Computerschach: NN- und AB-Programme noch gleichauf

Klare Überlegenheit nicht in Sicht

von Walter Eigenmann

Der Hauptzweck der modernen Schachprogrammierung für die Anwender ist die Analyse von (eigenen oder fremden) Partien. Demgegenüber sind Turnier-Statistiken oder KI-Forschung nur „Abfallprodukte“.
Aber von Zeit zu Zeit ist es aufschlussreich, die aktuellen Engines nicht nur zum Analysieren einzusetzen, sondern sie auch mal unter- bzw. gegeneinander zu testen. Haben sich die vielgerühmten neuen NN-Engines mittlerweile vor der AB-Programmierung an die Spitze setzen können? Ein neues Engine-Turnier, ausgetragen auf einem heimischen AMD-Ryzen7-2700X zeigt eine nach wie vor unscharfe Momentaufnahme. Das Fazit gleich vorweggenommen: NN- und AB-Programme sind noch gleichauf.

Modernen Engines beim Spielen zuzusehen erinnert zuweilen an die eigenen Anfänger-Zeiten, als Taktik und Strategie noch ein (Schach-)Buch mit (mindestens) sieben Siegeln waren. Schnell, präzis, komplex, tödlich – die Programme knallen in Millisekunden so ausgefeilte Züge auf das virtuelle Brett, die noch vor 15 Jahren jedem Profi-Kommentator ein Heer von Doppelten Ausrufezeichen entlockt hätten. Wenn er sie denn überhaupt in ihrer ganzen Tiefe kapierte…

30 Halbzüge in einigen Sekunden

Schach-Report NN vs AB Engines - Springer-Umgruppierungen - Schachturniere - Glarean MagazinDenn man vergegenwärtige sich, dass bereits bei einer Bedenkzeit für die ganze Partie von nur vier Minuten diese Silikon-Monster auf flotten PC’s im Durchschnitt bis zu 30 Halbzüge weit (!) pro Zug vorausrechnen können. Und dies mit so raffinierten Algorithmen der Evaluierung und Bewertung, dass sie taktisch sogar bei diesem rasanten Spiel-Tempo kaum je Fehler machen. Zumindest keine, die ein Mensch ohne analytische Zuhilfenahme von eben diesen Programmen erkennen könnte…

Wen wundert’s also, dass heutzutage das häufigste Resultat zwischen Schach-Engines das Remis ist – ungeachtet irgendwelcher ausgeklügelter Opening-Books, welche diese mittlerweile extrem hohe Remis-Rate im Engine-Turnierbetrieb etwas senken sollen, aber nicht maßgeblich können. (Vergl. hierzu auch eigene Turnier-Tests zum Thema Eröffnungsbücher).

Kopf-an-Kopf-Rennen

Die nachfolgende Rangliste wurde generiert von 17 der aktuell stärksten Programme in einem doppelrundigen Turnier. Und die Tabelle zeigt ein Bild, wie es momentan bei vielen Engine-Turnieren in der Computerschach-Szene anzutreffen ist: Die KI-Engine LeelaChess-Zero mit ihren Networks und die Alpha-Beta-Programme (hier vertreten durch SugarR & Brainfish) mit ihren ausgeklügelten Schachalgorithmen liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei zahllosen Unentschieden:

Schach-Rangliste Schlusstabelle Engine-Turnier 4+2 AMD-Ryzen7-Glarean Magazin
Hardware: AMD Ryzen7 2700X 3,7 GHz • 1024 Mb Hash • 8Cores/16Threads • GPU RTX2080 Software: GUI Fritz 17 • 4min & 2sec Bedenkzeit pro Engine • 5-Moves-Opening-Book • 5-men-Syzygy-Tablebases

Unbezwingbare Leela (Lc0)

Das NN-Programm Lc0 25.0 mit dem Neuronalen Netz „t60-3010“ erwies sich in dieser Ausmarchung als unschlagbar: Es verlor keine einzige seiner 32 Partien und gewann immerhin deren 10 – eine beeindruckende Leistung, wenn man das extrem starke Gegnerfeld sieht. Mit 12 Siegen als das aggressivste Network erwies sich hier das „t40-1541“ mit Lc0 23.2. Überraschend weiters die noch vor dem einstigen Weltmeister Komodo rangierende neue Chessbase-NN-Engine Fat Fritz.
Insgesamt kann bei den Top-Ten dieses Rankings allerdings nicht von einem Sieger geredet werden, ein Punkt mehr oder weniger entschied über mehrere Ränge vor oder zurück, und zwischen dem erst- und dem zehntplatzierten Programm liegen gerade mal 4 Punkte. (Dass das Turnier keinerlei statistische Aussagekraft beansprucht, muss nicht extra betont werden. En masse „Partien auf Halde“ zu Statistik-Zwecken werden auf Engine-Portalen wie z.B. CCRL produziert.)

Lavieren wie Nimzowitsch

Bahnbrechende Untersuchung zur Schach-Strategie: "Mein System" von Aaron Nimzowitsch
Bahnbrechende Untersuchung zur Schach-Strategie: „Mein System“ von Aaron Nimzowitsch

Wer die knapp 300 Partien analytisch untersucht im Hinblick auf NN-spezifisches Schachverhalten, der wird in verschiedener Hinsicht fündig. Insbesondere fallen diverse positionelle Aspekte der KI-Spielführung ins Auge; einige grundsätzliche Überlegungen zu LeelaChessZero finden sich hier: Künstliche Schach-Intelligenz – Als Autodidakt zur Weltspitze.
Bezüglich des hier fraglichen Engine-Turnieres sei exemplarisch ein spezifisch „strategisches Motiv“ herausgegriffen: Die Umgruppierung. Bereits Nimzowitsch hatte ja – in seinem bahnbrechenden Strategie-Buch „Mein System“ – das Figuren-Umgruppieren als zentralen Bestandteil seines neu eingeführten Schach-Begriff des Lavierens definiert, und mit LeelaChess scheint dieses Stratagem fröhliche Urständ zu feiern. Wohlgemerkt ohne menschliches Zutun…

Virtuose Handhabung des Springers

Computerschach und Springer-Manöver - Leela Chess Zero - Report Glarean Magazin
Der Springer und das PC-Mainboard: Symbiose in Gestalt von Leela Chess Zero

Die Engine Lc0 (bzw. ihre Neuronalen Netze) ist eine grandiose Meisterin im dynamischen Umdisponieren von unvorteilhaft platzierten Figuren hin zur aktiveren Positionierung. In weit höherem Maße als ihre Alpha-Beta-Kolleginnen trachtet Leela nach permanenter Optimierung ihrer Figurenstellungen. Besonders virtuos geht das NN-Programm mit seinen Springern um.

Nachfolgend vier Beispiele dafür, wie geschickt und effizient die Springer-Überführungen auf stärkere Felder vorgenommen werden – sogar noch dann, wenn die taktischen Komplikationen auf dem Brett eigentlich keineswegs eine traditionelle „Ruhesuche“ erlauben:

FEN-String: r2q1rk1/1b2bppp/4pn2/1p1p4/p1pP1B2/PnP1PN1P/1PBNQPP1/3RR1K1 w

FEN-String: r1b1q1k1/1p1p1ppp/1bpPn1n1/p3rB2/7P/PPN3P1/1BPQN3/R3KR2 w Q

FEN-String: 3qkb1r/1r3pp1/1nn1p2p/p2pP2P/1ppP4/1PP2NR1/P2BNPP1/1R1Q2K1 w k

FEN-String: 1b1r3k/ppnqn1p1/4br1p/3p1p2/3Pp3/BPN1PPPB/P1RNQ2P/5RK1 b

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Lesen Sie im GLAREAN MAGAZIN zum Thema Schachturniere auch über das Super-Schach aus China: Das GM-Turnier in Danzhou

… sowie den Report: Ju Wenjun ist die neue Schach-Weltmeisterin

Ausserdem zum Thema Computerschach: Das Duell der Engine-Giganten

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English Translation (NN vs AB)

Clear superiority not in sight

by Walter Eigenmann

The main purpose of modern chess programming for the users is the analysis of (own or foreign) games. In contrast, tournament statistics or AI research are only „waste products“. But from time to time it is instructive not only to use the current engines for analysis, but also to test them among or against each other. Have the much-praised new NN engines meanwhile been able to take the lead before AB programming? A new engine tournament, held on a domestic AMD Ryzen7-2700X, still shows a blurred snapshot. The conclusion immediately anticipated: NN and AB programs are still equally strong.

Watching modern engines at play sometimes reminds one of one’s own beginner times, when tactics and strategy were still a (chess) book with (at least) seven seals. Fast, precise, complex, deadly – in milliseconds the programs slam such sophisticated moves onto the virtual board that 15 years ago any professional commentator would have been able to elicit an army of double exclamation marks. If he even understood them in all their depth…

30 half moves in a few seconds

Just think, if you consider that the whole game takes only four minutes, these silicon monsters can calculate up to 30 half moves per move on average on fast PCs. And this with such sophisticated algorithms of evaluation and scoring that they hardly ever make mistakes tactically, even at this rapid game tempo. At least none that a human being could recognize without the analytical help of these programs…

So it’s not surprising that nowadays the most common result between chess engines is a draw – regardless of any sophisticated opening books which are supposed to reduce the meanwhile extremely high draw rate in engine tournament mode a bit, but cannot do so significantly. (Cf. also own tournament tests on the subject of opening books).

Neck-and-neck race

The following ranking was generated by 17 of the currently strongest programs in a double round tournament. And the table shows a picture as it is currently to be found in many engine tournaments in the computer chess scene: The AI-Engine LeelaChess-Zero with its networks and the Alpha-Beta-Programs (here represented by SugarR & Brainfish) with their sophisticated chess algorithms are fighting a neck-and-neck race in countless draws:

Schach-Rangliste Schlusstabelle Engine-Turnier 4+2 AMD-Ryzen7-Glarean Magazin

Hardware: AMD Ryzen7 2700X 3.7 GHz – 1024 Mb Hash – 8Cores/16Threads – GPU RTX2080 Software: GUI Fritz 17 – 4min & 2sec reflection time per engine – 5-Moves-Opening-Book – 5-men-Syzygy-Tablebases

Indomitable Leela (Lc0)

The NN program Lc0 25.0 with the neural network „t60-3010“ proved to be unbeatable in this selection: It didn’t lose a single one of its 32 games and won 10 of them – an impressive performance considering the extremely strong opponent field. With 12 wins, the most aggressive network proved to be the „t40-1541“ with Lc0 23.2, and surprisingly, the new Chessbase-NN engine Fat Fritz, which is still ahead of the former World Champion Komodo.
All in all, however, there can be no talk of a winner in the top ten of this ranking, one point more or less decided several ranks forward or backward, and there are only 4 points between the first and tenth-placed program. (The fact that the tournament does not claim any statistical significance need not be emphasized. En masse „games on stockpile“ for statistical purposes are produced on engine portals such as CCRL)

Lavieren like Nimzowitsch

Whoever analytically examines the almost 300 games with regard to NN-specific chess behaviour will find something in various respects. Especially various positional aspects of AI chess play catch the eye.
Regarding the engine tournament in question here a specific „strategic motive“ is taken as an example: The regrouping. Nimzowitsch had already defined – in his groundbreaking strategy book „My System“ – the regrouping of pieces as a central component of his newly introduced chess concept of manoeuvring, and with LeelaChess this stratagem seems to celebrate its joyful beginnings. Mind you, without any human intervention…

Virtuoso handling of the knight

The engine Lc0 (or rather its neural networks) is a grandiose master in dynamically repositioning unfavorably placed figures towards more active positioning. To a far greater extent than her alpha-beta colleagues, Leela strives for permanent optimization of her figure positions. The NN program is particularly virtuoso with its knights.

Below are four examples of how skilfully and efficiently the knights are transferred to stronger squares – even when the tactical complications on the board do not allow for a traditional „Quiescence search„: —> (See the games above)

Computerschach: NN- und AB-Programme noch gleichauf

Brilliant Correspondence Chess Moves BCCM (08)

In der Top-Etage des Fernschachs (08)

von Walter Eigenmann

Selten sind grosse Fernschach-Künstler auch zugleich am realen Brett („On-the-board“) begnadete Turnierspieler. Eine der Ausnahmen war das legendäre Schach-Genie Paul Keres (1916-1975). Das achte Exemplar unserer Serie Brilliant Correspondence Chess Moves BCCM sei diesem estnischen Multitalent gewidmet.

Der Computer veränderte und verändert noch immer bekanntlich alle Bereiche des privaten und öffentlichen Lebens – und geradezu dramatisch dokumentierte sich diese Veränderung u.a. im Bereich der Unterhaltungsindustrie. In unserem Falle: des Schachspiels.
Denn seit dem in den letzten Jahren die sog. Chess Engines (= die eigentlich rechnenden „Motoren“, eingebettet in diverse verfügbaren Schach-User-Interfaces GUI) eine derart hohe Spielstärke erreicht haben, dass jeder menschliche Großmeister (der amtierende Weltmeister Magnus Carlsen inklusive) absolut chancenlos ist, hat das Schach seinen einstigen Nimbus des zauberhaften Königlichen Spiels, des unerschöpflichen Meeres an genialen Kombinationen und seiner vielhundertjährigen Kulturgeschichte für viele seiner Adepten verloren. Es ist – wissenschaftlich gesehen – nun die absolute Domäne der Maschine, menschliche Intuition und Kreativität scheinen nur noch eine untergeordnete Rolle zu spielen.

Legendäre Schachkombinationen entzaubert

Schachcomputer - Computerschach - Schachstrategie - Fernschach - Schachanalysen - Kasparov-Tischcomputer - Glarean Magazin (Brilliant Correspondence Chess Moves)
Im Fernschach gehen Computer und menschliches Gespür eine einzigartige Symbiose ein.

