Über die Spaltung von Intellekt und Gefühl
Erich Fromm
„Es genügt nicht, die intellektuellen Fähigkeiten zu entwickeln. In der Erziehung müssen sowohl die intellektuellen wie die emotionalen Kräfte entwickelt werden.
In der heutigen Gesellschaft entsteht eine immer größere Spaltung zwischen Intellekt und Gefühl. Der Mensch von heute erfasst, was er erlebt, in der Hauptsache mit dem Verstand, statt unmittelbar zu begreifen, was sein Herz fühlt, seine Augen sehen und seine Ohren hören.
Die Spaltung zwischen Intellekt und Gefühl hat im modernen Menschen eine fast schizoide Seelenverfassung geschaffen, die es ihm nahezu unmöglich macht, Erfahrungen anders als auf gedanklichem Wege zu machen“. ♦
Aus Erich Fromm: Vorwort zu „Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung“ von A. Sutherland Neill (zitiert aus „Pädagogik und Ethik„, Reclam 1996)
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