Karin Afshar: Der Verlust der Herkunft (Sprache)

Der Verlust der Herkunft

von Karin Afshar

Da­von, was Spra­che ist, war­um die Men­schen die Fä­hig­keit zu spre­chen ha­ben und was sie mit die­ser an­stel­len, gibt es un­zäh­li­ge Bü­cher. Des­halb ist es von mir recht ver­mes­sen, in ei­nem klei­nen Es­say skiz­zie­ren zu wol­len, war­um Spra­chen un­ter­ge­hen, und wie sich dies und mit wel­chen Kon­se­quen­zen vollzieht.
Der Aus­lö­ser für die­ses Un­ter­fan­gen war die Be­ob­ach­tung, dass Men­schen um mich her­um mehr als sorg­los mit ih­rer Spra­che um­ge­hen. Es ist sel­ten der Fall, dass schon vor dem Schrei­ben ei­nes Ar­ti­kels der Ti­tel fest­steht. Ich schrieb ihn tat­säch­lich gleich so, wie er oben steht, auf.

Aber ich muss von vor­ne an­fan­gen, bei zwei Män­nern, die in den 30er und 60er Jah­ren um Wor­te ran­gen, das Ver­hält­nis des Men­schen zu sei­ner Spra­che auf­zu­zeich­nen. Ben­ja­min Lee Whorf und Ed­ward Sa­pir wa­ren nicht die ers­ten und nicht die letz­ten, die her­aus­ar­bei­te­ten und be­schrie­ben, dass das lin­gu­is­ti­sche Sys­tem (und mit ihm die Struk­tur, die Gram­ma­tik) je­der Spra­che nicht nur ein re­pro­duk­ti­ves In­stru­ment zum Aus­druck von Ge­dan­ken ist, son­dern viel­mehr selbst die Ge­dan­ken formt.

Sprache als Synthese der Vorstellungen

Wel­che Spra­che Men­schen auch spre­chen – jede ist Sche­ma und An­lei­tung für die geis­ti­ge Ak­ti­vi­tät des In­di­vi­du­ums, für die Ana­ly­se sei­ner Ein­drü­cke und für die Syn­the­se des­sen, was ihm an Vor­stel­lun­gen zur Ver­fü­gung steht. Die For­mu­lie­rung von Ge­dan­ken ist kein un­ab­hän­gi­ger Vor­gang, son­dern er ist von der je­wei­li­gen Struk­tur be­ein­flusst. Der Vor­gang des Aus­drü­ckens von Ge­dan­ken ist da­her für ver­schie­de­ne Gram­ma­ti­ken als mehr oder we­ni­ger ver­schie­den anzunehmen.

Das Den­ken ist nicht bloss ab­hän­gig von der Spra­che über­haupt, son­dern bis auf ei­nen ge­wis­sen Grad, auch von je­der ein­zel­nen be­stimm­ten. (Wil­helm von Humboldt)

Als Sprach­leh­re­rin, als die ich tä­tig bin, kann ich je­den Tag in mei­nem Un­ter­richt be­ob­ach­ten, wie wirk­sam die­se sprach­li­che Re­la­ti­vi­tät ist. Wer Deutsch spre­chen kön­nen will – und da­mit wer­den wir mit ei­ner Spra­che kon­kret -, muss Deutsch den­ken. Das be­deu­tet, dass er sich der Mit­tel, die das Deut­sche zur Ver­fü­gung stellt, be­die­nen muss, um sei­ne Ge­dan­ken oder In­for­ma­tio­nen so aus­zu­drü­cken, dass er von an­de­ren Deutsch-Spre­chen­den ver­stan­den wird. Das gilt ana­log na­tür­lich für jede Spra­che, für Tür­kisch, Eng­lisch, Ja­pa­nisch, um nur drei Spra­chen zu nen­nen. Kann der Spre­cher dies nicht, fin­det der An­ge­spro­che­ne sei­ne Welt nicht ab­ge­bil­det. Wenn wir eine neue Spra­che ler­nen, tun wir dies auf der Grund­la­ge von be­reits er­wor­be­nen Struk­tu­ren, die wir in den we­nigs­ten Fäl­len hin­ter­fra­gen, son­dern eben ein­fach verwenden.
Gram­ma­tik – für vie­le Men­schen mit un­gu­ten Er­in­ne­run­gen be­haf­tet – ist das Sys­tem der Re­gel­haf­tig­keit ei­ner Spra­che. Re­geln kön­nen in der ei­nen so, in der an­de­ren eben an­ders sein. Egal wie: beim Er­ler­nen ei­ner Spra­che su­chen wir nach Re­geln bzw. im­mer wie­der auf­tau­chen­den Mus­tern. Wenn wir sie ent­de­cken, kön­nen wir sie an­wen­den, aber manch­mal steht selbst dem noch et­was im Wege.