Die buchstäblich unmenschliche Präzision und Tiefe des computergesteuerten Berechnens ist denn auch heutzutage nicht mehr dazu angetan, irgend einen Zauber des menschlichen Geistes zu beschwören, der auf (zwangsläufiges) Patzen in den Turniersälen (gestern und heute) oder auf jahrzehntelang hochgelobte Zugkommentare in Schachbüchern voller grober Fehler und Ungenauigkeiten basiert. Schätzungsweise 90% aller vor der letzten Jahrhundertwende geschriebenen Schachbücher dürften im Lichte des modernen Computerschachs betrachtet inzwischen Makulatur sein – Kult-Bücher einst legendärer Schach-Genies von Steinitz bis Karpow eingeschlossen. Die damals weltweit gefeierten Super-Kombinationen von Bobby Fischer & Co. entpuppen sich heute unterm Mikroskop von Stockfish & Co. als sekundenschnell gefundene Simplizitäten, wo sie nicht überhaupt gar unkorrekt sind. Dass dies der schachgeschichtlichen Leistung der damaligen Meister allerdings nichts anhaben kann, muss nicht extra betont werden. Trotzdem: Das Schachspiel mag nach wie vor (gemäß Goethe) „ein Prüfstein des Gehirns“ sein – aber nicht für Computer…

Multitalent mit genialem Gespür: Paul Keres

Eines der aktuell stärksten, sogar dem amtierenden Weltmeister Magnus Carlsen Paroli bietenden Schachprogramme ist die Freeware-Engine Stockfish.
Eines der aktuell stärksten, sogar dem amtierenden Weltmeister Magnus Carlsen Paroli bietenden Schachprogramme ist die Freeware-Engine Stockfish.

Der Palmarès des estnischen Weltklasse-Schachspielers Paul Keres ist schlicht beeindruckend. Obwohl er den Griff nach der höchsten Schachkrone, dem Weltmeister-Titel, stets um Haaresbreite verpasste – man nannte Keres auch den „ewigen Zweiten“ -, liest sich die lange Liste seiner internationalen Turniererfolge wahrlich fulminant. An nicht weniger als vier Kandidatenturnieren belegte er jeweils den zweiten Rang – seine unzähligen Siege an Open- und Goldmedaillen bei Olympia-Turnieren noch gar nicht erwähnt.

In jedem Schach-Segment Weltklasse

Insbesondere am Anfang seiner internationalen Turnier-Karriere war Paul Keres auch ein erfolgreicher Fernschachspieler. Und ein fleissiger obendrein: Nach eigener Aussage spielte er bis zu 150 Partien gleichzeitig. In dieser Phase bereicherte er die Eröffnungstheorie um zahlreiche, noch heute angewandte Varianten. Gleichzeitig war er – mit über 200 Studien – der wohl produktivste Problemschach-Komponist unter seinen damaligen Grossmeister-Kollegen. Und als ob das noch nicht genug wäre, stammen aus seiner Feder ca. 40 teils umfangreiche Schachbücher. Zugespitzt zusammengefasst: Paul Keres war nicht einfach ein Meisterspieler, er war Schach!

Intuition und Berechnung

… sind gerade im Fernschach die unverzichtbaren Basics des erfolgreichen Schachspiels. Gewiss spielt hier die Präzision des Variantenberechnens – bzw. der geübte Umgang mit den enormen taktischen Möglichkeiten der neuesten Schachsoftware! – eine viel grössere Rolle als im On-the-board-Spiel direkt am Turnierschachbrett. Gleichzeitig wäre aber der FS-Spieler aufgeschmissen, wenn er sich ausschliesslich auf die Maschine mit deren begrenzendem Horizonteffekt und nicht auch auf sein Stellungsgefühl verliesse.

Paul Keres - Schach-Grossmeister - Glarean Magazin
Geniales Schach-Multitalent: Paul Keres

Paul Keres war auf beiden Gebieten meisterhaft unterwegs, wie er auch an der Fernschach-Meisterschaft 1935 seines Heimatlandes Estland bewies. Hier kam es in seiner Partie gegen Paul Rinne (1889–1946) zur untenstehenden Stellung, wo dem berühmteren der beiden Pauls ein unwiderstehlicher Durchbruch am Königsflügel gelang. Voraussetzung des Angriffs war die Abriegelung auf der anderen Seite des Brettes – eine Stellungssituation, die erst das Augenmerk auf den wahren Schauplatz des Geschehens lenkte, um dort die konkreten Operationen einzuleiten.

Auch hier sind es also einmal mehr grundsätzliche Überlegungen, indiziert durch taktisch zugespitzte Stellungsmerkmale, deren späten Konsequenzen weder von Menschen noch von Maschinen auf die Schnelle ausgerechnet werden können – und weder direkt am Brett vom Großmeister noch aus dem Stande heraus vom Computer. Die weitsichtige, wengleich natürlich zeitintensive Planung des Menschen, dieses tagelange detektivische Aufspüren von versteckten Ressourcen, immer abgesichert mittels interaktiver taktischer Verifizierung durch den Computer – das ist das eigentliche Faszinosum des Korrespondenz-Schachs heute, und das dürfte es noch lange bleiben. ♦

Brilliant Correspondence Chess Moves BCCM – 08

FEN-String: r3rnk1/pp3pbp/3p1np1/q1pPp3/2P1PPb1/1PN3P1/PB1QN1BP/R4RK1 w – – 0 14

Ein Mausklick auf eine Stelle in der Partie-Notation öffnet ein neues Partie-Fenster; dort lassen sich die Züge nachspielen und die Partie als PGN-Datei downloaden.
Um die Aufgabe selber schnell (mittels copy&paste) in ein Programm bzw. in ein Schach-Interface laden zu können, ist ihr der zugehörige FEN-String vorangestellt.

Hier finden sich alle bisherigen BCCM-Aufgaben

Lesen Sie im GLAREAN MAGAZIN zum Thema Schach und Computer auch über KI-Forschung: Ist das Schach im Jahre 2035 gelöst?

Brilliant Correspondence Chess Moves BCCM (08)

Schachprogramme: Das Duell der Engine-Giganten

Stockfish oder Leela?

von Walter Eigenmann

Seit vielen Monaten und je länger desto stärker beherrscht in der Computerschach-Szene ein Duell die Diskussion: Stockfish gegen Leela. Zwei Schachprogramme, deren Herkunft und Konzeption nicht unterschiedlicher sein könnten, und die sich heute ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern um den ersten Platz unter den modernen Engines. Dem Anwender kann das nur recht sein: Das Duell der Engine-Giganten sorgt für stetig bessere Schachmotoren…

Konträre Programmieransätze

Gary Linscott - Chess Programmer - Stockfish - Glaraen Magazin
Innovativer Kopf und massgeblich beteiligt sowohl bei Stockfish als auch bei Leela Chess: Der kanadische Computer-Wissenschaftler und Spiele-Programmierer Gary Linscott

Auf der einen Seite haben wir also mit dem Open-Source-Programm Stockfish den zurzeit in allen Computerschach-Rankings zuvorderst rangierten Vertreter der sog. Alpha-Beta-Richtung. Die Engine, ursprünglich als Glaurung von Tord Romstod im Jahre 2008 entwickelt, zählt als Freeware mittlerweile auf eine weltweite Entwicklergemeinde, deren wöchentlicher Input – koordiniert von den Programmierern M. Costalba, J. Kiiski und G. Linscott – aus diesem ehemals mittelmässigen UCI-Programm nach und nach ein extrem schnelles und extrem tief rechnendes CPU-Monster geschaffen hat, welches z.B. den amtierenden Weltmeister Magnus Carlsen – wahrscheinlich das grösste Genie der Schachgeschichte – in einem Match über mehrere Turnierpartien mit grosser Wahrscheinlichkeit in Grund und Boden spielen würde.

Goethe - Schach ist ein Prüfstein des Gehirns - Künstliche Intelligenz mit Computer - Glarean Magazin
Goethe sprach vom Schach noch als von einem „Prüfstein des Gehirns“ – die jüngste Entwicklung der Künstlichen Intelligenz holt das Gehirn in den Computer…

Auf der anderen Seite sorgte in der Szene innerhalb der letzten zwanzig Monate ein ganz anderer Entwicklungsstrang der Programmierung für Furore: Das (ebenfalls frei downloadbare) KI-Schach-Leela-Projekt „Lc0“ mit seiner ausschliesslich Netzwerk-basierten Spielweise ohne jedes „menschliche Knowhow“. (Näheres zu diesem bahnbrechend neuen Ansatz findet sich u.a. hier: Künstliche Schach-Intelligenz Leela Chess Zero – Als Autodidakt zur Weltspitze).
Auch Leela’s atemberaubende Progression wäre nicht möglich gewesen ohne den Einsatz der internationalen Community, die nonstop „selfplayed games“ beisteuert(e) und so das „Wissen“ des KI-Programmes in Form von ständig neuen „Networks“ sukzessive vermehrt. (Mittlerweile dürfte die Grenze von 1,5 Milliarden Traningspartien überschritten sein…)

Turnier mit diversen Derivaten und Netzen

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Wer diese beiden unterschiedlichen Konzepte, ihre deutlich voneinander abweichenden Spielweisen konkret studieren will, kann das anhand spezifisch ausgewählter Aufgaben-Stellungen tun – z.B. mit der ERET-Testsammlung. Oder aber er lässt sie in eigens konzipierten Turnieren gegeneinander antreten – mit unterschiedlichen Bedenkzeiten und unterschiedlichen Konfigurationen hinsichtlich CPU und Datenbanken.

Solch ein grösseres Turnier mit über tausend Partien und 33 teilnehmenden Engines habe ich kürzlich auf meinem AMD-Ryzen7-Rechner ausspielen lassen. Um möglichst ein breites Feld von Stockfish- und Leela-Zweigen vergleichen zu können, wurden neben den Default-Programmen auch diverse Derivate bzw. Network-Entwicklungen der Leela-Chess-Community integriert.

Duell der Engine-Giganten - Stockfish vs Lc0 - Glarean Magazin
Läutet das KI-Schachprogramm Leela Chess Zero bald definitiv das Ende der Herrschaft von Stockfish ein?

Das Resultat dieser Matches – welche selbstverständlich keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit oder statistische Relevanz erheben wollen – zeigt jenes Bild, das aufgrund zahlreicher anderer Computerschach-Turniere zu erwarten war: Auch im Spätsommer 2019 kann noch immer nicht eindeutig ausgemacht werden, wer nun genau aufs Siegespodest gehievt werden kann. Stockfish und Leela sind, was ihre Turnier-Performance anbelangt, momentan gleich stark, wiewohl ihr Schachstil sehr unterschiedlich daherkommt.
Was hingegen als ziemlich sicher gelten darf, ist der Befund, dass die beiden engsten Verfolger, nämlich die zwei kommerziell vermarkteten Programme Komodo und Houdini mittlerweile distanziert sind. Bis vor ca. einem halben spielten diese beiden Engines noch auf Augenhöhe mit dem Sieger-Duo.


Exkurs: Der „menschlich“ spielende Computer

Der AI-Engine Leela wird ein quasi „menschliches Schachverständnis“ nachgesagt; ihr Schach erinnere an „planvolles“ und „kreatives“ Spiel, wie man es bei Grossmeistern kennt und liebt. (Allerdings müssten die Begriffe „Plan“ und „Strategie“ heutzutage überholt bzw. neu definiert werden; das enorm tiefe, weil ausgeklügelt selektive Berechnen auch der aktuellen konservativen Alpha-Beta-Programme zeigt ein taktisch fast fehlerloses, aber durch keinerlei schöpferisches Planen charakterisiertes Schachspielen; ihre Zugfolgen basieren rein auf raffinierten Bewertungsalgorithmen und selektiven Cut-Techniken. Was früher der Mensch „Strategie“ nannte, entpuppt sich mit Computern oft als blosse „Taktik“…)

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Woher kommt also der „humanoide“ Nimbus der neuen KI-Programme wie Alpha-Zero, Leela-Zero oder Allie u.a? Gilt womöglich das Paradoxon, dass Lc0 darum so „menschlich“ spielt, weil der Mensch bei seiner Entwicklung jar gar nicht involviert war?! (Am Anfang der Schach-AI-Forschung standen nur die nackten Spielregeln, ansonsten keinerlei implentiertes Schachwissen.)

Das folgende Partien-Beispiel – generiert auf meinem AMD-Ryzen7-Rechner in einem Match Leela vs Komodo (mit PermantBrain on) – mag veranschaulichen, dass das Etikett „Menschliches Spiel“ bei modernen AI-Schachprogrammen so völlig nicht aus der Luft gegriffen ist.
Nach den Zügen…

… kam diese Stellung aufs Brett:

Leela - Komodo - Königswanderung - Glarean Magazin
Das KI-Programm Leela Chess Zero mit Weiss gegen den amtierenden Computerschach-Weltmeister Komodo

Die Position ist im leichten materiellen Ungleichgewicht, aber zugleich so festgefahren, dass keine Partei vorwärtskommt. Friedliche Gemüter würden hier durchaus nicht zu Unrecht an ein Remis denken.

Doch Weiss hat einen langfristigen Plan in petto: Der König wird nach a2 überführt. Dort blockiert er einerseits den schwarzen Freibauern und löst gleichzeitig die Wache des Turmes ab, der dadurch für Angriffszwecke mobil wird. Hinzu kommt, dass Springer in solch fixierten Bauernstellungen den Läufern und sogar Türmen überlegen sein können – trotz Minus-Bauerneinheit ist also die Partiestellung für Weiss „strategisch“ gewonnen.
Es folgte eine Lehrbuch-mässige Verwertung durch das AI-Programm Leela:

34. Kg3 Kd8 35. Kf2 Ke7 36. Ke2 Rd8 37. Kd3 Ra5 38. Kc2 Bd7 39. Ne4 Ra6 40. Kb1 Kf8 41. Ka2 und Schwarz ist chancenlos gegen den Turm-unterstützten Bauernhebel c4-c5 (oder wie in der Partie gegen z.B. Läufertausch inkl. g-Linie-Öffnen mit Attacke gegen den Rückständigen g7)  1-0
(Hier lässt sich die Original-Partie downloaden / CBH-Format -ZIP-Datei)

Strategie oder Taktik?

