Magdalena Jagelke: Drei Poesien

Zu lieben

Zu lie­ben

Ich stand am Fens­ter ich warf Blu­men. Traf eine Blume dort un­ten je­man­den, ein Wunsch, ich flüs­terte Herz ant­worte.

Mär

es ist stets die­selbe Mär das fromme wild­ge­wor­dene Volk treibt ihn durch das Dorf und es greift ihn das Volk schubst ihn in ein Feuer er je­doch fleht das fromme Volk an: ich will le­ben! lasst mich le­ben! das fromme Volk ist un­barm­her­zig es ant­wor­tet nein Bes­tie stirb! an die­ser Stelle der stets sel­ben Mär wird er wach und er schreit

Herz

Das Herz ist um­schlos­sen von Pö­be­leien.
Es schimpft, lässt die Land­schaft wel­ken.
Es grölt schmerzt, ich spuck’s in die Aus­sicht.
Es folgt dem Zug. Ich bin auf der Flucht.

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 Magdalena JagelkeMag­da­lena Ja­gelke

Geb. 1974 in Po­len, 1986 Aus­wan­de­rung nach Nord­deutsch­land, Stu­dium der An­glis­tik, Pu­bli­ka­tio­nen in Buch-An­tho­lo­gien und Li­te­ra­tur­zeit­schrif­ten, lebt seit 2002 in Köln

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