Wer bin ich? (Women Power 17 – Musik)

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„Erstaunlich präzis und professionell“

von Walter Eigenmann

Wer bin ich (Women Power 17 – Musik) PortraitIch glaube ohne alle Angeberei behaupten zu dürfen, dass ich als Musikerin und als Mitglied der „gehobenen Gesellschaft“ weit über dem weiblichen Bildungsniveau meiner Zeit stand. Denn nicht nur, dass mein Vater im Dienste des Nuntius in der österreichischen Hauptstadt stand, sondern auch, dass mein langjähriger privater Lehrer in Musik, in den Sprachen und in der Literatur ein bekannter Dichter am Kaiser-Hof war. Sogar beim großen Haydn nahm ich eine Zeitlang Klavierunterricht.

Messen und Oratorien

Bereits als Siebzehnjährige konnte ich erste Messevertonungen vorlegen, die auf allgemeines Lob der Öffentlichkeit stießen. Leider waren meine einzigen gedruckten Stücke zu Lebzeiten zwei Klaviersonaten. Doch aufgeführt wurden meine Werke sehr wohl, z.B. meine Oratorien, und dies teils von bekannten Chören und Orchestern wie der Wiener Tonkünstler-Sozietät.

Posthume Vergessenheit

Mein Kompositionsstil wurde allenhalben gerühmt und mit Komplimenten wie „genial“, „erstaunlich präzis“ oder „professionell“ und „adeliger Ausdruck“ überhäuft. Dass die berühmte Enzyklopädie „Musik in Geschichte und Gegenwart“ lang Zeit meine kompositorische Arbeit als „mittelmäßig“ einstufte, ist nicht nur ein tragisches Fehlurteil aufgrund von Nichtwissen und Chauvinismus, sondern grenzt geradezu an bewusste Geschichtsverfälschung. Heute bin ich eigentlich komplett vergessen – zu unrecht!
Der untenstehende Partitur-Ausschnitt entstammt einem meiner Oratorien.

Also: Wer bin ich?

Wer bin ich (Women Power 17 - Musik) - Rätsel Glarean Magazin

Lesen Sie im Glarean Magazin auch über das 50-Euro-Preisrätsel: Wer bin ich? April 2008)

50-Euro-Preisrätsel: Wer bin ich? (Woman Power 16 – Literatur)

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Schreiben und spielen

von Walter Eigenmann

50-Euro-Preisrätsel Literatur Wer bin ich (Woman-Power 16) - Glarean MagazinIch war wenig mehr als zehn Jahre alt, als ich bereits ein erstes Mal auf den Brettern stand, die die Welt bedeuten. Seitdem hält mich das Theater gefangen, sei es als Schauspielerin auf großen bundesdeutschen Bühnen u.a. in Brecht-, Kroetz oder Tschechow-Rollen, oder auch als Assistentin bedeutender Regisseure wie Besson oder Langhoff im früheren Ost-Berlin.

Neben meiner Leidenschaft fürs Theaterspielen kristallisierte sich ebenfalls schon sehr bald meine zweite Hochbegabung heraus: Das Schreiben. Mein nach und nach umfangreiches belletristisches Oeuvre an Romanen, Theaterstücken und Erzählungen brachte mir zahlreiche internationale Auszeichnungen ein, u.a. die Mitgliedschaft in der exklusiven Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. Eine besonders hohe Ehre war auch die Aufnahme eines meiner Romane in die Sammlung „1001 Books You Must Read Before You Die“.

Also:
Wer bin ich?

Der(Die) erste Einsender(in) der richtigen Lösung via „Kommentar“ unten erhält 50 Euro überwiesen (bitte keinen Nicknamen, sondern realen Vor-/Nachnamen angeben).  – Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. – Einsende-Schluss ist am 28. Juni 2018 (13 Uhr).