Matthew Sadler - Game Changer - Alpha Zero's Groundbreaking
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Die Frage ist nun, ob diese Königswanderung auf dem Leela-Mist alleine gewachsen ist, oder ob der gleiche „Plan“ auch bei konventionellen Engines im Output des „Denkprozesses“ auftaucht. Hierzu habe ich mal einige der besten Programme exakt 5 Sekunden lang auf die Stellung angesetzt (mit je 16 Threads) und ihre Hauptvarianten verglichen (unter „Fritz-16“ auf einem AMD-Ryzen-7):

Analysis by Stockfish 10:

34.Kg2 Kd8 35.Kf2 Ke7 36.Se4 Td8 37.Ke2 Ta6 38.Le6 g6 39.Kd3 Tb8 40.Kc2 gxh5 41.Sf5+ Kd8 42.Sfxd6 hxg4 43.Lxg4 Lg6 44.Lf5 Lxf5 45.Sxf5 Kc7
Weiss steht deutlich besser: +/- (1.34) Tiefe: 25/39 00:00:05 102MN, tb=15


Analysis by Houdini 6.03:

34.Kg3 Kd8 35.Kf3 Kc7 36.Se4 a2 37.Ke2 Ta3 38.Kd2 Txb3 39.Txa2 Ta3 40.Tb2 Ta5 41.Le6 Tba8 42.Sf5 Ta2 43.Kc2
Weiss steht etwas besser: +/= (0.41 ++) Tiefe: 20/41 00:00:05 122MN, tb=2056


Analysis by Komodo 12.3:

34.Ta2 Kd8 35.Kg2 Ke7 36.Kf3 Ta6 37.Le6 Kf8 38.Sf5 Td8 39.Se4 Tb6 40.Kf2 Ta6 41.Kg2 Tb6 42.Kh3 Ta6 43.Kg3 Tb6 44.Kg2 Ta6 45.Kf2 Tb6 46.Ke3 Ta6 47.Kd2 Tb6 48.Kd3 Ta6 49.Ke2 Tb6 50.Kf3 Ta6 51.Ke3 Tb6 52.Ke2 Ta6 53.Kd3 Tb6 54.Sd2
Weiss steht etwas besser: +/= (0.64) Tiefe: 32 00:00:05 89390kN, tb=2


Analysis by Ethereal 11.50:

34.Kg3 Lf7 35.Kf3 Tb6 36.Ke2 Te8 37.Kd3 Td8 38.Se4 Th8 39.Kc2 Ta6 40.Kd2 Tb6 41.Kd3 Ta8 42.Lh7 Kf8 43.Sf5 Td8 44.Kc2 Ta6 45.Kd3 Tb6
Die Stellung ist ausgeglichen: = (0.00) Tiefe: 22/36 00:00:00 11065kN, tb=3


Analysis by Fire 7.1:

34.Kg2 Ta6 35.Kf3 Td8 36.Se4 Lf7 37.Ke2 Te8 38.Kd3 Td8 39.Ta2 Tb6 40.Ta1 Th8 41.Ta2 Tf8 42.Lh7 Td8 43.Sf5+ Kf8 44.Se3 Ta6 45.Lf5 Ke7 46.Lh7 Kf8
Die Stellung ist ausgeglichen: = (0.00) Tiefe: 26 00:00:04 44069kN, tb=300


Analysis by Xiphos 0.5.4:

34.Lg6 Ld7 35.Lf5 Td8 36.Kg2 Ta7 37.Se4 Tc7 38.Lxd7 Tcxd7 39.Sf5+ Kf8 40.Kf3 Kf7 41.Ke3 Ke8 42.Kd3 Kf7 43.Ke2 Kf8 44.Kf3
Die Stellung ist ausgeglichen: = (0.00) Tiefe: 29 00:00:04 95544kN


Analysis by Deep Shredder 13:

34.Se4 a2 35.Le6 g6 36.hxg6 Lxg6 37.Lf5 Le8 38.c5 dxc5 39.d6+ Kd8 40.Sxc5 Ta5 41.Se6+ Kd7 42.Sg7+ Kc6 43.Tc1+ Tc5 44.Le4+ Kd7 45.Ta1 Ta5 46.Sc4 Ta6
Die Stellung ist ausgeglichen: = (0.21 ++) Tiefe: 27/48 00:00:05 100MN, tb=38


Wie ersichtlich haben die Engines zwar die ersten paar Stationen der Königswanderung durchaus auf ihrem Radar, weil ihre Programmierer ihnen eingebleut haben, dass der König im Endspiel vom Rande ins Zentrum geführt werden sollte. Aber die zwei finalen Ziel-Züge des Königs (Kb1 und Ka2) tauchen bei keinem dieser starken Alpha-Beta-Programme im Output auf.
Kommt hinzu, dass (deswegen) ihre Stellungsbewertung nicht über ein „Weiss steht besser“ hinauskommt, ja sogar Remis-Einschätzungen werden ausgegeben. (Hier findet sich eine Analyse der Partie-Fortsetzung nach 34.Se4).

Ganz anders Leela Chess Zero, der Urheber der Stellung. Ich habe einige aktuelle Lc0-Networks darauf angesetzt – den schönsten, quasi „lupenreinen“ Output habe ich beim NW „T40B.2-106“ gefunden:

Analysis by LC0 v0.22 (T40B.2-106):

34.Kg2 Kd8 35.Kf1 Kc7 36.Ke2 Ta5 37.Kd3 Lf7 38.Se4 Lg8 39.Kc2 Lf7 40.Kb1 Lg8 41.Ka2 Lf7 42.Tc1
Weiß steht deutlich besser: +- (2.21) Tiefe: 8/20 00:00:05 236kN

Der wesentliche Unterschied zu den konventionellen Progammen ist, dass Leela diese Line nicht eigentlich berechnen muss (wie die geringe Ply-Tiefe von 8/20 und die minimale Knotenzahl zeigen), sondern diesen „Plan“ nach nur 5 Sekunden „weiss“ und sofort eine Gewinn-Bewertung auswirft. (Es ist umgekehrt nicht auszuschliessen, dass nach langem Rechnen auch andere herkömmliche Engines genug Tiefe erreichen und einen vergleichbaren Output liefern).

Auch wenn gerade bei Leela Chess Zero die Interface-Angaben bezüglich Rechentiefe und Stellungsbewertung stets mit Vorsicht zu geniessen sind: Ein solcher Mainline-Output in dieser Stellung ist beeindruckend. Ich persönlich kann nachvollziehen, wenn derartigem Schach von Menschen das Etikett „menschlich“ verpasst wird – also eben nicht „taktisch“, sondern „strategisch“…

Leela der Königsbezwinger

Um ganz vorne mitmischen zu können, muss allerdings Leela nicht nur „positionell“, sondern auch angriffstechnisch auf der Höhe sein, damit nicht nur halbe Remis-Punkte, sondern ganze Punkte eingefahren werden können. Und in der Tat: Leela Chess Zero ist – mit seinen jüngeren Networks – einer der stärksten Königsangreifer im aktuellen Engine-Zirkus. Aus dem Nichts ist dieses Programm imstande, tödliche Attacken zu reiten – wie weiland der „Magier aus Riga“, Ex-Weltmeister Michael Tal (wenn auch nicht so spekulativ wie dieser…).
Ein paar Partien-Zitate illustrieren Leelas Durchschlagskraft im Angriff:

FEN-String: r2q1rk1/5p2/p1np1npp/bpp1p3/4P1PB/2PP1NNP/bPB1QP2/2KR3R w – – 0 18

FEN-String: r2q1rk1/1b1nbppp/pn1p4/1ppPp3/4P3/2P1BN1P/PPBN1PP1/R2Q1RK1 w – – 0 13

FEN-String: r1b2r2/pp1qnpkp/2np2p1/2p1p1P1/2P5/2NP1N2/PP2PPBP/R1Q2RK1 b – – 0 14

FEN-String: 1rb1r1k1/1pqn1pb1/p2p1npp/2pP4/P3P2B/2N5/1P1NBPPP/1R1Q1RK1 w – – 0 16


Alpha-Beta- und NN-Schach gleich stark

Die nachstehende Turnier-Rangliste ist das Ergebnis der folgenden Hardware-/Software-Turnierspezifikationen:

– CPU: AMD Ryzen 7 2700X (8CPU/16Threads)
– GPU: GeForce RXT 2080
– Memory/Engine: 1024 MB
– Interface: Fritz 16
– Engines: Defaults 8Threads/Engine
– Leela-Engines: 4Threads (CUDNN-FP-16)
– Bedenkzeit: 2 Min. + 2 Sek. / Engine
– Eröffnungsbuch: 5-moves-Book (M.Scheidl)
– Endspiel-DB: Syzygy (5-men)
– PermanentBrain: On
– Anzahl Partien: 1056
– Anzahl Weiss-Siege: 360 (34,1%)
– Anzahl Schwarz-Siege: 287 (27,2%)
– Anzahl Remisen: 409 (38,7%)
– ECO A: 191 Partien
– ECO B: 229 Partien
– ECO C: 175 Partien
– ECO D: 296 Partien
– ECO E: 165 Partien
– Partie-Dubletten: keine
– Zeitüberschreitungen: fünf (Raubfish)
(Raubfish spielte mit einem experimentellen Setting:
„Analysis ICC“ & „Deep Analysis ICC“ ON)

 

Programm-Turnier Stockfish vs Leela - Best Chess Engines August-2019 Blitz-Tournament - Glarean Magazin
Schachprogramme: Das Duell der Engine-Giganten – Stockfish oder Leela? (Computer-Turnier August 2019)

Die schachlichen Top Shots

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Abschliessend hier aus diesem Turnier noch ein halbes Dutzend schachlicher Top Shots, die nicht nur besonders ästhetisch sind, sondern auch demonstrieren, zu welchen Glanzzügen moderne Schachprogramme in der Lage sind, auch wenn sie – wenngleich auf flotter Hardware – nur einige Sekunden pro Zug verfügbar haben. Mit durchschnittlichen Rechentiefen von 25-30 Halbzügen spielen heutzutage die Engines auch in Blitzpartien auf einem Niveau, das früher von ihren Vorgängern erst nach stundenlangen Partien (und auch nur annähernd…) erreicht wurde.

Der knappe Turniersieger Brainfish spielte übrigens quasi ausser Konkurrenz mit (war aber als eine Art Referenz gedacht): Im Gegensatz zu allen anderen, die ausser der Vorgabe von 5 Eröffnungszügen keinerlei eigene Opening Books benutzen durften, erhielt Brainfish gleich zwei Default-Bücher, nämlich sein integrales „Cerebellum“ sowie ein spezifisches NN-Book namens „Cerebellum Leela Net„. Dieses Duo erwies sich dann als unwiderstehlich…

♥ Hier lassen sich alle Original-Partien des Turnieres downloaden im CBH- und PGN-Format (zip-File)

Mausklick auf einen Zug oder eine Variante öffnet das Analyse-Fenster mit Download-Option

FEN-String: r1b1k3/p3p1b1/2p3p1/1q1p1pPr/N2PnB1p/7P/PP2PPB1/R2Q1RK1 w q – 0 16

FEN-String: r2q1rk1/pppnbpp1/2npb2p/1B6/4P3/2N1QN1P/PPPB1PP1/R3K2R w KQ – 0 12

FEN-String: r1bqk2r/pp2bpp1/2n4p/2pnp3/7P/1P1P1NP1/P3PPB1/RNBQ1RK1 b kq – 0 9

FEN-String: r2q1rk1/1b1nbppp/1n1p4/pppPp3/4P1P1/2P1BN1P/PPBN1P2/R2Q1RK1 w – – 0 14

FEN-String: 8/2b1k3/2p5/4p3/2P1N3/2B2KP1/1P2RP2/r2r4 w – – 0 49

FEN-String: r3r1k1/3b1ppp/8/1p1p4/nPpP1BP1/4P2P/P4P2/1NQ3K1 b – – 0 24

Lesen Sie im Glarean Magazin zum Thema Computerschach-Partien auch über
die neue Version der Schach-Datenbank Chessbase (15)

… sowie zum Vergleich mit älteren Engines-Ranglisten:
Die grosse Computerschach-Datenbank COMP 2007

Interessante News-Links zum Thema Schach:

Schachprogramme: Das Duell der Engine-Giganten

Künstliche Schach-Intelligenz: Leela Chess Zero

Als Autodidakt zur Weltspitze

von Walter Eigenmann

Seit längerer Zeit wird die Computerschach-Welt von einem Thema in Atem gehalten: Das KI-Projekt Leela Chess Zero (LC0). Wer mit dieser bahnbrechenden, ja sensationellen neuen Entwicklung im Bereich „Künstliche Schach-Intelligenz“ noch nicht vertraut ist, dem sei als Einstieg der informative Artikel von Conrad Schormann im Portal „Perlen vom Bodensee“ empfohlen: Leela wollte spielen, die Weltspitze kniff. Weiters findet sich hier ein guter Überblick auf den aktuellsten Stand der KI-Dinge: Chess Programming Wiki.
Der „neuronal“ orientierten Schachprogrammierung liegt die sogenannte Monte-Carlo-Technik zugrunde, deren schachspezifische Anwendung hier ganz gut erklärt wird: Monte Carlo statt Alpha-Beta.

In wenigen Monaten von 0 auf 98

Leela Chess Zero LC0 Logo - Glarean MagazinDie unglaublichen Fortschritte der Netzwerk-gestützten Engine „Leela-Chess-Zero“ (LC0) lassen erahnen, dass es mit der Dominanz des bisherigen Alpha-Beta-Ansatzes in der Schachprogrammierung – momentan am erfolgreichsten manifestiert im weltweit führenden Programm Stockfish – schon bald vorbei sein dürfte. Denn innert wenigen Monaten hat sich dieses Open-Source-Projekt, zu Beginn nur gerade mal mit den Schachregeln vertraut gemacht, mithilfe seiner Algorithmen bzw. selbsterlernter Networks (sprich aufgrund von Millionen Partien gegen sich selbst) vom lächerlichen Anfänger zum Super-Großmeister entwickelt, der nicht nur die gesamte Schach-Weltelite bei den Menschen, sondern auch alle seine digitalen „Artgenossen“ schlagen kann. Als reiner Autodidakt ohne alle Wissens-Implentierung durch den Menschen zur absoluten Weltspitze: Das ist einzigartig in der ca. 30-jährigen Geschichte der Schachprogrammierung.

