Computerschach: Fritz Beginner Edition 2010

Lese­zeit für die­sen Bei­trag: ca. 4 Minu­ten

Beantwortung von Schachanfänger-Fragen

von Malte Thodam.

Wenn man das Schach­spiel ohne Vor­kennt­nisse erler­nen möchte, gibt es sofort eine Viel­zahl von Fra­gen. Diese fan­gen schon bei den Regeln an, die nicht immer sicher beherrscht bzw. manch­mal auf kuriose Art und Weise von Laien aus­ge­legt wer­den; auch die Gang­art der Figu­ren erfor­dert etwas Erklä­rungs­be­darf, hat so ein Sprin­ger doch etwas merk­wür­dige Bewe­gungs­ei­gen­schaf­ten, wenn er schlen­kernd über alle Hin­der­nisse auf dem Brett hin­weg hüpft. Dann: Wann ist eine Par­tie remis, was ist Zug­zwang, was bedeu­tet es, en pas­sant zu schla­gen, und wann ist der König patt? Und auch: Die ver­schie­de­nen Matt­füh­run­gen mit unter­schied­li­chen Mate­ri­al­kon­stel­la­tio­nen müs­sen erst erlernt wer­den, um eine fast gewon­nene Par­tie zum Sieg füh­ren zu können.

Wenn das alles ver­stan­den wor­den ist, bleibt immer noch die Frage, wie man  sein Spiel über­haupt vom ers­ten Zug an anle­gen soll. Wohin zie­hen die Bau­ern und Figu­ren, damit ihre Auf­stel­lung Sinn ergibt?

Die schwierigste Schach-Stellung: Die Anfangsstellung…

Die Für die Beant­wor­tung all die­ser Fra­gen von Men­schen, die das König­li­che Spiel erler­nen möch­ten, hat Chess­base nun eine „Fritz Beg­in­ner Edi­tion“ als DVD her­aus­ge­bracht. In ins­ge­samt ca. 10-stün­di­gen Video-Lek­tio­nen wer­den die ele­men­tars­ten Dinge auf den 64 Fel­dern für jeden Inter­es­sier­ten ver­ständ­lich erläu­tert. Björn Leng­we­nus, Jugend­trai­ner und selbst spiel­star­ker Ama­teur, beginnt sozu­sa­gen am abso­lu­ten Null­punkt mit dem Schach­brett und führt den Novi­zen zu den Figu­ren und die ihnen anhaf­ten­den Eigen­schaf­ten bis hin zu einem Mini­mum an für Anfän­ger gut spiel­ba­ren Eröff­nun­gen (erklärt wer­den die grund­le­gen­den Ideen eini­ger klas­si­scher Eröff­nun­gen wie bei­spiels­weise Königs­gam­bit, Ita­lie­nisch oder Damen­gam­bit). Dabei weist er auch auf die wich­tigs­ten Grund­re­geln für einen gelun­ge­nen Spiel­be­ginn hin.

Die taktischen Motive und ihre Tücken

Gis­bert Jacoby, ehe­ma­li­ger Bun­des­li­ga­trai­ner, zeigt danach aller­hand tak­ti­sche Motive bzw. deren Tücken. So wird klar, wor­auf im kom­pli­zier­ten Getüm­mel des Mit­tel­spiels zu ach­ten ist. Den Abschluss der Video­in­struk­tio­nen macht eine kurze Vor­stel­lung ele­men­ta­rer End­spiele durch GM Kars­ten Mül­ler. Hier wer­den die wich­tigs­ten Matt­füh­run­gen mit den ver­schie­de­nen Figu­ren gegen den ein­sa­men König gezeigt. Gedeckte sowie ent­fernte Frei­bau­ern wer­den vor­ge­stellt, wobei ihre Stärke vom Gross­meis­ter anschau­lich ver­deut­licht wird. Auch andere wesent­li­che Grund­la­gen des End­spiels wie Oppo­si­tion und Drei­ecks­ma­nö­ver kom­men nicht zu kurz – wobei Mül­ler wie gewohnt recht schnell sei­nen Stoff vor­trägt, so dass even­tu­ell ein­ma­li­ges Anschauen einer Video­ein­heit dem Uner­fah­re­nen noch nicht aus­reicht, um alles zu ver­ste­hen, bzw. zu behalten.

Der Haupt-Screen der DVD mit seinen Verzweigungen zum
Der Haupt-Screen der DVD mit sei­nen Ver­zwei­gun­gen zum „Trai­ner“, zum Online-Ser­ver und zu den Video-Sessions

Ins­ge­samt wer­den viele typi­sche Anfän­ger­feh­ler gezeigt, so z.B. das Schla­gen ver­gif­te­ter Bau­ern in der Eröff­nung oder mehr­fa­ches Zie­hen mit einer Figur. Die Kon­se­quen­zen sol­cher Feh­ler wer­den dem Ler­nen­den dabei klar vor Augen geführt, so dass er sie von Anfang an in sei­nen eige­nen Par­tien ver­mei­den kann. Dazu kann der Anfän­ger gegen „Fritz“ im Trai­nings­mo­dus antre­ten, wobei sich der Rechen­knecht der eige­nen Spiel­stärke anpas­sen lässt – wie bei Fritz eben üblich. Das Pro­gramm gibt in die­sem Modus Hin­weise, und Züge las­sen sich zurück­neh­men. Drei Monate Zugang auf dem Schach.de-Server – aller­dings ohne Zugriff auf das Pre­mium-Pro­gramm – run­den die DVD ab; so kann der Schach­neu­ling auch online erste Erfah­run­gen auf den 64 Fel­dern sam­meln. Eine Daten­bank mit über einer Mil­lion Par­tien bie­tet genü­gend Mate­rial, um von den Meis­tern zu lernen.

Gute und systematische Einführung für Anfänger

Fazit-Banner Glarean Magazin
Die Spit­zen­spie­ler G. Jacoby, K. Mül­ler B. Leng­we­nus füh­ren den uner­fah­re­nen Schach-Novi­zen sys­te­ma­tisch in die Regeln und grund­le­gen­den Tech­ni­ken des Schach­spiels ein – von der Eröff­nung bis zum End­spiel; die neue DVD aus dem Hause Chess­base beglei­tet den Anfän­ger auf sei­nen ers­ten Schrit­ten ins Reich des fas­zi­nie­ren­den König­li­chen Spiels.

Wer mit dem Schach­spiel begin­nen, aber zunächst noch keine Bücher kau­fen möchte, der ist mit die­ser DVD gut bera­ten. Sie ent­hält alles Nötige, um die ers­ten Par­tien mit Erkennt­nis­ge­winn bestrei­ten zu kön­nen. Und auch die­je­ni­gen, die nie ernst­haf­ter Schach gespielt, aber hier und da aus Spass bereits die Holz­fi­gu­ren über das Brett gescho­ben haben, kön­nen nun auf neue und vor allem sys­te­ma­ti­sche Art mit dem Schach­spiel begin­nen. So steht dann auch spä­ter der Hin­wen­dung zu kom­ple­xe­ren Berei­chen des Schach­spiels nichts mehr im Wege. ♦

Chess­base/Lengwenus/Lengwenus/Müller/Fritz Beg­in­ner Edi­tion 2010, DVD-Schach-Software

Lesen Sie im Glarean Maga­zin auch über einen Klas­si­ker des Anfän­ger- und Schul­schachs: Rudolf Tesch­ner: Schach in 40 Stunden

… sowie zum Thema Computerschach: EAS-Messung der Engine-Aggressivität


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