«Offener Brief» des «Projekte Verlages Cornelius» an die Gegner von Druck-Kosten-Zuschuss-Verlagen

«Schluss mit der Hysterie und Intoleranz!»

Seit Jahrzehnten schon, eigentlich bereits seit dem 18. Jahrhundert, da sogar z.B. ein Goethe für das Veröffentlichen seiner Werke bezahlte, wird heftigst gestritten über das Für und Wider der sog. Druckkostenzuschuss-Verlage (auch Selbstzahler-Verlage, Autoren-Verlage, Dienstleistungs-Verlage, Bezahl-Verlage oder Pseudo-Verlage genannt). Gemeint sind Buch-Herstellungsfirmen, die ihre (zumeist belletristischen) Autoren zur Beteiligung an den Kosten der Erstauflage heranziehen und so das unternehmerische Risiko (in teils umfangreichem Maße) auf sie abwälzen.
Dieses Geschäft scheint mittlerweile kräftig zu florieren: allein im deutschsprachigen Europa sind flächendeckend Dutzende solcher Verlage tätig, und ihre Autoren- bzw. Kundschaft mag in die vielen Tausende gehen. Dagegen laufen, ebenfalls schon seit langem, zahlreiche Schriftsteller-Verbände und andere literarische Gruppierungen Sturm. Sie werfen derartigen Verlagen schamlose Abzocke vor, und mittlerweile kursieren sog. «Schwarze Listen», die konkret einzelne Firmen anprangern.
Jüngster Höhepunkt der längst auch mit juristischen Mitteln geführten Auseinandersetzung ist ein «Offener Brief» des Cornelius-Verlages Halle, der dieser Tage an zahlreiche journalistische und literarische Online- und-Print-Redaktionen verschickt wurde. Wir geben nachfolgend dies Schreiben ungekürzt wieder in der Hoffnung, sein Inhalt führe auch hier zu einer regen Pro-/Kontra-Diskussion (via untenstehende «Kommentar»-Funktion). Dabei danken wir allen Votanten schon jetzt für sachlichen Diskussionsstil! (Alle Verlinkungen stammen von der Redaktion – W.E. )

Verehrte Autoren und Autorinnen!
Verehrte Kollegen in den Verbänden, Medien und Literaturhäusern!

