Anke Behrend: «Fake Off!» (Roman)

Single – Weiblich – Anfang vierzig …

von Stefan Bouxsein

anke-behrend-fakeoff-glarean-magazin.jpgAlex ist weiblich, Single, Anfang vierzig – und sie träumt wie so viele von einem Leben zu zweit. Im Beruf etabliert und von der Familie erfolgreich abgekapselt, könnte sie sorgenfrei vor sich hin leben, wäre da nicht noch diese Lücke, die bei anderen Vorzeige-Paaren für gewöhnlich von einem adretten Mann ausgefüllt wird.
Alex sucht und chattet – und findet Roman. Sie ist fasziniert von seiner Art der virtuellen Kommunikation im Netz. Man unterhält sich, tauscht Gedanken aus, telefoniert schließlich miteinander und kommt sich näher. Dass Roman in etwas unkonventionellen Verhältnissen lebt und eine bewegte Vergangenheit hinter sich hat, macht ihn für die moderne Frau nur noch interessanter. Schließlich kann er sich ausdrücken, seine fein formulierten Sätze lassen zweifelsohne auf einen ausgeprägten Intellekt schließen. Doch je öfter Alex mit Roman chattet, desto offensichtlicher werden die kleinen menschlichen Schwächen ihres männlichen Gegenparts. Als es zu einem ersten Treffen kommt, ist das der Anfang einer Katastrophe…

Vornehmlich Frauen werden beim Lesen des Buches die Sehnsüchte, Hoffnungen, Erwartungen und anschließenden Ernüchterungen bei der Suche nach dem passenden Gegenstück in der virtuellen Welt mit Alex teilen. Aber auch Männer werden schmunzeln, lauthals lachen und mitunter auch mit Alex leiden, wenn diese den Glauben an die Männerwelt verliert und mit einem unmissverständlichen «Fake off!» die Möchtegern-Männer aus Ihrem Leben vertreibt.
Anke Behrend hat mit ihrem Erstlingswerk einen wunderbaren Roman vorgelegt. «Fake off!» hält der Online-Single-Gesellschaft einen schonungslosen, mitunter sprachlich knallhart, aber auch witzig formulierten Spiegel vors Gesicht, ohne dabei lehrmeisterlich zu wirken. Eine Lektüre, die einfach Spaß macht. ♦

Anke Behrend: Fake Off! – Roman, 192 Seiten, Röschen Verlag, ISBN 978-3980991551

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