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Schach

Problem-Schach: Der Studien-Komponist Mikhail Zinar

Wal­ter Ei­gen­mann · 12. Ja­nu­ar 2021

The Master of the Knights

Der am 22. No­vem­ber 1951 im ukrai­ni­schen Gvoz­dav­ka (Re­gi­on Odes­sa) ge­bo­re­ne Schach­stu­di­en-Kom­po­nist Mikhail Zi­nar (auch: Si­nar) zählt zu den be­kann­tes­ten und be­deu­tends­ten Ver­tre­tern sei­ner Zunft. Das Oeu­vre die­ses in­no­va­ti­ven, für sei­ne tech­ni­sche Per­fek­ti­on, okö­no­mi­sche Spiel­füh­rung und äs­the­ti­sche At­trak­ti­vi­tät hoch­ge­schätz­ten Pro­blem­kom­po­nis­ten um­fasst über 400 Aufgaben.

Mikhail Zinar - Schachproblem-Komponist - Studien-Autor - Glarean Magazin (2)
Mikhail Zi­nar (*1951)  (Wikipedia/N.Zinar)

Ins­be­son­de­re auf dem Ge­bie­te der Bau­ern­end­spie­le zei­gen Zinars Wer­ke eine Ori­gi­na­li­tät, die auf vie­le sei­ner Kol­le­gen enor­men Ein­fluss hat­te und noch im­mer nimmt. Be­deu­ten­de Zeit­ge­nos­sen wie die rus­si­schen Stu­di­en­schöp­fer E. Po­go­s­yants, G. Na­dar­eish­vi­li, Al.P. Kuz­nets­ov, V. Dol­gov oder L. Mit­ro­fa­nov schöpf­ten aus dem Ar­se­nal Zinars und be­zo­gen sich teils ex­pli­zit auf des­sen Arbeiten.

Meister des Bauern-Endspiels

Es wa­ren bei­spiels­wei­se End­spie­le wie das fol­gen­de, die Zinars Ruhm be­grün­de­ten. Wie in vie­len Stu­di­en spielt auch hier der Zug­zwang eine ent­schei­den­de Rol­le. Die öko­no­mi­sche und gleich­zei­tig ori­gi­nel­le Rea­li­sie­rung der Grund­idee trägt aber die deut­li­che Hand­schrift des gros­sen Meis­ters aus Gvozdavka:

Matt in 9 Zügen

FEN: 8/5p2/1p2p3/kP2P3/P1K1PP1p/1P6/2P5/8 w

…und der Springer-Umwandlung

Et­was im Schat­ten sei­ner le­gen­dä­ren Bau­ern­end­spie­le ste­hen Zinars Fi­gu­ren-Stel­lun­gen. Aber auch hier fin­den sich wah­re Dia­man­ten des schöp­fe­ri­schen Problemkomponierens.
In den fol­gen­den drei Auf­ga­ben er­weist sich der Ukrai­ner als wah­rer Mas­ter of the Knights. Es han­delt sich um Stü­cke, die so­gar für mo­der­ne Com­pu­ter­schach-Pro­gram­me eine Her­aus­for­de­rung dar­stel­len. Im Zen­trum des Ge­sche­hens steht je­weils die Sprin­ger-Un­ter­ver­wand­lung – eine Spe­zia­li­tät Zinars:
(Maus­klick in ei­nen Zug oder eine Va­ri­an­te öff­net ein Ana­ly­se-Fens­ter mit PGN-Download-Möglichkeit)

Matt in 16 Zügen

FEN: 1q6/1pPp1p1p/1P1P1P1P/7P/8/p1ppB3/PprrP3/1nk1K3 w

Matt in 20 Zügen

FEN: 8/2p1p1p1/PpP1P1P1/1K2P1P1/P7/4p3/pp2P1p1/kn2R3 w

Matt in 18 Zügen

FEN: 8/1P1p1p1p/3P1P1P/1pK5/P7/Pp2p3/bpp1P2P/nkb4R w

Wer sich nä­her mit der Bio­gra­phie und dem Schaf­fen von Mikhail Zi­nar be­fas­sen will, dem sei der in­for­ma­ti­ve Ar­ti­kel sei­nes ukrai­ni­schen Kom­po­nis­ten-Kol­le­gen Ser­gei Tkat­schen­ko auf der rus­si­schen On­line-Platt­form Chesspro.ru emp­foh­len. Tkat­schen­ko hat aus­ser­den vor zwei Jah­ren eine Mo­no­gra­phie über „Mikhail Zinar’s Dif­fi­cult Pawn En­dings“ herausgebracht. ♦

Le­sen Sie im GLAREAN MAGAZIN zum The­ma Pro­blem­schach auch über den Stu­di­en-Kom­po­nis­ten Ev­ge­ny Kopylov

Aus­ser­dem zum The­ma Schach­kom­po­si­tio­nen über Cy­rus Lak­da­wa­la: Re­wire Your Ch­ess Brain


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