Gram­ma­tik ist nun nicht das ein­zi­ge, was eine Spra­che aus­macht – es geht auch um den Wort­schatz, d.h. die Lau­te, die in ei­ner be­stimm­ten Ab­fol­ge ar­ti­ku­liert Aus­druck ei­nes In­halts sind, über den Über­ein­kunft be­steht. Meh­re­re in be­stimm­ter Rei­hen­fol­ge ge­äus­ser­te Lau­te er­hal­ten eine Be­deu­tung, die ein Ken­ner der­sel­ben Lau­te versteht.

Spra­che ist die Über­ein­kunft von Men­schen und ge­währ­leis­tet da­mit Kommunion.

Din­ge, die in der Welt rund um eine (Sprach-)Gruppe her­um vor­kom­men, wird die­se als­bald be­nen­nen. Al­les für den All­tag Re­le­van­te wird eine Be­zeich­nung be­kom­men. Je­nes al­ler­dings, was für den All­tag ei­ner Sprach­ge­mein­schaft – und von ei­ner sol­chen spre­chen wir hier –  nicht re­le­vant ist, wird we­der be­nannt noch über­haupt gesehen.

Sprache ist immerwährende Tätigkeit

Ver­schwin­den Din­ge des All­tags aus dem Blick­feld, ver­schwin­det mit ih­nen das alte Wort. Er- schei­nen neue Ge­gen­stän­de, auf wel­chem Wege auch im­mer, dann wird da­für ein neu­es Wort ge­schaf­fen. Spra­che ist we­der un­ver­än­der­lich noch sta­tisch, sie ist kein Werk, son­dern eine im­mer­wäh­ren­de Tätigkeit.
Men­schen be­geg­nen Men­schen, Spra­chen be­geg­nen sich in ih­nen. Es kommt zum Aus­tausch und zur Über­nah­me von Wör­tern, auch wenn die “frem­den” Wör­ter das­sel­be Ding bezeichnen.

Er­gon ist die laut- und form­be­zo­ge­ne Gram­ma­tik ein­schliess­lich der Wort­bil­dung, die als not­wen­di­ges Durch­gangs­sta­di­um zu ei­ner En­er­ge­ti­schen Sprach­auf­fas­sung an­ge­se­hen wer­den kann.