Das Maß für die Kampagne gegen die sogenannten Druckkostenzuschussverlage ist übervoll. Unser Brief richtet sich auch ganz konkret an die Vorstände einiger Verbände. Seit mehreren Jahren hetzen diese mit „Schwarzen Listen“ gegen Dienstleistungsverlage. Wir leben und arbeiten in einem solchen betroffenen Verlag, dem Projekte-Verlag Cornelius GmbH. Einerseits wird direkt oder auch indirekt eine Liste im Autorenforum Montsegur unterstützt, eine andere, nicht öffentliche Liste FAIRLAG sammelt Unterschriften von Autoren, Literaturhäusern und Autorenportalen gegen diese Verlage.
Zum Verständnis der „Schwarzen Liste“: Listen dieser Natur richten sich gegen Toleranz, Freiheit, Demokratie und auch den marktwirtschaftlichen Wettbewerb. Solche „Schwarze Listen“ werden fast ausschließlich von Diktaturen erstellt. Der Sinn der „Schwarzen Liste“ wendet sich ausnahmslos und vernichtend gegen die körperliche, soziale oder auch wirtschaftliche Existenz von Personen oder Einrichtungen.
Vor einigen Jahren schon versuchten verschiedene Autoren Buchveröffentlichungen eines Verlages in Frankfurt zu verhindern. Seit Jahren inszenieren diese Herren eine Hasskampagne gegen inzwischen über 60 Unternehmen im verbreitenden und herstellenden Literaturbetrieb. Hunderte „Spürnasen“, Fahnder, Gelegenheitskritiker, Möchtegern-Autoren beteiligen sich im Internet an einer weiteren Auflistung der von ihnen so genannten „Pseudo-Verlage“, die in Wahrheit oft Dienstleister sind, Druckereien betreiben, Buchbindereien und auch Verlage führen und betreiben. Diese Spürnasen beschimpfen die Verleger und Drucker als Kriminelle und Betrüger. Eine Chance, sich gegen diese Listen zu wehren gibt es nicht, da viele Hosts und Provider außerhalb der EU zu finden sind.
Es werden die Verlage beschimpft, unrechtmäßig zu handeln, doch die Unterschriften auf den Verträgen gehören zur Hälfte den Autoren. Tatsächlich unterschreiben Autoren Verträge (ein Vertrag über eine Versicherung ist komplizierter als ein Autorenvertrag), die ihnen schaden, doch beklagen sich danach nicht über ihre Unmündigkeit, sondern frönen als Frustrationsausgleich der Erstellung von „Schwarzen Listen“ – ohne Anflug von Selbstkritik.
Diese „Schwarzen Listen“ haben die Eigenschaft, die auch die Pest an sich hat. Sie greifen über ohne jedes Gebot, sie unterscheiden nicht, jeder kann die Seiten wechseln, egal ob er krank oder gesund ist. Man spricht einen Verdacht aus. Rühmt sich eines makabren Beweises einer Dienstleistungsfirma und stellt sich in die Reihe mit den Guten. Wir allein schon kennen mindestens zwanzig weitere, darunter auch bedeutende Verlage, die private Druckkostenzuschüsse (ohne Beteiligung der Öffentlichkeit) nehmen.
Alles wäre lächerlich, wenn es nicht hunderte gute Autoren aus Unkenntnis (wer will schon nicht fair sein?), Literaturhäuser sowie einige kleinere literarische Verbände und Autorenvereinigungen gäbe, die sich Auftritts-, Lese- und Medienverbote für andere, nichtorganisierte Autoren wünschen würden. Das haben „Schwarze Listen“ so an sich. Sie polarisieren und bevorzugen eine Gruppe.
Wir denken, die Kunst, und besonders die Literatur, hat dort keinen Raum mehr, wo es „Schwarze Listen“ gibt. In diesen Listen werden Verlage in ihrer Existenz bedroht. Es wird versucht Messeauftritte zu verhindern, Werbeschaltungen zu unterbinden und Berufsverbands- sowie Autorenauftrittsverbote werden gefordert.
Schaut man sich nur ein wenig um, so stellt man fest, dass sogar der überwiegende Teil der Autoren des PEN keinen Veröffentlicher mehr hat, der sie finanzieren könnte. Das Berufsbild des Autors ändert sich also rasch, aber eben auch das des Verlegers. Besonders in Deutschland aber hat es Historie, hysterisch und intolerant auf das Neue oder das Andere, nicht gleich Verständliche oder Verstehbare zu reagieren.
Die Auflagen werden immer kleiner, die Arbeit am Buch bleibt jedoch gleich. Wir haben Herrn Imre Törek mündlich und schriftlich eingeladen, sich die Arbeitsweise eines modernen Verlages anzusehen. Ihm schien, wie vielen anderen auch, die Umwandlung der analogen Druck-Systeme auf digitale Systeme verborgen geblieben zu sein. Diese Umwandlung stellt eine Weiterentwicklung dar, ähnlich der von der Kerze zur Glühbirne oder der von der Schreibmaschine zum Computer. Es hat eine gewaltige ökonomische und ökologische Umwandlung in der Buchproduktion und im Vertrieb von Büchern gegeben, ebenso im Umgang zwischen Verlegern und Autoren.
Doch das interessiert diesen Verbandsfunktionär nicht. Er strickt weiter an „Schwarzen Listen“, sei es aus Tradition oder aus einer uns unerfindlichen Borniertheit für das Wirkliche und Veränderliche in diesem Land. Darum: Schaffen Sie die „Schwarzen Listen“ ab! Sie sind unhygienisch für die Kultur und die Veränderungen im Autorenhandwerk in unserem Land, das wir lieben und wo jeder Mensch seine Chance haben darf.

