Susanne Rasser: Richtungsweisend (Drei Gedichte)

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Richtungsweisend

Rich­tungs­wei­send

Atem schöp­fen, die Schultern
aus­rich­ten. Den Kopf, den Blick
nicht senken.

Die schlech­ten Karten
wie Trümpfe auf den Tisch
legen. Abstossen.

Auf­ste­hen. Die Soh­len vom Boden
lösen, den Schritt
abfe­dern. Und dann,

immer den eige­nen Füssen
nach, sie zei­gen unverwandt
nach vorn.

Ers­tes Abendmahl

Nimm dir ein Herz,
gern auch meins,
fasse Fuss

im Mut.
Gib dem Zweifel
kei­nen Brösel

von dem Brot,
das ich buk,
das du nun

für uns brichst.

Bank­rott­erklä­rung, abgerissen

Kein Haus. Kein Baum. Kein Kind.
Kei­nem Staat und auch der Kir­che nicht.
Null Dienst­bar­keits­ge­fühl. Kaum Machtgelüste.
Zig Träume in den Sand der Welt gesetzt.

Mal da, mal dort, mal schwer vermittelbar.
Gelebt: geliebt. Gelacht. Genossen.
Manch‘ Scherbe in den Fuss getreten,
somit aus dem Weg geräumt.


Susanne Rasser - Autorin - Glarean MagazinSusanne Ras­ser

Geb. 1965, lebt als Autorin von Lyrik, Erzäh­lun­gen und Dreh­bü­chern in Rauris/A

Lesen Sie im Glarean Maga­zin von Susanne Ras­ser auch
Umkehr­schluss – Drei Gedichte
sowie von Susanne Ras­ser über:
Klaus Merz: Uner­war­te­ter Ver­lauf (Gedichte)

2 Kommentare

  1. Liebe San­dra Meier, 

    vie­len Dank für Ihren Bei­trag und die guten Wünsche! 

    Also, wenn mich jetzt nicht alles täuscht, so heißt es wirk­lich „buk“ und nicht „backte“.

    Mit freund­li­chen Grü­ßen, Susanne Rasser

  2. Danke für diese schö­nen Gedichte! Gute Spra­che, schöne Bilder!!
    Am Rande: heißt es wirk­lich „buk“, nicht viel­mehr: „backte“??
    Egal – Alles Gute und ganz viel Erfolg Ihnen!
    San­dra Meier

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