a EPD-File for your own experiments; with a fairly fast CPU, you should try 60 seconds per puzzle/engine ). Have fun with „Nightmare II“ !

Ich habe die ganze Sammlung als EPD-File aufbereitet (siehe Download-Link unten); dieses kann man bei eigenen Experimenten in die entspr. Schachoberfläche kopieren und dann von den Engines zum Lösen abarbeiten. Besonders geeignete Schach-Interfaces hierzu sind u.a. „Arena“, „Fritz“ und „Shredder“.

Die Analysen für alle 30 Positionen finden sich oben explizit aufgelistet. Ein Mausklick auf einen Zug oder eine Variante öffnet ein Analysefenster, in dem die Stellungen/Verzweigungen interaktiv nachgespielt werden können, Download-Option als PGN-File inklusive.

Extreme Herausforderungen für die Schachprogrammierung

Test-Empfehlung
♦ Bedenkzeit pro Stellung/Engine: 15-30 Sekunden ♦ Hash-Memory: mind. 1 GB ♦ Prozessor: mind. 2 CPU/Cores & mind. 2.1-GHz-Prozessor

Die Teststellungen von „Nightmare II“ sind nicht prinzipiell unlösbar für Computer, und bei jeder Stellung dürfte wohl irgend eine Engine irgendwann fündig werden. Aber „Nightmare II“ ist mit Sicherheit für Schachprogramme insgesamt ein einziger Albtraum, weil alle Puzzles den Finger in die vier grössten, sich gegenseitig bedingenden, ja quasi genetischen Defizite des computergestützten Schachs legen: Zugzwang, Horizonteffekt, Berechnungstiefe und Stellungsbewertung.
Den beiden letzteren Baustellen ist die heutige Schachprogrammierung bereits sehr fortgeschritten zu Leibe gerückt; insbesondere die taktische Durchschlagskraft sorgt schon längst dafür, dass der Mensch gegen die Maschine inzwischen chancenlos ist. Ein paar letzte Bastionen bleiben noch – wie eben „Nightmare II“ recht eindrücklich dokumentiert…
Der Autor wünscht viel Spass bei eigenen Engine-Experimenten! ♦

(Mausklick auf einen Zug oder eine Variante öffnet ein Anlayse-Fenster mit der Option zum Partien-Download (Button rechts unten).

Alternativ lässt sich hier die ganze Sammlung downloaden als PGN-Datei

PS: Ursprünglich suchte diese Aufgabe nur nach der Lösung 1.h4!! Leider fand ich zu spät heraus, dass die Teststellung eine Nebenlösung hat mit Lb3!! Diese wird von den meisten Engines in kürzester Zeit entdeckt…

Die 30 Aufgaben als EPD/FEN-Strings

r4rk1/1bq1bppp/p1npp3/2nB1NP1/1p2P3/2N1B3/PPP1QP1P/2KR2R1 w – – bm Qh5; id „Nightmare II-01 – Koenigsangriff“;
5nr1/2Pp2pk/3Pp1p1/4P1P1/6P1/5K2/8/7n w – – bm c8=N; id „Nightmare II-02 – Springerumwandlung“;
1rb2r1k/3p1pp1/p3p2p/1p2P3/4q3/1N2B1R1/PPP1N1P1/2KR1B2 w – – bm Nf4; id „Nightmare II-03 – Initiative“;
r2qrb1k/3n2p1/p2p3p/1p1b4/Pnp1N1N1/5R1P/1P3PP1/1BBQR1K1 w – – bm Nxh6; id „Nightmare II-04 – Springeropfer“;
6k1/bpR5/8/7K/8/3p4/1Rb2rpB/8 w – – bm Rbxb7; id „Nightmare II-05 – Endspiel T&T&L vs T&L&L&B“;
8/4kpp1/1pQq3p/p7/P7/3P2P1/2P2P1P/6K1 w – – bm Qxd6+; id „Nightmare II-06 – Endspiel D vs D“;
6r1/6r1/2p1k1pp/p1pbP2q/Pp1p1PpP/1P1P2NR/1KPQ3R/8 b – – bm Qf5; id „Nightmare II-07 – Festung“;
2r1k1r1/3q4/p1nBpp1p/8/B5p1/4RbK1/PP1Q1P1P/2R5 w – – bm h4, Bb3; id „Nightmare II-08 – Offene Linie“;
7k/1p5p/2qpn1PP/Pp1p4/8/3B2p1/3B1pP1/R4K2 w – – bm a6; id „Nightmare II-09 – Patt“;
2b1r3/r2ppN2/8/1p1p1k2/pP1P4/2P3R1/PP3PP1/2K5 w – – bm Nd6+; id „Nightmare II-10 – Endspiel T&S&B vs T&T&L“;
r5k1/p1pb2bp/3p3r/P1pPp1p1/2B1Pq2/1R2QPp1/1P4PP/5RBK b – – bm Rxh2+; id „Nightmare II-11 – Koenigsangriff“;
4K2k/1pQp3p/1R4p1/1P4P1/8/3P3P/1q3r2/8 w – – bm Qd8; id „Nightmare II-12 – Endspiel D&T vs D&T“;
2k2Br1/p6b/Pq1r4/1p2p1b1/1Ppp2p1/Q1P3N1/5RPP/R3N1K1 b – – bm Rf6; id „Nightmare II-13 – Koenigsangriff“;
r1bqr1k1/3n1ppp/p2p1b2/3N1PP1/1p1B1P2/1P6/1PP1Q2P/2KR2R1 w – – bm Qxe8+; id „Nightmare II-14 – Damenopfer“;
4K1k1/8/1p5p/1Pp3b1/8/1P3P2/P1B2P2/8 w – – bm f4, Bd1; id „Nightmare II-15 – Endspiel L vs L“;
2r2k2/8/8/3Rp1N1/2P3K1/8/2p4B/8 w – – bm Ne6+; id „Nightmare II-16 – Endspiel T&L&S vs T&B“;
8/4nk2/1p3p2/1r1p2pp/1P1R1N1P/6P1/3KPP2/8 w – – bm Nd3; id „Nightmare II-17 – Endspiel T&S vs T&S“;
r1b2rk1/2q1bppp/p2pp3/2n3PQ/1p1BP3/1BN5/PPP2P1P/2KR2R1 w – – bm Bf6; id „Nightmare II-18 – Koenigsangriff“;
5B2/1p1nNp2/8/1P2R3/3p3q/8/p1K1P1Q1/k3b3 w – – bm Ng6; id „Nightmare II-19 – Springeropfer“;
r3r1k1/pp1q1p2/2p2npb/PPPp4/3Pp3/2NNPpP1/1R1B1P1K/3Q3R b – – bm Kg7; id „Nightmare II-20 – Starke Felder“;
1r6/4k3/r2p2p1/2pR1p1p/2P1pP1P/pPK1P1P1/P7/1B6 b – – bm Rxb3+; id „Nightmare II-21 – Endspiel T vs T“;
r1q2rk1/ppp1bp2/6p1/3pNPn1/7p/2PP3P/P6B/1R1Q1RK1 w – – bm f6; id „Nightmare II-22 – Bauernopfer“;
1k6/bPN2pp1/Pp2p3/p1p5/2pn4/3P4/PPR5/1K6 w – – bm Na8; id „Nightmare II-23 – Zugzwang“;
7q/P3RP2/2p2n2/8/N7/p7/2B5/k1K2b2 w – – bm a8=Q; id „Nightmare II-24 – Endspiel T&L&S vs D&L&S“;
r1q2k2/pppb3r/2n1pBp1/3pPp1p/3P1Q1P/P2B4/2P2PP1/R3K2R w KQ – bm g4; id „Nightmare II-25 – Linienoeffnen“;
r5k1/6b1/2Nq4/2pP1p2/p1P1pPr1/Pp6/3R2PQ/1K3R2 b – – bm e3; id „Nightmare II-26 – Raeumung“;
r3kb1r/4Pp2/pn3P2/1pp3B1/2p5/2N3P1/PP3P1P/3RKB1b w kq – bm h4; id „Nightmare II-27 – Initiative“;
N7/8/2KQ2rp/6k1/3p3p/2p4P/4PP2/5N2 w – – bm f4+; id „Nightmare II-28 – Endspiel D&S vs T&B“;
Nn6/8/6r1/8/K7/1P6/1R6/3k2N1 w – – bm Ka3; id „Nightmare II-29 – Endspiel T&S&S vs T&S“;
r3rnk1/1bq1bpp1/pp2p3/3pP2Q/P4p2/1NNB1R2/1PP4P/2KR4 w – – bm Rg1; id „Nightmare II-30 – Koenigsangriff“;