8.August 2011, Halle/D: Reinhardt O. Cornelius-Hahn (Autor/Verleger), Joachim Schwarze (Autor/Verlagsmitarbeiter), Wilko Müller (Autor/Verlagsmitarbeiter)

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30 Gedanken zu “«Offener Brief» des «Projekte Verlages Cornelius» an die Gegner von Druck-Kosten-Zuschuss-Verlagen

  1. Sehr geehrter Herr Imre Török,

    seit wir wissen, dass die Erde keine Scheibe ist (und schon lange vorher), hat sich viel getan. Beispielsweise wurde die Arbeit der Mönche in den Klöstern, indem sie Bücher vervielfältigten, durch den Buchdruck überflüssig. Wir befinden uns in einer Zeit des Wandels – mal wieder – Verlage, die reihenweise künftige „Großliteraten – und nur sie – veröffentlichten, sind rar geworden. Stattdessen wartet man auf die Erkenntnisse, beispielsweise einer Fußballergattin, die ja auch interessant sein können, aber nicht viel mit Literatur zu tun haben.
    Da mischen sich nun die kleinen Verlage ein, die mit Hilfe des Digitaldrucks, Kleinauflagen produzieren können.
    Ja, es gibt schwarze Schafe. Doch leider ist es so, dass die Kraft der etablierten Verlage genügt, das Produkt der „Fußballergattin“ (nur als Metapher gemeint!), zur „Volksbildung“ werden zu lassen.
    Wenn mittlerweile „seriöse Verlage“ Druckkostenzuschüsse nehmen, dann stehen Sie doch den anderen Verlagen, bitte schön, das Recht zu, Autoren, die mit guten Manuskripten keine Chance gegen „Fußballergattinen“ haben, in „seriösen Verlagen“ unterzukommen, die Möglichkeit zur Veröffentlichung zu geben. Auch Kleinauflagen sind, wenn sie seriös kalkuliert, sehr teuer. Sehr, sehr teuer, deshalb trauen sich das die großen Verlage nicht zu.
    Aber dann ist da ein Buch in der Welt! Das sollte Sie doch freuen!? Und nun nimmt es seinen Weg – und oft auch erfolgreich. Manche werden vom Markt verschwinden. Auch das der „Fußballergattin“ – und niemand wird es vermissen, doch der „anständige Verlag“ hat dann tatsächlich seinen Schnitt gemacht, auf Kosten junger Autoren, die keine Chance bekamen.
    Was können wir für Literatur tun. Ich denke, Büchern eine Chance zu geben. Und das ist die neue Revolution. Durch die jetzigen Möglichkeiten haben haben viel mehr Manuskripte eine Chance, die sie sonst nicht hätten. Manche Bücher verschwinden, oder sie machen – wenn man sie nicht wegen ihrer „Herkunft“ kleinredet – oder sie gar bekämpft – ihren Weg.
    Ich würde mich freuen, wenn mehr Sachlichkeit in die Diskussion käme.
    Ich würde mich freuen, sehr geehrte Herr Imre Török, wenn sie uns einmal in Halle besuchen würden. Ich bin einer der Begründer des „projekte-verlages“. Wir laden Sie ganz herzlich ein!

    Nichts ist besser als ein Gespräch. Das weiß ich, denn ich bin ehrenamtlich „Notfallseelsorger“.

