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Zwei gemalte Poems: „Worte“ und „Neubeginn“

Otto Taufkirch: Zwei Wort-Bilder – Malerei

Walter Eigenmann · 14. März 2009

Worte

Otto Taufkirch: Worte
Otto Taufkirch: Worte

worte

manchmal fliegen die worte im
wind und sie bleiben auf den
felsen hängen nur ein narr ver-
sucht sie in den sand zu schreiben

nur ein narr versucht sie einzu-
fangen wie einen fisch in das
netz zu sperren manchmal
ist die erinnerung so tot wie die

felsenschrift die der wind ge-
schnitten hat so tot wie die
balken am strand so tausendfach

tot wie ein wasser im glas das zu
leben anfängt ohne worte ohne
wind ohne fisch und ohne netz

Neubeginn

Otto Taufkirch: Neubeginn
Otto Taufkirch: Neubeginn

neubeginn

der tag verfiel dem ypsilon
im östlichen himmel und ich
bin ohne wehmut ich habe
es abgestritten dass ich gelebt

geliebt habe des messers schneide
im meer blitzt mit den sternen
ich habe es abgestritten dass
schon tage vorher waren

schon vorher Tage waren ich
erinnere keine stunde ich
beginne neu und ohne trauer da
es im osten zu leuchten beginnt


Otto TaufkirchOtto Taufkirch

Geb. 1942; Maler, Zeichner und Lyriker; zahlreiche Ausstellungen in Deutschland, Italien, Frankreich und Portugal; diverse Lyrik-Publikationen; lebt in Lauf/D

Lesen Sie im Glarean Magazin auch von Otto Taufkirch: Sechs „Brachys“ (Mikro-Texte)


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