Cornelius Verlag: Offener Brief über Druckzuschuss-Verlage

Lese­zeit für die­sen Bei­trag: ca. 5 Minu­ten

Schluss mit der Hysterie und Intoleranz!“

von Wal­ter Eigenmann

Seit Jahr­zehn­ten schon, eigent­lich bereits seit dem 18. Jahr­hun­dert, da sogar ein Goe­the für das Ver­öf­fent­li­chen sei­ner Werke bezahlte, wird hef­tigst gestrit­ten über das Für und Wider der sog. Druck­kos­ten­zu­schuss-Ver­lage (auch Selbst­zah­ler-Ver­lage, Autoren-Ver­lage, Dienst­leis­tungs-Ver­lage, Bezahl-Ver­lage oder Pseudo-Ver­lage genannt). Gemeint sind Buch-Her­stel­lungs­fir­men, die ihre (zumeist bel­le­tris­ti­schen) Autoren zur Betei­li­gung an den Kos­ten der Erst­auf­lage her­an­zie­hen und so das unter­neh­me­ri­sche Risiko (in teils umfang­rei­chem Masse) auf sie abwälzen.

Schwarze Listen prangern Einzelfirmen an

Die­ses Geschäft scheint mitt­ler­weile kräf­tig zu flo­rie­ren: allein im deutsch­spra­chi­gen Europa sind flä­chen­de­ckend Dut­zende sol­cher Ver­lage tätig, und ihre Autoren- bzw. Kund­schaft mag in die vie­len Tau­sende gehen. Dage­gen lau­fen, eben­falls schon seit lan­gem, zahl­rei­che Schrift­stel­ler-Ver­bände und andere lite­ra­ri­sche Grup­pie­run­gen Sturm. Sie wer­fen der­ar­ti­gen Ver­la­gen scham­lose Abzo­cke vor, und mitt­ler­weile kur­sie­ren sog. „Schwarze Lis­ten“, die kon­kret ein­zelne Fir­men anprangern.

Geld für Bücher - Druckzuschuss-Verlage - Glarean MagazinJüngs­ter Höhe­punkt der längst auch mit juris­ti­schen Mit­teln geführ­ten Aus­ein­an­der­set­zung ist ein „Offe­ner Brief“ des Cor­ne­lius-Ver­la­ges Halle, der die­ser Tage an zahl­rei­che jour­na­lis­ti­sche und lite­ra­ri­sche Online- und-Print-Redak­tio­nen ver­schickt wurde. Wir geben nach­fol­gend dies Schrei­ben unge­kürzt wie­der in der Hoff­nung, sein Inhalt führe auch hier zu einer regen Pro-/Kon­tra-Dis­kus­sion (via unten­ste­hende „Kommentar“-Funktion). Dabei dan­ken wir allen Votan­ten schon jetzt für sach­li­chen Dis­kus­si­ons­stil! (Ver­lin­kun­gen stam­men von der Redak­tion – we )

Ver­ehrte Autoren und Autorinnen!
Ver­ehrte Kol­le­gen in den Ver­bän­den, Medien und Literaturhäusern!

Das Mass für die Kam­pa­gne gegen die soge­nann­ten Druck­kos­ten­zu­schuss­ver­lage ist über­voll. Unser Brief rich­tet sich auch ganz kon­kret an die Vor­stände eini­ger Ver­bände. Seit meh­re­ren Jah­ren het­zen diese mit „Schwar­zen Lis­ten“ gegen Dienst­leis­tungs­ver­lage. Wir leben und arbei­ten in einem sol­chen betrof­fe­nen Ver­lag, dem Pro­jekte-Ver­lag Cor­ne­lius GmbH. Einer­seits wird direkt oder auch indi­rekt eine Liste im Autoren­fo­rum Mont­se­gur unter­stützt, eine andere, nicht öffent­li­che Liste FAIRLAG sam­melt Unter­schrif­ten von Autoren, Lite­ra­tur­häu­sern und Autoren­por­ta­len gegen diese Verlage.
Zum Ver­ständ­nis der „Schwar­zen Liste“: Lis­ten die­ser Natur rich­ten sich gegen Tole­ranz, Frei­heit, Demo­kra­tie und auch den markt­wirt­schaft­li­chen Wett­be­werb. Sol­che „Schwarze Lis­ten“ wer­den fast aus­schliess­lich von Dik­ta­tu­ren erstellt. Der Sinn der „Schwar­zen Liste“ wen­det sich aus­nahms­los und ver­nich­tend gegen die kör­per­li­che, soziale oder auch wirt­schaft­li­che Exis­tenz von Per­so­nen oder Einrichtungen.
Vor eini­gen Jah­ren schon ver­such­ten ver­schie­dene Autoren Buch­ver­öf­fent­li­chun­gen eines Ver­la­ges in Frank­furt zu ver­hin­dern. Seit Jah­ren insze­nie­ren diese Her­ren eine Hass­kam­pa­gne gegen inzwi­schen über 60 Unter­neh­men im ver­brei­ten­den und her­stel­len­den Lite­ra­tur­be­trieb. Hun­derte „Spür­na­sen“, Fahn­der, Gele­gen­heits­kri­ti­ker, Möch­te­gern-Autoren betei­li­gen sich im Inter­net an einer wei­te­ren Auf­lis­tung der von ihnen so genann­ten „Pseudo-Ver­lage“, die in Wahr­heit oft Dienst­leis­ter sind, Dru­cke­reien betrei­ben, Buch­bin­de­reien und auch Ver­lage füh­ren und betrei­ben. Diese Spür­na­sen beschimp­fen die Ver­le­ger und Dru­cker als Kri­mi­nelle und Betrü­ger. Eine Chance, sich gegen diese Lis­ten zu weh­ren gibt es nicht, da viele Hosts und Pro­vi­der aus­ser­halb der EU zu fin­den sind.
Es wer­den die Ver­lage beschimpft, unrecht­mäs­sig zu han­deln, doch die Unter­schrif­ten auf den Ver­trä­gen gehö­ren zur Hälfte den Autoren. Tat­säch­lich unter­schrei­ben Autoren Ver­träge (ein Ver­trag über eine Ver­si­che­rung ist kom­pli­zier­ter als ein Autoren­ver­trag), die ihnen scha­den, doch bekla­gen sich danach nicht über ihre Unmün­dig­keit, son­dern frö­nen als Frus­tra­ti­ons­aus­gleich der Erstel­lung von „Schwar­zen Lis­ten“ – ohne Anflug von Selbstkritik.
Diese „Schwar­zen Lis­ten“ haben die Eigen­schaft, die auch die Pest an sich hat. Sie grei­fen über ohne jedes Gebot, sie unter­schei­den nicht, jeder kann die Sei­ten wech­seln, egal ob er krank oder gesund ist. Man spricht einen Ver­dacht aus. Rühmt sich eines maka­bren Bewei­ses einer Dienst­leis­tungs­firma und stellt sich in die Reihe mit den Guten. Wir allein schon ken­nen min­des­tens zwan­zig wei­tere, dar­un­ter auch bedeu­tende Ver­lage, die pri­vate Druck­kos­ten­zu­schüsse (ohne Betei­li­gung der Öffent­lich­keit) nehmen.
Alles wäre lächer­lich, wenn es nicht hun­derte gute Autoren aus Unkennt­nis (wer will schon nicht fair sein?), Lite­ra­tur­häu­ser sowie einige klei­nere lite­ra­ri­sche Ver­bände und Autoren­ver­ei­ni­gun­gen gäbe, die sich Auf­tritts-, Lese- und Medi­en­ver­bote für andere, nich­t­or­ga­ni­sierte Autoren wün­schen wür­den. Das haben „Schwarze Lis­ten“ so an sich. Sie pola­ri­sie­ren und bevor­zu­gen eine Gruppe.
Wir den­ken, die Kunst, und beson­ders die Lite­ra­tur, hat dort kei­nen Raum mehr, wo es „Schwarze Lis­ten“ gibt. In die­sen Lis­ten wer­den Ver­lage in ihrer Exis­tenz bedroht. Es wird ver­sucht Mes­se­auf­tritte zu ver­hin­dern, Wer­be­schal­tun­gen zu unter­bin­den und Berufs­ver­bands- sowie Autoren­auf­tritts­ver­bote wer­den gefordert.
Schaut man sich nur ein wenig um, so stellt man fest, dass sogar der über­wie­gende Teil der Autoren des PEN kei­nen Ver­öf­fent­li­cher mehr hat, der sie finan­zie­ren könnte. Das Berufs­bild des Autors ändert sich also rasch, aber eben auch das des Ver­le­gers. Beson­ders in Deutsch­land aber hat es His­to­rie, hys­te­risch und into­le­rant auf das Neue oder das Andere, nicht gleich Ver­ständ­li­che oder Ver­steh­bare zu reagieren.
Die Auf­la­gen wer­den immer klei­ner, die Arbeit am Buch bleibt jedoch gleich. Wir haben Herrn Imre Törek münd­lich und schrift­lich ein­ge­la­den, sich die Arbeits­weise eines moder­nen Ver­la­ges anzu­se­hen. Ihm schien, wie vie­len ande­ren auch, die Umwand­lung der ana­lo­gen Druck-Sys­teme auf digi­tale Sys­teme ver­bor­gen geblie­ben zu sein. Diese Umwand­lung stellt eine Wei­ter­ent­wick­lung dar, ähn­lich der von der Kerze zur Glüh­birne oder der von der Schreib­ma­schine zum Com­pu­ter. Es hat eine gewal­tige öko­no­mi­sche und öko­lo­gi­sche Umwand­lung in der Buch­pro­duk­tion und im Ver­trieb von Büchern gege­ben, ebenso im Umgang zwi­schen Ver­le­gern und Autoren.
Doch das inter­es­siert die­sen Ver­bands­funk­tio­när nicht. Er strickt wei­ter an „Schwar­zen Lis­ten“, sei es aus Tra­di­tion oder aus einer uns uner­find­li­chen Bor­niert­heit für das Wirk­li­che und Ver­än­der­li­che in die­sem Land. Darum: Schaf­fen Sie die „Schwar­zen Lis­ten“ ab! Sie sind unhy­gie­nisch für die Kul­tur und die Ver­än­de­run­gen im Autoren­hand­werk in unse­rem Land, das wir lie­ben und wo jeder Mensch seine Chance haben darf.

8.August 2011, Halle/D: Rein­hardt O. Cor­ne­lius-Hahn (Autor/Verleger), Joa­chim Schwarze (Autor/Verlagsmitarbeiter), Wilko Mül­ler (Autor/Verlagsmitarbeiter)

Lesen Sie im Glarean Maga­zin zum Thema „Unver­öf­fent­lichte Bücher“ auch über
Gior­gio van Stra­ten: Das Buch der ver­lo­re­nen Bücher
aus­ser­dem im GLAREAN zum Thema Verlagswesen:
Inter­view mit dem Schwei­zer Ver­le­ger Egon Ammann

30 Kommentare

  1. Sehr geehr­ter Herr Imre Török,

    seit wir wis­sen, dass die Erde keine Scheibe ist (und schon lange vor­her), hat sich viel getan. Bei­spiels­weise wurde die Arbeit der Mön­che in den Klös­tern, indem sie Bücher ver­viel­fäl­tig­ten, durch den Buch­druck über­flüs­sig. Wir befin­den uns in einer Zeit des Wan­dels – mal wie­der – Ver­lage, die rei­hen­weise künf­tige „Groß­li­te­ra­ten – und nur sie – ver­öf­fent­lich­ten, sind rar gewor­den. Statt­des­sen war­tet man auf die Erkennt­nisse, bei­spiels­weise einer Fuß­baller­gat­tin, die ja auch inter­es­sant sein kön­nen, aber nicht viel mit Lite­ra­tur zu tun haben.
    Da mischen sich nun die klei­nen Ver­lage ein, die mit Hilfe des Digi­tal­drucks, Klein­auf­la­gen pro­du­zie­ren können.
    Ja, es gibt schwarze Schafe. Doch lei­der ist es so, dass die Kraft der eta­blier­ten Ver­lage genügt, das Pro­dukt der „Fuß­baller­gat­tin“ (nur als Meta­pher gemeint!), zur „Volks­bil­dung“ wer­den zu lassen.
    Wenn mitt­ler­weile „seriöse Ver­lage“ Druck­kos­ten­zu­schüsse neh­men, dann ste­hen Sie doch den ande­ren Ver­la­gen, bitte schön, das Recht zu, Autoren, die mit guten Manu­skrip­ten keine Chance gegen „Fuß­baller­gat­ti­nen“ haben, in „seriö­sen Ver­la­gen“ unter­zu­kom­men, die Mög­lich­keit zur Ver­öf­fent­li­chung zu geben. Auch Klein­auf­la­gen sind, wenn sie seriös kal­ku­liert, sehr teuer. Sehr, sehr teuer, des­halb trauen sich das die gro­ßen Ver­lage nicht zu.
    Aber dann ist da ein Buch in der Welt! Das sollte Sie doch freuen!? Und nun nimmt es sei­nen Weg – und oft auch erfolg­reich. Man­che wer­den vom Markt ver­schwin­den. Auch das der „Fuß­baller­gat­tin“ – und nie­mand wird es ver­mis­sen, doch der „anstän­dige Ver­lag“ hat dann tat­säch­lich sei­nen Schnitt gemacht, auf Kos­ten jun­ger Autoren, die keine Chance bekamen.
    Was kön­nen wir für Lite­ra­tur tun. Ich denke, Büchern eine Chance zu geben. Und das ist die neue Revo­lu­tion. Durch die jet­zi­gen Mög­lich­kei­ten haben haben viel mehr Manu­skripte eine Chance, die sie sonst nicht hät­ten. Man­che Bücher ver­schwin­den, oder sie machen – wenn man sie nicht wegen ihrer „Her­kunft“ klein­re­det – oder sie gar bekämpft – ihren Weg.
    Ich würde mich freuen, wenn mehr Sach­lich­keit in die Dis­kus­sion käme.
    Ich würde mich freuen, sehr geehrte Herr Imre Török, wenn sie uns ein­mal in Halle besu­chen wür­den. Ich bin einer der Begrün­der des „pro­jekte-ver­la­ges“. Wir laden Sie ganz herz­lich ein!