    Mit freundlichem Gruß, Konrad Potthoff

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  2. Und wieder einmal wird alles in einen Topf geworfen, faire Dienstleister und tatsächliche Abzock-DKZVs, in Wirklichkeit liegen Welten dazwischen

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  3. Betrachtet man die Diskussion um so genannte „Bezahlverlage“, erstaunt es, dass sich bisher kein Verleger eines „seriösen Verlages“ zu Wort meldete.
    Das hat sicher Gründe. Wie die meisten Autoren wissen, gelten dort oftmals dieselben Regeln wie bei einem „Bezahlverlag“. Bei der Einreichung eines Manuskriptes und der Illustrationen bei einem namhaften Kinderbuchverlag beispielsweise, wurde eine höhere Summe erwartet. Aber eben mit der Aussicht, durch den Verlagsnamen „geadelt“ zu sein, den er steht auf keiner „schwarzen Liste“ Und auch all die anderen Verlage findet man dort nicht, denen die Entscheidung, ein bestimmtes Buch zu verlegen leichter fällt, wenn ein Teil des Risikos vom Autor getragen wird. Und das sind mittlerweile sehr viele und es werden immer mehr.
    Und ist es denn im Sinne der Gralshüter hoher Literatur, wenn „Stoßgebete“ (den Titel sollte man sich schützen lassen!) die einzige Chance sind, im Windschatten einige noch unbekannte Autoren zu veröffentlichen? Wenn es nur so wäre!
    Der „projekte Verlag 188“ wurde Mitte der neunziger Jahre von Autoren aus dem Osten gegründet, um Autoren, denen man die Rechte für ihre Bücher zurückgegeben hatte, neu aufzulegen. In kleinen Auflagen, damit sie beispielsweise bei Lesungen damit ausgestattet sind. Und „Zeitzeugenberichte“ waren jeher ein wichtiger Bestandteil des Programms. Ziel war es auch, jungen AutorInnen die Möglichkeit der Veröffentlichung zu geben.
    Gemeinsam – Verlag und AutorIn – ließen sich auf ein „Projekt“ (daher der Name – und damit nicht irreführend!) ein – in der Hoffnung auf Erfolg, wobei der Verlag immer den größeren Teil des Risikos trug.
    Später wurde der Verlag zur Projekte-Verlag Cornelius GmbH – nun war der Digitaldruck im Hause angekommen, der sehr wohl viel kostet (wie in einem der Diskussionsbeiträge bestritten wird), denn dazu bedarf es teurer Maschinen, die bezahlt werden müssen – und viel mehr.
    Manuskripten eine Chance geben. AutorInnen eine Bühne geben…, was dann geschieht, entscheidet der Leser, der Markt – wenn einem nicht „Schwarze Listen“ daran hindern.

    Nein, ich bin nicht glücklich, wenn der Brief meines Freundes und Kollegen Reinhardt O. Cornelius-Hahn den Eindruck erwecken könnte, er stelle sich undifferenziert schützend vor alle „Bezahlverlage“, doch so ist nicht. Ja, es gibt schwarze Schafe. Doch zu denen gehören wir nicht.
    Auf den ersten Messen (und auch noch heute) erfuhren wir von „Bezahlverlagen“, die das zehn- bis achtzehnfache vom „Kunden“ einfordern, was wir als Beteiligung am „Buchprojekt“ verlangten.
    Es gibt weitere Unterschiede. Um nur einen zu nennen: Weil wir im Grunde das höhere Risiko tragen, sind wir sehr wohl am Erfolg interessiert! Und die Autoren sind in der Regel mit 10 Prozent beteiligt! Und wir verlegten (zuvor unbekannte) AutorInnen, die mehrere tausend Bücher verkauften! Umso schlimmer ist es, wenn die dann ignoriert werden sollen weil sie (obwohl literarisch hochwertig) vor den Augen der Gralshüter – wegen des „Stalls“ aus dem sie kommen, keine Gnade finden.