Lesen Sie im Glarean Magazin aus der gleichen Serie auch das Literatur-Quiz
Wer bin ich? vom Mai 2011 (Woman Power 12)

Wer bin ich? – Woman Power (Lösungen)

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Lösungen der Aufgaben in der Rubrik
„Wer bin ich? – Woman Power“

Woman Power 01:   Tea Lanchava
Woman Power 02:   Vesna Rozic
Woman Power 03:   Elisabeth Pähtz
Woman Power 04:   Rusudan Goletiani
Woman Power 05:   Alisa Maric
Woman Power 06:   Grazyna Bacewicz
Woman Power 07:   Felicitas Kukuck
Woman Power 08:   Konstantia Gourzi
Woman Power 09:   Renate Birnstein
Woman Power 10:   Natalia Pogonina
Woman Power 11:   Luise Adolpha Le Beau
Woman Power 12:   Lilit Mkrtchian
Woman Power 13:   Maria Theresia von Paradis
Woman Power 14:   Nazi Paikidze
Woman Power 15:   Louise Farrenc

Wer bin ich? (Women Power 15 – Musik)

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Kampfansage gegen süßliche Salonmusik

von Walter Eigenmann

Wer bin ich? (Women Power 15 - Musik-Quiz)
Wer bin ich? (Women Power 15 – Musik)

Dass ich eine der bedeutendsten Komponistinnen in der Mitte des romantischen 19. Jahrhunderts werden würde, wurde mir alles andere als schon in der Wiege gesungen. Meine Eltern lebten quasi „illegal“ getrennt, ich ward also in einer moralisch „zweifelhaften“ Umgebung großgezogen, und obendrein war ich noch als Teenager entsetzlich schüchtern.
Doch immerhin entdeckte man meine Hochbegabung, wonach ich erst den bekannten Mozart-Schüler Reicha, dann den einflussreichen Pianisten Hummel als erste Lehrer erhielt.
1821 heiratete ich, widmete mich u.a. auch intensiven kontrapunktischen Barock-Techniken und gab zusammen mit meinem Mann ein monumentales 20-bändiges Sammelwerk alter und neuer Klaviermusik heraus, das in seiner wissenschaftlich-philologischen Orientierung eine eigentliche Kampfansage gegen die damals grassierende süßlich-sentimentale Salonmusik des mondän-versnobten Pariser Publikums darstellte.

Musikalische Emanzipation vom Zeitgeist

Zwar komponierte ich selber in meinen Anfängen so einiges an üblichem Repertoire meiner Zeit, aber im Gegensatz zu vielen damaligen Salonlöwen wie Herz oder Hünten vermied ich eitles Klavier-Passagenwerk ebenso wie tränenseliges Sentiment und parfümierte Phrasen. Noble Zurückhaltung, kontrolliertes Engagement, durchdachte Satztechniken, weit umspannendes Kalkül sowohl in der Kammer- wie in der großräumigen sinfonischen Musik  – das wurden im Laufe der Jahre meine eigentlichen Markenzeichen. So sehr, dass sich bald auch die Genies jener Tage allmählich über mein Schaffen höchst lobend äußerten – zum Beispiel ein Schumann, der über meine Klaviervariationen op. 17 schrieb: „… so sicher im Umriss, so verständig in der Ausführung, so fertig mit einem Worte… und dies alles leicht und gesangreich!“

Wer bin ich? (Women Power 15 - Musik): Notenbeispiel

Solches und weiteres Lob aus berufenem Munde führte schließlich dazu, dass auch kleinere, aber einflussreiche männliche Geister des damaligen Kultur- und Konzertbetriebes das Problem „Frau und Komposition“ nicht mehr länger chauvinistisch bewirtschaften konnten, sondern meine Karriere sogar mit einer Professur am heilig-berühmten Pariser Conservatoire beförderten.

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Es ist bedauerlich, dass mein umfangreiches kompositorisches Schaffen inzwischen zwar im französisch sprechenden, auch im osteuropäischen Kulturraum Anerkennung und Konzertaufführungen erlebt, ja teils gar auf Schallplatten eingespielt wurde – aber leider im deutschsprachigen Teil des kulturellen Europa immer noch in quasi feministischer Isolation verharren muss…

Also:
Wer bin ich?