EPD-Download (zip)

Lesen Sie im Glarean Magazin zum Thema „Testaufgaben für Schachprogramme“ auch über den Endspiel-Stellungstest von Walter Eigenmann (E-E-T)

… und lesen Sie ausserdem den grossen Report: Die besten Online-Schach-Portale

Mihai Neghina: König jagt Dame (Schachstudie)

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Triumph des strategischen Denkens

von Walter Eigenmann & Peter Martan

Dem bekannten rumänischen Schachstudien-Komponisten und Software-Ingenieur Mihai Neghina ist in seiner jüngsten Komposition „König jagt Dame“ das schier Unmögliche gelungen: Nicht der König wird das Opfer der allgewaltigen Dame, sondern umgekehrt der schutzbedürftige King trickst die gegnerische Queen nach Strich und Faden aus.  Eine Königswanderung von fast 20 Zügen übers ganze Brett führt schliesslich zur völligen Paralyse der schwarzen Bastion.
Eine tolle neue Schach-Schöpfung des für seine tiefgründigen Probleme bekannten Komponisten: Verblüffend sind nicht nur ihre Zwangsläufigkeit und ihre Weitsicht, sondern auch ihr hoher Grad an Realitätsnähe, könnte dieses Endspiel doch auch zwangslos aus einer real gespielten Partie entstanden sein.

Praktisch unlösbar auch für moderne Schach-Engines

Komponist hochkomplexer Schach-Studien: Mihai Neghina
Komponist hochkomplexer Schach-Studien: Mihai Neghina

Aufgrund der strategischen Tiefe ist die Stellung so komplex, dass es nutzlos wäre, etwa Schach-Computer bzw. -Software darauf ansetzen zu wollen: Auch die stärksten Programme – von hochspezialisiert „getunten“ Mate-Finders oder spezifischen Anti-Nullmove-Derivaten vielleicht abgesehen – ertrinken in den Miriaden von Zügen, so dass für sie der einzige Gewinnzug völlig im Nirwana des praktisch unendlichen Berechnungshorizontes untergeht.
Falls „zufällig“ doch ein Schachprogramm den richtigen Zug findet, wird die Position stets als remis und nicht als gewonnen eingestuft – ein klares Indiz dafür, dass der Computer keine „Ahnung“ vom schachlichen Potential dieser beinahe unlösbaren1) Stellung hat. (Hier ein paar grundsätzliche Informationen zum Spannungsfeld „Computer vs. Schachproblem“).

Noch immer ist also im Königlichen Spiel – ungeachtet des enormen, für menschliche Schachspieler inzwischen unerreichbaren taktischen Niveaus heutiger Schachprogrammierung – das  strategische Vorausplanen die Domäne des Menschen… ♦

 1) Als „unlösbar“ definiert der Autor – im Zusammenhang mit Schachprogrammen – eine Schachaufgabe, für deren Lösung eine nicht-manipulierte und nicht spezialisiert getunte, also in ihrem originalen Zustand eingesetzte sowie in dem international anerkannten Engine-Ranking CCRL gelisteten Engine länger als eine Stunde braucht, um sowohl einen korrekten Gewinnzug als auch eine korrekte Stellungsbewertung zu liefern.

