Alan Schweingruber: Simona (Roman)

Lese­zeit für die­sen Bei­trag: ca. 3 Minu­ten

Sommerliebe à la France

von Günter Nawe

Simona, Titel­hel­din des gleich­na­mi­gen Debüt­ro­mans von Alan Schwein­gru­ber, flieht aus ihrer Schwei­zer Ehe in die Arme des Bar­manns Antoine an der Côte d’Azur. Beide Prot­ago­nis­ten tra­gen eine gehö­ri­ges Päck­chen von Ver­letz­lich­keit mit sich: Ehe­kri­sen, wech­selnde Män­ner­be­kannt­schaf­ten, der Tod der gelieb­ten Frau Claire. Zwei „Unbe­hauste“. Simona ist der Enge ihrer Fami­lie und dem All­tag ent­flo­hen, Antoine ver­sucht sich in Trau­er­ar­beit. Der Weg zuein­an­der in der flir­ren­den Som­mer­hitze Süd­frank­reichs jedoch führt erst über eine Reihe von Umwe­gen. Und Glück und Unglück lie­gen nahe beieinander.

Alan Schweingruber - Simona - RomanBeide sind auf ihre Art Teil einer Gesell­schaft von Mitt­dreis­si­gern, die sich selbst ein Rät­sel blei­ben – auch wenn sie ver­su­chen, die­ses Rät­sel durch Alko­hol, Sex und Dro­gen – jeder für sich – zu lösen. Es sind die fata­len Abgründe unse­rer Zeit, die sich hier mani­fes­tie­ren bis hin zum Ter­ror­an­schlag in Nizza im Juli 2016, der im Hin­ter­grund die­ses klei­nen Lie­bes­ro­mans eine Rolle spielt. So hat die­ser Roman Simona auch eine gesell­schafts­kri­ti­sche Dimension.
Hin­ter die­ser Geschichte ver­birgt sich die Inten­sion des Alan Schwein­gru­ber, der zei­gen will, dass es ein Glück ist zu lie­ben – selbst wenn alles schief­läuft. Wie im Leben von Simona. Und dass die­ses Glück nicht geplant, nicht vor­her­seh­bar ist, son­dern ein Pro­dukt des Zufalls.

Unterschiedlich gelungene Buchkapitel

FAZIT: Alan Schwein­gru­ber, Schwei­zer Jour­na­list und jetzt auch Autor eines lite­ra­ri­schen Werks, lädt mit „Simona“ den Leser ein, eine Som­mer­liebe in Süd­frank­reich mit­zu­er­le­ben. „Simona“ ist sein ers­ter Roman, in dem er von Glück und Unglück erzählt und von der Liebe und ihren Unwäg­bar­kei­ten in einem gesell­schafts­kri­ti­schen Kon­text. Eine span­nende Som­mer­ge­schichte mit klei­nen Män­geln, was die lite­ra­ri­sche Umset­zung betrifft, aber span­nend und von gewis­ser Nachhaltigkeit.

Alan Schwein­gru­ber, Jahr­gang 1972, lebt in Kilch­berg bei Zürich. Er arbei­tet als Jour­na­list für ver­schie­dene Medien. Mit sei­nem Roman­de­büt stellt er schon ein­mal hohe Anfor­de­run­gen an sich selbst. „Es war mir von Anfang an wich­tig, dass jedes Kapi­tel in mei­nem Buch span­nend und unter­halt­sam ist“, so die Selbst­aus­kunft des Autors. Das aller­dings ist ihm nicht immer gelun­gen. Manch­mal erschlies­sen sich die Zusam­men­hänge nicht, wenn ein­zelne Epi­so­den mehr oder wenig zufäl­lig auf­ein­an­der­fol­gen, wenn Traum und Rea­li­tät, wenn Ort und Zeit oft nicht von­ein­an­der zu unter­schei­den sind.
Den­noch eine span­nende Som­mer­ge­schichte – unter­halt­sam und von gewis­ser Nach­hal­tig­keit. Wie gesagt: ein Roman­de­büt. Und es dürfte des­halb inter­es­sant sein, was wir von Alan Schwein­gru­ber künf­tig an Lite­ra­tur erwar­ten können. ♦

Alan Schwein­gru­ber: Simona – Roman, 218 Sei­ten, Ver­lag weiss­books, ISBN 978-3-86337-170-8

Lesen Sie im Glarean Maga­zin zum Thema Schwei­zer Autoren auch das Inter­view mit dem Neu­ver­le­ger Beat Hüp­pin (Antium Verlag)

… sowie zum Thema Roman-Lite­ra­tur über Matt Haig: Die Mitternachtsbibliothek

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