Schweizer Chor-Kompositionswettbewerb 2018

Neue sakrale Werke für 4-stimmigen Laienchor

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Alberich Zwyssig (1808-1854)

Die schweizerische Stiftung Zwyssighaus in Bauen richtet zum dritten Mal ihren nationalen Alberik-Zwyssig-Wettbewerb für neue Laienchor-Kompositionen aus. Das eingereichte, noch unveröffentlichte Werk soll einen geistlichen Text in einer der vier Schweizer Landessprachen als Grundlage haben, die Aufführungsdauer soll zwischen acht und zwölf Minuten betragen. Der Preis ist mit insgesamt 15’000 Franken dotiert. Einsende-Schluss ist am 30. April 2017, die weiteren Einzelheiten finden sich hier. ■

Weitere Musik-Ausschreibungen im Glarean Magazin

Internationaler Orgel-Kompositionswettbewerb

Werke für Orgel und Solo-Gesangsstimme

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Im Rahmen der Saarlouiser Orgeltage 2017 wird der 8. Internationale Orgel-Kompositions-Wettbewerb ausgeschrieben. Bewertet werden noch unveröffentlichte bzw. noch nicht uraufgeführte Werke für Orgel und eine Gesangsstimme solo. Die Dauer einer Komposition sollte acht bis zehn Minuten betragen. Der Wettbewerb ist mit insgesamt 3’500 Euro sowie einer Rundfunk-Produktionsaufnahme dotiert. Einsende-Schluss ist am 31. März 2017, die weiteren Einzelheiten finden sich hier. ■

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Das Zitat der Woche

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Die Bedeutung von Musik und Musikalischer Bildung

Hermann J. Kaiser

Wir sind eine nahezu durchgängig und umfassend musikalisierte, eine musikalisch weitgehend hoch professionalisierte Gesellschaft. Wer aber würde wagen zu behaupten, wir stellten eine musikalisch gebildete Gesellschaft dar? Das halte ich nicht für problematisch. Sich dieses einzugestehen, macht frei für die Entwicklung musikpädagogischer Maximen und Regulative ihrer institutionellen Einbindung, die aus dem Affirmationsgestus vergangener Jahrzehnte herausführen könnten. Es macht zunächst einmal dafür frei, darauf zu insistieren, dass die Tat-Sache Musik und alles, was mit ihr zusammenhängt, einen ökonomischen Faktor darstellt, der nicht zu verachten ist. Man versuche einmal, Musik aus unserer Gesellschaft wegzudenken!
Es macht fernerhin frei dafür, auf das soziale Gewicht der Tatsache Musik nachdrücklich zu verweisen. Wer sich in jugendlichen Peergroups einmal umgesehen hat, wer einmal das Publikum bei Konzerten von der sozialpsychologischen Seite her betrachtet hat, wer in Altenheimen musikalisch und pädagogisch tätig gewesen ist, wird diesen Aspekt nicht leugnen können. (Ich spreche hier nicht von den Wirkungen, welche Musik auf die betreffenden Menschen ausübt, da müsste man wieder spekulieren. Ich rede von den Resultaten dieser Wirkungen, die nachweisbar sind. Man versuche, sich die gesellschaftlichen Folgen davon vorzustellen, wenn Musik aus diesen Kontexten, die ich hier nur beispielhaft herbeigebracht habe, herausfiele… !)
Wir müssen uns aber auch klar machen, dass jede Form musikalischer Praxis in sich bereits für die daran beteiligten Subjekte eine Lernpraxis darstellt. Institutionalisierungen musikalischen Lernens und musikalischer Erziehung sollten sich dessen immer bewusst bleiben. Ästhetische Erfahrungen lassen sich nicht verordnen, ihre Erweiterung und Vertiefung zu einer Form von Bildung muss von den daran beteiligten Subjekten gewollt und selbst in die Wege geleitet werden. Unabhängig von dieser Zurückhaltung jedoch ist der Musikpädagogik auferlegt, die Institutionalisierung und Alimentierung von Lernräumen öffentlich einzufordern, welche den unabweisbaren Professionalisierungsbedarf der musikalischen Gebrauchspraxis unserer Gesellschaft befriedigen. Dieses kann und darf nicht verantwortungslos überwiegend privater Opferbereitschaft zugemutet bleiben.

Aus: Hermann J. Kaiser, Die Bedeutung von Musik und Musikalischer Bildung, Musikforum 83 («Ästhetische Theorie und musikpädagogische Theoriebildung»), Schott Verlag 1995

Das Zitat der Woche

Über die Musikerziehung als Mittel gegen Vorurteile

Barbara Knab

Belege für die Vermutung, dass das intensive Kennenlernen einer zunächst fremden Musik kulturellen Vorurteilen entgegenwirkt, kommen aus Portugal. Eine Arbeitsgruppe um Félix Neto aus Porto entwickelte eine spezielle interkulturelle Unterrichtseinheit für Musik. Fünf sechste Klassen an zwei Lissabonner Schulen, insgesamt 229 Schüler, bekamen 20 zusätzliche Doppelstunden Musik, ein halbes Jahr lang einmal pro Woche. Sie befassten sich intensiv mit Liedern im portugiesischen Nationalgesang Fado und im Morna-Stil der Kapverdischen Inseln. Auf diesen Inseln vor Afrika wird noch immer Portugiesisch gesprochen, ein Erbe der Kolonialzeit. Die Kinder erfuhren Hintergründe der Musikstile, Biografien von Sängern und Sängerinnen, hörten Lieder beider Kulturen in verschiedenen Interpretationen, sangen sie selbst und choreografierten Tanzinszenierungen dazu. Sie setzten sich also mit beiden Musikkulturen intensiv auseinander, emotional wie kognitiv.
Vor und nach dem halben Jahr interkulturellen Unterrichts bearbeiteten alle Kinder zwei Tests, in denen es um explizite sowie unterschwellige Vorurteile gegenüber Dunkelhäutigen ging. Außerdem gab es Nachtests drei Monate sowie drei Jahre nach dem Ende des Unterrichtsprojekts. Die Kinder in den fünf Parallelklassen machten jeweils dieselben Tests, hatten aber Unterricht wie immer.
Das Ergebnis ist verblüffend. Anfangs dachten die Kinder alle gleich über Dunkelhäutige, Vorurteile waren nicht extrem, aber deutlich. Bei den Kindern aus den fünf Vergleichsklassen blieb das konstant. Die musikalisch interkulturell trainierten Kinder hatten dagegen ihre Einstellung geändert. Explizit äußerten sie weniger Vorurteile, und ihre impliziten, unterschwelligen Vorbehalte waren sogar noch deutlicher geschrumpft. Beides blieb auch in den folgenden Monaten erhalten, die impliziten Vorurteile nahmen sogar noch weiter ab. Diese Kinder hatten die kapverdische als eine Art verwandter Musik kennen- und schätzen gelernt. Sie schienen diese Wertschätzung auf kapverdische Menschen und in der Folge auf Dunkelhäutige an sich ausgedehnt zu haben. ♦

Aus: Barbara Knab, Mit Musik wachsen – in: PSYCHOLOGIE HEUTE 08/2016