Weiss am Zuge gewinnt

Die Schachstudie "König jagt Dame" von M. Neghina (Urdruck 2015 Glarean Magazin)
Die Schachstudie „König jagt Dame“ von M. Neghina (Urdruck 2015 Glarean Magazin)

© Mihai Neghina, Studie 2015/10, Urdruck Glarean Magazin


Weitere Studien von Mihai Neghina im Glarean Magazin

Mihai Neghina: Die Widerspenstige (Schachstudie)

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Mihai Neghina: „Die Widerspenstige“

Weiss am Zuge hält remis

Schach-Studie Stubborness (M. Neghina - Glarean Magazin)© Mihai Neghina, Studie 2011/3, Urdruck Glarean Magazin


Lesen Sie im Glarean Magazin auch von Mihai Neghina die schwierige Damen-Schachstudie
… und zum Thema Schach-Aufgaben über
Günter Lossa: Der entscheidende Zug

Gerhard Josten: A Study Apiece (Problemschach)

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Faszinierender Blick in die Studienschach-Küche

von Walter Eigenmann

Der 72-jährige Kölner Schachkomponist, -historiker, -feuilletonist und -schiedsrichter Gerhard Josten ist in der internationalen Schachszene seit Jahren eine ebenso markante wie produktive Persönlichkeit. Seinen Arbeiten, Büchern, Reportagen und Untersuchungen rund ums vielseitig schillernde Thema „Schach“ begegnet man in Schachzeitungen wie der Rochade Europa, auf Problemschach-Portalen wie der Schwalbe und bei anderen internationalen Turnier-Ausrichtern, in zahlreichen Monographien, ja sogar in einem gestandenen Schach-Roman. Sein neuester Coup: Die Studien-Sammlung „A Study Apiece“.

68 Studien-Komponisten aus aller Welt

Gerhard Josten: A Study Apiece (Problemschach und Studien) - Edition JungDer umtriebige Enthusiast des Königlichen Spiels hat die Welt des Problemschachs um eine weitere Publikation bereichert, indem er 68(!) bekannte (und auch weniger bekannte) Autoren aus aller Welt einlud, je eine eigene Lieblingsstudie und deren Entstehungsgeschichte zu einer grossangelegten Anthologie beizusteuern. Das Resultat ist ein 280-seitiges Kompendium namens „A Study Apiece“ („Eine Studie pro Kopf“), das nicht nur international anerkannte Endspielschaffende und faszinierende Schach-Endspiel-Aufgaben versammelt, sondern auch sehr authentische Einblicke eröffnet in die kreative, teils auch skurile, immer aber faszinierende Werkstatt moderner Studienschöpfer.

Gerhard Josten (*1938)
Gerhard Josten (*1938)

Die Teilnehmer-Liste von Jostens umfangreicher Sammlung – das Vorwort schrieb übrigens kein geringerer als der EG-Gründer John Roycroft – liest sich dabei wie das „Who-is-who“ der aktuellen internationalen Schachstudien-Szene: Lebende Legenden wie John Nunn und Pal Benkö oder Problemschach-Prominente wie Michal Hlinka, Mikhail Zinar und Jan Rusinek steuerten ihr ganz persönliches „Best-of“ ebenso bei wie solche unbekannten, aber innovativen Komponisten wie Ilham Aliev, Marco Campioli, Yuri Roslov, Gheorghe Telbis oder Wouter Mees – der interessanten Köpfe wären noch einige. Natürlich kann man in solchen Anthologien immer auch ein paar wichtige Namen vermissen; so hätten meines Erachtens Kostproben verschiedener jüngerer, aber nichtsdestoweniger einflussreicher Autoren wie beispielsweise Abdelaziz Onkoud, Piotr Murdzia oder Miodrag MladenoviÄ den Band noch zusätzlich aufgewertet.

Simple, aber ästhetisch ansprechende Studien

Jean-Marc Loustau: White to play and win (Phénix 2009)
Jean-Marc Loustau: White to play and win (Phénix 2009)

Und wenn wir schon bei den Schönheitsfehlern sind: Schade, dass den jeweiligen Hauptdiagrammen nicht die gleiche grafische Sorgfalt zuteil wurde, wie sie ansonsten den Band auszeichnet; solche grobpixeligen Illustrationen – wohl durch Vergrösserung entstanden – dürften eigentlich nicht mehr vorkommen im Zeitalter hochtechnisierten Desktop-Publishings, erst recht nicht bei einem stattlichen Buchpreis von knapp 30 Euro. Ansonsten ist „A Study Apiece“ aber ein layouterisch zwar einfach, aber durchaus ansprechend gestalteter, auch buchbinderisch solide gefertiger Band mit zahlreichen Diagrammen, Fotos und viel Varianten- wie Fliesstext; alles in allem sein Geld sicher wert.

Per Olin: White to play and draw (Moskau 1975)
Per Olin: White to play and draw (Moskau 1975)

Die von den 68 Buchautoren präsentierten Aufgaben kommen so vielfältig-heterogen daher wie die Biographien ihrer Schöpfer bzw. die Geschichte(n) ihrer Entstehung. Neben simplen Sechsteinern, die im Zeitalter der Datenbanken keinerlei endspieltechnische, wohl aber ungebrochen ästhetisch-künstlerische Bedeutung haben (wie obenstehendes Beispiel von J.M. Loustau zeigt), stehen hochkomplexe Patt-Konstrukte wie z.B. Per Olins  Stück (rechts), und natürlich sind innerhalb der beiden Grundforderungen, die eine richtige Endspiel-Schachstudie immer stellt – nämlich entweder a) „Weiss zieht und gewinnt“ oder b) „Weiss zieht und hält remis“ -, zahlreiche „klassischen“ Motive der Studien-Geschichte und deren gewachsene „Studienschulen“ anzutreffen.

Studien-Komposition im Computer-Zeitalter

Emil Melnichenko:
Emil Melnichenko: „I never totally trust the machine…“

Wie stehen eigentlich die heutigen Studien-Komponisten zum Problemfeld „Computer“? Charakteristisch hierzu scheint das Statement des bedeutenden neuseeländischen Autors Emil Melnichenko zu sein, der (S.153ff) schreibt: „Today, I usually check my work with a computer, but I never totally trust the machine, and I certainly never use it to garner ideas, because I do not know how, nor do I enjoy the human computer interface, in fact, I find it tedious, distracting and contra the artistic spirit that employs serendipity as muse.“ Und weiter stellt Melnichenko klar, dass er zwar um die Präzision der sog. EGTBs wisse, aber trotzdem an der Jahrhunderte alten Konvention festhalte: „Computer literate composers are welcome to make use of their power but as a dinosaur I still remain attached to the primitive and manual method of composing that employs a tangible medium I have enjoyed since youth, in preference to one I personally find self defeating.“

Schachprogramme entlarven preisgekrönte Aufgaben

Drei Pioniere der Computer-Endspiel-Forschung: Ken Thompson, Eugene Nalimov, Stefan Meyer-Kahlen (v.o.n.u.)
Drei Pioniere der Computer-Endspiel-Forschung: Ken Thompson, Eugene Nalimov, Stefan Meyer-Kahlen (v.o.n.u.)