In der deut­schen Spra­che gibt es eine Rei­he neu­er Wör­ter. Über die Flut der An­gli­zis­men ist hin­rei­chend ge­plärrt und es ist vor ih­nen ge­warnt wor­den. Die An­zahl nicht nur eng­li­scher Wör­ter in der Rah­men­spra­che Deutsch nimmt ste­tig zu. Und die Über­nah­me von Wör­tern hat na­tür­lich eine Rück­wir­kung auf die Gram­ma­tik. Was für ein Pro­zess aber ist das, der im­mer tie­fer in die Struk­tur des Deut­schen eingreift?
Eine mir lieb ge­wor­de­ne Fir­ma leg­te im letz­ten Mo­nat ih­ren deut­schen Na­men ab und be­nennt sich nun Eng­lisch. In der Com­pu­ter-und in der Me­di­en­bran­che tra­gen die tech­ni­schen und me­dia­len Er­run­gen­schaf­ten eng­li­sche Be­zeich­nun­gen. Be­rufs­be­zeich­nun­gen (man schaue sich ein­mal die Stel­len­an­zei­gen an) und Stu­di­en­ab­schlüs­se sind an­gli­ziert. Ver­steht noch je­mand, was da­mit ei­gent­lich ge­meint ist?
Nun gab es auch frü­her “Fremd­wör­ter”; im Deut­schen gibt es nicht we­ni­ge aus dem Fran­zö­si­schen, aus dem La­tei­ni­schen, dem Grie­chi­schen – sie sind schon lan­ge da und ge­hö­ren “zu uns”. Ich per­sön­lich ste­cke mein Geld ins Porte­mon­naie, sit­ze ger­ne auf der Couch, beim Ar­beits­amt zie­he ich eine Num­mer und bin to­tal frus­triert, wenn ich lan­ge war­ten muss.

Das so eng­lisch klin­gen­de Wort Mob­bing gibt es im Eng­li­schen nicht, und schon mal gar nicht in der Be­deu­tung, die es im Deut­schen hat. Fit­ness ein an­de­res Bei­spiel, Han­dy ein nächs­tes. Fuss­ball wird bei der hie­si­gen WM zum pu­blic viewing-Ereignis.

Ne­ben der Un­sit­te, eng­lisch­klin­gen­de Wör­ter zu er­schaf­fen – was bei­na­he schon wie­der ul­kig an­mu­tet -, ge­schieht mit den und durch die nicht­deut­schen Wör­tern je­doch noch an­de­res. Wir ha­ben es mit Be­deu­tungs­er­wei­te­run­gen ei­ner­seits und mit Be­deu­tungs­ver­en­gun­gen an­de­rer­seits zu tun.
Die neu­en Wör­ter – so­fern es Sub­stan­ti­ve sind – be­nö­ti­gen im Deut­schen ei­nen Ar­ti­kel. Die Ar­ti­kel­wör­ter sind das Trau­ma je­des Deutsch­ler­nen­den, der aus ei­ner Spra­che kommt, in der es kein gram­ma­ti­sches Ge­schlecht gibt. Die Re­gel­haf­tig­keit er­schliesst sich nur sehr schwer, da lernt man sie am bes­ten gleich zusammen!
Wel­chen Ar­ti­kel gibt man ei­nem Fremd­wort? Man hört die Mail und das Mail.  Es ist auf Deutsch “die Post” – dar­aus folgt, dass die Ten­denz zum fe­mi­ni­nen Ar­ti­kel gross ist. An­de­rer­seits gilt: Fremd­wör­ter sind grund­sätz­lich “das”: das Au­to­mo­bil, das Han­dy, das Mobile…

Das Englische als Lehrmittel für das Deutsche

Wei­ter­hin brau­chen die neu­en Wör­ter eine Plu­ral­form. Im Deut­schen gibt es – ge­wach­sen aus der Sprach­ge­schich­te – 8 Plu­ral­form­grup­pen. “Ty­pisch” für das Deut­sche ist die Stamm­vo­kal­än­de­rung, die auch an an­de­ren Stel­len wirk­sam wird.
Die neu­en Wör­ter be­kom­men über­wie­gend ein Plu­ral-s, oder ver­blei­ben in der Form des Sin­gu­lars (der Com­pu­ter, die Com­pu­ter – im­mer­hin in der An­wen­dung ei­ner Regelmässigkeit).
Ver­ben sind ein nächs­ter frucht­ba­rer Bo­den. Sie tra­gen im Deut­schen im In­fi­ni­tiv ein -en. to load down wird zu­nächst zu to down­load, (ist es ein trenn­ba­res Verb?), dann zu down­loa­den. Wohl dem, der der eng­li­schen Schrift­kon­ven­ti­on mäch­tig ist, und das Wort eng­lisch aus­spre­chen kann, wenn er es liest.
Bei rich­ti­ger eng­li­scher Aus­spra­che blei­ben die neu­en Wör­ter Fremd­kör­per im Deut­schen: die of­fen­kun­dig an­de­re Aus­spra­che passt sich nur stör­risch in die deut­sche Sprach­me­lo­die ein, und was für ein Spa­gat, wenn dann auch noch ein Per­fekt ge­bil­det wer­den muss: das habe ich gedownloaded/ downgeloaded.