    Nichts ist bes­ser als ein Gespräch. Das weiß ich, denn ich bin ehren­amt­lich „Not­fall­seel­sor­ger“.

    Mit freund­li­chem Gruß, Kon­rad Potthoff

  2. Und wie­der ein­mal wird alles in einen Topf gewor­fen, faire Dienst­leis­ter und tat­säch­li­che Abzock-DKZVs, in Wirk­lich­keit lie­gen Wel­ten dazwischen

  3. Betrach­tet man die Dis­kus­sion um so genannte „Bezahl­ver­lage“, erstaunt es, dass sich bis­her kein Ver­le­ger eines „seriö­sen Ver­la­ges“ zu Wort meldete.
    Das hat sicher Gründe. Wie die meis­ten Autoren wis­sen, gel­ten dort oft­mals die­sel­ben Regeln wie bei einem „Bezahl­ver­lag“. Bei der Ein­rei­chung eines Manu­skrip­tes und der Illus­tra­tio­nen bei einem nam­haf­ten Kin­der­buch­ver­lag bei­spiels­weise, wurde eine höhere Summe erwar­tet. Aber eben mit der Aus­sicht, durch den Ver­lags­na­men „geadelt“ zu sein, den er steht auf kei­ner „schwar­zen Liste“ Und auch all die ande­ren Ver­lage fin­det man dort nicht, denen die Ent­schei­dung, ein bestimm­tes Buch zu ver­le­gen leich­ter fällt, wenn ein Teil des Risi­kos vom Autor getra­gen wird. Und das sind mitt­ler­weile sehr viele und es wer­den immer mehr.
    Und ist es denn im Sinne der Grals­hü­ter hoher Lite­ra­tur, wenn „Stoß­ge­bete“ (den Titel sollte man sich schüt­zen las­sen!) die ein­zige Chance sind, im Wind­schat­ten einige noch unbe­kannte Autoren zu ver­öf­fent­li­chen? Wenn es nur so wäre!
    Der „pro­jekte Ver­lag 188“ wurde Mitte der neun­zi­ger Jahre von Autoren aus dem Osten gegrün­det, um Autoren, denen man die Rechte für ihre Bücher zurück­ge­ge­ben hatte, neu auf­zu­le­gen. In klei­nen Auf­la­gen, damit sie bei­spiels­weise bei Lesun­gen damit aus­ge­stat­tet sind. Und „Zeit­zeu­gen­be­richte“ waren jeher ein wich­ti­ger Bestand­teil des Pro­gramms. Ziel war es auch, jun­gen AutorIn­nen die Mög­lich­keit der Ver­öf­fent­li­chung zu geben.
    Gemein­sam – Ver­lag und AutorIn – lie­ßen sich auf ein „Pro­jekt“ (daher der Name – und damit nicht irre­füh­rend!) ein – in der Hoff­nung auf Erfolg, wobei der Ver­lag immer den grö­ße­ren Teil des Risi­kos trug.
    Spä­ter wurde der Ver­lag zur Pro­jekte-Ver­lag Cor­ne­lius GmbH – nun war der Digi­tal­druck im Hause ange­kom­men, der sehr wohl viel kos­tet (wie in einem der Dis­kus­si­ons­bei­träge bestrit­ten wird), denn dazu bedarf es teu­rer Maschi­nen, die bezahlt wer­den müs­sen – und viel mehr.
    Manu­skrip­ten eine Chance geben. AutorIn­nen eine Bühne geben…, was dann geschieht, ent­schei­det der Leser, der Markt – wenn einem nicht „Schwarze Lis­ten“ daran hindern.

    Nein, ich bin nicht glück­lich, wenn der Brief mei­nes Freun­des und Kol­le­gen Rein­hardt O. Cor­ne­lius-Hahn den Ein­druck erwe­cken könnte, er stelle sich undif­fe­ren­ziert schüt­zend vor alle „Bezahl­ver­lage“, doch so ist nicht. Ja, es gibt schwarze Schafe. Doch zu denen gehö­ren wir nicht.
    Auf den ers­ten Mes­sen (und auch noch heute) erfuh­ren wir von „Bezahl­ver­la­gen“, die das zehn- bis acht­zehn­fa­che vom „Kun­den“ ein­for­dern, was wir als Betei­li­gung am „Buch­pro­jekt“ verlangten.
    Es gibt wei­tere Unter­schiede. Um nur einen zu nen­nen: Weil wir im Grunde das höhere Risiko tra­gen, sind wir sehr wohl am Erfolg inter­es­siert! Und die Autoren sind in der Regel mit 10 Pro­zent betei­ligt! Und wir ver­leg­ten (zuvor unbe­kannte) AutorIn­nen, die meh­rere tau­send Bücher ver­kauf­ten! Umso schlim­mer ist es, wenn die dann igno­riert wer­den sol­len weil sie (obwohl lite­ra­risch hoch­wer­tig) vor den Augen der Grals­hü­ter – wegen des „Stalls“ aus dem sie kom­men, keine Gnade finden.

    Übri­gens, unser Idea­lis­mus kos­tet. Einst war ich einer der Ver­le­ger, jetzt Gesell­schaf­ter, wenn ich alles über­rechne, habe in den nun­mehr über 25 Jah­ren zehn Euro pro Monat ver­dient. Das heißt: Alle Gut­ach­ten, Lek­to­rate usw. gescha­hen ehren­amt­lich. Und das geht so in Ord­nung, denn zuerst müs­sen die Ange­stell­ten bezahlt werden.
    Ich bin stolz auf die­sen Ver­lag. Nicht alles, was erschien, waren „Ren­ner“. Aber wie gesagt, auch da ent­schei­det der Markt. Doch wir sind an einem Punkt ange­kom­men, an dem immer häu­fi­ger nam­hafte Autoren bei uns ver­öf­fent­li­chen, und wir vie­len jun­gen Autoren hel­fen konn­ten, ein Sprung­brett zu fin­den. Wir sind nun dazu in der Lage, Bücher auf den Markt zu brin­gen, ohne ein „Pro­jekt“ für sie ent­wi­ckelt zu haben.
    Ich behaupte mal, mit die­ser Beschrei­bung unter­schei­den wir uns nicht mehr wesent­lich von den „seriö­sen Ver­la­gen“. Also bedarf es einer modi­fi­zier­ten Liste, wenn über­haupt, denn „Lis­ten“ haben tat­säch­lich einen schlech­ten Beigeschmack.
    Ich ver­mute mal (etwas Pole­mik sei auch mir gestat­tet) – die Mön­che, wel­che vom Abschrei­ben von Büchern leb­ten, waren nicht begeis­tert von Guten­bergs Erfin­dung. Der Digi­tal­druck ver­än­derte eben­falls die Mög­lich­kei­ten und die Chan­cen, auf dem Buch­markt Fuß zu fas­sen und neue Wege kün­di­gen sich an. Das alles sind Her­aus­for­de­run­gen – sie zu bekämp­fen – und gar mit „schwar­zen Lis­ten“ – ist unproduktiv.

    Mit freund­li­chem Gruß, Kon­rad Potthoff

  4. Ich bin Volon­tär im Pro­jekte-Ver­lag Cor­ne­lius. Ich bin tätig in den Abtei­lun­gen Presse- und Öffent­lich­keits­ar­beit und Ver­trieb (die ein DKZV ja beide angeb­lich nicht hat). Ich möchte meine Mei­nung zu die­sem Thema von den hier genann­ten Per­so­nen und Anschul­di­gun­gen ent­kop­peln. Ich möchte Ihnen dar­le­gen, mit wel­chen Schwie­rig­kei­ten ich in mei­ner Arbeit zu kämp­fen habe.
    Sie besteht zu gro­ßen Tei­len lei­der nicht darin, ver­trau­ens­volle und für beide Sei­ten befruch­tende Bezie­hun­gen zu Medi­en­ver­tre­tern, Lite­ra­tur­häu­sern und Buch­händ­lern auf­zu­bauen und Bücher und Autoren vor­zu­stel­len, son­dern in der grund­sätz­li­chen Ver­tei­di­gung der Recht­schaf­fen­heit des Ver­la­ges und der Qua­li­tät der Bücher. Meine Arbeit ist immer wie­der ein Kampf gegen eine grund­lose Vor­ver­ur­tei­lung auf­grund der DKZV-Lis­ten. Ich bin ein Lite­ra­tur­be­geis­ter­ter und doch ent­geis­tert von mei­ner Machtlosigkeit.
    Unsere Autoren dür­fen sich nicht für bestimmte Preis­ver­lei­hun­gen bewer­ben, weil sie beim fal­schen Ver­lag sind. Das Buch selbst spielt keine Rolle. Sie dür­fen in Lite­ra­tur­häu­sern, die die DKZV-Lis­ten unter­stüt­zen, keine Lesun­gen hal­ten und es gab bereits Buch­händ­ler für die das ein Aus­schluss­kri­te­rium war. Wenn diese Lis­ten das bewir­ken sol­len, dann sind sie erfolg­reich. Herz­li­chen Glückwunsch.
    Doch damit hört es noch nicht auf. Wei­ter­hin werde ich in Tele­fo­na­ten mit Jour­na­lis­ten als aller­ers­tes gefragt, ob der Pro­jekte-Ver­lag nicht einer von die­sen DKZ-Ver­la­gen ist und muss zuvor­derst das Geschäfts­mo­dell erläu­tern (das trotz gegen­tei­li­ger Behaup­tun­gen trans­pa­rent auf der Start­seite der Ver­lags­home­page in drei Minu­ten im Detail nach­ge­le­sen wer­den kann. Dabei sollte es im Gespräch mit einem Lite­ra­tur­me­dium doch um ein mit Herz­blut ver­fass­tes lite­ra­ri­sches Werk gehen.
    Wir ver­le­gen ehe­ma­lige deut­sche Bot­schaf­ter (Bernd Wulffen, Kuba, Bah­rain), deut­sche Aus­lands­kor­re­spon­den­ten (Bri­gitte Schu­bert-Ous­try­/ARD-Paris), Bundesverdienstkreuzträger/innen (Prof. Dr. Bar­bara Schaef­fer-Hegel) und viele wei­tere ein­drucks­volle Per­sön­lich­kei­ten mit oft noch ein­drucks­vol­le­ren Büchern. ). Es ist jedoch oft wich­ti­ger, ob der Ver­lag auf einer Liste steht.
    Auf den Buch­mes­sen wer­den wir in hohem Maße von Autoren ange­spro­chen, die einen Ver­lag suchen. Ihre erste Frage lau­tet: Sie sind doch ein Ver­lag, der Geld ver­langt, oder? Ich ant­worte dann: Nicht aus­schließ­lich. Und ich erkläre wie­derum das Geschäfts­mo­dell. Und wis­sen Sie, was pas­siert, wann immer ich das tue? Mein Gegen­über ist erstaunt und beein­druckt. Von den Mög­lich­kei­ten, von der Ehr­lich­keit, von der Beratung.
    Jeder­zeit kann der Ver­lag ange­ru­fen wer­den. Die Ver­triebs­ab­tei­lung erklärt jedem, der es hören will, den Weg des Buches aus der Dru­cke­rei in den Buch­han­del. Die Öffent­lich­keits­ar­beit klärt bei Inter­esse gerne über stan­dard­mä­ßige und indi­vi­du­elle Mög­lich­kei­ten der Bekannt­ma­chung auf. Unsere Autoren, die mit ihrem Buch um jede Lesung, jede zur Aus­lage bereite Buch­hand­lung kämp­fen, wis­sen die­ses Ange­bot zu schät­zen und nut­zen es.
    Doch ich möchte dif­fe­ren­zie­ren. Es hat sich noch lange nicht die ganze Welt gegen uns ver­schwo­ren. Ich kann von Glück reden, dass es noch Jour­na­lis­ten und Buch­händ­ler gibt, denen die DKZV-Debatte herz­lich egal ist, oder diese auf­grund ihrer Ein­sei­tig­keit igno­rie­ren. Sie infor­mie­ren sich über das Buch und ent­schei­den sich dann, ob sie es ver­brei­ten oder ver­trei­ben wol­len. Es gibt auch wel­che, die es ableh­nen und das ist in Ord­nung. Diese Jour­na­lis­ten, Buch­händ­ler und Ver­an­stal­ter inter­es­sie­ren sich näm­lich noch für den Mehr­wert des Buches, den künst­le­ri­schen ebenso wie den finan­zi­el­len. Genauso die Groß­händ­ler von KNV, libri und Umbreit. Dort hat sich seit vie­len Jah­ren eine ver­trau­ens­volle Zusam­men­ar­beit ent­wi­ckelt, die geprägt ist von gegen­sei­ti­gem Respekt und pro­fes­sio­nel­ler Ernst­haf­tig­keit. Undif­fe­ren­zierte Vor­ur­teile inter­es­sie­ren dort nie­man­den. Dort wird gese­hen, dass wir uns um unsere Bücher bemü­hen, dass wir große Mes­se­stände auf­fah­ren, um uns breit zu prä­sen­tie­ren und dass wir auch Rezen­sio­nen in der FAZ, im Tages­spie­gel und in der Bild erhalten.
    Ich möchte zuletzt noch ein­mal dar­auf hin­wei­sen: Sowohl online als auch per Tele­fon macht der Ver­lag ein umfang­rei­ches und trans­pa­ren­tes Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­ge­bot. Uns ist wich­tig, dass jeder Ein­zelne dif­fe­ren­ziert. Eine unre­flek­tierte, unkon­trol­lierte und nicht zu kor­ri­gie­rende Ver­bots­liste mit unein­ge­schränk­ter Auto­ri­tät ver­hin­dert in vie­len Fäl­len selbst die­sen ers­ten Schritt.