Lesen Sie im Glarean Magazin zum Thema Musiker-Biographien auch das
Panoptikum der Musiker-Entgleisungen

50-Euro-Preisrätsel: Wer bin ich? (Woman-Power 14 – Schach)

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Mein Lieblingssportler? Natürlich Magnus Carlsen!

von Walter Eigenmann

Das neue 50-Euro-GLAREAN-Preisrätsel richtet sich an die Schach-Freunde unter unseren Lesern. Und die Preis-Frage lautet auch diesmal: „Wer bin ich?“

Woman Power 14 - Wer bin ich - April 2012 - Glarean Magazin

Trotz meines sehr jugendlichen Alters und trotz meines Geschlechts darf ich darauf hinweisen, dass ich bereits unter den 2’500 besten Aktiv-Schachspielern der Welt figuriere – womit ich also nicht nur bei den Frauen, sondern auch bei den Männern sehr erfolgreich Turnierschach spiele. Natürlich erlernte ich das Spiel früh; schon in meinem fünften Lebensjahr wurde es mir von meinem Vater beigebracht. In der Schule hatte ich dann einmal wöchentlich Schach-Unterricht; mein Lehrer bemerkte mein Talent und schlug vor, Schach ernsthaft zu studieren.

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Seither eile ich von Erfolg zu Erfolg, und zu meinem Palmarès zählen inzwischen gar Europameister-Titel. Mein Lieblingssportler? Natürlich Magnus Carlsen! Der ist nicht nur die Nummer eins der Welt, sondern auch ein Top-Model 🙂 Die nachstehende Stellung dokumentiert meine hohe taktische Begabung mit einem nicht einfach zu sehenden Gewinnzug.

Also: Wer bin ich?

Weiss am Zuge

Wer bin ich? - April 2008 - Glarean Magazin
Wer bin ich? – April 2012 – Glarean Magazin

1. g6! [Das Bauernopfer ist viel stärker als der Bauerngewinn: 1. fxe6 Se5 2. exf7+ Sxf7 und Schwarz spielt noch mit] 1… Da1+ [Auch das bessere 1… hxg6 hilft nicht: 2. fxg6 Lxc3 (2… Sf6 3. e5+-) 2. Lxc3 und Weiss steht auf Gewinn] 2. Sb1 Sc5 [2… Lxd2+ 3. Txd2 fxg6 3. fxg6 Sf8 4. gxh7+ +-] 3. Dxh7+ Kf8 3. Lc4 Sa4 4. Dh8+ Ke7 5. Lg5+ Kd7 6. fxe6+ fxe6 7. Dxg7+ Kc6 8. Lxe6 1-0

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Wer zuerst die Lösung des Rätsels präsentiert, erhält wie immer 50 Euro. Einsende-Schluss ist am 22. April 2012 (12 Uhr). Für die Einsendung ist die untenstehende „Kommentar“-Funktion zu benützen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. – Viel Spaß und Erfolg!

Lesen Sie im Glarean Magazin auch in der Rubrik „Wer bin ich?“:
Woman Power: Mikrokosmische Schilderungen mit
universalem Aussagegehalt
… sowie in dieser Rubrik auch

Wer bin ich? (Woman Power 12 – Literatur)

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Mikrokosmische Schilderungen mit universalem Aussagegehalt

von Walter Eigenmann

Wer bin ich? (Woman Power 12 - Literatur)
Wer bin ich? (Woman Power 12 – Literatur)

Als Tochter eines Missionars hatte auch ich eine Mission: Schon früh war mir die Vermittlung zwischen fernöstlicher und westlicher Kultur sowohl in meiner belletristischen Arbeit als auch in meinem Privatleben ein zentrales Anliegen. Erzogen in China, aber später dann Literaturprofessorin in Amerika, bildeten auch Rassengleichheit und Völkerverständigung die ethischen Grundlagen meiner Romane, Biographien, Dramen, Essays und Gedichte.
Literarisch trugen dabei meine Überhöhung des Realismus durch biblische und asiatische Stilelemente sowie die Verbindung mikrokosmischer Schilderung mit universalem Aussagegehalt ganz wesentlich zum Weltruhm meines vielfach ausgezeichneten Schaffens bei.

Also:

Wer bin ich?