Der Ein­bruch des Eng­li­schen in das Deut­sche ist gleich­sam eli­tär ge­gen­über dem, was in an­de­ren Tei­len der Re­pu­blik vor sich geht. Die Ka­naks­prak, Iden­ti­fi­ka­ti­ons­me­di­um ei­ner neu­en Kul­tur, ist al­les an­de­re als lus­tig – sie ist ein Sym­ptom. Wo­für, fra­gen Sie?
Die eng­li­sche Spra­che ist der un­se­ren vor­aus­ge­gan­gen, und an ihr kön­nen wir et­was ler­nen. Eng­lisch dien­te und dient als lin­gua fran­ca und wur­de in die ent­fern­tes­ten Win­kel der Welt, als der Han­del und nicht nur der be­gann, ge­tra­gen. Eng­lisch wird von weit mehr Men­schen ge­spro­chen als tat­säch­lich eng­li­sche Mut­ter­sprach­ler sind. Es ist die zwei­te Spra­che vie­ler Men­schen, die sie ler­nen, um sie zu benutzen.

Von der der Lingua franca zu den Kreolsprachen

Das Stich­wort hier lau­tet: be­nut­zen. Eine lin­gua fran­ca ist eine Ver­kehrs­spra­che, die auf ein­zel­nen Ge­bie­ten den Men­schen den Ver­kehr mit­ein­an­der ermöglicht.
Im Lau­fe der Kon­tak­te und der Durch­mi­schung mit im­mer an­de­ren Mut­ter­spra­chen wur­de Eng­lisch pidgi­ni­ziert. Her­vor­ste­chends­tes Kenn­zei­chen von Pidg­in­spra­chen ist, dass sie eine re­du­zier­te Sprach­form dar­stel­len. Als nächs­te Aus­prä­gung ha­ben wir es mit ei­ner Kreo­li­sie­rung zu tun:
Kreol­spra­chen sind Spra­chen, die aus meh­re­ren Spra­chen ent­stan­den sind. Da­bei geht ein Gross­teil des Wort­schat­zes der neu­en Spra­che auf eine der be­tei­lig­ten Kon­takt­spra­chen zurück.

In man­chen Fäl­len ent­wi­ckelt sich eine Kreol­spra­che durch ei­nen Pro­zess des Sprach­aus­baus zu ei­ner Stan­dard­spra­che. Im Un­ter­schied zu den Pidgin-Spra­chen sind Kreol­spra­chen so­gar Muttersprachen.

Vor al­lem die Gram­ma­tik, aber auch das Laut­sys­tem der neu­en Spra­chen sind von je­nen der be­tei­lig­ten Aus­gangs­spra­chen deut­lich ver­schie­den. Der Pro­zess dau­ert lan­ge, und wir spre­chen hier abs­trakt von “Spra­chen”. Was macht es aber mit den Sprechern?

Sprache ist Heimat

Be­stands­auf­nah­me:
1. Neue, frem­de Wör­ter und Be­grif­fe wer­den nicht ad­äquat an­ge­wen­det; 2. Die Wör­ter ver­än­dern die Stru­kur der Rah­men­spra­che, nicht sel­ten ge­hen Struk­tur­ele­men­te ver­lo­ren; 3. Ste­hen be­stimm­te Struk­tu­ren nicht mehr zur Ver­fü­gung, wird nicht mehr in ih­nen ge­dacht; 4. Was nicht ge­dacht wer­den kann, weil die Struk­tu­ren feh­len, bleibt un­ge­sagt; 5. Der ge­naue Aus­druck geht ver­lo­ren; 6. Man trifft sich im Unsagbaren.