Menschliches Computerschach

Stockfish Chess Engine Logo - Glarean Magazin
Sind wegen Leela Chess die Tage des berühmtesten Fisches der Schachgeschichte bald gezählt?

Für Schachspieler liegt der besondere Reiz von Leela’s Spiel-Stil in der beinahe „menschlich“ zu nennenden Partie-Anlage dieser KI-Software. Wo die herkömmlichen Taktik-Programme wie Stockfish, Houdini oder Kommodo (um nur die drei aktuell stärksten Alpha-Beta-Engines zu nennen) möglichst breit und möglichst tief rechnen (raffinierte Cut-und Bewertungs-Techniken inklusive), spielt ein Neuronal-Netz-Programm wie Leela „auf Position“: Aktivität, Mobilität, Aggressivität und damit verbunden eben Originalität sind die Stichworte, die einem bei der Analyse von NN-Partien spontan einfallen.
Die konservativen Materialwerte (aufgrund der Bauer-Grundeinheit), wie sie bei AB-Engines bedeutungsvoll sind für die Stellungseinschätzung und Zuggenierung, scheinen beim NN-Schach eine nur geringe Rolle zu spielen, denn hier zählt vielmehr das „Potential“ der Bauern- und Figurenkonstellationen. Dementsprechend findet man in Leela-Partien kaum je „totes Material“; hier ist alles „im Fluss“, permanent sind Umgruppierungen im Gange, Randspringer und- bauern sind an der Tagesordnung, das Zentrum hat seine „zentrale“ Bedeutung eingebüsst, Doppelbauern kommen zuhauf vor, das Qualitäts- als positionelles Opfer ist häufig, und oberste Priorität hat jeweils mit maximalem Druck das eigentliche Spiel-Ziel des Schachs: Der Königsangriff.

Leela = Michael Tal des Computerschachs?

Natürlich ist solch ein Schach hochattraktiv im Vergleich zum traditionellen Computerschach, dessen staubtrockenes bzw. Remis-trächtiges Sicherheitsspiel – wenngleich auf extrem hohem technischem Niveau – allenfalls noch für perfektionistische Fernschach-Freunde theoretisch-analytische Hilfestellung bietet, ansonsten wegen seiner überirdischen Genauigkeit das „breite Schachvolk“ längst nicht mehr erreicht.

Michael Tal - Schachweltmeister - Glarean Magazin
Ist Leela Chess eine digitale Reinkarnation des berühmten Schachmagiers Michael Tal?

Ist also Leela die Reinkarnation der „Kreativität“ im Computerschach? Eine Art Michael Tal unter den Schachengines? Der legendäre lettisch-russische Schachweltmeister (1936-1992) spielte bekanntlich das bislang wohl spekulativste wie spektakulärste Menschen-Schach der Geschichte, seine Materialopfer „aus dem Nichts heraus“ waren berüchtigt, und je wissenschaftlicher und analytischer ein Tal-Gegner spielte, umso sicherer wurde er eine Beute des „Magiers aus Riga“.
Romantikern unter den Schachspielern sei diese interessante Parallele also durchaus gestattet – aber ein gravierender Unterschied besteht: Leela’s Opfer sind immer korrekt. Ein Computer hypnotisiert nicht, er rechnet…

Das Angriffsspiel „aus dem Nichts heraus“ ist aber definitiv ein Markenzeichen auch des NN-Programmes. Die folgende Stellung wurde generiert in einer TCEC-Partie gegen Houdini, der aktuellen Nummer Zwei der konservativen Engine-Ranglisten hinter der Schach-Freeware Stockfish. Setzt man diese Position den herkömmlichen Programmen zur Bewertung vor, stufen sie die schwarze Stellung als völlig ausgeglichen ein, schwächere Engines sehen gar Schwarz im Vorteil:

FEN r1r5/1b1n3k/1n1q1ppp/3Pp3/ppP1P2P/5QR1/1BBN1PP1/2R3K1 w

Leela-Chess-Zero - LC0 vs Houdini - Königsangriff - Glarean Magazin
Strategische Weitsicht im Königsangriff dank Neuronalem Netzwerk: Das KI-Schachprogramm Leela Chess Zero (LC0)

Houdini 6.03:
27.Ld1 a3 28.La1 h5 29.Sf1 Sxc4 30.Txg6 Kxg6 31.Dxh5+ Kg7 32.Sg3 (…)
Die Stellung ist ausgeglichen: = (0.00) Tiefe: 28/54 00:00:47 743MN, tb=10

Komodo 12.3:
27.Dg4 Tg8 28.h5 gxh5 29.Df5+ Kh8 30.Dxh5 Txg3 31.Dxh6+ Kg8 32.fxg3 (…)
Die Stellung ist ausgeglichen: = (0.06 ++) Tiefe: 30 00:00:30 320MN, tb=3

Stockfish 10:
27.Ld1 h5 28.Sf1 De7 29.Se3 De8 30.Sf5 a3 31.Lc3 bxc3 32.Sd6 (…)
Die Stellung ist ausgeglichen: = (0.19 ++) Tiefe: 31/50 00:00:31 302MN, tb=18

Ethereal 11.25:
27.Ld1 a3 28.La1 h5 29.De3 Dc5 30.Lxh5 Dxe3 31.Lxg6+ Kh6 32.fxe3 (…)
Die Stellung ist ausgeglichen: = (0.00) Tiefe: 26/55 00:00:42 468MN, tb=1

Ganz anders sieht das Leela, dessen Algorithmen & Statistikauswertung nicht das taktische, sondern das positionell-strategische Potential der weissen Stellung sieht und eine für Weiss positive Bewertung auswirft:

Leela Chess Zero 21.1 (41800):
27.h5 g5 28.Df5+ Kh8 29.f4 a3 30.La1 De7 31.Ld1 exf4 32.Tb3
Weiss steht deutlich besser: +/- (1.41) Tiefe: 15/45 00:00:31 375kN

Der Partieverlauf gab Leela’s NN-Analyse recht, Houdini’s furchterregende Freibauernwalze auf dem Damenflügel verblasst angesichts der weissen Schläge gegen den schwarzen König:

Aktuell dürfte Leela der bei weitem erfolgreichste Königsangreifer des ganzen modernen Engine-Zirkus‘ sein. Kein Wunder: Seine entspr. Angriffstechniken sind statistisch millionenfach abgesichert…

Ein Strauss von Leela-Topshots

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Wer der Freeware-NN-Engine Leela – das kommerzielle Programm Komodo mit seiner „Monte-Carlo-Tree-Search“ (MCTS) verfolgt den ähnlichen Ansatz, und beide fahren sie im Kielwasser des KI-Google-Projektes Alpha-Zero – bei der Arbeit zusehen will, hat entweder die Möglichkeit, sich die neuesten Partien der inoffiziellen Computerschach-Weltmeisterschaft Top Chess Engine Championship (TCEC) runterzuladen, oder aber er organisiert sich seine Engine-Turniere gleich selber auf dem heimischen Desktop oder Notebook.

Letzteres setzt allerdings – diese Warnung ist zwingend – eine überdurchschnittliche Hardware voraus; insbesondere die Grafik-Karte sollte mindestens von der Qualität einer RTX 2060 sein, andernfalls ist die Verwendung von Leela reine Zeitverschwendung. Denn die Hauptberechnungen absolviert die NN-Engine nicht auf der Platinen-CPU, sondern auf der Grafik-GPU.

Die folgenden Stellungen bzw. „Lösungszüge“ generierte Leela gegen unterschiedliche Engine-Gegner auf meinem heimischen AMD-Ryzen-7 2700x mit einer GeForce-RTX-2080-Karte bei Blitz-Bedenkzeiten von 5-20 Minuten/Engine (mit „Permanent-Brain-On“ und einem 5-Züge-Eröffnungsbuch).

Diese sieben Lösungszüge haben eines gemeinsam: Sie werden von Leela allesamt je im 1-Sekunden-Bereich gefunden. Eine Leistung, die meinen Recherchen zufolge von keinem anderen (AB-)Programm erreicht wird.
Noch ist die Entwicklung in vollem Gange. Auf die weitere Progression des neuronalen Schach-Projektes Leela Chess Zero blickt die gesamte Schachwelt. ♦

FEN rbbq1r2/1p3pk1/1P1p2pp/p2Pp3/P3Rn2/2P2NNP/5PP1/1R1Q1BK1 w

LC0 - Houdini - Leela Chess Artikel 2019 - Glarean Magazin
Weiss am Zuge


FEN 5r2/2r1q2k/1p1pb1p1/b2B4/P1P1pP1p/4Q1RP/4N1P1/5R1K w

LC0 - Komodo - Leela Chess Artikel 2019 - Glarean Magazin
Weiss am Zuge


FEN 3r1rk1/1p1nq1bp/p2ppnp1/2p5/2P5/2N1P2P/PP2BPP1/1RBQ1RK1 w

LC0 - Andscacs - Leela Chess Artikel 2019 - Glarean Magazin
Weiss am Zuge


FEN 6r1/4nr1k/p2R4/P7/1PP1N3/4b1p1/1B4PN/7K b

Stockfish - LC0 - Leela Chess Artikel 2019 - Glarean Magazin
Schwarz am Zuge


FEN 1rr1b1k1/2q2pp1/2nppb1p/p7/Pp2PP1P/1N3BP1/RPPRQ3/3N3K b

Komodo - LC0 - Leela Chess Artikel 2019 - Glarean Magazin
Schwarz am Zuge


FEN 3rrbk1/1pq2pp1/p1b5/2np2Pp/P2B1P1P/1PN4B/2P2Q2/R2R2K1 b

Andscacs - LC0 - Leela Chess Artikel 2019 - Glarean Magazin
Schwarz am Zuge


FEN 3rr1k1/1pqn1pp1/2pbpn1p/p2p4/P4P1N/1P1PP1P1/1BPNQ2P/R4R1K w

LC0 - Xiphos - Leela Chess Artikel 2019 - Glarean Magazin
Weiss am Zuge

Walter Eigenmann - 100 brillante Schachzüge - Geniale Kombinationen - Verblüffende Strategien - Tredition Verlag
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Alle Analysen lassen sich als PGN-Datei downloaden: Mausklick in die Notation und Button rechts unten im Analyse-Fenster („Download the game“)


Lesen Sie im Glarean Magazin zum Thema Computerschach auch
15. Version der Schachdatenbank Chessbase erschienen

sowie zum Thema Online-Schach den Report
die besten Online-Schach-Portale

Künstliche Schach-Intelligenz: Leela Chess Zero

15. Version der Schach-Datenbank Chessbase erschienen

Was bietet Chessbase 15 Neues?

von Walter Eigenmann

Der gleichnamige Hersteller der kommerziellen Schach-Datenbank Chessbase bietet seit Ende 2018 deren mittlerweile 15. Version an. Was hat der Markführer diesmal seinem Flaggschiff an neuen Features verpasst?

Das Hamburger Software-Haus um Matthias Wüllenweber legte ja die Grundsteine seiner aktuell dominanten Position auf dem Schachsoftware-Markt schon vor Jahrzehnten mit „Fritz“ und eben „Chessbase“. Dementsprechend ein so ausgereiftes Produkt wie „CB“ immer wieder mit Novitäten zu bereichern ist kein leichtes Unterfangen, und ob bei jeder neuen Version die zusätzlich implentierten Features auch tatsächlich je als innovativ und nachhaltig bezeichnet werden dürfen, liegt häufig alleine „im Auge des Betrachters“. In der Entscheidungsgewalt des Anwenders ist auch die Abwägung, ob die üppige Preisgestaltung bei Chessbase 15 – das Profi-Premiumpaket schlägt immerhin mit stolzen 470 Euro zu Buche – einigermaßen fair korreliert mit den gebotenen Inhalten der Software.

Chessbase-15 - Cover - Rezension Glarean MagazinBei vielen tausenden von Turnierspielern der höheren Ligen ist diese Frage allerdings obsolet: Erfolgreiches Training heute ist ohne Chessbase & Co. unmöglich, zur Vorbereitung auf die potentielle Turnier-Gegnerschaft ist die permanente und ständig aktualisierte Arbeit mit gut sortierten Datenbanken und deren ausgefeilten Analyse- und Such-Funktionen unumgänglich.

Die wichtigsten Novitäten

Was hat denn nun Chessbase 15 Neues zu bieten, das man in der Vorgänger-Version 14 vermisste? Die wichtigsten Novitäten sind meines Erachtens:

A) Die „Optionen“ offerieren nun für die deklarierte „Standardengine“ eine sog. „Schnellanalyse“: Das Programm zeigt anhand der Stellungsbewertung in grafischer Form den Partienverlauf an, der Anwender erkennt damit auf Anhieb, an welcher Stelle die „Partie gekippt“ ist. Diese Berechnung des Bewertungsprofils soll gemäss Chessbase auf schnellen Rechnern verzögerungsfrei im Hintergrund ablaufen. Originalton Chessbase: „Natürlich stellt diese Schnellanalyse keinen Ersatz für eine tiefschürfende Analyse dar, ist aber bei der schnellen Sichtung von Partien, vor allem unkommentierten Partien, extrem hilfreich“. (Dieses Feature haben „Fritz“ u.a. Interfaces schon länger; CB-15 differenziert es noch mit einer Einstellung „Endlos“).

B) Im „Start“-Menü erfährt das Brettfenster einer konkreten Partie eine deutliche Aufwertung durch das Feature „Replay Training“ (Nachspieltraining). (Der Reiter „Training“ war unter CB-14 an der gleichen Stelle noch ziemlich unergiebig). Nun interagiert der User in einer Stellung direkt, erhält eine „Stellungseinschätzung“ und „Tipps“, kann bei „Richtigem Rechnen“ Punkte sammeln etc. – Anpassung der Einstellungen inklusive:

Chessbase-15 - Replay Training - Rezension Glarean Magazin
Das neue Chessbase-Feature „Replay Training“ (Nachspieltraining) offeriert dem User „Tipps“ zur Stellungseinschätzung und ermöglicht interaktives Üben.