    G. Rac­kow

  5. Wirr und däm­lich (O-Ton Török) sind zwei Begriffe im Zusam­men­hang mit R. Cor­ne­lius-Hahn, die ich gar nicht unter­stüt­zen kann. Es ist pein­lich, einen 64-jäh­ri­gen Autor und Ver­le­ger der­ar­tige Begriff­lich­kei­ten zu unter­stel­len. R. O. Hahn, so sein Autoren­name, hat nach­weis­lich eine ver­kaufte Gesamt­auf­lage von 1,2 Mio. Büchern auf den Markt gebracht (ver­kaufte!). Er besitzt und führt seit 21 Jah­ren eine Firma, die seit 15 Jah­ren aus­bil­det und mehr als 30 Men­schen beschäftigt.
    Beschäf­tigt man sich mit ihm, so kann man erfah­ren, das er knapp 30 Jahre „tro­cken“ ist und über ihn ist auch bekannt, das er in den 80er Jah­ren 12 Trin­kern das Leben geret­tet hat (über Monate gepflegt usw.).Die Dis­kus­sion, die er ange­sto­ßen hat, ist nichts für Leute, die von der Mate­rie Ver­lags­we­sen und Autoren­be­treu­ung nichts ver­ste­hen oder denen es zu gut geht, weil sie mate­ri­ell auf dem Tro­cke­nen sit­zen (um im Begriff­li­chen zu bleiben).
    Ich habe die Erfah­rung gemacht, fast jedes Ver­lags­ge­schäft ist ein Zuschuss­ge­schäft, aber auch jeder Autor gibt nicht nur allein sein Herz für das von ihm Geschrie­bene, er gibt auch seine gesamte Zeit und sein Geld. Preis­trä­ger, Aka­de­mie­mit­glie­der, Ver­bands­mit­glie­der und, und, und … haben kei­nen Erfolg, aber den Wunsch, es zu wis­sen und es (das Geschrie­bene) zu verbreiten.
    Ein Ver­le­ger, der Ahnung hat (was man von C-H. unbe­dingt sagen muss) ist eine Hilfe. Ich habe mir das Geschäfts­mo­dell ange­se­hen. Da wer­den berühmte Autoren hofiert und bezahlt (Edi­tion Cor­ne­lius). Da ist ein Klas­si­ker­pro­gramm auf­ge­legt, von denen hat wahr­lich kei­ner was dazu­be­zahlt (Les­sing, Bür­ger, Ser­viss, Cha­misso). Da gibt es die Zeit­zeu­gen, die bezah­len (laut Inter­net-Home­page 850 Euro Netto) und da gibt es das Autoren­pro­gramm, hier zahlt man nichts oder es wird ein Pro­jekt gemacht, da kann sich fast jeder „Groß­ver­lag“ verstecken.
    Ehe ich es ver­gesse, die Sach­buch­reihe wird von Uni­ver­si­tä­ten, Phar­ma­kon­zer­nen, Stif­tun­gen usw. bezahlt und fin­det sich kein „Spon­sor“, so gibt es das fer­tige, sau­bere Buch für 1.250 Euro – auch im Vertrieb.
    Selbst habe ich fast 30 Titel in mei­nem Klein­ver­lag her­aus­ge­ben kön­nen, ohne Druck­kos­ten­zu­schuss. Es gibt über Cor­ne­lius-Hahn noch mehr zu sagen, dass er 1976 aus der SED „raus­ge­tre­ten“ wor­den ist, aber zwei Dinge kann man von ihm nicht behaup­ten, er sei däm­lich und wirr. Ich denke, er tritt mit Kraft eine Dis­kus­sion an, von der der Pro­jekte-Ver­lag Cor­ne­lius gar nicht so sehr betrof­fen sein muss, da die ange­schlos­sen Dru­cke­rei für viele, kleine Ver­lage für gute Preise druckt und genau den Autoren und den Ver­la­gen, die sich hier über­he­ben, eine Grund­lage der Ver­öf­fent­li­chung schafft.
    Ich weiß, eine För­de­rung, die die­ser Ver­lag anbie­tet (wohl­ge­merkt, es ist ein pri­va­ter Anbie­ter), kann sich eine Kul­tur­be­hörde oder ein Ver­band nicht leis­ten. Noch eine Frage – wo war Herr Török 1976? War er auch immer der Erste, wie hier in die­sem Blog? Sei­nen Bei­trag halte ich für schä­big und arg begrenzt.
    Noch ein nach­träg­li­cher Zusatz, ein nicht­an­ony­mes Gespräch in einem Blog ist eine Wohl­tat. Und – man sollte end­lich Spreu von Wei­zen tren­nen, siehe DKZV, da gibt es nur einige, wenige Ver­lage, die den Hals nicht voll bekom­men, sich nicht um die Autoren küm­mern und sich viel­leicht die Hände rei­ben und sich eben nicht äußern werden.

  6. Also, ich finde es toll, dass hier so offen infor­miert wird. Danke für die Hin­weise. Ich werde dar­aus meine Kon­se­quen­zen ziehen.
    Wenn ich das nächste Mal zum Foto­gra­fen gehe, weil ich Pass­bil­der brau­che, muss er mich bezah­len, schließ­lich bezah­len seriöse Foto­gra­fen ihren Model­len Geld, das sieht man an Clau­dia Schiffer.
    Außer­dem hatte ich mir über­legt, für mei­nen Mann zum Geburts­tag im Ton­stu­dio ein Lied auf­zu­neh­men um es ihm als CD zu schen­ken. Ich denke, da wird das Ton­stu­dio mich bezah­len müs­sen, schließ­lich bekom­men Sän­ger Geld für ihre Leis­tung. Und so gut wie Tokio Hotel singe ich auch noch.
    Die seriö­sen Ver­lage hier kön­nen mir sicher auch sagen, wohin ich meine Lie­bes­ge­dichte aus ver­gan­ge­nen Zei­ten schi­cken kann, schließ­lich beto­nen die seriö­sen Ver­lage ja, dass sie ihren Autoren Geld zah­len und ich bin im Moment etwas knapp bei Kasse…
    Da man dar­auf besteht, dass Ver­lag von vor­le­gen kommt (was para­do­xer Weise vor­fi­nan­zie­ren bedeu­ten soll… eigent­lich müsste Ver­lag dann Vor­finz hei­ßen), und da sich offen­bar der Wort­in­halt und seine Bedeu­tung über die Jahre nicht ändern kann, darf soll, werde ich künf­tig meine Kol­le­gen, die ein Prak­ti­kum absol­vie­ren, nicht mehr mit Prak­ti­kant anre­den, sonst bekomme ich von denen noch eine Anzeige wegen Beleidigung.
    Jeder mag sich selbst infor­mie­ren, wel­che ursprüng­li­che Bedeu­tung das Wort Prak­ti­kant hat.
    So und nun werde ich zum Ein­schla­fen ein gutes Buch lesen, natür­lich nicht aus einem Zuzahl­ver­lag, denn die publi­zie­ren ja nur Mist. Allein Bücher aus seriö­sen Ver­la­gen garan­tie­ren, dass man hoch­wer­tige lite­ra­ri­sche Werke in den Hän­den hält.
    Hmm, mal über­le­gen, wel­ches hoch­wer­tige Buch nehme ich denn? Ich hätte da im Moment zur Aus­wahl: „Nichts als die Wahr­heit“, dann noch „Feucht­ge­biete“ oder nehme ich doch die „Biss-Reihe“?
    Egal, alles in Ver­la­gen ver­öf­fent­licht, die keine Zuzah­lung neh­men, also bestimmt künf­tige Weltliteratur!

  7. Ich stelle fest, dass die Dis­kus­sion hier nicht wei­ter­führt. Pseu­do­ver­le­ger wie Küp­pers, Cor­ne­lius-Hahn und des­sen Mit­strei­ter, auf diese Weise ihre Schlamm­schlacht gegen Kri­ti­ker ihres umstrit­te­nen Geschäfts­mo­dells wei­ter fort­füh­ren zu müssen.
    Der „Offene Brief“ trägt schon den Duk­tus der Ver­ächt­li­chungs­ma­chung, wel­che besagte Per­so­nen hier in der Dis­kus­sion fort­füh­ren wollen.
    Frau Küp­pers scheint offen­sicht­lich nicht das Recht der gemein­nüt­zi­gen Ver­eine in Deutsch­land bekannt zu sein. Sie scheint nicht zu wis­sen, dass gemein­nüt­zige Ver­ein gerade keine wirt­schaft­li­chen Absich­ten haben. Dabei setze ich ein­mal vor­aus, dass es bei ihr Unwis­sen­heit ist, und nicht Unredlichkeit.

    Die Debatte hier kann als geschei­tert ange­se­hen wer­den. Und ich muss sagen: Bei einem sol­chen wir­ren und ver­ächt­lich­ma­chen­den „Offe­nen Brief“ des Herrn Cor­ne­lius-Hahn war es auch von vorn­her­ein nicht anders zu erwar­ten. Schade, einer­seits. Viel­leicht hatte aber manch ein Pseu­do­ver­le­ger den­noch einen Erkennt­nis­ge­winn. Denn Auf­klä­rungs­ar­beit tut Not – nicht nur bei poten­ti­el­len Autoren (Opfern), son­dern auch bei den Pseu­do­ver­le­gern selbst. Wenn sie wenigs­tens jetzt ein­mal das Ver­lags­prin­zip ver­stan­den haben, d.h. wis­sen, dass Ver­lag von Vor­le­gen kommt, und ver­stan­den haben, dass sie keine Ver­lage betrei­ben, ist schon viel erreicht.

  8. Zum Kom­men­tar: Wir­rer und däm­li­cher Kleinunternehmer

    Wir soll­ten doch mal sach­lich blei­ben. Man kann mit Sicher­heit viel über den Ver­le­ger Cor­ne­lius-Hahn sagen, aber wirr und däm­lich stim­men mit Sicher­heit nicht.
    In finde es eine Unver­schämt­heit einen fast 65jährigen Autor und Ver­le­ger der­art zu belei­di­gen. Seine nach­weis­lich ver­kaufte Gesamt­auf­lage liegt bei 1,2 Mil­lo­nen Bücher. Die hier ver­tre­te­nen Autoren kön­nen davon ver­mut­lich nur träumen.

    Ich lasse mich aber gern vom Gegen­teil über­zeu­gen. Auch kann man auf der Ver­lags­home­page sehr deut­lich nach­le­sen wel­che Betei­li­gun­gen gefor­dert wer­den. Zudem gibt es den Ver­lag auch nicht erst seit heute.
    Ich als Buch­händ­ler ver­weise auch mal dar­auf, dass viele Autoren des Ver­la­ges kei­nen Zuschuss zah­len. Oder glau­ben Sie allen Erns­tes Christa Wolf oder Vol­ker Braun zah­len etwas für ihre Veröffentlichungen?
    Der Buch­markt ist hart umkämpft. Es gibt ca. 20.000 Ver­lage in Deutsch­land und alle suchen Sie Ihren Platz in den Buch­hand­lun­gen. Den geneig­ten Leser inter­es­siert die Debatte übri­gens herz­lich wenig (täg­li­che eigene Erfah­rung an der Buchhändler-Front).

    Es emp­finde es als mehr als anmas­send Unter­neh­men (und das sind nun­mal die Ver­lage) als Betrü­ger und Schlim­me­res zu dif­fa­mie­ren. Ich glaube nicht, dass die ver­tre­te­nen Her­ren sich selbst so belei­di­gen las­sen wür­den. Und auch die Wort­wahl des Herrn Török erscheint mir eher unpas­send. Jeder Autor kann sel­ber ent­schei­den wie, wo und wann er veröffentlicht…

    Ich möchte ein­fach mal mit dem jüdi­schen Sprich­wort „Zum Bei­spiel ist noch kein Beweis..“ schließen

    In die­sem Sinne

    T. Geyer, Buchhändler

  9. Es ist schon sehr bezeich­nend, wie aggres­siv hier der Tross der selbst­er­nann­ten Hüter des hei­li­gen Eta­blier­ten-Grals sich mokiert über einen Offe­nen Brief, der mei­nes Erach­tens die Situa­tion in der deut­schen Ver­lags­land­schaft sehr gut erfasst und die Hatz zurecht scharf kri­ti­siert, zu der seit Jah­ren von den ein­schlä­gi­gen Ver­bän­den gebla­sen wird. Vor Jah­ren war ich sel­ber mal Jung­au­tor in einem der Dienst­leis­ter-Ver­lage, nach­dem ich mit mei­nem Roman-Exposé bei über 15 „klas­si­schen“ Ver­la­gen abge­blitzt war. Erst die Ver­öf­fent­li­chung bei einem Dienst­leis­ter-Ver­lag (der damals sehr wohl für mein Buch Wer­bung betrie­ben hat!) konnte ich über­haupt erst mal einen Fuss in die Lite­ra­tur­szene krie­gen. Ich bereue mei­nen dama­li­gen Schritt auch heute noch nicht.
    Ok, heute würde ich in der glei­chen Situa­tion noch stär­ker die Preise der entspr. Anbie­ter ver­glei­chen. Aber unterm Strich sind die Dienst­leis­ter-Ver­lage (ganz im Gegen­satz zu den eta­blier­ten!) ein wirk­li­cher Bei­trag zur Lite­ra­tur-Demo­kra­tie. Die Zei­ten haben sich näm­lich mas­siv ver­än­dert, und ich finde abso­lut nichts dabei, wenn ein Autor seine lite­ra­ri­schen Pro­jekte mit­tels Eigen­be­tei­li­gung unter die Leser­schaft zu brin­gen ver­sucht. Ok, viel­leicht ist die Option Eigen­ver­lag, bei den heu­ti­gen kos­ten­güns­ti­gen Mög­lich­kei­ten des Dru­ckens, eine Alter­na­tive. Aber lang­jäh­rige Dienst­leis­ter-Ver­lage haben eine oft recht umfang­rei­che PR- und Ver­triebs­struk­tur; um auf diese zurück­zu­grei­fen lohnt sich eine ange­mes­sene Inves­ti­tion durch­aus. Mir jeden­falls war damals damit sehr gedient.
    Diese von den Ver­bän­den hier unter der „Lei­tung“ von Prä­si­dent Török seit vie­len Jah­ren geschürte „Ver­nich­tungs­kam­pa­gne“ gegen die sog. „Druck­zu­schuss­kos­ten-Ver­lage“ ist jeden­falls mehr als degou­tant. Ich kann ver­ste­hen, dass er und seine Ver­bands­funk­tio­näre um ihre Ein­nah­men (sprich Mit­glie­der­bei­träge) fürch­ten, aber die Lite­ra­tur-Demo­kra­ti­sie­rung ist auch mit Pau­schal­ver­dam­mung gan­zer Wirt­schafts­zweige nicht auf­zu­hal­ten. Ok, Erst­au­toren rate ich drin­gend, die frag­li­chen Ver­träge und Preise sehr ein­dring­lich unter die Lupe zu neh­men. Und schwarze Schafe gibt’s schließ­lich in jeder Branche.
    Aber gene­rell und pau­scha­li­sie­rend abra­ten, das hieße gewalt­sam EINE der inter­es­san­ten Publi­ka­ti­ons­op­tio­nen weg­zu­schlie­ßen. Und das wäre, gerade für Erst- oder Jungautor/innen, doch dumm. Trotz der ver­ständ­li­chen Angst der Autoren-Ver­bände um ihre Mit­glie­der-Geld­pfründe… Übri­gens, wer ver­gleicht eigent­lich mal die recht üppi­gen Jah­res­bei­träge der vie­len Ver­bände im Hin­blick auf ihr Preis-Leis­tungs­ver­hält­nis??!! Deren „Dienst­leis­tun­gen“ mal den Dienst­leis­ter-Ver­la­gen gegen­über­zu­stel­len könnte doch recht auf­schluss­reich werden… 😉

    Jonas F.

