Veröffentlicht am 9. Februar 2021
Werner K. Bliß: Im blauen Land – Vier poetische Orte
Gastautor · 9. Februar 2021
Werner K. Bliß
ödön
aufbruch
zum see auf
eichengesäumter allee
erspüren dramatischer w:orte
von horváth
kein gewitter im anzug
in der jackentasche
das notizbuch
Niemand prophezeit uns
eine italienische Nacht oder
das bedeutendste ereignis
unseres lebens
das
endgültigste
bucht 27
ein hündchen spielt dem
fremden ein lächeln
ins gesicht
der weißwein am
nebentisch löst
die zunge
das wort jahrhundert-
wende fällt wir
verstummen
halten inne
der ausflugsdampfer pflügt
konzentrische kreise
goldenes glück
am sonnigen
spinnenfaden
aus herzogin annas bilderbuch
für Izabella und Florian
fernab
der welt
dem zeitgeist
hufschläge der kindheit
zurückblättern
der seiten anhalten
abgeschabtes neu bebildern
beschriften wortbilder von hinten
aufzäumen galoppwechsel
im grünen veltliner
trinken
eine volte für die kartoffel im
handgedrehten knödel eine
piaffe für die biersoße
versammlung
finden
vom biergarten
den heimgarten
wagen
schwaiganger zwai
war es des wallachs
wiehern war´s der
geruch am
pferdehals
die hand
erzählt dem
mähnenhaar
vom
schweiß
vom stolz
vom unerhörten
Geb. 1950 in Schiltach/D, Studium der Chemie und Mathematik, anschließend jahrelang als Pädagoge tätig, zahlreiche Lyrik-Veröffentlichungen in Büchern, Zeitschriften und Online-Portalen, verschiedene Bilder- und Objekt-Ausstellungen, lebt als Autor und Künstler in Hausach/D
Lesen Sie zum Thema Lyrik auch das „Gedicht des Tages zum Jahreswechsel 2020/21“ von Johann W. von Goethe: Dauer im Wechsel
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