Die Plan-Findung aus Eröffnungsvarianten heraus

C) Der „Plan Explorer“ des gleichen Notationsfensters ist eine weitere Novität von CB-15. Dieser Explorer ist im Zusammenhang mit dem Eröffnungstudium interessant und listet resultierende Mittelspielpositionen auf, dokumentiert also die unterschiedlichen „Pläne“ einer Eröffnungsvariante. Originalton Chessbase:

Chessbase-15 - Plan Explorer - Rezension Glarean Magazin
Der neue „Plan Explorer“ will die unterschiedlichen „Pläne“ einer Eröffnungsvariante auflisten

D) Die Brett-Ansicht selber ist um die Option „Ray Tracing“ erweitert worden: Sie soll – neben dem bisherigem „3D-Brett“ – eine „möglichst realistische Darstellung von 3D Ansichten“ generieren. Voraussetzung ist allerdings eine leistungsfähige Rechnerausstattung (sprich eine Grafikkarte der jüngeren Generation, beispielsweise RTX u.ä.):

Chessbase-15 - Ray Tracing - Rezension Glarean Magazin
Das spezielle „Ray Tracing“ strebt in Chessbase 15 eine „möglichst realistische Darstellung von 3D Ansichten“ an

Suche nach Verteidungs- oder Angriffsmustern

E) Das Menü „Report“ enthielt in der Vorgänger-Version bereits die Optionen „Ähnliche Strukturen“ und „Ähnliche Züge“; hinzu kommt jetzt die Suche nach „Ähnlichen Mustern“. Damit kann in einer Referenzdatenbank nach vergleichbaren Verteidigungs- oder Angriffsmustern gefahndet werden.
Aktuell scheint dieses Feature noch rudimentär zu sein; man darf gespannt sein, ob Chessbase diesen durchaus interessanten Ansatz in Folge-Versionen noch weiter entwickelt:

Chessbase-15 - Muster-Suche - Rezension Glarean Magazin
Nach vergleichbaren Verteidigungs- oder Angriffsmustern in Datenbanken wird mit dem neuen Feature „Ähnliche Muster“ gesucht.

F) Starke Erweiterung erfuhr die Suchmaske mit den Partien-Filtern: Nun lassen sich die Datenbanken gezielt nach expliziten Manövern wie Spiess, Röntgenangriff, Überlastung, Hinlenkung, Räumung, Grundreihe u.v.a. absuchen. Damit erleichtert CB-15 wesentlich z.B. die Stoffaufbereitung in der Schachpädagogik:

Chessbase-15 - Filter-Suche - Rezension Glarean Magazin
Differenzierte Suche nach spezifischen Manövern erleichtert z.B. die Arbeit in der Schachpädagogik

G) Chessbase 15 ist nochmals merklich schneller geworden im Vergleich zu seinen Vorgängern. Die komplette „Sortierung“ einer Datenbank mit 1,4 Mio. Partien (= Neuaufbau nach Datum, Eröffnungen, Turniere, Kommentare, Spieler-Index etc.) dauerte unter CB-15 auf einem eher gemächlichen AMD FX-8350 knapp drei Minuten; für die gleiche Base unter identischen Bedingungen benötigte CB-14 noch fünf Minuten (!)

„Big Database“ oder „Megabase“

H) Erneut um zig-tausende Partien gewachsen ist die mit CB gelieferte eigentliche Datenbank (je nach CB-Paket die sog. „Big Database“ oder die umfangreich kommentierte „Megabase 2019“). Sie enthält nun ca. 7,5 Mio Games (bis Oktober 2018).

FAZIT: Chessbase auch in seiner jüngsten Version 15 ist vom günstigen „Starter“ bis zur Premium-Profi-Variante ein sehr ausgereiftes, stabiles und vielfältiges Produkt, das sich die prominente Stellung auf dem Schachsoftware-Markt durch jahrelange Entwicklung und ständige Erweiterungen nicht zu unrecht erobert hat. Chessbase ist nicht die einzige Software dieser Art, und die Konkurrenz wartet mit teils ebenso attraktiven Optionen auf – aber seine weltweite Verbreitung unter der professionellen und semiprofessionellen Spielerschaft ist nachvollziehbar.

Eine Empfehlung pro oder kontra Kauf ist (wie eingangs angetönt) nicht vorbehaltlos abzugeben, zu heterogen ist das Interessenfeld bei der breiten Anwenderschaft. Wer unter den ambitionierten Vereinsspielern noch kein „Chessbase“ hat und mit den bei „Fritz“ implentierten Datenbank-Funktionen unzufrieden ist, der schlägt jetzt bei der Download-Variante des Starterpakets zu. Der Elo-bewusste semiprofessionelle Turnier- und Mannschaftsspieler wird sich zweifellos auch diese neue CB-Version zulegen. Wer schließlich als Amateur schon eine der CB-Nummern 12 bis 14 auf dem Cover prangen hat, kann verlustlos die Version 16 abwarten. Diese dürfte allerdings wohl erst in zwei bis drei Jahren erscheinen… ♦

Chessbase Hamburg: Chessbase 15 – Schach-Datenbank, (Software-DVD & Online-Download)

Lesen Sie im Glarean Magazin zum Thema Computerschach auch über das Schachprogramm „Fritz 16“

15. Version der Schach-Datenbank Chessbase erschienen

Mihai Neghina: The Confusion (Schach-Studie)

Verwirrspiel der Superlative

von Walter Eigenmann

Der bekannte Schachstudien-Komponist Mihai Neghina war schon mehrmals mit seinen exquisiten Werken zu Gast im Glarean Magazin. Nicht nur unter Experten, sondern auch in der internationalen Studien-Community gilt Mihai als einer der profiliertesten Studien-Schöpfer, dessen komplexen Werke sogar die besten modernen Schachprogramme herausfordern. Die jüngste Komposition „The Confusion“ macht dem Ruf Ihres Urhebers wieder alle Ehre.

Zu hohe Hürde für Schachprogramme

Der Schachstudien-Komponist Mihai Neghina ist hauptberuflich Software-Entwickler Lektor im Department of Computer Science and Electrical Engineering an der Lucian Blaga Universität Sibiu.
Der Schachstudien-Komponist Mihai Neghina ist hauptberuflich Software-Entwickler und Lektor im Department of Computer Science and Electrical Engineering an der Lucian Blaga Universität Sibiu

Unter dem Motto „The Confusion“ präsentiert der in Rumänien geborene Stellungs-Tüftler nachstehend erneut eine Figuren-Konstellation auf dem Feld, vor der auch Stockfish &. Co. kläglich kapitulieren. Mehr noch, die meisten Engines – von speziell „getunten“, im computerschachlichen Turnierbetrieb aber versagenden Programmen vielleicht abgesehen – wähnen hier den Schwarzen in einer haushoch überlegenen Stellung mit Bewertungen von über -7.00 Bauerneinheiten…
Doch die Position ist für Weiss gewonnen. Denn wie so oft in modernen Schachstudien ist Zugzwang auch hier einer der zentralen Begriffe – nebst natürlich dem berühmt-berüchtigten sog. Horizont-Effekt, der den Engines die finale (und meist „unangenehme“) Erkenntnis zu einer Stellung immer wieder aus dem gerade aktuellen Berechnungshorizont schiebt.

Wir bringen nachfolgend die Studie als erstveröffentlichter Urdruck mit den Originalkommentaren des Komponisten. ♦

Weiss zieht und gewinnt
Mihai Neghina / Urdruck Glarean Magazin

FEN: 4q1kn/2Bp1p2/1N1PpPp1/1P2P1P1/2N3b1/6p1/1P4Pb/7K w

Lesen Sie im Glarean Magazin zum Thema Schach-Studien auch über den Urdruck von Mihai Neghina: Die zwei Damen im Spiegel

… sowie zum Thema Schachtricks über das Lehrbuch im Circon Verlag: Schachtricks für Kinder

Mihai Neghina: The Confusion (Schach-Studie)

Die Schach-Kerze zum 4. Advent 2018

Die vierte Schach-Advent-Kerze brennt

Das Glarean Magazin zündet in diesem Jahr vier Advent-Schachkerzen an. Allerdings sind sie nicht so „friedlich und schön“, wie es ihr festlicher Anlass suggeriert.
Vielmehr handelt es sich um vier ganz spezielle Flammen, die da unsere Schachstuben belichten sollen. Denn ihre Leuchtkraft macht ziemlich Feuer unter dem Hintern sowohl bei Menschen wie bei Computern… Auch die stärksten Programme verbrennen sich an ihnen die Bits und Bytes.
Mögen sie also das Schachverständnis erhellen und den Programmierern kräftig heimleuchten! Das „Glarean“ wünscht allen Schachfreunden einen frohen letzten Adventsonntag 2018!

Weiss zieht und gewinnt

Studie von V. Tarasiuk 2013

Schach-Kerze zum 4. Advent 2018 - Glarean Magazin
FEN: 4B3/6p1/P5p1/p7/7p/2p5/3k2PP/5nnK w (Bild-Klick vergrössert das Diagramm)

Hier geht es zur Lösung der 4. Schach-Kerze zum Advent 2018

Entdecken Sie im Glaran Magazin alle vier
Schach-Kerzen zum Advent 2018

… und lesen Sie zum Thema Schach-Probleme und -Studien auch über das
Heft „Schach-Problem“ Nummer 4/2018 (Chessbase)

Die Schach-Kerze zum 4. Advent 2018

Die Schach-Kerze zum 3. Advent 2018

Die dritte Schach-Advent-Kerze brennt

Das Glarean Magazin zündet in diesem Jahr vier Advent-Schachkerzen an. Allerdings sind sie nicht so „friedlich und schön“, wie es ihr festlicher Anlass suggeriert.
Vielmehr handelt es sich um vier ganz spezielle Flammen, die da unsere Schachstuben belichten sollen. Denn ihre Leuchtkraft macht ziemlich Feuer unter dem Hintern sowohl bei Menschen wie bei Computern… Auch die stärksten Programme verbrennen sich an ihnen die Bits und Bytes.
Mögen sie also das Schachverständnis erhellen und den Programmierern kräftig heimleuchten! Das „Glarean“ wünscht allen Schachfreunden eine frohe Adventzeit!

Weiss zieht und gewinnt

Studie von P. Krug & M. Garcia 2013

Schach-Kerze zum 3. Advent 2018 - Glarean Magazin
FEN: 8/8/8/p1p2N2/p3KN1p/8/3R4/3qk3 w (Bild-Klick vergrössert das Diagramm)

Hier geht es zur Lösung der 3. Schach-Kerze zum Advent 2018

Entdecken Sie im Glaran Magazin auch
Die Schach-Kerze zum 1. Advent

… und lesen Sie zum Thema ebenso über
Michael Ehn & Hugo Kasner: Alles über Schach

Die Schach-Kerze zum 3. Advent 2018

Die Schach-Kerze zum 2. Advent 2018

Die zweite Schach-Advent-Kerze brennt

Das Glarean Magazin zündet in diesem Jahr vier Advent-Schachkerzen an. Allerdings sind sie nicht so „friedlich und schön“, wie es ihr festlicher Anlass suggeriert.
Vielmehr handelt es sich um vier ganz spezielle Flammen, die da unsere Schachstuben belichten sollen. Denn ihre Leuchtkraft macht ziemlich Feuer unter dem Hintern sowohl bei Menschen wie bei Computern… Auch die stärksten Programme verbrennen sich an ihnen die Bits und Bytes.
Mögen sie also das Schachverständnis erhellen und den Programmierern kräftig heimleuchten! Das „Glarean“ wünscht allen Schachfreunden eine frohe Adventzeit!

Weiss zieht und gewinnt

Studie von A. Jasik 2015

Schach-Kerze zum 2. Advent 2018 - Glarean Magazin
FEN: 7k/3q4/1p3P2/3pP1N1/7N/6p1/1P4P1/3n1KBn w (Bild-Klick vergrössert das Diagramm)

Hier geht es zur Lösung der 2. Schach-Kerze zum Advent 2018

Entdecken Sie im Glaran Magazin auch
Die Schach-Kerze zum 1. Advent

… und lesen Sie zum Thema Endspiel-Studien auch über
Karsten Müller: Endspiele der Weltmeister (DVD)

Die Schach-Kerze zum 2. Advent 2018

Die Schach-Kerze zum 1. Advent 2018

Die erste Schach-Advent-Kerze brennt

Das Glarean Magazin zündet in diesem Jahr vier Advent-Schachkerzen an. Allerdings sind sie nicht so „friedlich und schön“, wie es ihr festlicher Anlass suggeriert.
Vielmehr handelt es sich um vier ganz spezielle Flammen, die da unsere Schachstuben belichten sollen. Denn ihre Leuchtkraft macht ziemlich Feuer unter dem Hintern sowohl bei Menschen wie bei Computern… Auch die stärksten Programme verbrennen sich an ihnen die Bits und Bytes.
Mögen sie also das Schachverständnis erhellen und den Programmierern kräftig heimleuchten! Das „Glarean“ wünscht allen Schachfreunden eine frohe Adventzeit!