Men­schen, die eine Spra­che nur als Rui­ne be­woh­nen, kön­nen auch nur rui­nen­haft denken.

Und so ge­rät die Her­kunft ins Wan­ken, wenn das Be­wusst­sein nicht nach­kommt. Spra­che ist – und war es im­mer – Hei­mat. Und wenn man sei­ne Spra­che ver­liert, ver­liert man die Hei­mat, und wenn man sei­ne Hei­mat ver­liert, ist es um die Spra­che hart bestellt.
Das hat üb­ri­gens nichts mit Den­ken in Na­tio­nal­staa­ten (de­ren Eta­blie­rung so­gar nach­ge­ra­de Sprach­zu­ge­hö­rig­kei­ten igno­riert) oder In­to­le­ranz zu tun, son­dern ist die Fra­ge ei­nes Stand­or­tes. Nur wenn man den hat, kann man Schrit­te in das An­de­re, Frem­de, Neue neh­men, und den Frem­den für das Ei­ge­ne, für ihn Neue be­geis­tern. Gibt man sei­nen Stand­ort auf, steht man im Nichts. ♦


Ka­rin Afshar

Geb. 1958 in der Eifel/D, Stu­di­um der Sprach­wis­sen­schaft, Finn-Ugris­tik und Psy­cho­lo­gie, Pro­mo­ti­on, zahl­rei­che bel­le­tris­ti­sche und fach­wis­sen­schaft­li­che Pu­bli­ka­tio­nen, lebt in Bornheim/D

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Ein Kommentar

  1. Kurz und bün­dig, was uns Frau Dr. Afs­har hier un­ter­brei­tet. Die Stand­ort­fra­ge in der Spra­che und im Den­ken zu lo­ka­li­sie­ren, fällt den meis­ten schwer. Und ge­ra­de in un­se­rer Zeit, wo Schlag­wör­ter wie Glo­ba­li­sie­rung und In­ter­kul­tu­ra­li­tät die Run­de ma­chen, soll­te sich je­der wie­der dar­an er­in­nern, wie wich­tig ein sol­cher Stand­ort im Le­ben ist. 

    Die hy­bri­den Kul­tur­er­schei­nun­gen mö­gen zwar für Brü­cken­bil­dun­gen un­er­setz­lich sein und zum Teil auch vi­ta­le In­ter­es­sen min­des­tens zwei­er Kul­tu­ren ver­tre­ten – wer wüss­te das nicht als bi­lin­gu­al Auf­ge­wach­se­ner -, doch dür­fen sie nicht zur Re­gel wer­den. So­sehr Ver­än­de­run­gen das Bild un­se­rer Ge­sell­schaf­ten prä­gen, so­sehr sind sie doch auch nur spür­bar und da­mit auch er­kannt auf dem Hin­ter­grund ei­nes All­tags, der durch Rou­ti­ne und wie­der­keh­ren­de Tä­tig­kei­ten Ga­rant für sol­che Än­de­run­gen ist. Wer den ste­ten Wan­del zum ein­zig Be­stän­di­gen er­klärt hat, der gleicht je­ner Per­son, die das Kon­su­mier­te ent­we­der schlecht oder gar un­ver­daut in sich trägt. Und da­mit wä­ren wir wie­der bei der Rui­ne, vor der Frau Dr. Afs­har uns zu Recht warnt. 

    Dies er­in­nert mich an Wor­te je­nes gro­ßen und oft miss­ver­stan­de­nen, weil miss­ge­deu­te­ten Den­kers, der so vie­les in un­se­rer west­li­chen Kul­tur vor­aus-ge­se­hen hat: „Die Wüs­te wächst: Weh dem, der Wüs­ten birgt!“ Was mit un­se­ren Spra­chen ge­schieht ist wüst, bringt Wüs­tun­gen her­vor, die un­wei­ger­lich zu Ver­wüs­tun­gen füh­ren. Da­vor be­wah­re uns die Sprache!

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