  10. Liebe Frau Wilberg,

    lange Rede, noch kür­ze­rer Sinn:

    Mein Ver­lag wurde schon zu Beginn sei­ner Grün­dung der DKZ-Publi­ka­tion bezich­tigt und gerade die Ver­bände waren es, die unse­ren Ver­lag immer wie­der in die Lis­ten auf­ge­nom­men haben. Mein dama­li­ger Ver­such die­sem Trei­ben ein Ende zu berei­ten schei­terte. Fakt ist der, dass wir bis vor zwei Mona­ten (also in den ers­ten 2 1/2 Jah­ren) trotz der mas­si­ven Unter­stel­lung diver­ser Por­tale kei­nen Cent von den Autoren ver­langt haben und das bele­gen sowohl die Ver­träge unse­rer 43 Autoren, als auch das diese sich zum dama­li­gen Zeit­punkt im Bör­sen­blatt zu Wort gemel­det haben und bestät­tigt haben, dass kein Cent an uns gezahlt wurde. 

    Nur wis­sen Sie, wenn man immer wie­der in diese wie ich finde über­haupt nicht „unse­riöse“ Ecke gedrängt wird, dann hat man die Wahl die­ses zu igno­rie­ren oder eben genau das zu tun, was ihnen da unter­stellt wird. 

    Nein, ich sehe in unse­rer Betei­li­gung nicht uns­erö­ses, denn wir küm­mern uns sowohl um die Autoren, als auch um deren Bücher und unsere Betei­li­gung kann nun wahr­lich nicht als Abzo­cke ver­stan­den wer­den, denn es deckt für die erste Auf­lage erst ein­mal die rei­nen Kos­ten. Wir prä­sen­tie­ren die Bücher unse­rer Autoren auf unse­rem Mes­se­stand und wenn Sie ein­mal genaus­tens recher­chie­ren wür­den, dann wäre Ihnen auch die Viel­falt unse­rer Wer­be­maß­nah­men und Enga­ge­ments auf­ge­fal­len. Wir hocken eben nicht ein­fach nur in unse­rem Mes­se­stand, son­dern wir ver­an­stal­ten zu jeder vol­len Stunde eine Lesung auf die­sem und zie­hen mit unse­rem pin­ken Stuhl durch die Hal­len, um auf die Lite­ra­tur unse­rer Autoren auf­merk­sam zu machen. 

    Ent­schei­dent finde ich bei die­sem gan­zen Sach­ver­halt auch wie­der ein­mal, dass das Geld­ver­die­nen mit Autoren in den Ver­bän­den und fai­ren Por­ta­len gar nicht zur Spra­che kommt und wis­sen Sie was: 

    Wir machen es so, wie wir es als Ver­lag für „Gut & Rich­tig“ befin­den und zwar auch dann, wenn es Ihnen oder ande­ren wie­der­stre­ben sollte. Einer der Kom­men­ta­to­ren hat schon Recht damit, dass man die Ver­bände ein­mal unter den Focus der Kri­tik neh­men sollte … und jene Kom­men­ta­to­ren der Unsach­lich­keit … da halte ich es doch mit mei­ner Groß­mutter: ver­ab­schiede und genese!

    PS: Liebe Ver­lage der ste­ten Angriffe … sehr gerne dür­fen Sie mich oder meine Mit­ar­bei­ter des Ver­la­ges kon­tak­tie­ren, denn es wäre doch sicher­lich auch für Autoren von sehr gro­ßem Inter­esse zu erfah­ren, wel­che Ver­bände nicht kas­sie­ren, um dem Autoren bei sei­ner Suche nach einem Ver­lag zu hel­fen. Uns allen wäre doch weit­aus mehr gehol­fen, wenn wenigs­tens die Dop­pel­mo­ral der lite­ra­ri­schen Ver­bands­mo­ra­lis­ten ein Ende fin­den würde und auch dort die Kon­di­tio­nen bzw. die Zah­lun­gen direkt auf der ers­ten Seite prä­sent wären! Gibt es eigent­lich auch schon eine „Schwarze Liste“ der Verbände?

    Nicole J. Küp­pers / Design Pavoni° Verlag

  11. Wer die Auf­klä­rungs­ar­beit von Autoren- und ande­ren Lite­ra­tur­or­ga­ni­sa­tio­nen sowie Ver­brau­cher­zen­tra­len als eine Arbeit „wie in Dik­ta­tu­ren“ ver­gleicht, und wer meint, eine sach­li­che Kri­tik gegen die Geschäfts­prak­ti­ken von Pseu­do­ver­la­gen pau­schal als „Haß­kam­pa­gne“ bezeich­nen zu müs­sen, der muss sich nicht davor wun­dern, dass vor ihm gewarnt wird.
    Auch die FAZ berich­tete am 24.04.2008 („Fair geht vor“):
    über ein sol­ches ver­gleich­ba­res Verhalten.

    Erst vor kur­zem wurde ein Pseu­do­li­te­ra­tur­agent zu einer Haft­strafe von einem Jahr und zehn Mona­ten ver­ur­teilt. Er hatte von Autoren Geld im Vor­aus genom­men und für die Ver­öf­fent­li­chung aber nichts Wesent­li­ches getan: http://www.sueddeutsche.de/bayern/coburg-wie-im-schlechten-krimi-1.1010046

    Ich gebe die Hoff­nung nicht auf, dass Herr Cor­ne­lius-Hahn auch eines Tages ein­se­hen und ver­ste­hen wird, dass ein Ver­lag dem Autor Geld gibt, und eben nicht nimmt. Und dann schon gar nicht, unter irre­füh­ren­den Geschäfts­prak­ti­ken. Wenn sein Offe­ner Brief einem Lern­pro­zess bei ihm die­nen soll, dann begrüße ich es sehr.

  12. Herr Cor­ne­lius-Hahn ist mit sei­nen – schlecht recher­chier­ten und nicht zum ers­ten Mal dif­fa­mie­ren­den – Schrei­ben auch mir lei­der kein Unbe­kann­ter. Eines muss man ihm las­sen: Als zuvor unbe­kann­ter Kleinst­un­ter­neh­mer hat er sich unter Autoren inner­halb einer kur­zen Zeit – wenn­gleich kei­nen rühm­li­chen – Ruf erworben.
    Ich habe noch in Erin­ne­rung, wie er bereits vor drei Jah­ren allen Erns­tes meinte, über 20 Lite­ra­tur­ver­ei­ni­gun­gen im Vor­feld der Grün­dung des Akti­ons­bünd­nis für faire Ver­lage mit bar­schen Dif­fa­mie­run­gen die Klage andro­hen zu wol­len und holte sich dazu dann auch noch zusätz­li­che Schüt­zen­hilfe von einem Frank­fur­ter Pseu­do­ver­lags­un­ter­neh­men. Bis er schließ­lich frei­mü­tig ein­räumte, dass seine Andro­hun­gen alle nur „ein Bluff“ waren. Er wollte schon die Mei­nungs­bil­dung ein­schrän­ken. Autoren bezeich­ne­ten die­ses Ver­hal­ten sehr zutref­fend als „Zen­sur­ver­such reins­ten Wassers.

    Auch die­ser Offe­ner Brief ent­zieht sich wie­der jeg­li­cher ernst­haf­ter Dis­kus­sion. Er wim­melt von Unwahr­hei­ten und (gewoll­ten) Ver­ächt­li­chungs­ma­chun­gen. Wenn Herr Cor­ne­lius-Hahn tat­säch­lich eine Debatte über sein Geschäfts­mo­dell füh­ren wollte, würde er ein­mal offen legen, was ihm die Pro­duk­tion eines Buches kos­tet, und was er von den Autoren dafür nimmt und wel­chen Ver­kaufs­er­folg beim Leser er hat. Er würde sich gerade mit dem von ihm pro­pa­gierte Geschäfts­mo­dell befas­sen, statt mit einer Schelte und Ver­ächt­li­chung­ma­chung sei­ner Kritiker.

    Inter­es­sant ist auch, wer sich hier alles zu Wort mel­det: Frau Küp­pers, die eben­falls einen Druck­kos­ten­zu­schuss­ver­lag betreibt, stritt mona­te­lang ab, vom Autoren (in ihrem Fall sogar von Kin­dern!) Geld für eigene Buch­ver­öf­fent­li­chun­gen zu neh­men. Bis sie nach Über­füh­rung durch eine Viel­zahl von Autoren klein­laut ein­räu­men musste, gerade dies zu tun. Sym­pto­ma­tisch ist auch, dass Sie hier behaup­tet, sich jeg­li­cher Kom­mu­ni­ka­tion mit ihren Kri­ti­kern zu ver­wei­gern. Wes­halb sie sich den­noch in eine Dis­kus­sion hier ein­schal­tet, erscheint wider­sprüch­lich, aber natür­lich begrüßenswert.
    Dass eine „Ver­le­ge­rin“ noch nicht ver­stan­den hat, dass der Begriff „Ver­lag“ von „Vor­le­gen“ kommt, erscheint aus­ge­spro­chen eigen­tüm­lich. Liebe Frau Küp­pers, „ver­le­gen“ ist das Verb. Ein Ver­lag ver­legt, d.h. er legt vor. Ich rate Ihnen an, sich ein­mal der Hilfe eines ety­mo­lo­gi­schen Wör­ter­buchs zu bedienen.
    Sie fin­den die Wort­be­griffs­be­deu­tung auch hier:
    Eigent­lich ist es doch gar nicht so schwer zu ver­ste­hen. Manch­mal habe ich den Ein­druck, dass es bestimmte Per­so­nen gibt, die es schlicht­weg nicht ver­ste­hen wol­len. Ver­le­gen kommt von Vor­le­gen. Bitte befas­sen Sie sich ein­mal mit der Geschichte des über Jahr­hun­derte eta­blier­ten Ver­lags­we­sens, wel­ches Sie mit Pseu­do­ver­la­gen im Begriff sind, zu zerstören.
    Pseu­do­ver­lage sind eben keine Ver­lage, son­dern sie sind letzt­lich Dru­cke­reien und tra­gen ledig­lich den Namen „Ver­lag“ in ihrem Namen. Das ist in mei­nen Augen irre­füh­rend und nicht umsonst wird des­halb von Autoren und Lite­ra­tur­ver­bän­den gefor­dert, dass sie z.B. keine Prä­senz auf Buch­messe – direkt neben seriö­sen Ver­la­gen – bekom­men dür­fen und es ihnen aus Grün­den des uner­laub­ten Wett­be­werbs ver­wehrt wird, sich als „Ver­lag“ zu bezeichnen.

    Lie­bes Glarean Maga­zin: Es ist ja gut, dass Sie die Dis­kus­sion über Pseu­do­ver­lage wie­der bele­ben wol­len, wie Sie schrei­ben. Den „Offe­nen Brief“ als einen neuen „Höhe­punkt“ der Debatte zu bezeich­nen, ist m.E. aber etwas sehr über­höht. Ebenso muss ich Sie kor­ri­gie­ren: Pseu­do­ver­lage exis­tie­ren erst seit etwa drei­ßig Jah­ren in Deutsch­land. Herr Frie­ling, der in Ber­lin eben­falls ein sol­ches Unter­neh­men betreibt, hat die­ses Geschäfts­mo­dell einst nach Deutsch­land gebracht. Danach nahm es hier infla­tio­näre Aus­maße in einem Rand­be­reich der Lite­ra­tur­bran­che ein.
    Und noch ein Miss­ver­ständ­nis: Goe­the hat zu kei­nem Zeit­punkt einen Druck­kos­ten­zu­schuss geleis­tet, son­dern er hat in einem Eigen­ver­lag publiziert. 

    Es ist gut, wenn Sie eine Dis­kus­sion för­dern möch­ten, wenn­gleich diese schon seit Jah­ren geführt wird.
    Aber mit einem sog. „Offe­nen Brief“ (ohne Datums­an­gabe) eines Herrn Cor­ne­lius-Hahn, mit der er Dut­zende Lite­ra­tur­ein­rich­tun­gen in Deutsch­land in den letz­ten Tagen mit Spam-Mails „beläs­tigte“ („Ach, der schon wie­der…“) und der ganz offen­sicht­lich nicht eine ernst­hafte Debatte, son­dern eine schlecht recher­chierte bis hin zu dif­fa­mie­rende Ver­ächt­li­chungs­ma­chung ver­folgt, ist m.E. wohl kaum für eine seriöse Debatte geeignet. 