Weiss zieht und gewinnt

Studie von P. Krug & M. Garcia 2015

Schach-Kerze zum 1. Advent 2018 - Glarean Magazin
FEN: 3q3N/1p5k/5B2/8/1p2p1Rp/1P5K/p3PP2/8 w (Bild-Klick vergrössert das Diagramm)

Hier geht es zur Lösung der 1. Schach-Kerze zum Advent 2018

Lesen Sie im Glaran Magazin zum Thema Schach-Studien auch über
Gerhard Josten: A Study Apiece

… sowie über die Studie von
Mihai Neghina: König jagt Dame

Die Schach-Kerze zum 1. Advent 2018

Halloween Chess Puzzle 2018

Das süß-saure Schach-Bonbon

von Walter Eigenmann

Die Nacht vor dem katholischen Hochfest Allerheiligen (1. November) liegt insbesondere bei den englischsprachigen Ländern jeweils ganz in den Händen des eingebildeten Schreckens und Grauens. Zumindest seit 1978, als der Film „Halloween“ den Serienmörder Michael Myers bei der Arbeit filmte. Hier ein weniger grauenvolles, aber nicht minder rätselhaftes Geschehen: Das Halloween Chess Puzzle 2018…

Die längst bis zur Absurdität kommerzialisierten Volksbräuche rund um das „Halloween“-Fest, ursprünglich in Irland angesiedelt, dann nach Amerika exportiert und schließlich wieder nach Europa rübergeschwappt, sehen insbesondere erleuchtete Kürbis-Fratzen vor und singend-bettelnde Kinder, die mit Gesichtsmasken und schlechten Zähnen von Haus zu Haus ziehen mit dem Spruch: „Gebt Süßes, oder es gibt Saures!“

Selbstverständlich hat auch das Schach seine Halloween-Highlights – beispielsweise die nachstehende Studie („Weiß zieht und gewinnt“). Unser diesjähriges Halloween-Bonbon ist erschreckend schwierig verpackt, das Entsetzen über seine Beinahe-Unlösbarkeit jagt Schauer der Verzweiflung über die Rücken der Schachfreunde wie der Schachprogramme. Die Glarean-Redaktion wünscht wohliges Figuren-Gruseln! ♦

Halloween-Chess-Puzzle-Oktober 2018-Glarean-Magazin
FEN-String: 1N6/2pp4/3k1P2/p7/1pK1P3/5P1P/3r2N1/8 w – – 0 1
Studie von I. Akobia & M. Garcia 2013

Die Auflösung des Rätsels mit Analysen hier: —> weiterlesen

Lesen Sie im Glarean Magazin zum Thema Halloween auch das Halloween-Schachproblem vom 31. Oktober 2009

… sowie zum Thema Schachstudien aus der Reihe „Das Schach-Alphabet“: Buchstabe B

Weiterlesen

Halloween Chess Puzzle 2018

Kostenlos online Schach spielen – viel Spass!

Lust auf eine Partie Schach?

von Walter Eigenmann

Willkommen im kostenlosen Spielsaal des Glarean Magazins! Hier kannst du dir gratis – dank des komfortablen Chess Viewers & Players von Chessbase Hamburg – einen Chess-Snack zwischendurch gönnen und gegen zufällige (und anonyme) Gegner aller Stärkeklassen antreten. An Spielpartnern wird es dir nie fehlen, ein paar tausend Schachfreunde sind immer online und warten auf deine Teilnahme. Mal sitzt dir dabei ein Anfänger gegenüber, mal ein stärkerer Vereinsspieler – je nachdem, wie du dich steigerst oder verschlechterst…

Bedenkzeit einstellen – fertig!

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Wähle zuerst deine Bedenkzeit (mit dem Button „Mehr“), und schon geht’s ab. Die Standard-Blitz-Zeit von 5 Minuten pro Spieler ist bereits voreingestellt, längere Bedenkzeiten gibt’s unter „Any slow“. Mit der Maus manövrierst du deine Steine, auch abspeichern bzw. als PGN-Datei downloaden lässt sich schließlich deine beendete Partie. Sogar analysieren lassen kannst du die Games, alles mit dem Button „Tools“. Wer will, holt sich bei Chessbase – wiederum gratis – einen persönlichen Account und kommt damit in den Genuss von zusätzlichen interessanten Schach-Features. Auf jeden Fall sitzt am anderen Ende nie irgend ein seelenloser Computer, sondern ein Spieler aus Fleisch und Blut – Spielspaß garantiert!

Die hohe Schule der Taktik

Wer nun nach einigen Partien merkt, dass seine taktischen Fähigkeiten noch Entwicklungspotential haben, der kann sich im Glarean Magazin auch die zahllosen Schach-Puzzles in unserer Sidebar rechts unten vorknöpfen. „Du bist am Zug“ schult die Geschwindigkeit deines Schachdenkens enorm. Und auch hier geht die Entwicklung vom Einfachen zum Schwierigeren – oder auch mal umgekehrt…
Das Glarean Magazin wünscht dir jedenfalls viel Vergnügen beim Online-Schachspielen – und natürlich: Bonne Chance! 🙂

Wen die vielen Möglichkeiten des Online-Schachs interessieren, liest im Glarean Magazin auch den Report
Virtuell Schach spielen – einfach, praktisch, gut:
Die besten Online-Schach-Portale

… sowie zum gleichen Thema auch über
Stefan Breuer: Online-Schach für Amateure und Hobbyspieler

Kostenlos online Schach spielen – viel Spass!

Brilliant Correspondence Chess Moves BCCM (07)

In der Top-Etage des Fernschachs (07)

von Walter Eigenmann

Der Computer veränderte und verändert noch immer bekanntlich alle Bereiche des privaten und öffentlichen Lebens – und geradezu dramatisch dokumentierte sich diese Veränderung u.a. im Bereich der Unterhaltungsindustrie. Hier genauer gemeint: des Schachspiels.
Denn seit dem in den letzten Jahren die sog. Chess Engines (= die eigentlich rechnenden „Motoren“, eingebettet in diverse verfügbaren Schach-User-Interfaces GUI) eine derart hohe Spielstärke erreicht haben, dass jeder menschliche Großmeister (der amtierende Weltmeister Magnus Carlsen inklusive) absolut chancenlos ist, hat das Schach seinen einstigen Nimbus des zauberhaften Königlichen Spiels, des unerschöpflichen Meeres an genialen Kombinationen und seiner vielhundertjährigen Kulturgeschichte für viele seiner Adepten verloren.

Legendäre Schachkombinationen entzaubert

Schachcomputer - Computerschach - Schachstrategie - Fernschach - Schachanalysen - Kasparov-Tischcomputer - Glarean Magazin
Die Drucksensoren des uralten „Kasparov“-Tischrechners kämpfen mit einer Stellung Fischer-Petrosjan (7. Match-Game 1971)

Die buchstäblich unmenschliche Präzision und Tiefe des maschinellen Berechnens ist denn auch heutzutage nicht mehr dazu angetan, irgend einen Zauber des menschlichen Geistes zu beschwören, der auf (zwangsläufiges) Patzen in den Turniersälen (gestern und heute) oder auf jahrzehntelang hochgelobte Zugkommentare in Schachbüchern voller grober Fehler und Ungenauigkeiten basiert. Schätzungsweise 90% aller vor der letzten Jahrhundertwende geschriebenen Schachbücher dürften im Lichte des modernen Computerschachs betrachtet inzwischen Makulatur sein – Kult-Bücher einst legendärer Schach-Genies von Steinitz bis Karpow eingeschlossen. Die damals weltweit gefeierten Super-Kombinationen von Bobby Fischer & Co. entpuppen sich heute unterm Mikroskop von Houdini & Co. als sekundenschnell gefundene Simplizitäten, wo sie nicht überhaupt gar unkorrekt sind. Dass dies der schachgeschichtlichen Leistung der damaligen Genies allerdings nichts anhaben kann, muss nicht extra betont werden. Trotzdem: Das Schachspiel mag nach wie vor (gemäß Goethe) „ein Prüfstein des Gehirns“ sein – aber nicht für Computer…

Das Fernschach als Labor des schachlichen Erkenntnisgewinns

Eines der aktuell stärksten, sogar dem amtierenden Weltmeister Magnus Carlsen Paroli bietenden Schachprogramme ist die Freeware-Engine Stockfish.
Eines der aktuell stärksten, sogar dem amtierenden Weltmeister Magnus Carlsen Paroli bietenden Schachprogramme ist die Freeware-Engine Stockfish.

Wenn also der (frühere wie heutige) menschliche Turnier-Schachbetrieb (ob online oder on-the-board) unergiebig geworden ist, wenn es darum geht, nach wirklich „tiefen“, nach besonders „schwierigen“ Kombinationen und Strategemen zu fahnden, so verhält es sich mit dem modernen Fernschach FS (Correspondence Chess CC) mittlerweile anders. Denn hier sind die Topspieler der internationalen FS-Szene längst dazu übergegangen, den Computer in ihre (oft tagelangen) Stellungsanalysen einzubeziehen.
Und die interaktive Verbindung von menschlichem „Planen“ bzw. Lenkung des „Mainstreams“ einer Schachpartie mit der ungeheuren Akkuratesse der heutigen Engines zeitigt inzwischen wirklich bewunderswerte Schachzüge, die nicht nur in ästhetischer Hinsicht faszinierend sind, sondern auch quasi schach-„erkenntnistheoretisch“ großartige Leistungen darstellen, die das Fernschach ausweisen als regelrechtes Schach-Forschungslabor.

Die neue Reihe „Brilliant Correspondence Chess Moves“ BCCM will denn auch genau solche Fernschach-Kombinationen präsentieren, die zwar frappant, aber auch korrekt, zwar schwierig zu finden, aber nicht „unlösbar“ sind. Züge also, die vom menschlichen Meisterspieler erst nach langer Analyse aufspürbar sind – mithilfe des Computers…

Strategisches Planen versus taktisches Rechnen

Unser siebtes BCCM-Exemplar – siehe unten – ist ein Damenendspiel, sein Fokus liegt aber auf dem materiellen Ungleichgewicht „Turm gegen Läufer“. Eine extrem schwierige Stellung, die vom Menschen präzise Intuition (was nur scheinbar ein Widerspruch ist) und von der Maschine sehr breites und tiefstes Rechnen erfordert. Auf den ersten Blick scheint Schwarz komplett chancenlos zu sein. Und legt man diese Stellung den führenden Computerschach-Programmen vor, bestätigen sie diesen Eindruck und wähnen den Nachziehenden im hoffnungslosen Aus, mit Negativ-Bewertungen zwischen 3 bis 5 Pawn-Points. Mehr noch: je länger man die Engines an der Aufgabe knabbern lässt, desto höher werten sie die Gewinnaussichten des Weißen.
Als Beleg sei der Analyse-Output der Assembler-Engine „AsmFish“ aufgeführt, des zurzeit schnellsten Derivats des führenden Progammes „Stockfish-9“:

Analyse AsmFish 2018-04-08:
[...]
23/44 00:02 27'059k 13'389k +2.59 Db5 Te1 Ld4 Dd2 Da4 Td1 Le5 De2 Df4 Tg1 Kg8 [...]
[...]
31/52 00:26 376'407k 14'435k +3.18 Db5 Te1 Ld4 Dd2 Lf6 De2 Db6 Tb1 Db4 Tg1 Ld4 [...]
[...]
42/54 04:17 3'324'992k 12'914k +3.67 Db5 Te1 Kg8 Dc2 Lf6 De2 Db7 Tb1 Dc6 Dxg4 Dc2 [...]
[...]
48/58 07:20 5'494'019k 12'462k +3.74 Db5 Te1 Kg8 Dc2 Lf6 De2 Db7 Tb1 Dc6 Dxg4 Dc2 [...]
[...]
49/65+ 18:04 13'475'747k 12'430k +4.00 Db5 Te1 [...]
Wer unter den Schachfreunden der "Glarean"-Leserschaft eine (noch unveröffentlichte) Fernschach-Stellung kennt, die in unsere BCCM-Reihe passen könnte, ist gerne eingeladen, die entspr. PGN an die Redaktion zu senden. Vielleicht kann sie unter Namensnennung des "Finders" hier veröffentlicht werden. (Aus der Serie Brilliant Correspondence Chess Moves BCCM)
Wer unter den Schachfreunden der „Glarean“-Leserschaft eine (noch unveröffentlichte) Fernschach-Stellung kennt, die in unsere BCCM-Reihe passen könnte, ist gerne eingeladen, die entspr. PGN an die Redaktion zu senden. Vielleicht kann sie dann unter Namensnennung des „Finders“ hier vorgestellt werden!

Während also hier der Computer auch nach viertelstündigem Rechnen (auf einem Intel7-3.6Ghz mit 8 CPU’s)  versagt, sucht die findige Kreativität des (Fernschach-)Menschen nach jenem einen Strohhalm, der die Stellung wie durch ein Wunder doch noch ins Remis zu retten vermag. So der russische Großmeister Gregory Sanakoev, der als Schwarzer in dem Post-Jubiläumsturnier CAPA 1999 gegen seinen argentinischen GM-Kollegen Roberto Alvarez die einzige Chance entdeckt, nämlich die Option „Ewiges Schach“. Der weiße König wird mittels Läuferopfer aus seinem Bau geholt und mit Nonstop-Schachgeboten übers ganze Brett hin unter Dauerfeuer genommen, bis ihm schließlich „die Puste ausgeht“; auf offenem Feld hat der Hase keine Chance gegen seinen Jäger.

Auch hier sind es also einmal mehr grundsätzliche Überlegungen, indiziert durch taktisch zugespitzte Stellungsmerkmale, deren späten Konsequenzen weder von Menschen noch von Maschinen auf die Schnelle ausgerechnet werden können – und weder direkt am Brett vom Großmeister noch aus dem Stande heraus vom Computer. Die weitsichtige, wengleich natürlich zeitintensive Planung des Menschen, dieses tagelange detektivische Aufspüren von versteckten Ressourcen, immer abgesichert mittels interaktiver taktischer Verifizierung durch den Computer – das ist das eigentliche Faszinosum des Korrespondenz-Schachs heute, und das dürfte es noch lange bleiben. ♦

Brilliant Correspondence Chess Moves BCCM – 07

FEN-String: 7k/6p1/p5p1/4b3/6p1/8/PP2q1QP/K5R1 b

Ein Mausklick auf eine Stelle in der Partie-Notation öffnet ein neues Partie-Fenster; dort lassen sich die Züge nachspielen und die Partie als PGN-Datei downloaden.
Um die Aufgaben selber schnell (mittels copy&paste) in ein Programm bzw. in ein Schach-Interface laden zu können, ist jeder Stellung auch der zugehörige FEN-String beigegeben.