Natürlich ist ein solches Selbstverständnis des „artistic spirit“ zu respektieren, gleichwohl muss leise angemerkt werden, dass in den einschlägigen Studien-Datenbanken mit ihren abertausenden von Aufgaben zahlreiche – teils bekannte, ja als „historisch wertvoll“ deklarierte – Stücke lagern, deren Lösungszüge das doppelt vergebene Ausrufezeichen keineswegs verdienen, sondern vielmehr von dem ach so tumben Computer unbarmherzig als nebenlösige oder gar inkorrekte Kompositionen entlarvt werden. Heutzutage tut ein Studien-Autor also gut daran, seine Vielzüger- bzw. -steiner dem finalen Röntgenlabor seines heimischen Silikanten und dann erst dem internationalen Schiedsrichter zuzustellen… (Inwieweit auch „A Study Apiece“ fehlerhafte Aufgaben enthält, habe ich nicht en détail untersucht; anzunehmen ist aber, dass Herausgeber (und Computerschach-Sympathisant) Josten diesbezüglich seine Hausaufgaben gemacht hat).

Nichtsdestoweniger soll in diesem Zusammenhang eine warnende Stellungnahme des bulgarischen Schiedsrichters Petko Petkov nicht unterschlagen werden (S.14ff): „Because at present we have many bad examples with using of ‚Nalimov’s databases‘ I think that this threat to endgame genre is very serious an can be fatal in near future when this databases can embrace settings with 7 pieces on the board. But after that can follow also envelop of 8,9 etc. positions. If the Nalimov’s tables give all positions with 7 pieces […] the ‚moving-formula‘ for the many endgames can be: x+7 where all new themes and ideas the composer should demonstrate only in this ‚introduction‘ with ‚x‘ pieces, because after it all is without any sense banal known. As professional lawyer I should say that at present very important for the world endgame – composition ist the question for the copyrights in the light of existence of Nalimov’s databases. If after x moves we receive a position with 6 pieces which is computer – Nalimov’s position the main question ist obviously how fare are original these x moves as an introduction…“

Von der kurzen Notiz bis zur mehrseitigen Analyse

 Schach-Studien kennt die Welt schon seit alters her; hier ein Detail aus dem
Schach-Studien kennt die Welt schon seit alters her; hier ein Detail aus dem „Buch der Spiele“ von König Alfons dem Weisen (13. Jh.)

Die je spezifische Art, wie die 68 Co-Autoren des Bandes ihre Werke vorstellen, wirft ein bezeichnendes Licht auf ihre Komponisten-Persönlichkeit: Einigen wie z.B. Javier Ibran genügen zwei Seiten, zwei Diagramme, zwei Varianten und ein paar Sätze, um ihre Lieblingsposition in Szene zu setzen, andere wie z.B. Siegfried Hornecker erläutern ihren kompositorischen Höhenflug auf fünf und mehr Seiten mittels ausgiebiger Verbalität, wieder andere (z.B. Daniel Keith) stürzen sich variantenverliebt in geradezu Hübnersche Abspiel-Orgien.

Dieser immer sehr subjektive, für den Leser interessant und authentisch wirkende Zugriff aller Komponisten auf ihre ganz persönliche „Top-One“-Stellung ist die grosse Stärke von „A Study Apiece“. Gerhard Josten legt mit dieser Endgame-Anthologie keine erschlagende Fülle von hunderten Aufgaben vor, sondern ein fast intimes, autobiographisches Kaleidoskop der Herstellungsverfahren und der individuellen Motivation der Studien-Schaffenden. In dieser betont persönlich-offenen Art des Einblicks in die internationale Werkstatt der Endspiel-Komposition sucht dieses Schachbuch von Herausgeber Gerhard Josten seinesgleichen. (Selbstverständlich ist der Band bei solch internationaler Autorenschaft komplett in englischer Sprache gehalten). Eine sehr willkommene, die bestehende Problem-Bibliothek bereichernde Buch-Edition. ♦

Gerhard Josten (Hg.), A Study Apiece (68 Studien-Autoren und ihre Lieblingsaufgaben – engl.), Edition Jung Homburg, 280 Seiten, ISBN 978-3-933648-38-9

Lesen Sie im Glarean Magazin zum Thema „Problemschach und Schachstudien“ auch über András Mészáros: 1000 Schach-Endspiel-Studien


English Translation

(Thanks to John Rice/UK)

A fascinating look into the world of the chess study

72-year-old Gerhard Josten, from Cologne, is a chess composer, historian, feature-writer and judge. For many years he has been both a notable and at the same time a productive figure on the international chess scene. His work, his books, reports and investigations concerning the multifaceted and enigmatic subject that is „chess“ can be found in chess magazines such as Rochade Europa, in chess-problem outlets like Die Schwalbe and at other international tourney events, in numerous monographs and even in a mature chess novel.

Now this energetic enthusiast of the royal game has enriched the world of chess composition with another publication. He invited each of 68 (!) well-known (and less well-known) composers from all over the world to contribute one favourite study from their own output, along with details of its genesis, to be included in a wide-ranging anthology. The result is a 280-page volume entitled „A Study Apiece“ which, with its assembly of internationally recognised names, provides not only a collection of absorbing chess endgame-studies but also a genuine insight into the creative and sometimes comical yet always fascinating workshop of present-day study-composers.

The list of contributors to Josten’s extensive collection, with its preface written by no less a figure than EG-founder John Roycroft, reads like a „Who’s who“ of the current international chess-study scene. Living legends such as John Nunn and Pal Benkö or leading figures of compositional chess like Michal Hlinka, Mikhail Zinar and Jan Rusinek sent in their very personal „best“ selections, alongside lesser known yet innovative composers such as Ilham Aliev, Marco Campioli, Yuri Roslov, Gheorghe Telbis or Wouter Mees and a number of other interesting figures. Of course it’s always possible with such anthologies to regret the absence of important names; in my view the inclusion of samples from various younger but no less influential composers such as Abdelaziz Onkoud, Piotr Murdzia or Miodrag Mladenovic, to name just a few, would have appreciably enhanced the value of the work.