    Ich lege jedem einen sehr auf­schluss­rei­chen Bericht der Süd­deut­schen Zei­tung ans Her­zen. In dem Bericht „Im Land der Dich­ter und Täu­scher“ führte die SZ im Juli 2010 die irre­füh­ren­den und betrü­ge­ri­schen Machen­schaf­ten eines in Frank­furt ansäs­si­gen Pseu­do­ver­lags­gruppe dezi­diert aus:

    Es darf wild spe­ku­liert wer­den, wes­halb Herr Cor­ne­lius-Hahn und seine Pro­jekte-Lite­ra­tur­dru­cke­rei sich wie­der­ho­lend in die Posi­tion eines Für­red­ners sol­cher betrü­ge­ri­schen Machen­schaf­ten begibt. 

    Anne­gret Wilberg
    Autorin, Journalistin

  13. Guten Tag,

    ich heiße Wil­fried Kriese und ich bin der Inha­ber des Mauer Ver­la­ges, Medi­en­be­triebs­wirt und Autor von 30 Büchern.
    Auch im Mauer Ver­lag wird ein Druck­kos­ten­zu­schuss ver­langt, des­halb musste auch ich im Inter­net schon einige üble Beschimp­fun­gen über mich erge­hen las­sen und so denke ich, dass es an die­ser Stelle durch­aus ange­bracht ist einen sach­be­zo­ge­nen Bei­trag zu ver­öf­fent­li­chen. Aller­dings ist das nicht mit weni­gen Zei­len getan.
    Ohne die rich­tige Kal­ku­la­tion ist alles nichts
    Am Bei­spiel an einer Kal­ku­la­tion sehen Sie, was gemeint ist. Viele machen schon den Feh­ler, dass sie die Ansicht ver­tre­ten, ein Buch­preis würde ledig­lich aus fol­gen­den Pos­ten errechnet:

    – Lay­out­kos­ten
    – Vorstufekosten
    – Druckkosten
    – Buchbinder
    – Autorenhonorar

    Doch dem ist nicht so. Dazu kom­men noch die Betriebs­kos­ten eines Verlages:
    F= feste Kosten
    V= varia­ble Kosten
    E= Einzelkosten
    Diese drei Pos­ten haben es in sich. Denn hier sind zum Bei­spiel die Betriebs­kos­ten mit auf­ge­führt. Damit Sie sich ein Bild davon machen kön­nen, fol­gen nun drei kurze Beispiele.
    1. F= Büromiete
    2. V= Strom-, Was­ser-, und sons­tige Nebenkosten
    3 E= Büro­ein­rich­tung, Regale, Schreibtisch…

    Bemes­sungs­grund­lage eines Buchverkaufspreises

    Wie Sie viel­leicht Wis­sen, ist die Wahr­schein­lich­keit, dass Sie von einem neuen Buch­ti­tel nicht mehr als 500 Exem­plare ver­kau­fen wer­den, sehr hoch. Daher soll­ten Sie bei der Fest­le­gung des Ver­kaufs­prei­ses von einer Auf­la­gen­höhe von 500 Exem­pla­ren ausgehen.
    Opti­mis­tisch gese­hen besteht auch die Mög­lich­keit, dass sich noch wei­tere Auf­la­gen ver­kau­fen kön­nen, aber blei­ben wir mal lie­ber bei die­sem Bei­spiel, damit Ihnen ein böses Erwa­chen erspart bleibt.

    Eine ver­ein­fachte Buchkalkulation

    Der Ein­fach­heit hal­ber gehe ich auf die ein­zel­nen Kos­ten­fak­to­ren nicht wei­ter ein, son­dern nenne Pau­schal­be­träge, die aus der Klein­ver­le­ger-Pra­xis stammen.
    1. Lay­out-, Vor­stufe-, Druck-, Buch­binde-, Gra­fik­kos­ten und Autoren­ho­no­rar belau­fen sich bei einem 200-sei­ti­gen Taschen­tuch auf circa 4.000,- €. Davon sind 2.000,- € für Druck und Bin­dung, der Rest beträgt somit 2.000,- €.
    2. Erfah­rungs­ge­mäß belau­fen sich die jähr­li­chen Betriebs­kos­ten bei einem pro­fes­sio­nel­len Ein­mann-Ver­lag auf 50.000,- €. Das mag sich nach sehr viel anhö­ren, aber bitte berück­sich­ti­gen Sie dabei, dass in die­sem Betrag auch die Lohn­kos­ten beinhal­tet sind.
    Wenn im Jahr 25 Titel her­aus­ge­bracht wer­den, macht das somit für jeden Titel 50.000,- € : 25 Titel = 2.000,- €
    3. Somit wären wir schon bei jeder Auf­lage eines Titels bei einem Betrag von 6.000,- €b(vorausgesetzt die gesamte Auf­lage wird auch gedruckt).

    Die Ermitt­lung eines Buchverkaufspreises

    Viele Anfän­ger machen nun den Feh­ler, dass sie die 6.000,- € ein­fach durch 500 tei­len und somit einen Ver­kaufs­preis von 12,- € aus­rech­nen. Doch das ist ein fata­ler Feh­ler, der einen Klein­ver­lag sehr schnell in den Kon­kurs trei­ben kann. Denn was noch fehlt, ist der Auf­schlag für den Han­dels­ra­batt. Die­ser liegt, je nach­dem, ob ein Ver­lag mit oder ohne Groß­händ­ler und Ver­lags­haus­lie­fe­rer zusam­men­ar­bei­tet bei 30-50 %. Somit müsste der Ver­kaufs­preis bei einem Han­dels­ra­batt von 30 % bei 18,- € liegen.

    Güns­tige Bücher

    Ihnen kommt nun die Frage, warum sehr viele Taschen­bü­cher oft ein Drit­tel weni­ger, oder sogar noch weni­ger, kos­ten? Die Ant­wort ist ganz ein­fach: hier­bei han­delt es sich meis­tens um sehr hohe Auf­la­gen von 20.000 oder gar höher, wodurch die Kos­ten sich erheb­lich sen­ken und an der Misch­kal­ku­la­tion, das bedeu­tet, dass noch wei­tere Ein­künfte dazu kom­men, wie zum Bei­spiel die Ver­wer­tung der Neben­rechte, die aber lei­der Klein­ver­le­gern mit meist unbe­kann­ten Autoren ver­wehrt bleiben.

    Betriebs- und sons­tige Kos­ten senken

    Damit aber trotz­dem viele Bücher von klei­nen Ver­la­gen zu die­sem Preis ange­bo­ten wer­den kön­nen, ist es wich­tig, dass die Betriebs­kos­ten sowie sons­tige Aus­ga­ben so gering wie nur mög­lich gehal­ten wer­den. Das fängt damit an, dass der Ver­lag sich zum Bei­spiel in der eige­nen Woh­nung befin­det, und der Inha­ber bezie­hungs­weise die Mit­ar­bei­ter das Know­how besit­zen, so viele Arbei­ten wie nur mög­lich in pro­fes­sio­nel­ler Qua­li­tät aus­füh­ren zu kön­nen. Aber auch in Klein­ver­la­gen tra­gen die Titel, die meh­rere Auf­la­gen errei­chen, auch die ande­ren Titel mit, was wie­derum den durch­schnitt­li­chen Ver­kaufs­preis je Titel senkt.
    Dazu kommt, dass sich Autoren oft an der Ver­öf­fent­li­chung ihres Buches betei­li­gen. Dass sich das auch für den Autor rech­nen kann, wer­den Sie gleich erfahren.

    Eine Mög­lich­kei­ten als Autor Geld zu verdienen

    Es gibt noch Dut­zende von Mög­lich­kei­ten, wie Sie als Autor aus Ihrem Hobby Kapi­tal schla­gen kön­nen und wenn es auch nur so viel ist, dass Sie damit Ihre Schrift­stel­le­rei finan­zie­ren kön­nen. Denn wer kann schon sagen, dass sein Hobby nichts kos­tet. Dazu trägt auch fol­gen­des Bei­spiel bei. Es gibt Klein­ver­lage wie zum Bei­spiel der Mauer Ver­g­lag, die ihren Autoren fol­gen­des Geschäfts­mo­dell anbie­ten: Der Autor ver­öf­fent­licht im Ver­lag sein Buch für 3.000,- €. Dafür erhält er ein Dienst­leis­tungs­an­ge­bot, wie die Gestal­tung sei­nes Buches und sons­tige Ser­vices, die nötig sind um ein Buch auf den Lite­ra­tur­markt zu brin­gen. Dazu erhält der Autor noch 100 Frei­ex­em­plare, wovon er jedes für 20 € ver­kau­fen kann. Auf jedes Buch, das er nach­be­stellt, erhält er einen Rabatt von 30 % plus für jedes über den Ver­lag ver­kaufte Buch ein Autoren­ho­no­rar von zwi­schen 10 % und 15 %, sowie wei­tere Ein­nah­men an den Neben­rech­ten. Somit hat der Autor reale Chan­cen bereits nach einer Auf­lage von 500 bis 1000 Exem­pla­ren seine Inves­ti­tio­nen wie­der her­ein zu wirt­schaf­ten. Bei die­sem Geschäfts­mo­dell han­delt es sich zwar um eine Art Druck­kos­ten­zu­schuss, doch wie uns das Bei­spiel zeigt, ist es durch­aus fair, weil der Autor wirk­lich reale Chan­cen hat sein Geld wie­der zurückzubekommen.
    So kann selbst mit einer nied­ri­gen Buch­auf­lage ein klei­nes Geschäft für den Autor ent­ste­hen, das sein Hobby erschwing­li­cher macht.

    Ohne Zuschuss geht es oft nicht

    Die Mei­nun­gen bezüg­lich Ver­lage, die von den Autoren Geld ver­lan­gen, sind sehr unter­schied­lich. Wie auch immer dar­über im All­ge­mei­nen gedacht wird, fest steht, dass, ein Autor oft nicht darum herum kommt, für die Ver­öf­fent­li­chung sei­nes Werks zu bezah­len. Wenn auch Sie sich dazu ent­schlie­ßen soll­ten, Ihr Werk gegen einen so genann­ten Druck­kos­ten­zu­schuss her­aus­zu­brin­gen, sagt das noch nichts dar­über aus, ob Ihr Buch gut oder schlecht ist. Das hat auch nichts mit Eitel­keit zu tun, son­dern Sie haben sich eben für eine der Mög­lich­kei­ten ent­schie­den, die Ihnen der Markt anbietet.

    Vor­sicht vor fal­schen Versprechungen

    Gerade wenn es um die Zuzah­lung zu Ihrer Buch­ver­öf­fent­li­chung geht, soll­ten Sie beson­ders vor­sich­tig sein. So wer­den oft tolle Erfolgs­ver­spre­chun­gen gemacht, um die Autoren dazu zu brin­gen, für ihr Buch sehr stolze Sum­men zu bezah­len. Seien Sie daher wach­sam und prü­fen Sie den Ver­lag und den Ver­le­ger genau­es­tens, mit dem Sie zusam­men­ar­bei­ten möchten.

    Dr. h.c. Wil­fried Kriese
    Mauer Verlag

  14. Es ist bekannt und es wird von nie­man­dem in Abrede gestellt – das Kul­tur­gut „Buch“ rech­net sich nicht!“ – so heißt es auf der Web­site des „Pro­jekte Ver­lags“. Mit Ver­laub, ich stelle das in Abrede. Würde sich das „Kul­tur­gut Buch“ nicht rech­nen, gäbe es keine wirt­schaft­lich erfolg­rei­chen, rich­ti­gen Ver­lage. Mein Ver­lag jeden­falls ver­dient u.a. mit mei­nen Büchern Geld. Dar­auf basiert sein Geschäftsmodell.

    Ich habe mich über die­sen „Offe­nen Brief“ sehr amü­siert – er hat mich gefreut. Er zeigt näm­lich, dass die Aktio­nen offen­bar lang­sam Früchte tra­gen. Inso­fern kommt die­ses Schrei­ben einer Auf­for­de­rung gleich, wei­ter­zu­ma­chen. Und das soll­ten wir auch tun. 

    Herz­lich,
    Tom Liehr

  15. In jeder Bran­che gibt es „schwarze Schafe“. Gene­rell „Druck­kos­ten-Zuschuss­ver­lage“ zu ver­teu­feln, heißt die Augen vor den Rea­li­tä­ten zu ver­schlie­ßen. Wenn die soge­nann­ten „seriö­sen“ Ver­lage, wie sie selbst behaup­ten, ledig­lich 1 % der ihnen ein­ge­reich­ten Manu­skripte ver­öf­fent­licht, dann muss man sich doch fra­gen, was sol­len die 99 % Autoren mit ihren mit viel Liebe erstell­ten Werke anfan­gen? Sie gleich wie­der vernichten?
    Wie viele Autoren kön­nen in Deutsch­land kön­nen vom Schrei­ben wirk­lich leben? Viele, die jetzt das Maul auf­rei­ßen, sind doch auch nur „Hobby-Schrift­stel­ler“, die ihren Lebens­un­ter­halt durch einen ande­ren Beruf betreiben.
    Und was die Qua­li­tät der Ver­öf­fent­li­chun­gen betrifft, so ist so man­ches in den gro­ßen Ver­la­gen erschie­nene Mach­werk nicht das Papier wert, auf das es gedruckt wurde, wäh­rend bei den „DKZ-Ver­la­gen“ es durch­aus Werke gibt, die mehr Beach­tung ver­dient hätten.
    Als ein „Druck­kos­ten-Zuschuss­ver­lag“, der auch wir sind, gehen wir fair mit unse­ren Autoren um. Wir ver­lan­gen nicht nur mode­rate Kos­ten­bei­träge, son­dern klä­ren unsere Autoren auch über die Risi­ken und Schwie­rig­kei­ten des Lite­ra­tur­be­trie­bes auf. Wenn jeder so ver­fah­ren würde, gäbe es diese ganze abstruse Dis­kus­sion gar nicht.

    Erwin Pla­chetka, EPLA Verlag

  16. Ganz rich­tig so: „Denn nicht nur in Fach­krei­sen gilt es als unse­riös, einen Zuschuss­ver­lag zu betrei­ben, in wel­chem die Autoren selbst die Erstel­lung ihrer eige­nen Bücher bezah­len müs­sen.“ (Land­ge­richt Stutt­gart, Az. 17 O 338/06).

    Getrof­fe­ner Hund bellt und meint, offen­sicht­lich noch­mal seine Bei­ßer­chen zei­gen zu wollen.