Hier finden sich alle bisherigen BCCM-Aufgaben

Lesen Sie im Glarean Magazin zum Thema Schach auch die neue Biographie von Carsten Hensel: Wladimir Kramnik – Aus dem Leben eines Schachgenies

Brilliant Correspondence Chess Moves BCCM (07)

Lyudmil Tsvetkov: Human vs Machine (Schach)

Glanz und Elend des Anti-Computerschachs

von Walter Eigenmann

Seit den längst vergangenen Zeiten vor ca. 20 Jahren, als die Schachsoftware allmählich das Laufen lernte, sprich von den Programmierern eine ernstzunehmende Spielstärke implentiert erhielten, so dass sie für Normal-Sterbliche und schließlich sogar für Großmeister zur Gefahr wurden, gab es immer auch wieder ehrgeizige Amateur- und Profi-Schachspieler, die sich mit der heraufdämmernden Übermacht der Maschine nicht abfinden wollten. Das Thema Human vs Machine war in aller Munde, und der Begriff des Anti-Computerschachs wurde geboren.

Die Protagonisten des Anti-Computers entwickelten um die Jahrhundertwende herum oft einen beinahe missionarischen Ehrgeiz darin, der tumben Maschine deren strukturellen Schwächen bzw. Grenzen des Berechnens aufzuzeigen. Dem primitiven Schach-Algorithmus des Programmes sollte das hehre Plan-Denken des Menschen gegenübergestellt werden, die taktische Schlagkraft der Engines wurde mit weitsichtiger Strategie bekämpft.
Dementsprechend häuften sich damals in den einschlägigen Online-Foren und Schach-Printmedien die sog. Anticomputer-Partien – verblüffende Siege von (oft auch on-the-board) starken Spielern gegen die seinerzeit aktuellen Engines („Schachmotoren“). Dabei gelangen diesen mit allen Computerschach-Wassern gewaschenen Haudegen immer wieder spektakuläre Gewinne gegen die Silikon-Monster, und die Schachwelt staunte, wo sie doch selber zuhause am heimischen Brettcomputer oder vor dem eigenen PC-Chess-Screen jedes Mal chancenlos blieb…

Der Urvater des Anti-Computerschachs: „Claus Carstens“

Mit diesem Banner in der vor Jahrzehnten weitverbreiteten deutschen Schach-Gazette "Rochade Europa" kündigte der Anti-Computerschach-Experte "Claus Carstens" (Pseudonym) jeweils seine Kolumne an, in der er genüsslich die damals führenden Schachprogramme dem öffentlichen Gelächter preisgab.
Mit diesem Banner in der vor Jahrzehnten weitverbreiteten deutschen Schach-Gazette „Rochade Europa“ kündigte der Anti-Computerschach-Experte „Claus Carstens“ (Pseudonym) jeweils seine Kolumne an, in der er genüsslich die damals führenden Schachprogramme dem öffentlichen Gelächter preisgab.

Eine der meistdiskutierten Persönlichkeiten der damaligen Schachszene war der Computerschach-Kolumnist der vielgelesenen Schachzeitung „Rochade Europa“. Dieser unter dem Pseudonym „Claus Carstens“ schreibende Anticomputer-Spezialist („Die hohe Schule des Computerschachs“) stellte der faszinierten Öffentlichkeit zahlreiche Partien gegen die seinerzeit stärksten Programme vor – mit jeweils vernichtender Bilanz für die Maschine.
Die meisten Schachspieler bis hinauf zum Internationalen Meister hatten bereits damals kaum mehr eine reelle Chance gegen die Top-Engines. Nicht so dieser „CC“, der offenbar wie kein zweiter die Spielweise der Programme analysiert hatte, um dann ihre Löcher in den Algorithmen, ihre „Horizont“-Probleme, ihr positionelles Unverständnis, ihr Defizit bezüglich „Strategie“, ihre Lecks hinsichtlich vielzügigen „Vorausdenkens“ der allgemeinen Lächerlichkeit preiszugeben.

Echte oder gefakte Partien?

Belächelt wurde aber auch „CC“ selber: Ihm wurden gefakte Partien und manipulierte Engine-Settings unterstellt; für manche Computerschach-Anhänger war er überhaupt nur ein Betrüger oder gar ein von der Redaktion erfundenes Phantom zwecks Aufpolierung der Leserquoten. Jedenfalls irgend ein Scharlatan, der aus purer Eitelkeit seine angeblichen Gewinnpartien säuberlich in stundenlanger Arbeit nicht auf dem Brett, sondern „am grünen Tisch“ konstruiert habe. Aber allen Unkenrufen zum Trotz war der Unterhaltungswert des „CC“ ein beträchtlicher, und so mancher Schachfreund dürfte die „Rochade“ vor allem seiner „Hohen Schule des Computerschachs“ wegen gekauft haben…

Wir geben hier eine dieser berühmt-berüchtigten, von „Carstens“ selber oft süffisant bis arrogant kommentierten Partien aus der „Rochade“ wieder (ohne den Carstens’schen Originalton…) – –

Zum interaktiven Nachspielen einfach mit der Maus auf einen Zug oder Kommentar klicken, für den Download der Partie im PGN-Format dann den Button ganz rechts benützen („Downlad the game“)

Tipp: Wer zuhause ggf. noch die gleiche Rybka-Version auf einem (vorzugsweise ziemlich alten) PC installiert hat, kann ja mal die Probe aufs Exempel machen und versuchen, die Züge des Programmes zu rekonstruieren…

Geheimnis um „Claus Carstens“ gelüftet?

Der amerikanische Psychiater und "Geistheiler" Ernest Pecci spielte 125 Partien gegen Schachprogramme und schrieb darüber einen 400-seitigen Report: "Chess - A Psychiatrist Matches Wits with Fritz"
Der amerikanische Psychiater und „Geistheiler“ Ernest Pecci spielte 125 Partien gegen Schachprogramme und schrieb darüber einen 400-seitigen Report: „Chess – A Psychiatrist Matches Wits with Fritz

Viele Jahre später, nachdem „CC“ seine „Umtriebe“ – zumindest in der breiten Öffentlichkeit – längst eingestellt hatte und die „Rochade Europa“ in andere Hände gekommen war, meldete sich im Februar 2017 einer der Administratoren des Schach-Forums „Schachburg“ zu der Causa Claus Carstens“. Unter dem Titel „Geheimnis um Claus Carstens gelüftet“ referierte der Poster auf einen Artikel der Schachzeitschrift „KARL“ in deren Januar-Ausgabe 2016, wonach es sich bei „CC“ um das Alias des starken Meisters Carl Zimmermann handle, der sich die Entwicklung von Strategien zum Schlagen von Schachprogrammen zu einer „Lebensaufgabe“ gemacht habe.

Wie dem auch sei, fest steht jedenfalls, dass sich, seit es Schachprogramme gibt, auch immer wieder Spieler zu Worte meldeten, deren ganzer schachlicher Ehrgeiz im Kampf gegen die „Silikon-Monster“ bestand. Teils publizierten sie ihre Gewinn-Partien öffentlich in Print-Medien bzw. Büchern wie eben „Claus Carstens“ oder auch beispielsweise der US-Psychiater Ernest Pecci, v.a. aber präsentierten sie ihre Trophäen in den einschlägigen Internet-Schachforen.

Ein Pionier gegen „Fritz“ & Co: Eduard Nemeth

Deckte um die Jahrhundertwende viele Lecks der Schachprogramme auf und lehrte sie das Fürchten: Eduard Nemeth
Deckte um die Jahrhundertwende viele Lecks der Schachprogramme auf und lehrte sie in den Internet-Foren das Fürchten: Eduard Nemeth

Bereits einige Zeit vor der oben zitierten Carstens-Partie war nämlich bereits ein anderer Anticomputer-Schachfreund in den deutschsprachigen Foren besonders präsent: Eduard Nemeth, der in den „Gründerzeiten“ des Computerschachs um die Jahrhundertwende zahllose Online-Games gegen die (damals zwar deutlich schwächeren, aber taktisch bereits extrem starken) Engines auf Online-Plattformen (wie beispielsweise dem Chessbase-Server Playchess) ausfocht und nachweislich (bzw. unter „Aufsicht“ vieler Kiebitze) auch eine Menge davon gewann. Und im Gegensatz zu „CC“ machte Nemeth keinerlei Geheimnis um seine Person, sondern teilte, diskutierte und analysierte seine Gewinnpartien immer wieder gerne cora publico.

Mit dem „Trojaner“ gegen den König

Der folgende Link präsentiert einen aufschlussreichen Einblick in die damals gängigen (bzw. damals noch erfolgreichen…) Techniken des menschlichen Kampfes gegen Schachprogramme. Eduard Nemeths Lieblingsopfer war dabei eine Zeitlang das Chessbase-Programm „Fritz“; hier eines von Nemeths repräsentativen Games, das sich durch unwiderstehliche Angriffsfreude auszeichnet:

Primitives ödes Anti-Schach

Hat ein Anti-Computerschach-Anhänger nicht sonderlichen Ehrgeiz, sondern gibt er sich zufrieden mit einem seltenen Remis (oft nach hunderten von Niederlagen…), dann  machen es ihm die Programme auch heute noch recht einfach. Denn sie tun sich immer noch schwer gegen menschliche Blockeure, die das Brett „zubetonieren“. Die folgende Partie von Pablo Ignacio Restrepo gegen das „Stockfish“-Derivat „AsmFish“ (gefunden im „Talkchess“-Schachforum) ist ein schlagendes Beispiel für diesen Typus:

Das besonders hässliche Schlussbild einer besonders hässlichen Schachpartie sei hier ausdrücklich festgehalten…

Zubetonierte Schluss-Stellung einer Anti-Computerschach-Partie von P. Restrepo gegen Stockfish
Zubetonierte Schluss-Stellung einer Anti-Computerschach-Partie von P. Restrepo gegen „Stockfish“ 2017

Never-Ending-Story „Mensch versus Maschine“

Das Thema „Mensch gegen Computer“ ist eine Never Ending Story, auch heutzutage noch, da die aktuellen Programme mittlerweile eine derart hohe Spielstärke erreicht haben, dass nicht mal die sog. „Super-Großmeister“ (sprich Spieler mit einer internationalen FIDE-Wertungszahl von über 2750 Elo) eine Chance haben gegen sie – den amtierenden Weltmeister Magnus Carlsen inklusive.
Trotz modernem Overkill der Engines ist das Motiv „Human mind vs Computer brain“ also offenbar nach wie vor virulent. Ein aktuelles Beispiel des Disputs fand sich erst kürzlich wieder im deutschen Forum Schachfeld. Ebenso generiert natürlich das WWW immer wieder Webseiten, die sich schwerpunktmäßig mit „Mensch vs Computer“ befassen. Eine der interessantesten ist „die etwas andere schachseite“ von Andreas Scheele, der „zwischen 4 und 8 Stunden Schach jeden Tag“ (Zitat) trainiert – mehrheitlich gegen den Computer, und das „mit gutem Erfolg“…

Hier eine von Scheeles interessantesten Siegen gegen das einstige Spitzenprogramm „Hiarcs“, gespielt auf dem Chessbase-Server „Playchess“. Hiarcs galt lange Zeit als die am „menschlichsten“ spielende Engine mit viel implentiertem Schach-Know-how:

Lyudmil Tsvetkov gegen den Rest der (Engine-)Welt

Der Bulgare Lyudmil Tsvetkov, 1974 in Pleven geboren, gehört zu den aktuell stärksten Anti-Computerschach-Spezialisten. Zu seinen neueren Publikationen zählen das 3-bändige "Human vs Machine" sowie die Abhandlung "The Secret of Chess".
Der bulgarische Schach-Autor Lyudmil Tsvetkov, 1974 in Pleven geboren, gehört zu den aktuell stärksten Anti-Computerschach-Protagonisten. Zu seinen neueren (und gleichzeitig umstrittensten) Publikationen zählen das 3-bändige „Human vs Machine“ sowie die Abhandlung „The Secret of Chess“.

Es scheint also auch in unserem Zeitalter von „Stockfish“, „Komodo“ und „Houdini“ noch genug Attraktivität vorhanden zu sein für den Menschen, gegen die Maschine ernsthafte Kampfpartien zu spielen. (Wer sich übrigens mit den tieferen Hintergründen des Problemfeldes „Mensch-Computer“ im Hinblick auf das Königliche Spiel näher auseinandersetzen will, dem empfehle ich den Artikel „Warum Schach ein schwieriges Spiel ist“ des deutschen B-Trainers Marcus Wegener).

How to beat Stockfish

Ein ganz besonderes Kaliber unter den heutigen Anti-Computerschach-Experten ist der ehemalige bulgarische Diplomat und heutige professionelle Schachbuch-Autor Lyudmil Tsvetkov. Tsvetkov ist nach eigenem Bekunden noch gar nicht so lange hauptberuflich als Schach-Schriftsteller unterwegs, aber bereits Verfasser von zahlreichen Schachbüchern. Eines davon ist für unser Thema von speziellem Interesse: Seine dreiteilige Monographie „Human versus Machine – How to beat Stockfish and Komodo“, Parts 1-3 veröffentlicht Ende 2017. (Tsvetkov war seinerzeit bei der FIDE mit knapp 2100 Elo gerated, ist aber als Turnierspieler seit Jahren nicht mehr aktiv).

Schlechte Verpackung, guter Inhalt

Mehrere Dutzend eigene Gewinnpartien gegen starke Engines dokumentiert Tsvetkov in seinem "<a href="https://www.amazon.com/s/ref=nb_sb_noss?url=search-alias%3Ddigital-text&amp;field-keywords=%22Human+Versus+Machine%22&amp;rh=n%3A133140011%2Ck%3A%22Human+Versus+Machine%22">Human versus Machine - How to beat Stockfish and Komodo</a>"
Mehrere Dutzend eigene Gewinnpartien gegen starke Engines dokumentiert Tsvetkov in seinem „Human versus Machine – How to beat Stockfish and Komodo

Bereits der erste Blick auf die drei Bände, die übrigens nur als Kindle-Editionen bei Amazon käuflich sind, zeitigt einen zwiespältigen Eindruck. Zum einen kommen sie alle betont schlicht, um nicht zu sagen „billig“ daher. Gestaltet mit simpelstem Layout und ebensolcher Typographie, mit (zu großen) Diagrammen in graphisch mäßiger Qualität, die Kommentare verfasst in eher hölzernem Englisch – so weckt „Human versus Machine“ nicht gerade die Kauflust des Schachfreundes. Immerhin ist der Einzelpreis der drei im Amazon-Selbstverlag produzierten E-Books mit je 5 Euro so niedrig, dass rein ökonomisch das Preis-Leistungsverhältnis in der Waage bleibt…

50 Gewinnpartien gegen Stockfish

Inhaltlich hat Tsvetkovs Trilogie aber dann doch deutlich mehr zu bieten, als das äußere Erscheinungsbild erahnen lässt. Sie enthält exakt 50 Gewinn-Partien des Bulgaren gegen „Stockfish“ in den Versionen 4 bis 8 und gegen „Komodo“ in den Versionen 8 bis 10.