Lesen Sie im Glarean Magazin zum Thema „Starke Frauen“ und „Woman Power“ auch über den
Roman von Bernhard Schlink: Olga

Wer bin ich? (Woman Power 13 – Musik)

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Ohne Augenlicht, doch voller Kreativität

von Walter Eigenmann

Wer bin ich? (Woman Power 13 - Musik)

Ohne gleich einen „Wunderkind“-Status unter den Komponistinnen für mich reklamieren zu wollen, kann ich doch musikalische „Frühreife“ in Anspruch nehmen, denn schon als Siebenjährige erhielt ich intensiven Klavier- und Orgelunterricht, u.a. beim tschechischen Virtuosen Leopold Kozeluch. Dabei standen die Sterne für eine Pianisten- (und später Komponisten-)Karriere alles andere als gut: Schon in meinem vierten Lebensjahr erblindete ich, und in der Folge kamen schwerste familiäre und gesundheitliche Probleme hinzu. Trotzdem gelangte ich in späteren Reisejahren zu internationalem Ruhm als Konzertpianistin.

Alle Gattungen der weltlichen Kunstmusik

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1786 gab ich das öffentliche Konzertieren auf und widmete mich fast ausschließlich dem Komponieren. Dieses fiel enorm umfangreich aus, obwohl nur ein kleiner Teil davon in Autographen oder Druckausgaben erhalten geblieben ist. Mein Schaffen umfasst beinahe alle damals gängigen Gattungen der weltlichen Kunstmusik. Lange Zeit völlig verkannt, hat die Musikforschung mein Oeuvre längst einer genaueren Durchsicht und inzwischen auch das früher eher marginalisierende Urteil einer grundlegenden Revision unterzogen. Das nachstehende Notenbeispiel gibt den Anfang meiner „Klavierfantasie in G-Dur“ wieder:

Notenbeispiel: Wer bin ich? (Woman Power 13 – Musik)

Also: Wer bin ich?

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Wer bin ich? (Woman Power 12 – Literatur)

… sowie das neue
50-Euro-Preisrätsel: Wer bin ich? (Woman-Power 14 – Schach)

50-Euro-Literatur-Preisrätsel: Wer bin ich?

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Intellektuelle Toleranz im Zentrum

Für mein Gesamt-Oeuvre, das nicht nur zahlreiche epische und lyrische, sondern auch viele Werke der Malerei, ja sogar der Musik umfasst, hat mich die Kulturwelt mannigfach geehrt. Bereits während meiner Studentenzeit in England reifte in mir ein Leitgedanke heran, der später zum zentralen Thema meines ganzen Schaffens wurde: jener der intellektuellen Toleranz und des geistigen Brückenschlages zwischen politisch heterogenen Systemen.

Wer zuerst die komplette Lösung des Rätsels präsentiert, erhält 50 Euro. Einsende-Schluss für das nachstehende Preisrätsel ist am 29. März 2011 (24 Uhr). Für die Einsendung der Lösung ist die „Kommentar“-Funktion zu benützen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. – Viel Spaß und Erfolg!

Mein philosophischer Idealismus, meine ebenso sehnsüchtige wie tröstliche Gottessuche, aber auch meine literarisch intensiv bewältigte Trauer über die menschliche Unvollkommenheit verbunden mit einem bilderreichen poetischen Mystizismus fanden dabei nicht nur international größte Beachtung, sondern führte in meiner Heimat fast zu einem Kultstatus meiner Person.

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Literatur-Preis-Rätsel vom August 2019

Schach – Wer bin ich? (Women Power 12)

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Starkes Schachspiel schon mit 16 Jahren

von Walter Eigenmann

Mein Geburtsland war und ist noch immer für seine stolze Schachtradition bekannt, und dass ich als 16-jähriges Mädchen bereits Frauen-Großmeisterin wurde, ist in meiner Heimat eine so große Sensation nicht. Immerhin bewies es mein großes Talent für das Spiel, wenngleich neben der Begabung die intensive und und für meine Karriere bedeutsame damalige Zusammenarbeit mit dem Meisterspieler Mowsesyan mindestens im gleichen Maße zum Erfolg beitrug.