And while we’re on the subject of shortcomings, it’s a pity that the main diagrams were not accorded the graphical care that characterises the rest of the book. Such unrefined illustrations, doubtless enlargements, have no place in the digital age of desktop publishing, especially not in a book with a cover price as high as 30 Euros. But otherwise „A Study Apiece“, with its admittedly simple layout, is attractively produced in a robust binding, with numerous diagrams and photos, and text typeset both for variation-play and for continuous reading. All in all it’s certainly worth the asking price.

The studies of the 68 contributors appear just as varied as the biographies of their composers and the details of the works‘ genesis. Alongside simple 6-piece items, which in these days of endgame databases have no technical significance but still display a certain aesthetic artistry (like Loustau’s diagrammed example), one finds highly complex stalemate constructions such as Per Olin’s study (diagrammed). And of course within the two basic stipulations found in all genuine chess endgame studies, viz. (a) White to play and win or (b) White to play and draw, one comes across innumerable „classical“ features from the history of studies and the various study-schools that have arisen.

What is the attitude of today’s study-composers to the thorny question of computers? This statement (p.153ff) from the eminent composer from New Zealand, Emil Melnichenko, seems typical: „Today, I usually check my work with a computer, but I never totally trust the machine, and I certainly never use it to garner ideas, because I do not know how, nor do I enjoy the human computer interface, in fact, I find it tedious, distracting and contra the artistic spirit that employs serendipity as muse.“ And Melnichenko goes on to affirm that while he knows about the precision of so-called EGTBs he still sticks to the centuries-old convention: „Computer-literate composers are welcome to make use of their power but as a dinosaur I still remain attached to the primitive and manual method of composing that employs a tangible medium I have enjoyed since youth, in preference to one I personally find self-defeating.“

Naturally this awareness of the „artistic spirit“ commands respect. At the same time it must be observed that in the relevant study databases with their many thousands of compositions there are numerous items stored, in some cases well-known and in others deemed to be „of historical value“, whose solutions contain moves that in no way merit the double exclamation-mark but which are mercilessly revealed by the crass computer to be cooked or completely insoluble. Nowadays a composer is well advised to give his study, if it has many moves and/or pieces, to the x-ray lab of his personal silicon-friend before submitting it to the international judge… (I have not investigated in detail whether „A Study Apiece“ contains faulty compositions; but it is to be assumed that editor Josten, who is by no means averse to computer-chess, has done his homework in this regard.)

Nevertheless a note of caution is sounded in this connection by Bulgarian judge Petko Petkov (p.14ff), and it deserves a mention: „Because at present we have many bad examples with using of ‚Nalimov’s databases‘ I think this threat to endgame genre is very serious and can be fatal in near future when this databases can embrace settings with 7 pieces on the board. But after that can follow envelop of 8, 9 etc. positions. If the Nalimov’s tables give all positions with 7 pieces […] the ‚moving-formula‘ for the many endgames can be: x+7, where all new themes and ideas the composer should demonstrate only in this ‚introduction‘ with ‚x‘ pieces, because after it all is without any sense banal known. As professional lawyer I should say that at present very important for the world endgame-composition is the question for the copyrights in the light of existence of Nalimov’s databases. If after x moves we receive a position with 6 pieces which is computer-Nalimov’s position, the main question is obviously how fare are original these ‚x‘ moves as an introduction…“

The individual manner in which the 68 co-authors of the book present their work casts a distinctive light on their composing personality. Some, like e.g. Javier Ibran, need no more than 2 pages, 2 diagrams, 2 variations and a few sentences to tell us everything about their chosen position. Others, e.g. Siegfried Hornecker, spread themselves over 5 or more pages of elaborate verbosity, while others again (e.g. Daniel Keith) take delight in plunging into an orgy of variations in a manner worthy of Hübner.

The way each composer approaches his personal favourite position is always very subjective and interesting to the reader, and it conveys a truly genuine impression. This is the great strength of „A Study Apiece“. In this endgame anthology Gerhard Josten does not offer a deadening mass of hundreds of studies, but an almost intimate, autobiographical kaleidoscope of study-composers‘ processes of creation and individual motivation. This work by editor Gerhard Josten provides an emphatically personal insight into the international workshop of endgame composition, and as such it is unlike any other chess book. (Of course with contributions on an international scale the book is in English throughout.) A very welcome publication that enriches the existing library of chess composition. (Walter Eigenmann)

Lesen Sie im Glarean Magazin zum Thema Schach-Studien auch von Mihai Neghina: Dame im Käfig

Schach-Osterei 2010: Matt in 7 Zügen

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Matt in sieben Zügen

(Erstveröffentlichung/Urdruck)

Das "Schach-Osterei" 2010: Matt in 7 Zügen (Urdruck)
Das „Schach-Osterei“ 2010: Matt in 7 Zügen (Urdruck)

Urdruck/Copyright: Walter Eigenmann (Glarean Magazin 2010)

Allen Leserinnen und Lesern ein frohes Osterfest!

Lösung: —>(weiterlesen)

Lesen Sie im Glarean Magazin auch über die neue
Schach-Zeitschrift „Caissa“

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Mihai Neghina: Damen-Schachstudie (Urdruck)

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Die zwei Damen im Spiegel

von Peter Martan

Die Schachfreunde unter der „Glarean“-Leserschaft werden sich noch an die Studie von Mihai Neghina erinnern, die unter dem Titel „Dame im Goldenen Käfig“ vor kurzem hier als Urdruck veröffentlicht wurde. Deren Komponist ist ein ganz besonderes Talent im Erdenken von Studien, die Schachprogramme auch heute noch überfordern – überfordern nicht nur hinsichtlich stellungsadäquater Bewertung, sondern auch hinsichtlich ihrer „Belehrbarkeit“.

Spezialist für komplexe Schach-Studien: Mihai Neghina
Spezialist für komplexe Schach-Studien: Mihai Neghina

Denn erkennen Programme heutzutage in der Regel zumindest rasch ihre Fehler, wenn man ihnen die Züge, an denen sie zunächst vorbeirechnen, eingibt, wonach sie dann die richtige Bewertung im Hash zur Ausgangsstellung mit zurück nehmen, hat Neghina mit dieser zweiten Studie – die ebenfalls hier als Urdruck erscheint – neuerlich ein Meisterwerk vollbracht, das die Programme (sogar mit  bekanntem Lösungsweg an frühen Verzweigungen) immer wieder in die alten Fehlbewertungen zurückfallen lässt.

