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Gedicht des Tages von Walter Gross: Dezembermorgen

Glarean Magazin · 8. Dezember 2017

Dezembermorgen

Lange war kein solcher Morgen.
Kalt, klar. Baum, Dach und Zaun
erhielten ihren Teil an Schnee.
So still und sauber wars
seit ich mich erinnere
nicht mehr.

Später allerdings schrie
der Morgen, er wird seine
blutigen Flecken bekommen.
Die blasse Scheibe der Sonne
hielt sich noch hinter dem Wald,
da hoben, halb zerrten sie das Schwein
an Beinen und Ohren und auf den hergerichteten
Vorplatz zu Hacken und Bottich.

Um neun Uhr sah ich die Schlächter
beim Mahl. Wie sie zugriffen!
Ihre Lust an Speise und Trank,
ihre Fröhlichkeit,
hat mich verstimmt.

Walter Gross

Dezembermorgen - Walter Gross - Gedicht des Tages - Glarean Magazin


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