Schach - Wer bin ich - Februar 2011 - Glarean MagazinMein Schach-Palmarès kann sich sehen lassen: Top-20-Ranking bei den FIDE-Women-GM (Oktober ’96), regelmäßig Podest-Plätze bei den Europameisterschaften, Elo-Performances von über 2’600 an European Club Cups, hervorragende Ergebnisse an Olypiaden u.v.a. Dabei ist mein Kampfstil nicht unbedingt durch besondere taktische Rafinesse ausgezeichnet, sondern eher von positineller Sorgfalt und strategische Vorausschau geprägt. Allerdings lasse ich mir kombinatorische Fingerübungen nie entgehen, wenn sie mir von der Gegnerschaft auf dem Tablet serviert werden – wie beispielsweise in der untenstehenden Positon, wo ich mit den weißen Steinen am Zuge bin.

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Weiss am Zug gewinnt

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Wer bin ich? (Woman Power 11 – Musik)

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Lebenslange frauenfeindliche Diskriminierung

von Walter Eigenmann

Anfangs des letzten Jahrhunderts erschien ein Buch von mir, von dem die zeitgenössische Presse schrieb, es schaue „von hoher Warte“ mit prüfendem Blick und „strenger Selbstkritik“ auf den Weg zurück, der mich „zu künstlerischer Höhe“, zu „ehrenden Triumphen“ geführt habe. Und in der Tat darf ich für mich in Anspruch nehmen, dass mein kompositorisches Werk sogar ungleich produktiver und vielseitiger noch als jenes meiner Zeitgenossin Clara Schumann – deren Klavierschülerin ich übrigens eine Zeitlang war – ist; im Gegensatz zu dieser habe ich mich sehr schnell von der reinen Klavierkomposition, auch von den ausschließlich kammermusikalischen Gattungen gelöst.

Anfeindungen als Komponistin

Wer bin ich? (Woman Power 11 - Musik)
Wer bin ich? (Woman Power 11 – Musik)

Allerdings musste ich mich als komponierende Frau auch jahrzehntelang mit übelmeinenden, ja betrügerischen Agenten, Dirigenten, Verlegern und Intendanten herumärgern, wobei ich nicht selten auf geradezu haarsträubende Frauenfeindlichkeit stieß. Oder wie soll man sonst das folgende Lob des damals hochberühmten Chef-Kritikers Eduard Hanslick über meine Arbeiten interpretieren: „Überall symmetrische Verhältnisse, gesunde Harmonie und Modulation, korrekt und selbständig einherschreitende Bässe, wie man sie bei einer Dame kaum vermuten würde…“

Geendet als mürrische alte Jungfer

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Dass ich in meiner Jugend als hochbegabte Komponistin und Pianistin begann, doch im Alter an pathologischem Geiz erkrankte und mit meinen seltsamen religiösen Ideen als mürrisch-eigenbrötlerische Jungfer endete, hat meine feindliche, diskriminierende Lebenssituation, aber auch meine elitäre und unselbstständige Erziehung wesentlich mitverschuldet. Der folgende Klavier-Auszug zeigt eine Terzett-Passage aus meinem Oratorium.

Notenbeispiel

Wer bin ich? (Woman Power 11 - Musik): Notenbeispiel
Wer bin ich? (Woman Power 11 – Musik): Notenbeispiel

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Wer bin ich? (Woman Power 12 – Literatur)

Wer bin ich? (Woman Power 10 – Schach)

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Schach-Faszination seit dem fünften Lebensjahr

Wer bin ich - Woman Power (10) - SchachOb meine Heirat und meine letztjährigen Mutterfreuden vielleicht mein Spiel am Brett beeinflussen werden, kann ich nur schwer voraussehen. Fest steht aber, dass ich seit langem zu den 30 stärksten Spielerinnen der Welt zähle. Was kein Zufall ist: Das Schachspiel fasziniert mich, seit ich fünf Jahre alt war und es damals von meinem russischen Großvater erklärt bekommen habe. Inzwischen arbeitete ich schachlich mit verschiedenen Trainern zusammen, was schließlich zu großen internationalen Turniererfolgen – neben dreimaligem Europameisterin-Titel u.a. Memorial-Turnier-Siege in Wladimir und St. Petersburg – führte. Mit der Logik und mit der Präzision habe ich es auch als Berufsfrau: seit zwei Jahren bin ich studierte Juristin.