    Übrigens, unser Idealismus kostet. Einst war ich einer der Verleger, jetzt Gesellschafter, wenn ich alles überrechne, habe in den nunmehr über 25 Jahren zehn Euro pro Monat verdient. Das heißt: Alle Gutachten, Lektorate usw. geschahen ehrenamtlich. Und das geht so in Ordnung, denn zuerst müssen die Angestellten bezahlt werden.
    Ich bin stolz auf diesen Verlag. Nicht alles, was erschien, waren „Renner“. Aber wie gesagt, auch da entscheidet der Markt. Doch wir sind an einem Punkt angekommen, an dem immer häufiger namhafte Autoren bei uns veröffentlichen, und wir vielen jungen Autoren helfen konnten, ein Sprungbrett zu finden. Wir sind nun dazu in der Lage, Bücher auf den Markt zu bringen, ohne ein „Projekt“ für sie entwickelt zu haben.
    Ich behaupte mal, mit dieser Beschreibung unterscheiden wir uns nicht mehr wesentlich von den „seriösen Verlagen“. Also bedarf es einer modifizierten Liste, wenn überhaupt, denn „Listen“ haben tatsächlich einen schlechten Beigeschmack.
    Ich vermute mal (etwas Polemik sei auch mir gestattet) – die Mönche, welche vom Abschreiben von Büchern lebten, waren nicht begeistert von Gutenbergs Erfindung. Der Digitaldruck veränderte ebenfalls die Möglichkeiten und die Chancen, auf dem Buchmarkt Fuß zu fassen und neue Wege kündigen sich an. Das alles sind Herausforderungen – sie zu bekämpfen – und gar mit „schwarzen Listen“ – ist unproduktiv.

