Wer bin ich? (Women Power 17 – Musik)

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„Erstaunlich präzis und professionell“

Ich glaube ohne alle Angeberei behaupten zu dürfen, dass ich als Musikerin und als Mitglied der „gehobenen Gesellschaft“ weit über dem weiblichen Bildungsniveau meiner Zeit stand. Denn nicht nur, dass mein Vater im Dienste des Nuntius in der österreichischen Hauptstadt stand, sondern auch, dass mein langjähriger privater Lehrer in Musik, in den Sprachen und in der Literatur ein bekannter Dichter am Kaiser-Hof war. Sogar beim großen Haydn nahm ich eine Zeitlang Klavierunterricht.

Messen und Oratorien

Wer bin ich (Women Power 17 – Musik) PortraitBereits als Siebzehnjährige konnte ich erste Messevertonungen vorlegen, die auf allgemeines Lob der Öffentlichkeit stießen. Leider waren meine einzigen gedruckten Stücke zu Lebzeiten zwei Klaviersonaten. Doch aufgeführt wurden meine Werke sehr wohl, z.B. meine Oratorien, und dies teils von bekannten Chören und Orchestern wie der Wiener Tonkünstler-Sozietät.

Posthume Vergessenheit

Mein Kompositionsstil wurde allenhalben gerühmt und mit Komplimenten wie „genial“, „erstaunlich präzis“ oder „professionell“ und „adeliger Ausdruck“ überhäuft. Dass die berühmte Enzyklopädie „Musik in Geschichte und Gegenwart“ lang Zeit meine kompositorische Arbeit als „mittelmäßig“ einstufte, ist nicht nur ein tragisches Fehlurteil aufgrund von Nichtwissen und Chauvinismus, sondern grenzt geradezu an bewusste Geschichtsverfälschung. Heute bin ich eigentlich komplett vergessen – zu unrecht!
Der untenstehende Partitur-Ausschnitt entstammt einem meiner Oratorien.

Also: Wer bin ich?

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