    Ich gra­tu­liere dem Akti­ons­bünd­nis für faire Ver­lage. Jah­re­lang haben sich diese Pseu­do­ver­lage auf dem Markt immer brei­ter gemacht und wur­den zum Teil immer skru­pel­lo­ser und bau­ern­fän­ge­ri­scher. End­lich, durch den Zusam­men­schluss von unzäh­li­gen Lite­ra­tur­be­geis­ter­ten – Autoren­ver­bän­den, Lite­ra­tur­häu­sern und ande­ren Lite­ra­turin­itia­ti­ven -, ist es end­lich mög­lich, eine her­vor­ra­gende Auf­klä­rung zu betrei­ben. Dass die­ser Schuss den Pseu­do­ver­la­gen nicht gefällt, ist ver­ständ­lich, ent­schul­digt aber nicht ein sol­ches Auf­tre­ten, wel­ches Herr Cor­ne­lius-Hahn hier zu Tage legt. 

    Ich danke Herrn Cor­ne­lius-Hahn aber auch. Näm­lich dafür, Fair­lag auf ein Wei­te­res wie­der ins Gespräch zu brin­gen und damit die Öffent­lich­keits­ar­beit des Akti­ons­bünd­nis­ses für faire Ver­lage zu machen.
    Denn ich stelle es mir nicht leicht vor, – immer wie­der aufs Neue – Medien, etwa das Fern­se­hen oder Tages­zei­tun­gen, auf die irre­füh­ren­den Geschäfts­prak­ti­ken von Pseu­do­ver­la­gen auf­merk­sam zu machen und sie dazu zu ermu­ti­gen, über diese Geschäfts­prak­ti­ken zu berich­ten. Und dies gilt selbst in Som­mer­pau­sen, wo die Sen­de­plätze eigent­lich nicht ganz so gefüllt sind. 

    Als selbst betrof­fe­ner Autor, der vor knapp sie­ben Jah­ren in die Fänge eines sol­chen Pseu­do­ver­lags gera­ten bin, kann ich jeden Autor nur davor war­nen, einen Ver­trag bei einem sol­chen Unter­neh­men zu unter­schrei­ben. Es gilt: Prüfe, wer sich bin­den will.

  17. Ein – mit Ver­laub – sehr wir­rer „Offe­ner Brief“ des Herrn Cornelius-Hahn.
    Nicht nur, dass Herr Cor­ne­lius-Hahn und Mit­strei­ter offen­sicht­lich Namen nicht rich­tig schrei­ben kön­nen… Sie wis­sen offen­sicht­lich mehr von den Per­so­nen, über die sie schrei­ben, als diese selbst, z.B. dass drei Per­so­nen gegen Buch­ver­öf­fent­li­chun­gen in Frank­furt vor­ge­gan­gen seien (was sol­len das für Buch­ver­öf­fent­li­chun­gen gewe­sen sein??).
    Auch Beschimp­fun­gen von „Kri­mi­nel­len und Betrü­ger“, jah­re­lan­gen „Haß­kam­pa­gnen“ ent­zie­hen sich der Mög­lich­keit, einer seriö­sen und ernst­haf­ten Aus­ein­an­der­set­zung. Sol­che Anschul­di­gun­gen sind mir zu wider­lich, als dass sie den Boden für eine ernst­ge­meinte Dis­kus­sion über die Geschäfts­prak­ti­ken von Pseu­do­ver­la­gen legen wür­den. Sol­ches wider­li­ches Voka­bu­lar ist mir von bestimm­ten Pseu­do­ver­lags­ver­ant­wort­li­chen bekannt, aber beleibe nicht von Fairlags-Verantwortlichen.
    Mal wie­der so eine Ver­wechs­lung, lie­ber Herr Cor­ne­lius-Hahn. Sie brin­gen da aber ordent­lich viel durcheinander.

    Heim­li­che „schwarze Lis­ten“, angeb­lich „im Aus­land lie­gende Hosts“ und andere Ver­schwö­rungs­theo­rien haben dabei aber schon etwas sehr Humo­ris­ti­sches. Man wähnt sich da gera­dezu in einem (schlech­ten) Science-Fiktion-Roman.

    Hier scheint wohl eini­ges ziem­lich sehr durch­ein­an­der gegan­gen zu sein. 

    Von einem „Ver­le­ger“ sollte eigent­lich erwar­tet wer­den kön­nen, dass er zunächst ein­mal Behaup­tun­gen über­prüft, bevor er sie publiziert.
    Lei­der ist dies eines der wesent­li­chen Man­kos von Pseu­do­ver­la­gen. Ein Lek­to­rat fehlt dort zumeist und es wird statt­des­sen gegen Bezah­lung ziem­lich jedes Manu­skript ange­nom­men (Manu­skript aus Online-Gedichte-Gene­ra­tor, vgl. ZDF-WiSO, 19.12.2006; „Rico Beutlich“ – .

    Wer allen Erns­tes die Machen­schaf­ten von Pseu­do­ver­la­gen, die das Geschäfts­ri­siko auf Autoren scho­nungs­los abwäl­zen und dabei diese in die Irre füh­ren, gut heißt, scheint sich vom Boden der Rechts ver­ab­schie­den zu wol­len und statt­des­sen eigene wirt­schaft­li­che Absich­ten zu verfolgen.
    Oder ihm sind die Irre­füh­run­gen und Betrü­ge­reien sog. Pseu­do­ver­lage nicht bekannt.

    Die Ver­ab­schie­dung vom Ver­lags­prin­zip würde einen signif­kan­ten Ein­griff in unsere gesamte Ver­lags­land­schaft rei­ßen. Denn Ver­le­gen kommt von Vor­le­gen, d.h. der Ver­lag legt Geld für den Autor vor – und gerade nicht umgekehrt.
    Wenn Herr Cor­ne­lius-Hahn doch so gut weiß, was die Umwand­lung ana­loge Druck-Sys­tem zu digi­ta­len Druck­sys­te­men für einen gro­ßen Vor­teil mit sich bringt – näm­lich dass der Druck eines Buches so gut wie gar nichts mehr kos­tet -, so möge er doch mal die hor­ren­den Preise von Pseu­do­ver­la­gen erklä­ren, die weit in den fünf­stel­li­gen Euro­be­reich gehen. Und das i.d.R. ohne Lek­to­rat, ohne Bewer­bung des Buches, ohne voll­stän­dige Druck­auf­lage, ohne Lage­rungs­kos­ten von Büchern usw.

    Wer Autoren „bewußt täuscht“ (vgl. Urteil des OLG Köln, 15 U 116/08 – [[http://www.heise.de/foren/S-Frankfurter-Verlagsgruppe-verliert-auch-vor-OLG-Koeln-gegen-Wikimedia-Deutschland/forum-7357/msg-16212266/read/flatviewforum/]] ) und wer gegen Pseu­do­ver­lags­kri­ti­ker etwa mit Dif­fa­mie­run­gen, Kla­ge­an­dro­hun­gen und sons­ti­gen Maß­nah­men vor­geht, bewegt sich fernab des Rechts­staats. Und wer sol­chen Machen­schaf­ten das Wort redet, tut dies ent­we­der aus eige­nen (finan­zi­el­len, betrü­ge­ri­schen) Absich­ten oder aus Unwis­sen­heit. Ich wün­sche mir sehr auf­rich­tig, vom Letz­te­rem hier aus­ge­hen zu kön­nen, sehr geehr­ter Herr Cornelius-Hahn.

    Chris­tiane Kör­ner, Bun­des­ver­band jun­ger Autoren und Autorin­nen (BVjA)

  18. In kei­ner ande­ren Bran­che die­ser Welt gilt es als etwas Anrü­chi­ges, wenn ein Unter­neh­men für seine Arbeit eine Bezah­lung erwartet.Immer wie­der beru­fen sich die zu meist „lite­ra­ri­schen“ Geg­ner der Vor­schuss­ver­lage auf das Wort Ver­lag, wel­ches von dem Wort des Vor­le­gens abge­lei­tet sei. Nein, „Ver­lag“ kommt nur von VERLEGEN und nicht von der mil­den Gabe an einen für den Ver­lag erst ein­mal frem­den Autoren/ Men­schen. Schließ­lich sind bei den Ver­la­gen die ihre Autoren an den Kos­ten betei­li­gen, nicht alle Kos­ten der Publi­ka­tion gedeckt und immer wie­der ver­wun­dert mich gerade die Tat­sa­che, dass die Ver­bände an Ihren Kri­ti­kern sehr gut ver­die­nen … denn im Gegen­satz zu einem Ver­lag und sei­ner Arbeit ver­lan­gen die Ver­bände und die omi­nö­sen Foren Mit­glieds­bei­träge. Und sind wir doch ein­mal ganz ehr­lich … in kei­ner ande­ren Bran­che herr­schen der­art mafiöse Kon­strukte, wie im Ver­lags­we­sen. Wenn nicht immer die glei­chen Ver­lage, die gro­ßen Prä­sen­ta­ti­ons­ti­sche in den Buch­han­dels­ket­ten bele­gen wür­den (natür­lich gegen Bezah­lung oder die Betei­li­gung am Wer­be­etat der Buch­han­dels­ket­ten), dann wür­den auch nicht alle Best­sel­ler aus den immer glei­chen zehn Ver­la­gen her­vor­ge­hen. Es ist ein Betrug auf der gan­zen Linie … als wenn die „ein­zig“ wah­ren Autoren nur bei den Ber­tels­män­nern & Co gemacht wer­den. Ist nicht der Goe­the-Ver­lag auch irgend­wie mit dem Bör­sen­ver­ein des Buch­han­dels ver­bän­delt … zumin­dest ziert eine schmü­ckende Ban­de­rolle, die auf den Bör­sen­ver­ein hin­weist, deren Ver­träge. Egal was immer man auch sagt oder schreibt … immer wie­der tum­meln sich im Netz jene Gestal­ten, die unwill­kür­lich den Ruf­mord bege­hen. Ein Auf­bre­chen der mie­fi­gen Struk­tu­ren in der Ver­lags­welt würde auch den neuen Ver­la­gen auf dem Markt die Chan­cen­gleich­heit einer fai­ren Markt­wirt­schaft ermög­li­chen und wis­sen eigent­lich die „Autoren“ sol­cher Por­tale um das Remis­si­ons­recht der Bar­sor­ti­mente in die­sem Land? Zwar wer­den die Bücher durch diese vom Ver­lag gekauft aber auch nach über einem Jahr die Bücher wie­der an die Ver­lage zurück geschickt wer­den. Natür­lich mit der voll­stän­di­gen Rück­erstat­tung des Kauf­be­tra­ges! Und dann ste­hen Sie als Ver­lag da und müs­sen zuse­hen, wie sie die dann mitt­ler­weile nicht mehr aktu­el­len Bücher an den Mann brin­gen. Ganz zu schwei­gen von dem Zustand der Ware, denn fast immer kle­ben dann auf die­sen die Eti­ket­ten der Buch­han­dels­ket­ten. Seit 2 1/2 Jah­ren fal­len wir von der einen Ohn­macht der Fas­sungs­lo­sig­keit über das Geschäfts­ge­ba­ren und die Vor­ge­hens­weise im deut­schen Buch­han­del und Ver­lags­we­sen in die Ohmacht und viel­leicht ist es jetzt gerade der rich­tige Zeit­punkt, um die maro­den Zustände in die­sem Bereich der freien Wirt­schaft ein­mal auf­zu­de­cken. Sehr gerne schlie­ßen wir uns mit ande­ren Ver­la­gen zusam­men, um die von einer Frank­fur­ter Adresse gesteu­erte Ver­lags­welt end­lich in eine Bran­che der Chan­cen­gleich­heit auf dem deut­schen Lite­ra­tur­markt zu beför­dern. Sicher­lich mag es unter den Ver­la­gen auch schwarze Schafe geben, die für 100 Bücher um die 15.000 bis 20.000 EUR des Vor­schus­ses ver­lan­gen aber der lie­ber Herr Cor­ne­lius-Hahn: Igno­rie­ren Sie doch bitte sol­che Mob­bing­kam­pa­gnen im Netz und beden­ken Sie, dass gerade die Ver­bände sehr gut an den Autoren und allen Hil­fe­su­chen­den ver­die­nen. Gehen Sie doch ein­mal in der­ar­tige Ver­band­sei­ten … Kurse und Info nur gegen Bezah­lung … nennt sich in deren Fall dann Mit­glieds­bei­träge und ein Titel oder ein Stu­dium recht­fer­ti­gen noch nicht das Güte­sie­gel der lite­ra­ri­schen All­mäch­tig­keit. Sehr schön kön­nen Sie die Ent­glei­sun­gen der Kom­men­ta­to­ren doch wie­der nach Ihrem offe­nen Brief ver­fol­gen. Machen Sie es wie ich: ESCAPE heißt das Zau­ber­wort und ver­mei­den Sie jeg­li­che Form der Kom­mu­ni­ka­tion mit Ver­bän­den, denn diese leben auch sehr gut von den Autoren!