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Mein Schachstil ist vielleicht nicht ganz so spektakulär wie z.B. jener meiner guten Freundin Alexandra Kosteniuk, aber ich spiele sehr solide und gewiss nicht ohne Mut zum Risiko, wie meine nachstehende Partie (mit Weiß) zeigt:

1.e4 e5 2.Sf3 d6 3.d4 exd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 Le7 6.Le2 0-0 7.0-0 Te8 8.f4 Lf8 9.Lf3 c6 10.Kh1 Sa6 11.Sde2 Sc5 12.Sg3 Dc7 13.b3 g6 14.Lb2 Lg7 15.Tb1 Ld7 16.b4 Sa6

Wer bin ich? (Woman Power 10 - Schach) Diagramm

17.e5!? dxe5 18.fxe5 Txe5 19.Sce4 Sd5 20.Lxe5 Lxe5 21.Tb3 Sdxb4 22.Db1 Da5 23.a3 Sd5 24.Txb7 Lc8 25.Tb3 h6 26.c4 Se7 27.Td1 Sf5 28.Sxf5 Lxf5 29.Dc1 Kg7 30.Sd6 Le6 31.Lxc6 Td8 32.Tb5 Dc7 33.Txe5 Txd6 34.Ld5  1-0

Also: Wer bin ich?

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Wer bin ich? (Woman Power 11 – Musik)

Ausserdem im GLAREAN MAGAZIN zum Thema Frauenschach:
Ju Wenjun verteidigt ihren WM-Titel 2020

50-Euro-Preisrätsel: Wer bin ich? (Woman Power 9 – Musik)

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Verdichtung in Kleinstmotiven

von Walter Eigenmann

Eine Kennerin sowohl meiner Person als auch meiner Kompositionen hat einmal geschrieben, mein Konzept der strengen Materialbeschränkung laufe darauf hinaus, „aus kleinsten, immer wieder anders kombinierten Motiven ein überschaubares Ganzes zu gestalten und die hochgestochenen Ansprüche des Avantgarde-Hörers soweit zurückzuschrauben, dass auch einfachste musikalische Vorgänge wie die Verdichtung einzelner Töne zu einem Dominantseptakkord und dessen allmähliches Wiederzerbröckeln als Erlebnis wahrgenommen“ werde.
Und in der Tat: Vokabeln wie „Kleinstmotivik“ oder „Verdichtung“ treffen meine Musik recht genau, wie überhaupt die klangliche und strukturbildende „Sensation des Mikrokosmosmischen“ und die „Beschränkung aufs Wesentliche“ als quasi ein Leitmotiv mein Komponieren seit den frühesten Stücken in der seriell strengen Tradition meiner damals hochverehrten Vorbilder Berg und Webern durchziehen.

Formale Geschlossenheit bis zur mathematischen Abstraktion

Auch später, in meiner Schaffensphase der freien, doch gleichzeitig detailliert durchdachten Atonalität bilden planvolles Vorgehen, formale Geschlossenheit und manchmal fast mathematische Abstraktion wesentliche Pfeiler meiner Musik. In einer nächsten Periode der Beeinflussung stand mir die amerikanische Minimal-Music um Steve Reich sehr nahe. Mein aktuelles Komponieren schließlich hat sich erweitert zu einer eigenwilligen kompositorischen Überlagerungstechnik: Unterschiedlichste Geschwindigkeiten, Metren und Taktarten werden eigenständig instrumentalgruppiert und in Simultaneität übereinander „geschichtet“ – es entstehen Rhythmus-Strukturen, deren Komplexität nur noch „im Ganzen“ wahrgenommen werden können, und die auch herkömmliche Unterscheidungen in Orchester- und Kammermusik oft überflüssig machen.