Leseprobe 1 aus L. Tsvetkov: "Human versus Machine - How to beat Stockfish and Komodo"
Leseprobe 1 aus L. Tsvetkov: „Human versus Machine – How to beat Stockfish and Komodo“
Leseprobe 2 aus L. Tsvetkov: "Human versus Machine - How to beat Stockfish and Komodo"
Leseprobe 2 aus L. Tsvetkov: „Human versus Machine – How to beat Stockfish and Komodo“

Und um es vorweg zu nehmen: Manche dieser 50 Games sind wirklich interessant; bieten teils sehr unterhaltsames Kampfschach; lassen oft einen aufschlussreichen Blick auf die strukturellen Stärken und Schwächen von Schach-Engines zu. Und vor allem: sie enthalten zahlreiche echte Top-Shot-Züge, die auch von den heutigen Programmen nur sehr schwer aufzuspüren sind, was immer ein Indiz auf „menschliche Beihilfe“ darstellt. Untenstehend finden sich sechs solcher repräsentativen Winning-Moves.

Genies oder Scharlatane?

Wann und wo immer in Büchern oder Online die Gewinner von Partien gegen die Schachprogramme ihre Trophäen publizieren: ihnen weht jeweils heftig der Wind ins Gesicht. Vereinzelten Bewunderern steht immer sofort eine Phalanx von Skeptikern gegenüber, die teils sachlich, oft aber auch polemisch bis hämisch die „angeblichen Gewinne“ als Fakes abtut. Und in der Tat ist es für Outsider so leicht nicht, die in der heimischen Partienküche zurechtgekochte Spreu vom transparent 1:1 ausgespielten und akribisch reproduzierbaren Weizen zu trennen. Denn Schach-Zugfolgen einigermaßen glaubhaft zu manipulieren ist mit heutiger Interface-Schachsoftware, aber auch im „Online-Cheating“ nicht wirklich ein Problem für erfahrene „Experten“. Jedenfalls widerfährt polarisierenden (und polemisierenden) Persönlichkeiten wie Tsvetkov selten eine so differenzierende Würdigung, wie sie ihm der Großmeister David Smerdon auf „Chess News“ von Chessbase kürzlich angedeihen ließ.

Originelles und kampfstarkes Schach

Wenn sich aber dann bei der genauen Analyse der fraglichen Partien regelmäßig eine große Übereinstimmung mit dem Output der betr. Engines (unter simuliert vergleichbaren Bedingungen) in Verbindung mit menschlichen Gewinnzügen herausstellt, dann ist das zweifellos ein Indiz (wenn auch kein Beweis) für die „Echtheit“ der Games. Und dass die Programme auch nach 30 Jahren beeindruckender Software-Entwicklung noch immer ihre „Kinderkrankheiten“ nicht endgültig abgelegt haben bzw. systemimmanente Defizite aufweisen, die von cleveren und kreativen Schachspielern ausgenützt werden können, steht außer Frage. Bevor man also so produktive Anti-Computerschach-Spieler wie Lyudmil Tsvetkov – „I have played over 50 thousand engine games“ (Tsvetkov in seinem Vorwort) – in die Ecke „Cheater“ stellt, sollte man sich sehr genau mit ihren Winning Games auseinandersetzen. Einige besonders originelle seien darum stellvertretend für den „Stil“ des rührigen Bulgaren hier angeführt. Und wie auch immer sie ganz genau nun entstanden sein mögen: sie bieten schönes, starkes, originelles, unterhaltsames Schach – das allein legitimiert sie schon… ♦

Lesen Sie im GLAREAN MAGAZIN auch den Computerschach-Essay von Roland Stuckardt: Too clever is dumb – Kleine Philosophie des Schwindelns

Lyudmil Tsvetkov: Human vs Machine (Schach)

Brilliant Correspondence Chess Moves BCCM (06)

In der Top-Etage des Fernschachs (06)

von Walter Eigenmann

Der Computer veränderte und verändert noch immer bekanntlich alle Bereiche des privaten und öffentlichen Lebens – und geradezu dramatisch dokumentierte sich diese Veränderung u.a. im Bereich der Unterhaltungsindustrie. Hier genauer gemeint: des Schachspiels.
Denn seit dem in den letzten Jahren die sog. Chess Engines (= die eigentlich rechnenden „Motoren“, eingebettet in diverse verfügbaren Schach-User-Interfaces GUI) eine derart hohe Spielstärke erreicht haben, dass jeder menschliche Großmeister (der amtierende Weltmeister Magnus Carlsen inklusive) absolut chancenlos ist, hat das Schach seinen einstigen Nimbus des zauberhaften Königlichen Spiels, des unerschöpflichen Meeres an genialen Kombinationen und seiner vielhundertjährigen Kulturgeschichte für viele seiner Adepten verloren.

Internationale Fernschach Karte Glarean-Magazin
Seit dem Web-2.0 und seinen Online-Mail-Turnieren deutlich weniger im Einsatz, doch noch immer verwendet in Randregionen: Die Internationale Fernschach Karte

Legendäre Schachkombinationen entzaubert

Die buchstäblich unmenschliche Präzision und Tiefe des maschinellen Berechnens ist denn auch heutzutage nicht mehr dazu angetan, irgend einen Zauber des menschlichen Geistes zu beschwören, der auf (zwangsläufiges) Patzen in den Turniersälen (gestern und heute) oder auf jahrzehntelang hochgelobte Zugkommentare in Schachbüchern voller grober Fehler und Ungenauigkeiten basiert. Schätzungsweise 90% aller vor der letzten Jahrhundertwende geschriebenen Schachbücher dürften im Lichte des modernen Computerschachs betrachtet inzwischen Makulatur sein – Kult-Bücher einst legendärer Schach-Genies von Steinitz bis Karpow eingeschlossen. Die damals weltweit gefeierten Super-Kombinationen von Bobby Fischer & Co. entpuppen sich heute unterm Mikroskop von Houdini & Co. als sekundenschnell gefundene Simplizitäten, wo sie nicht überhaupt gar unkorrekt sind. Dass dies der schachgeschichtlichen Leistung der damaligen Genies allerdings nichts anhaben kann, muss nicht extra betont werden. Trotzdem: Das Schachspiel mag nach wie vor (gemäß Goethe) „ein Prüfstein des Gehirns“ sein – allerdings nicht für Computer…

Das Fernschach als Labor des schachlichen Erkenntnisgewinns

Die kommerzielle Engine Houdini des belgischen Programmieres Robert Houdart in ihrer aktuellen Version 6.03 zählt zu den stärksten Schachprogrammen der Welt und wird von den FS-Spitzenspielern auf der ganzen Welt bei Intensiv-Analysen häufig hinzugezogen.
Die kommerzielle Engine Houdini des belgischen Programmieres Robert Houdart in ihrer aktuellen Version 6.03 gehört zu den taktisch stärksten Schachprogrammen überhaupt und wird von den FS-Spitzenspielern auf der ganzen Welt bei Intensiv-Analysen häufig hinzugezogen.

Wenn also der (frühere wie heutige) menschliche Turnier-Schachbetrieb (ob online oder on-the-board) unergiebig geworden ist, wenn es darum geht, nach wirklich „tiefen“, nach besonders „schwierigen“ Kombinationen und Strategemen zu fahnden, so verhält es sich mit dem modernen Fernschach FS (Correspondence Chess CC) mittlerweile anders. Denn hier sind die Topspieler der internationalen FS-Szene längst dazu übergegangen, den Computer in ihre (oft tagelangen) Stellungsanalysen einzubeziehen.
Und die interaktive Verbindung von menschlichem „Planen“ bzw. Lenkung des „Mainstreams“ einer Schachpartie mit der ungeheuren Akkuratesse der heutigen Engines zeitigt inzwischen wirklich bewunderswerte Schachzüge, die nicht nur in ästhetischer Hinsicht faszinierend sind, sondern auch quasi schach-„erkenntnistheoretisch“ großartige Leistungen darstellen, die das Fernschach ausweisen als regelrechtes Schach-Forschungslabor.

Die neue Reihe „Brilliant Correspondence Chess Moves“ BCCM will denn auch genau solche Fernschach-Kombinationen präsentieren, die zwar frappant, aber auch korrekt, zwar schwierig zu finden, aber nicht „unlösbar“ sind. Züge also, die vom menschlichen Meisterspieler erst nach langer Analyse aufspürbar sind – mithilfe des Computers…

Strategisches Planen versus taktisches Rechnen

Die untenstehende Stellung entstammt der E-Mail-Fernschach-Europameisterschaft vor fünf Jahren und wurde zwischen dem estnischen Meisterspieler Tönu Talpak und dem noch um 100 Elo-Punkte stärkeren Russen Enver Efendiyev generiert.
Setzt man die Position den modernen Schachprogrammen vor, hegen die meisten von ihnen keinerlei Argwohn gegenüber der weißen Stellung. Praktische alle Engines meinen eine ausgeglichene Position vor sich zu haben und bewerten minutenlang mit mehr oder weniger „0.00“.

Wer unter den Schachfreunden der "Glarean"-Leserschaft eine (noch unveröffentlichte) Fernschach-Stellung kennt, die in unsere BCCM-Reihe passen könnte, ist gerne eingeladen, die entspr. PGN an die Redaktion zu senden. Vielleicht kann sie unter Namensnennung des "Finders" hier veröffentlicht werden. (Aus der Serie Brilliant Correspondence Chess Moves BCCM)
Wer unter den Schachfreunden der „Glarean“-Leserschaft eine (noch unveröffentlichte) Fernschach-Stellung kennt, die in unsere BCCM-Reihe passen könnte, ist gerne eingeladen, die entspr. PGN an die Redaktion zu senden. Vielleicht kann sie dann unter Namensnennung des „Finders“ hier vorgestellt werden!

Doch findige CC-Köpfe wie Efendiyev interagieren mit der Tiefenberechnung des Computers so lange, bis die Stellung nach und nach ihre Geheimnisse preisgibt – und dann entweder wirklich „totgerechnet“ ist oder aber die versteckte Ressource preisgeben musst. Hier hat Weiß keinen spektakulären Winner in petto, aber mit dem von den meisten Programmen lange übersehenen1), nach 15 oder 30 Minuten dann doch präferierten Bauernzug 22… b3 sichert er sich eine nachhaltige Initiative. (Frühere Buch-Kommentatoren redeten in solchen Fällen von „minim besser“). Die Stellung ist für Schwarz nicht nachweislich gewonnen, aber der Bauernvorstoß ist die stärkste Option, die Alternativen bereiten Weiß keine Sorgen).
1)Gibt man den Programmen genügend Zeit für eine Daueranalyse (z.B. 60 Minuten auf durchschnittlicher Hardware), dann bevorzugen und halten sie schliesslich doch den Partie-Zug einigermaßen eindeutig (aber einer Tiefe von ca. 40 Halbzügen). Als Beispiel hier das Analyse-Ergebnis der Engine „AsmFish“ (ein Assembler-Derivat der zurzeit unbestritten stärksten Schach-Engine „Stockfish“):
1. =/+ (-0.34): 22…b3 23.Dc1 Sh5 24.Lxe5 Lxe5 25.Sxc4 Lxg3 26.De3 Lf4 27.Dxb3 De7 28.Sb6  […]
2. = (0.00): 22…Sh5 23.Lxe5 Lxe5 24.Sxc4 Lxg3 25.hxg3 Sxg3+ 26.Kh2 Sxf1+ 27.Lxf1 De5+ 28.Kh1  […]
3. = (0.00): 22…c3 23.bxc3 Sh5 24.Lxe5 Lxe5 25.Sc4 Lxg3 26.hxg3 Sxg3+ 27.Kh2 Sxf1+ 28.Lxf1  […]

Auch hier sind es also oft grundsätzliche Überlegungen (= „Einschnüren des Gegners“), indiziert durch taktisch zugespitzte Stellungsmerkmale, deren späten Konsequenzen weder von Menschen noch von Maschinen auf die Schnelle ausgerechnet werden können – und weder direkt am Brett vom Großmeister noch aus dem Stande heraus vom Computer. Die weitsichtige, wengleich natürlich zeitintensive Planung des Menschen, dieses tagelange detektivische Aufspüren von versteckten Ressourcen, immer abgesichert mittels interaktiver taktischer Verifizierung durch den Computer – das ist das eigentliche Faszinosum des Korrespondenz-Schachs heute, und das dürfte es noch lange bleiben. ♦

Brilliant Correspondence Chess Moves BCCM – 06

FEN-String: 2r1qrk1/3b1pb1/p2p1np1/3Pn3/Ppp1PB2/5PPp/1PQNB2P/R2N1R1K b

Ein Mausklick auf eine Stelle in der Partie-Notation öffnet ein neues Partie-Fenster; dort lassen sich die Züge nachspielen und die Partie als PGN-Datei downloaden. Um die Aufgaben selber schnell (mittels copy&paste) in ein Programm bzw. in ein Schach-Interface laden zu können, ist jeder Stellung auch der zugehörige FEN-String beigegeben.

Hier finden sich alle bisherigen BCCM-Aufgaben

Lesen Sie im Glarean Magazin zum Thema Computerschach auch:
Die besten Engines der Welt

… und zum Thema Schachprogrammierung:
Interview mit dem Rybka-Programmierer Vasik Rajlich

Brilliant Correspondence Chess Moves BCCM (06)