    Nicole J. Küppers
    Design Pavoni Verlag

  19. Wie wird ein Buch popu­lär? Zur Popu­la­ri­tät gelan­gen deut­sche Schrif­ten durch einen gro­ßen Namen, oder durch Per­sön­lich­kei­ten, oder durch gute Bekannt­schaft, oder durch Anstren­gung, oder durch mäßige Unsitt­lich­keit, oder durch voll­endete Unver­ständ­lich­keit, oder durch harm­lose Platt­heit, oder durch viel­sei­tige Lang­wei­lig­keit, oder durch bestän­di­ges Stre­ben nach dem Unbedingten.”
    (F. Schle­gel, Kul­tur­phi­lo­soph, Mit­be­grün­der der Jenaer Früh­ro­man­tik, gest.1829 in Dresden)
    Vor die­sem Hin­ter­grund stört mich die Pole­mik im offe­nen Brief des Cor­ne­lia-Ver­la­ges, Halle, sehr.
    Die gro­ßen, so genann­ten “seriö­sen” Ver­lage sind so wenig Kunst­för­de­rer wie die DKZ-Ver­lage. Sie dru­cken die Autorin, den Autor mit dem pro­mi­nen­ten Namen, ob sie nun Schriftsteller(-in), Politiker(-in), Schauspieler(-in), Moderator(-in) oder Fußballer(-in) sind. Die Popu­la­ri­tät der Autorin/des Autors scheint für die Ent­schei­dung, sie/ihn zu dru­cken oft aus­schlag­ge­bend zu sein.
    Die DKZ-Ver­lage dru­cken die “no names”, die Sin­gles, die ihre Depres­sio­nen bekämp­fen wol­len, die Möch­te­gern-Poe­ten – aber auch eben jene, deren Bega­bung ebenso vor­han­den wie unent­deckt geblie­ben ist, die durch­aus etwas zu sagen haben, unglück­li­cher­weise jedoch Meier oder Mül­ler heißen.
    Unter den DKZ-Ver­la­gen gibt es nun einige, die mit bun­ten Bro­schü­ren den Ein­druck erwe­cken, als woll­ten und könn­ten sie aus Lies­chen Mül­ler über Nacht ein Lies­chen Heming­way machen. Sie sind “Betrü­ger”!
    Sie kas­sie­ren für ein Buch, das nur bei “Bedarf” gedruckt wird bis zu 7500,- € und haben keine Ver­triebs­or­ga­ni­sa­tion. Wer­bung für den Autor? Fehl­an­zeige! Prä­senz in Buch­hand­lun­gen? Fehlanzeige!
    Lies­chen Mül­ler muss also beim Ver­trags­ab­schluss sorg­fäl­tig lesen – und darf ruhig miss­trau­isch sein.
    Es besteht aber weder ein Grund für man­che Ver­lage, der­art über­höhte Preise für einen Buch­druck zu ver­lan­gen, noch besteht ein Grund für Ver­bands­funk­tio­näre des Schrift­stel­ler­ver­ban­des, die nicht orga­ni­sier­ten Autoren zu diskriminieren.
    Und für Jour­na­lis­ten besteht nun gar kein Grund, auf die Pauke zu hauen. Da kön­nen auch nur wenige schreiben.

  20. Als Ver­le­ger von drei „klas­si­schen“, gemeint ist DKZ-freien Ver­la­gen und zugleich Geschäfts­füh­rer eines Publi­ka­ti­ons­dienst­leis­ters (wir ver­zich­ten hier bewusst auf die Bezeich­nung Ver­lag und tren­nen die bei­den Berei­che strikt) beschäf­ti­gen wir uns in unse­rem Hause eben­falls schon lange mit der Thematik.
    Die Pro­ble­ma­tik ist ja nicht die Zah­lung einer Dienst­leis­tung. Jeder Autor, der nicht bei einem „klas­si­schen“ Ver­lag (die eigen­mäch­tige und durch­aus dis­ku­tier­bare For­mu­lie­rung sei mir ver­zie­hen) unter­kommt, kann natür­lich über einen Dienst­leis­ter ver­öf­fent­li­chen. Daran ist nichts ver­werf­li­ches und dar­aus ist schon Gro­ßes her­vor­ge­gan­gen. Nele Neu­haus bei­spiels­weise hat Ihre Tau­nus-Kri­mis zunächst über uns ver­öf­fent­licht, bevor Ull­stein sie des­halb ent­deckt hat und sie seit­dem die SPIE­GEL-Best­sel­ler­lis­ten stürmt.
    Pro­ble­ma­tisch ist, was den Autoren vor Unter­zeich­nung von man­chen Unter­neh­mun­gen ver­mit­telt wird und nach der Unter­zeich­nung von die­sen Unter­neh­mun­gen dann geleis­tet wird.

    Wenn Autoren nach einer Manu­skript­ein­sen­dung als Ant­wort einen Brief mit der über­schweng­li­chen Bewer­tung ihres Tex­tes durch eine Lek­to­ren­kon­fe­renz erhal­ten und ange­regt wer­den, eine min­des­tens vier­stel­lige, manch­mal auch fünf­stel­lige Summe zu inves­tie­ren, weil der Text diese Inves­ti­tion auch wirt­schaft­lich loh­nen würde, dann ist das zu unter­schei­den von einer Ant­wort, in der ein trans­pa­ren­tes Ange­bot mit der Auf­füh­rung der Leis­tun­gen, die zu einem bestimm­ten Preis erbracht wer­den, den Autor erreicht.

    Sicher­lich muss man sehr genau hin­schauen und sich Ver­träge, Kos­ten und Leis­tun­gen in den Ein­zel­fäl­len anse­hen. Natür­lich gibt es auch seriöse Bezahl­ver­lage, die mit ihren Autoren Tache­les reden.

    Aber der Begriff Ver­lag (wie wir alle wis­sen von „vor­le­gen“ kom­mend) ist ebenso irre­füh­rend (und sollte mei­ner Mei­nung nach ver­mie­den wer­den) wie der Begriff Druck­kos­ten­zu­schuss. Denn bei den ange­pran­ger­ten Vor­ge­hens­wei­sen man­cher Unter­neh­mun­gen han­delt es sich kei­nes­falls um einen Zuschuss, son­dern viel­mehr um eine Kos­ten­über­nahme, samt ordent­li­cher Gewinn­spanne für die Unter­neh­mung. Und hier wer­den neue Druck­ver­fah­ren zum Erlös­mul­ti­pli­ka­tor die­ser Unter­neh­mun­gen, denn anstelle einer ech­ten Auf­lage wird digi­tal und bedarfs­ge­recht pro­du­ziert – dies dem Autor aber nicht ver­mit­telt. Viel­mehr zahlt er – so behaup­ten es zumin­dest einige sich als geschä­digt anse­hende Autoren – eine nie erstellte Auf­lage. Will er aus dem Ver­trag aus­stei­gen, so soll es nach Anga­ben eini­ger unse­rer Autoren sogar schon dazu gekom­men sein, dass dann angeb­li­che „Rest­auf­la­gen“ auf­ge­kauft wer­den muss­ten. Das ist bei einer wirk­lich pro­du­zier­ten Auf­lage und einem gerin­gen Druck­kos­ten­zu­schuss ja in man­chen Fäl­len viel­leicht noch ver­ständ­lich. Diese „Rest­auf­la­gen“ sind aber in machen Fäl­len ein­deu­tige Digi­tal­pro­duk­tio­nen, so dass sich jedem kri­tisch den­ken­den Men­schen zumin­dest der Ver­dacht auf­drän­gen könnte, dass die „Rest­auf­lage“ erst noch eigens pro­du­ziert wurde. So etwas wäre natür­lich Betrug, da wer­den sich die Ver­fas­ser des offe­nen Brie­fes sicher­lich mei­ner Mei­nung anschließen.
    Zudem hat der Autor in vie­len Fäl­len die Auf­lage längst und voll­stän­dig bezahlt (sofern über­haupt eine Auf­lage pro­du­ziert wurde) und darf in die­sem Fall kein zwei­tes Mal für das­selbe Pro­dukt zur Kasse gebe­ten wer­den. Ich nehme alle seriö­sen Bezahl­ver­lage natür­lich von die­sen Prak­ti­ken aus!

    Rich­tig in der Ansicht der Ver­fas­ser ist mei­ner Mei­nung nach, dass es Publi­ka­tio­nen gibt, in denen der Ver­lag das wirt­schaft­li­che Risiko nicht allein stem­men kann. Viele wert­volle Edi­tio­nen wür­den ohne För­de­rung nicht ver­öf­fent­licht, auch im wis­sen­schaft­li­chen Bereich sind die Kos­ten bei einer mini­ma­len Ziel­gruppe oft nicht ohne Zuschuss zu meis­tern. Bei pri­va­ten Autoren muss der seriöse Bezahl­ver­lag also ebenso ent­spre­chend klar über Kos­ten und wirt­schaft­li­che Aus­sich­ten eines Buch­pro­jek­tes mit dem Autor kom­mu­ni­zie­ren. Ist der Autor bereit, diese Kos­ten zu über­neh­men, dann tut er das auf­ge­klärt und aus freien Stü­cken. Die­ses Vor­ge­hen halte ich für unproblematisch.

    Auch der Umgang mit den Autoren­rech­ten kann als Indi­ka­tor für Seriö­si­tät ange­se­hen wer­den. Wäh­rend bei­spiels­weise bei uns jeder Autor par­al­lel zu der über uns vor­ge­nom­me­nen Ver­öf­fent­li­chung publi­zie­ren darf und dar­über hin­aus den Ver­trag auch jeder­zeit kün­di­gen kann, gibt es laut der Aus­kunft eini­ger Autoren auf dem Markt Vari­an­ten, bei denen Autoren große Sum­men zah­len, nie Tan­tie­men bekom­men (da der Ver­kauf zB eine gewisse Absatz­zahl nie über­schrit­ten hätte), keine Prüf­bar­keit der tat­säch­lich erstell­ten Auf­lage und zudem für alle Herr­gotts­zei­ten Ihre Nut­zungs­rechte abge­tre­ten haben.

    In einem wei­te­ren Punkt stimme ich den Ver­fas­sern des offe­nen Brie­fes aber zu: Schwarze Lis­ten sind gefähr­lich, da es keine wirk­lich kla­ren Richt­li­nien gibt, keine staat­lich kon­trol­lierte Prü­fung und kein prü­fen­des oder revi­die­ren­des Gre­mium, wel­ches diese Lis­ten gege­be­nen­falls prüft und kor­ri­giert. Oder gibt es solche? 

    Wir selbst haben uns ein­mal auf einer sol­chen Liste befun­den und ich hatte einige Arbeit, um diese Falsch­dar­stel­lung zu kor­ri­gie­ren. Die Lis­ten­er­stel­ler waren zwar sehr koope­ra­tiv, nach­dem ich die Sach­lage dar­ge­stellt hatte und nah­men uns flugs – nach Prü­fung mei­ner Anga­ben – wie­der von der Liste her­un­ter. Aber den­noch stan­den wir auf die­ser und wur­den von vie­len Kun­den dar­auf angesprochen. 

    Eine von uns an Fair­lag gerich­tete Initia­tive sah vor, ein Güte­sie­gel für Publi­ka­tios­dienst­leis­ter zu ver­ge­ben, samt einer Selbst­ver­pflich­tungs­er­klä­rung zu bestimm­ten Para­me­tern wie Preis­trans­pa­renz, Her­stel­lungs­qua­li­tät, Ver­trags­fair­ness etc. Lei­der wurde diese Initia­tive bei den Fair­lag-Initia­to­ren nicht wei­ter ver­folgt, wir haben diese dann aller­dings auch selbst nicht mehr aktiv vor­an­ge­trie­ben. Sie könnte eben­falls für mehr Sicher­heit von Autoren sor­gen, die oft ori­en­tie­rungs­los durch das Dickicht der deut­schen Publi­ka­ti­ons­in­dus­trie waten und dabei lei­der auch Opfer von unschö­nen bis unlau­te­ren Wett­be­werbs­prak­ti­ken wer­den kön­nen. Durch eine Selbst­kon­trolle und Ein­schal­tung des Bör­sen­ver­eins, Schrift­stel­ler­ver­ban­des oder einer sons­ti­gen Insti­tu­tion bei der Über­prü­fung sol­cher Selbst­ver­pflich­tun­gen und der damit ver­bun­de­nen Ver­gabe oder dem Ent­zug eines sol­chen Güte­sie­gels, würde die Gefah­ren einer eben­falls nicht trans­pa­rent zustande gekom­me­nen (zumin­dest mir nicht trans­pa­rent) schwar­zen Liste viel­leicht ver­mei­den können. 

    Ich hoffe, die Dis­kus­sion mit mei­nem Bei­trag etwas berei­chern zu kön­nen und wün­sche zugleich eine wei­ter­hin sach­li­che Debatte,

    mit herz­li­chen Grüßen,

    Johan­nes Monse
    Geschäfts­füh­rung Ver­lags­haus Mon­sen­stein und Van­ner­dat OHG

    Pro­spero Ver­lag Müns­ter und Ber­lin (Ver­lag)
    Okto­ber Ver­lag (Ver­lag)
    Edi­tion Mon­sen­stein und Van­ner­dat (Ver­lag)
    ruckzuckbuch.de (Publi­ka­ti­ons­dienst­leis­tung)
    Edi­tion Octo­pus (Publi­ka­ti­ons­dienst­leis­tung)

  21. Getrof­fe­ner Hund bellt! Der Laut­stärke nach zu urtei­len, war es ein hef­ti­ger Tritt.
    Die Infor­ma­ti­ons­po­li­tik der Ver­bände, die Auf­lis­tung die­ser sog. Dienst­leis­ter, die FAIR­LAG-Erklä­rung schei­nen Wir­kung zu zei­gen. Na, end­lich! Herz­li­chen Dank all den vom Cor­ne­lius „Ver­lag“ Geschol­te­nen, die sich dafür einsetzen.
    Grund­sätz­lich ist nicht die Tat­sa­che, dass Autoren ver­öf­fent­licht wer­den, egal wie inter­es­sant ihr Pro­dukt ist oder was sie selbst dafür bezah­len, anzu­pran­gern. Es gibt teu­rere Hob­bys und für Eitel­keit geben viele Men­schen eine Menge Geld aus.
    Es sind die fal­schen Ver­spre­chun­gen und Argu­mente die­ser Dienst­leis­ter, mit denen sie ahnungs­lose Neu-Autoren ködern, die wütend machen. Die neue Tech­nik z. B. hat auch in den seriö­sen Ver­la­gen Ein­zug gehal­ten, trotz­dem wer­den die Autoren wei­ter­hin für ihre Arbeit entlohnt.
    Und was heißt übri­gens „Schwarze“ Lis­ten? Ich halte es für einen Ser­vice, dass ich anhand einer Liste über­prü­fen kann, ob ich im Falle einer Geschäfts­be­zie­hung abge­zockt wer­den soll oder nicht. 

    Wer ein Buch von sich in der Hand hal­ten will und damit bei kei­nem Ver­lag bis­her lan­den konnte, dem emp­fehle ich „Book on Demand“-Angebote mit denen der ange­pran­ger­ten Dienst­leis­ter zu vergleichen.