 

Wer bin ich Februar 2010 Musik-Notenbeispiel Woman Power 9

Solche Konzeption hat dazu geführt, dass mein textbezogenes Komponieren bis heute nicht allzu umfangreich ist.  Dazu trug aber sicher auch bei, dass mir das Instrumentale gegenüber dem Vokalen schon immer etwas näher stand, was sich bereits in meiner Jugend zeigte, da ich als frühe Violinistin und Pianistin begann. Immerhin zählen u.a. Orchester- und Klavier-Lieder, Geistliche Konzerte und Balladen zu meinem bisherigen Gesangs-Oeuvre, wobei der Dichterin M.L. Kaschnitz meine ganz besondere Aufmerksamkeit gilt.

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Wie viele meiner Berufskolleginnen und -kollegen widme ich mich neben dem Komponieren noch der akademischen Lehre; den Umgang mit meiner Studentenschaft erfahre ich als „fruchtbar und anregend“. Und schließlich freut es mich besonders, dass meiner Musik in Form zahlreicher öffentlicher Ehrungen immer stärkere Anerkennung zuteil wird, nicht nur in meiner nördlich gelegenen Geburtsstadt.

Also: Wer bin ich?

(Einsende-Schluss ist am 10. Februar 2010, den Preis von 50 EUR in bar erhält, wer als erste(r) via untenstehende Kommentar-Funktion den richtigen Namen der gesuchten Komponistin nennt) ♦

Lesen Sie in dieser Rubrik auch
Wer bin ich? (Woman Power 10 – Schach)

Wer bin ich? (Woman Power 8 – Musik)

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Leidenschaftliches Engagement für die Moderne

von Walter Eigenmann

Wer bin ich? (Woman Power 8 - Musik-Quiz)Es ist kein Zufall, dass ich als erste Dirigentin meines Heimatlandes Verdis „La Traviata“ dirigieren „durfte“. Denn führende Musik-Kenner und Könner attestieren mir eine wichtige Rolle nicht nur in der internationalen Dirigentinnen-, sondern auch in der Komponistinnen-„Szene“.

Ich begann (schon früh) als Pianistin, doch bald nahmen das Orchesterdirigieren und das Komponieren neuzeitlicher Musik den breitesten Raum in meinem Schaffen ein, wobei meine Lehrerschaft sich aus so herausragenden Persönlichkeiten wie Hans Werner Henze, Bernhard Haitink, Karlheinz Stockhausen und Günter Wand zusammensetzte. Prägend wirkte sich außerdem meine Assistenz bei Claudio Abbado und dessen Berliner Philharmonikern aus.

Die Avantgarde vermittelt

Seit meinen frühesten Jahren als professionelle Musikerin gilt meine größte Leidenschaft und mein umfangreichstes Engagement nicht nur der Vermittlung, sondern auch der Kreation avantgardistischer Musik. Verschiedene vielbeachtete CD-Produktionen mit Werken von Arnold Schönberg über Luciano Berio und Steve Reich bis hin zu meinen eigenen Stücken weisen mich als ebenso originale Schöpferin wie einfühlsame Nachschöpferin neuzeitlicher Kompositionen aus. Ein Schwergewicht meines kompositorischen Schaffens liegt dabei in der Kammermusik.

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Als vielseitig interessierte Förderin der modernen Musik beschränke ich mich allerdings keineswegs auf den „klassischen“ Konzertbetrieb: Mein gesamtkünstlerisches Engagement bezieht die Schul- und Jugendmusik ebenso mit ein wie die Grenzgebiete Bildende Kunst, Theater oder Film. Das Aufbrechen herkömmlicher Standorte und die Erschließung neuer musikalischer Erfahrungsebenen sind dabei treibende Motive meiner künstlerischen Arbeit. Diese Zielsetzung, dokumentiert in einer großen Anzahl von Konzerten, medialen Events und internationalen Workshops, erfährt schon seit Jahren immer wieder bedeutende öffentliche Aufmerksamkeit und Auszeichnung, zumal in Deutschland.

Also: Wer bin ich?