    Mit freundlichem Gruß, Konrad Potthoff

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  4. Ich bin Volontär im Projekte-Verlag Cornelius. Ich bin tätig in den Abteilungen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Vertrieb (die ein DKZV ja beide angeblich nicht hat). Ich möchte meine Meinung zu diesem Thema von den hier genannten Personen und Anschuldigungen entkoppeln. Ich möchte Ihnen darlegen, mit welchen Schwierigkeiten ich in meiner Arbeit zu kämpfen habe.
    Sie besteht zu großen Teilen leider nicht darin, vertrauensvolle und für beide Seiten befruchtende Beziehungen zu Medienvertretern, Literaturhäusern und Buchhändlern aufzubauen und Bücher und Autoren vorzustellen, sondern in der grundsätzlichen Verteidigung der Rechtschaffenheit des Verlages und der Qualität der Bücher. Meine Arbeit ist immer wieder ein Kampf gegen eine grundlose Vorverurteilung aufgrund der DKZV-Listen. Ich bin ein Literaturbegeisterter und doch entgeistert von meiner Machtlosigkeit.
    Unsere Autoren dürfen sich nicht für bestimmte Preisverleihungen bewerben, weil sie beim falschen Verlag sind. Das Buch selbst spielt keine Rolle. Sie dürfen in Literaturhäusern, die die DKZV-Listen unterstützen, keine Lesungen halten und es gab bereits Buchhändler für die das ein Ausschlusskriterium war. Wenn diese Listen das bewirken sollen, dann sind sie erfolgreich. Herzlichen Glückwunsch.
    Doch damit hört es noch nicht auf. Weiterhin werde ich in Telefonaten mit Journalisten als allererstes gefragt, ob der Projekte-Verlag nicht einer von diesen DKZ-Verlagen ist und muss zuvorderst das Geschäftsmodell erläutern (das trotz gegenteiliger Behauptungen transparent auf der Startseite der Verlagshomepage in drei Minuten im Detail nachgelesen werden kann: http://www.projekte-verlag.de). Dabei sollte es im Gespräch mit einem Literaturmedium doch um ein mit Herzblut verfasstes literarisches Werk gehen.
    Wir verlegen ehemalige deutsche Botschafter (Bernd Wulffen, Kuba, Bahrain), deutsche Auslandskorrespondenten (Brigitte Schubert-Oustry/ARD-Paris), Bundesverdienstkreuzträger/innen (Prof. Dr. Barbara Schaeffer-Hegel) und viele weitere eindrucksvolle Persönlichkeiten mit oft noch eindrucksvolleren Büchern. (https://glareanverlag.wordpress.com/tag/barbara-schaeffer-hegel/). Es ist jedoch oft wichtiger, ob der Verlag auf einer Liste steht.
    Auf den Buchmessen werden wir in hohem Maße von Autoren angesprochen, die einen Verlag suchen. Ihre erste Frage lautet: Sie sind doch ein Verlag, der Geld verlangt, oder? Ich antworte dann: Nicht ausschließlich. Und ich erkläre wiederum das Geschäftsmodell. Und wissen Sie, was passiert, wann immer ich das tue? Mein Gegenüber ist erstaunt und beeindruckt. Von den Möglichkeiten, von der Ehrlichkeit, von der Beratung.
    Jederzeit kann der Verlag angerufen werden. Die Vertriebsabteilung erklärt jedem, der es hören will, den Weg des Buches aus der Druckerei in den Buchhandel. Die Öffentlichkeitsarbeit klärt bei Interesse gerne über standardmäßige und individuelle Möglichkeiten der Bekanntmachung auf. Unsere Autoren, die mit ihrem Buch um jede Lesung, jede zur Auslage bereite Buchhandlung kämpfen, wissen dieses Angebot zu schätzen und nutzen es.
    Doch ich möchte differenzieren. Es hat sich noch lange nicht die ganze Welt gegen uns verschworen. Ich kann von Glück reden, dass es noch Journalisten und Buchhändler gibt, denen die DKZV-Debatte herzlich egal ist, oder diese aufgrund ihrer Einseitigkeit ignorieren. Sie informieren sich über das Buch und entscheiden sich dann, ob sie es verbreiten oder vertreiben wollen. Es gibt auch welche, die es ablehnen und das ist in Ordnung. Diese Journalisten, Buchhändler und Veranstalter interessieren sich nämlich noch für den Mehrwert des Buches, den künstlerischen ebenso wie den finanziellen. Genauso die Großhändler von KNV, libri und Umbreit. Dort hat sich seit vielen Jahren eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entwickelt, die geprägt ist von gegenseitigem Respekt und professioneller Ernsthaftigkeit. Undifferenzierte Vorurteile interessieren dort niemanden. Dort wird gesehen, dass wir uns um unsere Bücher bemühen, dass wir große Messestände auffahren, um uns breit zu präsentieren und dass wir auch Rezensionen in der FAZ, im Tagesspiegel und in der Bild erhalten.
    Ich möchte zuletzt noch einmal darauf hinweisen: Sowohl online als auch per Telefon macht der Verlag ein umfangreiches und transparentes Informations- und Kommunikationsangebot. Uns ist wichtig, dass jeder Einzelne differenziert. Eine unreflektierte, unkontrollierte und nicht zu korrigierende Verbotsliste mit uneingeschränkter Autorität verhindert in vielen Fällen selbst diesen ersten Schritt.

