Gert von Ameln: «Salin und der Schwarze Zauberer»

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Das Schachspiel kindgerecht verpackt

Walter Eigenmann

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salin-zauberer-glareanmagazin.jpgSchach für Kinder: Das ist eine lange Geschichte… – und sie wird landauf, landab in den Schachvereinen und -verlagen immer wieder neu geschrieben. Weil sie kompliziert ist. Wie bringt man heutzutage Playstation-geschädigten Kids ein hochkomplexes Spiel nicht nur bei, sondern auch nahe? Ein Spiel, bei dem man eigentlich stundenlang ruhig (sitzen-)bleiben sollte, und bei dem auch nicht literweise das Blut zum Monitor rausspritzt?
Der deutsche Kinder-Schach-Trainer Gert von Ameln besann sich auf Bettelmanns berühmtes Kult-Buch «Kinder brauchen Märchen» – und schrieb «Salin und der Schwarze Zauberer». Ein Märchen, in dem nur das Schachspiel des Helden Salin die beiden Geschwisterkinder Peter und Marie und deren Freunde vor dem bösen Fluch des Schwarzen Zauberers retten kann. Alles beginnt in einem alten Park-Haus, bei einem 300 Jahre alten Schachrätsel…

Bei ihrem spannenden Abenteuer, das mit Grips, Phantasie und Neugier überstanden werden muss, erfahren die Kinder Seite um Seite, was vor mehr als tausend Jahren im alten Indien seinen Anfang nahm und heute als «Königliches Spiel» weltweit viele Millionen begeistert. Mit einer kindgerechten, kurzsätzigen Sprache, einem dem Alter angepassten Vokabular und einer interessant vorangetriebenen «Story» gelingt es dem Autor, Regeln und Taktik des Schachs für 10- bis 13-jährige Kinder unaufdringlich zu «verpacken». Hat dann ein Schach-ABC-Schütze die knapp hundert Seiten durch, weiß er nicht nur die Grundzüge (und Grund-Züge), sondern auch, quasi en passant, etwas von dem «Geist», der «Idee» hinter diesem «Spiel der Spiele».

«Salin und der Schwarze Zauberer» ist ein schachpädagogisch verdienstvolles, von Immanuel Promnitz mit zahlreichen Illustrationen aufgewertetes und vom Verlag geschmackvoll editiertes Hardcover-Märchenbuch. Eigentlich gehört es – als Alternative zu den üblichen, eher «theoretisch» orientierten Jugend-Lehrbüchern – nicht nur in alle Schulbibliotheken, sondern auch in die Hände all der Jugendschach-Betreuer in den Vereinen – z.B. als idealer Buch-Preis bei Kinder-Schachturnieren. ■

Gert von Ameln, Salin und der Schwarze Zauberer, Seibert Verlag, 96 Seiten, ISBN 978-3-9811446-1-1

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