Weiss zieht und gewinnt

Mihai Neghina: "Die zwei Damen im Spiegel" - Schach-Studie (Urdruck) 2009 - 6Nk/pp2Np1p/2p2Pp1/2R2bP1/7K/P7/1q1n1Q2/5n2 w
Mihai Neghina: „Die zwei Damen im Spiegel“ – Schach-Studie (Urdruck) 2009 – 6Nk/pp2Np1p/2p2Pp1/2R2bP1/7K/P7/1q1n1Q2/5n2 w

.© Mihai Neghina, Studie 2009, Urdruck Glarean Magazin

1. Rxf5 gxf5 2. Nh6 Nf3+ 3. Kh5 Qa2 4. a4 a5 5. Qg2 b6 6. Qf2 b5 7. axb5 cxb5
8. Qg2 a4 9. Qf2 a3 10. Qg2 b4 11. Qf2 Qb3 12. Qxf1 Nd2 13. Qg2 Ne4 14. Nhxf5
a2 15. Qxe4 a1=Q 16. Kh6 Qh3+ 17. Nh4 Qxh4+ 18. Qxh4 Qe5 19. Qh1 Qb8 20. Nf5 b3
21. Ng7 Kg8 22. Qe4 Kf8 23. Nh5 b2 24. g6 hxg6 25. Kh7 Qd8 26. Ng7 b1=Q
27. Qxb1 Qd6 28. Qa2 Qxf6 29. Qa3+ Qe7 30. Qa8+ Qe8 31. Qxe8# 1-0

(Analysen: Mihai Neghina & Peter Martan)

Hier können Sie die Züge interaktiv nachspielen


Exkurs: Wenn Schachprogramme Stellungen bewerten…

Die alte Frage, was ein gutes Schachprogramm mehr ausmacht: Suche oder Bewertung, lässt sich an Stellungen wie der obigen am besten ad absurdum führen. Sie ist so sinnlos wie die Frage, ob Ei oder Henne zuerst da war. Wie soll ein Programm richtig bewerten, was es nicht in der Suche findet – und wie soll es wissen, was es in seinem Suchbaum als nutzlos abwerfen kann, wenn die Bewertung der Varianten nicht stimmt?
Fast alle guten Programme favorisieren hier den Lösungszug sofort, die Alternative 1.Sxf5? wird als schwächer erkannt. Der Grund für die Bewertung, die bei den meisten um 0,00 Centipawn herum liegt, ist der Zug 3.Dxf3, nach dem eine forcierte Stellungswiederholung durch Dauerschach gefunden wird. Dass es nach 3.Kh5! einen sicheren Gewinnweg gibt, bleibt im Dunkeln, weil dieser dritte Zug gar nicht erst so weit berechnet wird, dass er in die Bewertung eingeht.

Nun ist das besonders Raffinierte an der Stellung, dass auch nach 10 Zügen in die richtige Gewinnvarianten hinein zwar die Bewertung der Programme hochschnellt, die Variantenzahl mit immer wieder Zugzwang-Pointen in grösseren Halbzugtiefen ist aber so gross, dass es auch im „Rückwärtsgang“, Zug um Zug zur Ausgangsstellung ab der als Gewinn erkannten späteren Verzweigung kaum gelingt, den Engines „beizubringen“, die Gewinnbewertung zu behalten – einfach weil mehr und mehr Varianten dazukommen, die das Ergebnis hinter dem „Horizont“ verschwinden lassen.
Übertragen auf unsere „Zwei-Damen“-Aufgabe bedeutet dies, dass also ihre Zuggenerierung bis zum dritten Zug funktioniert – aber gleichzeitig, dass sie das Potential der Stellung nicht richtig einschätzen, was sich dann ab diesem dritten Zug auch als Fehler auswirkt. Kurzum, die Lösung finden alle Programme schnell, aber aus völlig „falschen Gründen“:  „Operation gelungen, Patient gestorben“.


Die Vorform der „Damen“

Es ist ausgesprochen spannend, solche Studien mit dem Computer zu überprüfen, und auch in den „Zwei Damen im Spiegel“ gab es eine Vorform, die Neghina und mir erst nach längerem Durchforsten mit Computerunterstützung als echtes „Loch“ klar wurde – bei den vielen falschen Remisvarianten, die der Computer vorschlug, war eine echte dabei. Wieder war die Ausgangsstellung nur minimal anders. (Siehe nächstes Diagramm). Besonders findige Studienknacker sind gefordert, die Variante zu finden, an der dieser kleine Stellungsunterschied scheiterte.

Vorform der Studie von Mihai Neghina: "Die zwei Damen im Spiegel" - Schach-Studie (Urdruck) 2009 - - 6Nk/pp2Np1p/2p2Pp1/2R2bP1/1P5K/8/Pq1n1Q2/5n2 w
Vorform der Studie von Mihai Neghina: „Die zwei Damen im Spiegel“ – Schach-Studie (Urdruck) 2009 – – 6Nk/pp2Np1p/2p2Pp1/2R2bP1/1P5K/8/Pq1n1Q2/5n2 w

Widerlegungsvariante der ersten Vorform:
1.Txf5 gxf5 2.Sh6 Sf3+ 3.Kh5 Dxa2 4.Dg2 a6 5.Df2 c5 6.bxc5 [6.b5 a5 7.Dg2 a4 8.Df2 a3 9.Dg2 Dc4 10.Dxf3 Sg3+ 11.Dxg3 De2+ 12.Kh4 De4+ 13.Kh3 Dh1+ 14.Dh2 Df3+ 15.Kh4 De4+] 6…a5 7.Dg2 a4 8.c6 bxc6 9.Df2 a3 10.Dg2 Dc4 11.Dxf3 Sg3+ 12.Dxg3 De2+ 13.Kh4 De4+ 14.Kh3 Dh1+ 15.Dh2 Df3+ 16.Kh4 De4+ ½–½ ♦

Lesen Sie zum Thema Schwierige Endspiele auch über die Schach-Serie Godzilla Endgame Chess Puzzles (4)
Ausserdem im GLAREAN MAGAZIN zum Thema Endspiel-Probleme: Der Studien-Komponist Evgeny Kopylov

Die Schach-Kerze zum 1. Advent 2009

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Die sechszügige Matt-Kerze

Matt in 6 Zügen

Walter Eigenmann: "Die Adventskerze" - Weiss setzt in 6 Zügen matt (Urdruck 29. Nov. 2009 - Glarean Magazin)
Walter Eigenmann: „Die Adventskerze“ – Weiss setzt in 6 Zügen matt (Urdruck 29. Nov. 2009 – Glarean Magazin)

