Veröffentlicht am 12. Januar 2021
The Master of the Knights
Der am 22. November 1951 im ukrainischen Gvozdavka (Region Odessa) geborene Schachstudien-Komponist Mikhail Zinar (auch: Sinar) zählt zu den bekanntesten und bedeutendsten Vertretern seiner Zunft. Das Oeuvre dieses innovativen, für seine technische Perfektion, okönomische Spielführung und ästhetische Attraktivität hochgeschätzten Problemkomponisten umfasst über 400 Aufgaben.

Insbesondere auf dem Gebiete der Bauernendspiele zeigen Zinars Werke eine Originalität, die auf viele seiner Kollegen enormen Einfluss hatte und noch immer nimmt. Bedeutende Zeitgenossen wie die russischen Studienschöpfer E. Pogosyants, G. Nadareishvili, Al.P. Kuznetsov, V. Dolgov oder L. Mitrofanov schöpften aus dem Arsenal Zinars und bezogen sich teils explizit auf dessen Arbeiten.
Meister des Bauern-Endspiels
Es waren beispielsweise Endspiele wie das folgende, die Zinars Ruhm begründeten. Wie in vielen Studien spielt auch hier der Zugzwang eine entscheidende Rolle. Die ökonomische und gleichzeitig originelle Realisierung der Grundidee trägt aber die deutliche Handschrift des grossen Meisters aus Gvozdavka:
Matt in 9 Zügen
…und der Springer-Umwandlung
Etwas im Schatten seiner legendären Bauernendspiele stehen Zinars Figuren-Stellungen. Aber auch hier finden sich wahre Diamanten des schöpferischen Problemkomponierens.
In den folgenden drei Aufgaben erweist sich der Ukrainer als wahrer Master of the Knights. Es handelt sich um Stücke, die sogar für moderne Computerschach-Programme eine Herausforderung darstellen. Im Zentrum des Geschehens steht jeweils die Springer-Unterverwandlung – eine Spezialität Zinars:
(Mausklick in einen Zug oder eine Variante öffnet ein Analyse-Fenster mit PGN-Download-Möglichkeit)
Matt in 16 Zügen
Matt in 20 Zügen
Matt in 18 Zügen
Wer sich näher mit der Biographie und dem Schaffen von Mikhail Zinar befassen will, dem sei der informative Artikel seines ukrainischen Komponisten-Kollegen Sergei Tkatschenko auf der russischen Online-Plattform Chesspro.ru empfohlen. Tkatschenko hat ausserden vor zwei Jahren eine Monographie über „Mikhail Zinar’s Difficult Pawn Endings“ herausgebracht. ♦
Lesen Sie im GLAREAN MAGAZIN zum Thema Problemschach auch über den Studien-Komponisten Evgeny Kopylov
Ausserdem zum Thema Schachkompositionen über Cyrus Lakdawala: Rewire Your Chess Brain
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