  22. Es ist schon merk­wür­dig, wie einig sich viele Kom­men­ta­to­ren in der Ver­ächt­lich­ma­chung sind. Die Kam­pa­gne DKZV gibt es schon mehr als fünf Jahre. Kei­ner macht sich die Mühe zu begrei­fen, Digi­tal­dru­cke­reien und kleine Ver­lage suchen nach neuen Wegen. Und – es gibt in die­sem Land kei­nen, wirk­lich gar kei­nen Ver­lag, der nicht zu einem Zuschuss gegrif­fen hätte und sei es die Witwe, die das Lebens­werk ihres Man­nes im Ver­lag S. oder D.finanzierte.
    Die Ver­anw­tor­tung für den gewal­ti­gen Umbau der Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Infor­ma­ti­ons­in­dus­trie liegt bei der Poli­tik. Es muss Geld für Bil­dung und Lite­ra­tur gege­ben wer­den. Die Ver­blö­dung – siehe Dis­kus­sion – im Netz und dar­über hin­aus bor­det über. Die Autoren machen doch Lesun­gen in den Schu­len, sehen sie das nicht?
    Selbst­er­nannte Gerechte (Schwarze Lis­ten) hat­ten wir in Deutsch­land genug. Weder bei Gam­mel­fleisch, noch bei Vogel­pest und schon gar nicht bei Ehec gab es Lis­ten? Ich denke, die Fir­men der DKZV-Liste soll­ten von Ihrem Recht der jur. Kör­per­schaft Gebrauch machen und Zivil­pro­zesse und Straf­an­zei­gen einleiten.
    Oder würde sich einer der Her­ren und Damen hier im Blog als Abzo­cker, Betrü­ger, Kri­mi­nel­ler nament­lich bezeich­nen lassen?
    Hier steht nur Herr Török über den Din­gen. Nach Guts­her­ren­ma­nier bezeich­net er einige Leute als däm­lich, na, da würde ich aber vor­sich­ti­ger sein. Das ist eben so mit der Demo­kra­tie, man darf alles, was nicht ver­bo­ten ist. Und, seit wann liegt das Gewalt­mo­no­pol bei einem sich lächer­lich machen­den Bun­des­vor­sit­zen­den, der nicht auf Aus­gleich son­dern auf Hetze aus ist? Etwas mehr Beson­nen­heit und Nach­denk­lich­keit wäre ange­bracht. Ver­le­ger und Autoren an einen Tisch, aber nicht die Spit­zen, die ihre Sachen unter­ein­an­der aus­ma­chen, son­dern öffentlich.
    A. Schwarz

  23. Es ist sehr gut, daß der Pro­jekte-Ver­lag auf die Ein­sei­tig­keit auf­merk­sam macht, mit der die Ver­bände (bzw. einige ihrer Ver­tre­ter) auf den Dienst­leis­ter­ver­la­gen her­um­ha­cken. An der Wort­wahl von Herrn Török („schwa­feln“, „wider­lich“) ist schon zu sehen, daß die Dis­kus­sion von den Betrei­bern nicht sach­lich geführt wird, son­dern eben unsachlich.

    Wenn man sich an die Tat­sa­chen hält, ist fest­zu­stel­len, daß von ca. 100.000 Autoren, deren Bücher der­zeit bei Dienst­leis­ter­ver­la­gen lie­fer­bar sind (Book on Demand/BoD gehört ja auch dazu!), nur in sel­te­nen Ein­zel­fäl­len Kri­tik zu hören ist. Wenn ein Auto­haus 500 Kun­den hat, beschwe­ren sich immer 3% der Kun­den. Wenn man diese „natür­li­che“ Unzu­frie­den­heit abzieht, blei­ben bei den Dienst­leis­ter­ver­la­gen keine Beschwer­de­füh­rer, die selbst betrof­fen sind! Beschwer­de­füh­rer sind die, die selbst n i c h t Kun­den die­ser Ver­lage sind.

    Das ist auch der Grund, warum die­ser Typ Ver­lag trotz aller Het­ze­rei nicht ver­schwin­det: Er macht offen­sicht­lich eine Arbeit, die von den Men­schen gewollt und seriös ist (kein unse­riö­ses Geschäft kann sich Jahr­zehnte am Markt behaup­ten, was in die­sem Bereich aber bei­nahe die Regel ist). Da kön­nen Gewerk­schafts­ka­der, die sich zum Arm der Indus­trie machen, wenn sie zum Teil hoch­wer­tige Pri­vat­li­te­ra­tur prak­tisch ver­bie­ten wol­len, lamen­tie­ren wie sie wollen.

    Siehe auch die his­to­ri­sche und durch­aus über­zeu­gende Darstellung:

  24. Ach, der Pro­jekte Ver­lag Cor­ne­lius! Nun, die­ser Brief spricht für sich, wie ich finde. Wenn man Lis­ten, die im Inter­esse jun­ger, uner­fah­re­ner Autoren geschrie­ben wer­den, um sie vor Abzo­cke zu bewah­ren, mit Dik­ta­tur und Pest gleich­setzt, dis­qua­li­fi­ziert man sich für eine Dis­kus­sion, die man sonst viel­leicht hätte sach­lich füh­ren kön­nen. Wenn die Anbie­ter trans­pa­rent offen­le­gen wür­den, was sie bie­ten und was nicht statt mit den Träu­men vie­ler Men­schen ihre Bör­sen zu fül­len, wäre DKZV als Dienst­leis­ter nicht zu kri­ti­sie­ren. Doch so läuft es ja nicht, wie wir wis­sen. Solange diese Pseu­do­ver­lage große Ver­spre­chun­gen machen und eine undurch­schau­bare Preis­po­li­tik haben, muss man dage­gen vor­ge­hen. Ich hoffe aus tiefs­tem Her­zen, dass Ama­zon Kindle und die damit ver­bun­de­nen neuen Ver­brei­tungs­mög­lich­kei­ten DKZV end­lich das Genick brechen.

  25. Ich denke, dass ein Ver­öf­fent­li­chungs­wil­li­ger sich sehr klar wer­den muss, was ihm ein DKZ-Ver­lag bie­ten kann und was nicht. Die aller­meis­ten bie­ten herz­lich wenig fürs Geld. Aber diese Ver­ant­wor­tung muss halt jeder sel­ber übernehmen.

  26. Der seriöse Ver­lag hat vier Auf­ga­ben: selek­tie­ren, inves­tie­ren, pro­du­zie­ren und ver­trei­ben. Beim Bezahl­ver­lag fal­len Selek­tion, Inves­ti­tion und Ver­trieb weg. Der Bezahl­ver­lag ist also ein rei­ner Pro­duk­ti­ons­be­trieb und mit einer Dru­cke­rei gleichzusetzen. 

    Wer sein Werk also in einem Bezahl­ver­lag publi­zie­ren will, prüfe min­des­tens Ver­gleichs­of­fer­ten von ande­ren Druckereien.

    Selek­tion: Ich bin der fes­ten Über­zeu­gung, dass der Autor, die Autorin die Qua­li­tät sei­nes, ihres Wer­kes selbst nicht beur­tei­len kann und soll. Also bedarf er einer exter­nen Beur­tei­lungs­in­stanz, eines seriö­sen Ver­la­ges. Der seriöse Ver­lag ori­en­tiert sich an den Bedürf­nis­sen des Lite­ra­tur­mark­tes, der Bezahl­ver­lag an der Eitel­keit des Autors. Die „Lek­to­rats­gut­ach­ten“ der Bezahl­ver­lage bedie­nen diese Eitel­keit und haben etwas Betrü­ge­ri­sches; das ist aller­dings zuge­ge­be­ner­mas­sen nicht ille­ga­ler als ein Gross­teil der nor­ma­len Wer­bung. Im Gegen­satz zum nor­ma­len Kon­su­men­ten kennt aller­dings der naive Autor die Regeln des Spiels oft nicht, da sind „schwarze Lis­ten“ doch ein gutes Hilfs­mit­tel, das die Autoren­ver­bände als Inter­es­sen­ver­tre­ter ihren Schütz­lin­gen zur Ver­fü­gung stellen.

    Inves­ti­tion: Die Mit­tel, mit denen der seriöse Ver­lag das Pro­jekt finan­ziert, kön­nen aus ver­schie­de­nen Quel­len stam­men, sie sol­len aber nicht vom Autor, von der Autorin stam­men. Die Tat­sa­che, dass die Mit­tel zusam­men­kom­men beweist, dass es Leute gibt, die an die Rele­vanz des Wer­kes glauben.

    Pro­duk­tion: Gestal­ten und Dru­cken kann auch der Bezahl­ver­lag. Er kann auch eine ISBN-Num­mer be- und das Werk im Kel­ler versorgen.

    Ver­trieb: Der wich­tigste und schwie­rigste Aspekt des Bücher­ma­chens ist die Ver­mark­tung, das an-die-Leser­schaft-Brin­gen. Das bedingt nicht nur effi­zi­ente Ver­triebs­ka­näle und Erfah­rung in bestimm­ten Markt­seg­men­ten, son­dern andere viel­fäl­tige Akti­vi­tä­ten im Lite­ra­tur­be­trieb, die im Ide­al­fall zu einer öffent­li­chen Dis­kus­sion über das Werk führen.

  27. diese ganze hys­te­rie um die­ses geschäfts­mo­dell ist mir auch ein rät­sel. ist doch wirk­lich eine dienst­leis­tung, die eitel­keit von ver­öf­fent­li­chungs­wü­ti­gen „schrift­stel­lern“ zu befrie­di­gen! wird doch kei­ner gezwun­gen! und wer sein unver­käuf­li­ches gedicht­bänd­chen par­tout unter die leser­schaft brin­gen will, beauf­trage mit dem ver­kauf halt einen druck­kos­ten­zu­schuss­ver­lag – ist doch nix dabei!
    apro­pos, wer schon mal bei dut­zen­den von arri­vier­ten ver­la­gen mit einem (guten!) manu­skript abge­blitzt ist, der weiss unter umstän­den die arbeit von zuschuss­ver­la­gen durch­aus zu wür­di­gen… die kon­ven­tio­nel­len ver­lage sind ja nur noch am main­stream inter­es­siert – DAS ist der wahre grund, warum die dienst­leis­tungs­ver­lage so kon­junk­tur haben! das soll­ten diese ver­bände und gan­zen selbst­er­nann­ten moral­apos­tel mal bedenken.
    Georg Schmidt

  28. Als Autorin mit „ein­schlä­gi­ger“ Erfah­rung kann ich nur sagen, dass es eine Fehl­ent­schei­dung mei­ner­seits war, den schö­nen Ver­spre­chun­gen eines DKZ-Ver­la­ges zu ver­trauen. Als ich nach der Ver­öf­fent­li­chung mei­nes – wie ich heute weiß – dilet­tan­ti­schen Erst­lings­wer­kes um Unter­stüt­zung bei der Pro­mo­tion bat, bekam ich die lapi­dare Aus­kunft, man sei ein „Dienst­leis­ter“ und könne nur gegen Bares tätig wer­den. Aller­dings von einer wirk­lich fach­li­chen Bera­tung konnte ich lei­der nicht pro­fi­tie­ren. Sie hat nicht statt­ge­fun­den. Ich bin nicht gegen die gute Bezah­lung für gute Leis­tung. Jeder ver­dient eine gerechte Ent­loh­nung. Aber für mich ist die qua­li­tät der Leis­tung ein wich­ti­ges Kriterium.

  29. Der o.g. Brief spricht von „Gele­gen­heits­kri­ti­kern, Möch­te­gern-Autoren“, die sich an der Auf­lis­tung der DKZ-Ver­lage, der sog. „Schwar­zen Lis­ten“, betei­li­gen. Ich für mei­nen Teil bin Berufs­kri­ti­ker, Jour­na­list und Schrift­stel­ler, der für seine Arbeit Geld bekommt. Für mein letz­tes Buch bekam ich sogar einen saf­ti­gen Vor­schuss, damit ich über­haupt erst­mal zu schrei­ben beginne! Ich emp­fehle den zumeist jun­gen Kol­le­gen nach­drück­lich, von Ver­la­gen die Fin­ger zu las­sen, die Geld von ihnen ver­lan­gen. Wer ein Manu­skript geschrie­ben hat, hat eine Arbeit geleis­tet und diese muss bezahlt werden!
    Wer moderne Dru­cke­reien von Innen kennt, wer weiß, wie­viel die Her­stel­lung eines Buches im güns­tigs­ten Fall kos­tet und sich ansieht, wie­viel Geld Druck­kos­ten­zu­schuss­ver­lage für ihre „Ver­öf­fent­li­chun­gen“, für ihre Bücher ver­lan­gen, der stellt in den aller­meis­ten Fäl­len fest, dass nur einer Geld ver­dient, näm­lich der „Ver­lag“. Und wer Zei­tungs-Redak­tio­nen von Innen kennt, weiß, wo die Bücher von DKZ-Ver­la­gen lan­den, näm­lich im Papier­korb. Nicht wegen der „Schwar­zen Lis­ten“, die Zei­tungs­re­dak­teure zumeist gar nicht ken­nen, son­dern weil diese die Erfah­rung gemacht haben, dass die ent­spre­chen­den Bücher, vor­sich­tig for­mu­liert, herz­lich wenig tau­gen. Die erwähnte „Hass­kam­pa­gne“ sehe ich als Aufklärungskampagne. 

    Mat­thias Kehle
    Lan­des­vor­sit­zen­der des Ver­ban­des deut­scher Schrift­stel­ler (VS) in Baden-Württemberg

  30. Ja, rich­tig, ich finde die Hys­te­rie, Into­le­ranz, Heu­che­lei und die Ent­stel­lung der Tat­sa­chen in die­sem „Offe­nen Brief“ tat­säch­lich widerlich.
    Wer da in Halle däm­lich von „Hass­kam­pa­gne“ schwa­felt, sollte sich an die eigene Nase fas­sen. (Und min­des­tens mei­nen Namen rich­tig schreiben :-).
    Imre Török
    Bun­des­vor­sit­zen­der des Ver­bands deut­scher Schrift­stel­ler (VS)

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