© Walter Eigenmann (Die Adventskerze –
Urdruck: 29. Nov. 2009 / Glarean Magazin)

Lösung hier: —> (weiterlesen…)

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Halloween Chess Puzzle 2009 (Schachstudie)

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Halloween Schach-Studie 2009

Weiss am Zug

The Halloween Chess Puzzle_Glarean Magazine

FEN-String: 2qkbr2/8/r1n2b1p/P2pp2B/3PP3/8/2NRRQ2/3KN3 w

Copyright/Urdruck: Walter Eigenmann
31. Oktober 2009 / Glarean Magazin

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Mihai Neghina: Dame im Käfig (Schachstudie)

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Dame im goldenen Käfig

von Peter Martan

Am Anfang stand eine höchst verzwickte Schach-Aufgabe, erschienen in der Zeitschrift „Matplus„, dann zitiert und analysiert in diversen einschlägigen Internet-Foren. Autor des interessanten Figuren-Werkes: der rumänische Software-Ingenieur Mihai Neghina.
Zwar war die Motivik seiner Studie einleuchtend: Damenblockade mit zwei Springern & Bauern sowie anschliessendem Gewinn mittels Zugzwang. Doch je länger sich der Schreibende gemeinsam mit einer Schar weiterer Analysierenden und unter kräftigster Mithilfe von moderner Schach-Software in das wuchernde Variantengestrüpp vertiefte, umso deutlicher wurde, dass die ursprüngliche Fassung fehlerhaft war; sie enthielt eine ungewollte, wenngleich tiefverborgene Remis-Verteidigung. (Eine solche Studie wird in der Problem-Schach-Szene als „kaputt“ bezeichnet).

Für Schachprogramme unlösbar

Schach-Studien-Komponist Mihai Neghina
Schach-Studien-Komponist Mihai Neghina

Die untenstehend publizierte Version ist eine minim geänderte, aber nun korrekte Fassung und darf darum füglich als eigentlicher Urdruck dieser Studie von Mihai Neghina angesehen werden.
Bemerkenswert ist, dass auch den zurzeit stärksten Computerprogrammen der „Durchblick“ in dieser Stellung hoffnungslos versagt bleibt. Denn massgeblicher Bestandteil der Stellung ist der „Zugzwang„, an dem die ansonsten omnipotenten Schach-Engines noch immer schwächeln aufgrund ihrer sog. Forward-Pruning-Programmiertechniken mittels Nullmove (PDF), auf die sie einerseits angewiesen sind, um die (ihre enorme Spielstärke wesentlich ausmachenden) grossen Zugtiefen zu erreichen, die andererseits aber in Ausnahmestellungen wie dieser immer wieder ihre entspr. Schwäche erbarmungslos aufdecken.
Es dürften also noch zwei oder drei Programm-Generationen ins Computer-Land ziehen, bevor solche Studien wie diese „Dame im goldenen Käfig“ von Schachprogrammen zweifelsfrei reproduziert werden können. ♦

 

Weiss zieht und gewinnt

Mihai Neghina: Dame im Käfig (Schachstudie)© Mihai Neghina, Studie 2009, Urdruck Glarean Magazin

1. Sd4!! Dg7+ 2. Kh3 Dxh6 3. Sf4 Kc8 [ 3…Kd7 4.Sde6 Dxe6+ 5.Sxe6 Kxe6 6.Kg4 Kxe5 7.Kg5+-] 4. Sde6 Kb7 5. h5 c5 [ 5…c6 6.Kg4 Kc8 7.Kf3 Kb7 8.Ke4 Kc8 9.b4 Kb8 10.Kd4 Kb7 11.a5;
5…Kc6 6.Kg4 b5 7.a5 b4 8.c4 Kb7 9.Kf3 c5 10.Ke4 Kc6 11.b3 Kd7 12.Kd5+-;
5…a5 6.Kg4 Kc6 7.c4 Kb7 8.Kf3 c6 9.Ke4 b5 10.cxb5 cxb5 11.b3 b4 12.Kd5 Kb6
13.Kd6 Kb7 14.Kc5 Ka6 15.Kc6 Ka7 16.Kb5+-] 6. Kg4 c4 [ 6…Kc6 7.Kf3 b5
8.a5 c4 ( 8…b4 9.c4+-) 9.Ke4 b4 10.Kd4 Kb5 11.Kd5 bxc3 12.bxc3 Kxa5
13.Kxc4 Kb6 ( 13…Ka4 14.Kd5+-) 14.Kb4 a5+ 15.Ka4 Ka6 16.c4 Kb6
17.c5+ Ka6 18.c6 Kb6 19.c7 Kb7 20.Kxa5+-] 7. Kf3 Kc6 8. Ke4 b5
9. axb5+ axb5
[ 9…Kxb5 10.Kd4 a5 11.Kd5 a4 12.Kd4 Kc6 13.Kxc4+-] 10.Kd4 Kb6 11.Kd5 Ka5 12.Kc5 Ka4 13.Kc6 Ka5 14.Kb7 b4 15.Kc6 bxc3
16.bxc3 Ka4 17.Kc5 Kb3 18.Kd4 Ka4 19.Kxc4 1-0

.(Analysen: Mihai Neghina & Peter Martan)

Die Original-Studie zum interaktiven Analysieren
(Mausklick in die Züge öffnet Brettfenster):

Lesen Sie im Glarean Magazin zum Thema Schach-Endspiele auch über Hans-Joachim Hecht: Königswege im Schach

Peter Krug: Der Güterbahnhof (Schachstudie)

Lesezeit für diesen Beitrag: ca. 2 Minuten

Der Güterbahnhof

Weiss zieht und gewinnt

Peter Krug: "Der Güterbahnhof" (Weiss gewinnt)
Peter Krug: „Der Güterbahnhof“ (Weiss gewinnt)

FEN-String: 6k1/rp3Rb1/3p3p/6N1/8/2p1K3/3P4/5bR1 w

Peter Krug
Urdruck Januar 2009 / Glarean Magazin

„Weiss erobert im Verlauf die siebte Reihe mit beiden Türmen und
gewinnt durch geschicktes Manövrieren der Türme eine Figur.
An dieser Studie arbeitete ich 3 Jahre lang“ (Peter Krug)

(Nachträgliche Analysen mit moderner Software haben ergeben,
dass mit 1.Td7! eine Zweitlösung besteht – Die Red.)