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50-Euro-Preisrätsel: Wer bin ich? (Woman Power 9 – Musik)
… sowie in der gleichen Rubrik
Wer bin ich? (Woman Power 13 – Musik)

Wer bin ich? (Woman Power 7 – Musik)

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Musikalische Auseinandersetzung mit Auschwitz und Tschernobyl

von Walter Eigenmann

Dass ich einen genialen Komponisten als Lehrer hatte, war meiner Karriere sicher nicht hinderlich. Mehr noch, eben dieser Lehrer beeinflusste mein schöpferisches Werk maßgeblich. Gleichwohl gelang es mir im Laufe meines langen Lebens, einen unverwechselbaren Personalstil zu entwickeln. Dazu gehört, zumal in meinen Vokalwerken, auch der Einbezug von stilistischen Strömungen und Techniken der Neuen Musik nach 1945 bis hin zu aktuellen improvisatorischen Komponenten. Allerdings blieb mein kompositorisches Bestreben, auch wo es unerwartet kühn und artifiziell erscheint, immer der künstlerischen Aussage bis hin zum religiösen Bekenntnis verpflichtet.

Epochale Chiffren als Zentren des musikalischen Schaffens

Wer bin ich? - Glarean Magazin (November 2009)Die musikalische wie die ethische Auseinandersetzung mit „meinem“ Jahrhundert ist die tiefste Basis meines Schaffens. Zwangsläufig wurden mir epochale Chiffren wie „Auschwitz“, „Hiroshima“ oder „Tschernobyl“ nicht nur zum Gegenstand existentieller Reflexion, sondern auch zu Zentren meines umfangreichen Opern-, Sololied-, Chormusik und Kantaten-Schaffens.

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Der nachfolgende Noten-Ausschnitt ist ein Beispiel meiner zwölftönig konzipierten Zahlensymbolik und entstammt einer im Jahre 1974 komponierten Chor-Motette.

Also: Wer bin ich?

Notenbeispiel

Wer bin ich? (Woman Power 7 - Musik): Notenbeispiel
Wer bin ich? (Woman Power 7 – Musik): Notenbeispiel

Lesen Sie im Glarean Magazin zum Thema Neue Musik auch das
Interview mit dem Komponisten Fabian Müller: Neue Musik?

… sowie in der gleichen Rubrik
Wer bin ich? (Woman Power 8 – Musik)

Wer bin ich? (Woman Power 6 – Musik)

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Erfolgreich in den Welten Literatur und Musik

von Walter Eigenmann

Wer bin ich? (Woman Power 6 - Literatur) Glarean MagazinAus einem hochmusikalischen Elternhaus stammend, kam ich mit meinem Lieblingsinstrument schon früh in Berührung, und später wurde ich zu einer gefeierten Solistin in meinem Heimatland. Danach konzentrierte ich mich allerdings ganz auf die Komposition und die Literatur, und auch in diesen beiden Welten galt ich bald als eine sehr erfolgreiche Künstlerin. Aus meiner Feder stammen Romane und Erzählungen, einen internationalen Namen machte ich mir aber v.a. als einflussreiche Komponistin zahlreicher Orchesterstücke, Instrumentalkonzerte und Kammermusikwerke sowie eines umfangreichen Oeuvres von Sologesangs- und Chormusiken.

Trotz Qualität in Vergessenheit geraten

Notenbeispiel für "Wer bin ich?" (September 2009)Leider geriet ich in den folgenden Jahrzehnten nach und nach in Vergessenheit, und heute steht mein ebenso qualitätsvolles wie thematisch sehr breites schöpferisches Schaffen in keinem Verhältnis mehr zu meinem geringen Bekanntheitsgrad, obwohl mein Kompositionsstil keineswegs als avantgardistisch zu beschreiben, sondern vielmehr dezidiert tonal, teils gar folkloristisch, wenngleich sehr strukturiert, fast „anti-expressionistisch“ gehalten ist, und obwohl sich Kenner und Könner immer mal wieder in Konzerten und auf Schallplatten meiner Kompositionen annahmen.

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Das Notenbeispiel zeigt den Anfang einer Transkription meiner mehrsätzigen Kammersonate für Cello und Klavier.

Also: Wer bin ich?

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Wer bin ich? (Woman Power 7 – Musik)