(Klick auf Zug oder Variante öffnet interaktives Varianten-Brett)


Peter Krug

Geb. 1966; seit dem 14. Lebensjahr befasst mit Schach-Aufgaben; 1. Preisträger eines Studien-Wettbewerbes der „Schwalbe“ 2005&2006; lebt als selbstständiger Yoga-Lehrer in Salzburg

Lesen Sie im Glarean Magazin auch von Peter Krug: Schachstudie (Urdruck)

Peter Krug: Schachstudie (Urdruck)

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Weiss zieht und gewinnt

Schach-Studie von Peter Krug (Urdruck)
Schach-Studie von Peter Krug (Urdruck) – 8/2p2q2/8/4N3/8/2KQ4/N5np/6k1 w

Peter Krug   (Co-Analysen: Th. Hall)
Urdruck Dezember 2008 / Glarean Magazin



Peter Krug

Peter Krug wurde 1966 in Salzburg geboren, ist selbstständiger Yoga-Lehrer und lebt in Salzburg; er wurde als Studien-Komponist mehrfach international ausgezeichnet

Lesen Sie im Glarean Magazin zum Thema Schach-Probleme auch über
Gerd W. Hörning: Im Traumland der Schachstudie

Gerd W. Hörning: Im Traumland der Schachstudie

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Faszinierende Rätsel auf 64 Feldern

von Günter Vollbrecht

Nach „Schach zwischen Krieg und Kunst“ (2004) und „Wege zu Schachstudien“ (2006) legt Gerd Wilhelm Hörning nun sein „Traumland der Schachstudie“ vor. Und erneut hat Hörning eine geschickte und abwechslungsreiche Auswahl nicht nur eigener Kompositionen vorgenommen, sondern Studien anderer Komponisten bzw. Co-Komponisten einbezogen. Dabei gelingt es dem Autor, der Leserschaft die eigene Obsession für die Schach-Studie zu vermitteln, er lässt sie teilhaben an einem regelrechten Fluge der Figuren zurück in die Geschichte des Schachs und wieder fort in die Zukunft des Computer-gesteuerten Komponierens.

Schulung des visuellen Denkens

Gerd Wilhelm Hörning - Im Traumland der Schachstudie - Faszination auf 64 Feldern - Edition JungGleichzeitig stellt er aktiven Spielern in seinem Buch auch Übungen vor, die das visuelle Denken schulen und fördern, wobei sich seine schachlichen Kommentare nicht bloss auf die nackten Varianten beschränken, sondern auch schachhistorische Tiefsinnigkeiten und psychologische Erkenntnisse einfliessen lassen. Kurzum, „Traumland der Schachstudie“ kann nicht nur allen Studien-Freunden, sondern auch allen „praktischen“ Schachspielenden wärmstens empfohlen werden.
Aus Gerd Hörnings reichhaltigem jüngstem Schaffen, welches der neue, mit zahlreichen Diagrammen, Illustrationen und theoretischen Abhandlungen garnierte Band dokumentiert, sei hier nur ein kleines, aber feines Beispiel angeführt:

Weiss am Zug gewinnt

8/7p/p4p2/1pp1p2P/1k2P2P/1Pq5/P2Q2P1/1K6 w (Gerd Hörning)
8/7p/p4p2/1pp1p2P/1k2P2P/1Pq5/P2Q2P1/1K6 w (Gerd Hörning)

Gerd W. Hörning:
Weiss am Zuge gewinnt
(A.-Schneider-Internet-Turnier 2003)

1.a3+!! Kxb3 2.Da2+ Ka4 3.Dc2+ Dxc2+ [3…Db3+ 4.Dxb3+ Kxb3 5.g4 Kc3 6.Kc1 a5 7.g5+-] 4.Kxc2 Kxa3 [4…b4 5.axb4 cxb4 6.g4 Ka3 7.Kb1 Kb3 8.g5+-] 5.Kb1 Kb3 [5…b4 6.g4+-] 6.g4 Kc3 [6…h6 7.g5 fxg5 8.hxg5+-] 7.Kc1 a5 [7…b4 8.g5+-] 8.g5 fxg5 [8…a4 9.gxf6+-] 9.hxg5 a4 [9…Kd4 10.g6+-] 10.g6 a3 11.Kb1+-

Buch-Inhalt

Vorwort (Harold van der Heijden) – Einleitung – Vom Wesen der Schachstudie (Das unsichtbare Kraftfeld) – Meine Studien – Gedanken zur Schachstudie – Von der Partie zur Komposition – Gemeinsame Studien – Von der Vorlage und Idee zur Studie – Das Schachspiel ist tot, es lebe das Schachspiel (Random-Schach) – Schlussgedanken – Nachruf auf  Robert James „Bobby“ Fischer

Gerd W. Hörning, Im Traumland der Schachstudie, Faszination auf 64 Feldern, Edition Jung, 76 Seiten, ISBN 978-3-933648-34-1

Probe-Seite aus „Traumland der Schachstudie“

Gerd Hörning: Von der Vorlage und Idee zur Studie (Probeseite)
Gerd Hörning: Von der Vorlage und Idee zur Studie (Probeseite)

Lesen Sie im Glarean Magazin zum Thema Schach-Probleme und -Studien auch von
Walter Eigenmann:
Die Schach-Kerze zum 1. Advent (2009)

ausserdem im GLAREAN zum Thema Studien:
Das Schach-Alphabet: Buchstabe C
Das Schach-Alphabet: Buchstabe A

Schach-Alphabet: Buchstabe H (Studie)

Lesezeit für diesen Beitrag: ca. < 1 Minute

Das Schach-Alphabet

von Walter Eigenmann

Buchstabe H – Weiss gewinnt

Walter Eigenmann hat die acht Linien des Schachbrettes transferiert in die ersten acht Buchstaben des Alphabets: Das Schach-Alphabet: Heute: Buchstabe H.
Copyright 2008 by Walter Eigenmann / Glarean Magazin

Die Lösung: —> weiterlesen

Lesen Sie auch im Glarean Magazin Das Schach-Alphabet: Buchstabe A

… sowie Das Schach-Alphabet: Buchstabe G
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