    G. Rackow

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  5. Wirr und dämlich (O-Ton Török) sind zwei Begriffe im Zusammenhang mit R. Cornelius-Hahn, die ich gar nicht unterstützen kann. Es ist peinlich, einen 64-jährigen Autor und Verleger derartige Begrifflichkeiten zu unterstellen. R. O. Hahn, so sein Autorenname, hat nachweislich eine verkaufte Gesamtauflage von 1,2 Mio. Büchern auf den Markt gebracht (verkaufte!). Er besitzt und führt seit 21 Jahren eine Firma, die seit 15 Jahren ausbildet und mehr als 30 Menschen beschäftigt.
    Beschäftigt man sich mit ihm, so kann man erfahren, das er knapp 30 Jahre „trocken“ ist und über ihn ist auch bekannt, das er in den 80er Jahren 12 Trinkern das Leben gerettet hat (über Monate gepflegt usw.).Die Diskussion, die er angestoßen hat, ist nichts für Leute, die von der Materie Verlagswesen und Autorenbetreuung nichts verstehen oder denen es zu gut geht, weil sie materiell auf dem Trockenen sitzen (um im Begrifflichen zu bleiben).
    Ich habe die Erfahrung gemacht, fast jedes Verlagsgeschäft ist ein Zuschussgeschäft, aber auch jeder Autor gibt nicht nur allein sein Herz für das von ihm Geschriebene, er gibt auch seine gesamte Zeit und sein Geld. Preisträger, Akademiemitglieder, Verbandsmitglieder und, und, und … haben keinen Erfolg, aber den Wunsch, es zu wissen und es (das Geschriebene) zu verbreiten.
    Ein Verleger, der Ahnung hat (was man von C-H. unbedingt sagen muss) ist eine Hilfe. Ich habe mir das Geschäftsmodell angesehen. Da werden berühmte Autoren hofiert und bezahlt (Edition Cornelius). Da ist ein Klassikerprogramm aufgelegt, von denen hat wahrlich keiner was dazubezahlt (Lessing, Bürger, Serviss, Chamisso). Da gibt es die Zeitzeugen, die bezahlen (laut Internet-Homepage 850 Euro Netto) und da gibt es das Autorenprogramm, hier zahlt man nichts oder es wird ein Projekt gemacht, da kann sich fast jeder „Großverlag“ verstecken.
    Ehe ich es vergesse, die Sachbuchreihe wird von Universitäten, Pharmakonzernen, Stiftungen usw. bezahlt und findet sich kein „Sponsor“, so gibt es das fertige, saubere Buch für 1.250 Euro – auch im Vertrieb.
    Selbst habe ich fast 30 Titel in meinem Kleinverlag herausgeben können, ohne Druckkostenzuschuss. Es gibt über Cornelius-Hahn noch mehr zu sagen, dass er 1976 aus der SED „rausgetreten“ worden ist, aber zwei Dinge kann man von ihm nicht behaupten, er sei dämlich und wirr. Ich denke, er tritt mit Kraft eine Diskussion an, von der der Projekte-Verlag Cornelius gar nicht so sehr betroffen sein muss, da die angeschlossen Druckerei für viele, kleine Verlage für gute Preise druckt und genau den Autoren und den Verlagen, die sich hier überheben, eine Grundlage der Veröffentlichung schafft.
    Ich weiß, eine Förderung, die dieser Verlag anbietet (wohlgemerkt, es ist ein privater Anbieter), kann sich eine Kulturbehörde oder ein Verband nicht leisten. Noch eine Frage – wo war Herr Török 1976? War er auch immer der Erste, wie hier in diesem Blog? Seinen Beitrag halte ich für schäbig und arg begrenzt.
    Noch ein nachträglicher Zusatz, ein nichtanonymes Gespräch in einem Blog ist eine Wohltat. Und – man sollte endlich Spreu von Weizen trennen, siehe DKZV, da gibt es nur einige, wenige Verlage, die den Hals nicht voll bekommen, sich nicht um die Autoren kümmern und sich vielleicht die Hände reiben und sich eben nicht äußern werden.

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  6. Also, ich finde es toll, dass hier so offen informiert wird. Danke für die Hinweise. Ich werde daraus meine Konsequenzen ziehen.
    Wenn ich das nächste Mal zum Fotografen gehe, weil ich Passbilder brauche, muss er mich bezahlen, schließlich bezahlen seriöse Fotografen ihren Modellen Geld, das sieht man an Claudia Schiffer.
    Außerdem hatte ich mir überlegt, für meinen Mann zum Geburtstag im Tonstudio ein Lied aufzunehmen um es ihm als CD zu schenken. Ich denke, da wird das Tonstudio mich bezahlen müssen, schließlich bekommen Sänger Geld für ihre Leistung. Und so gut wie Tokio Hotel singe ich auch noch.
    Die seriösen Verlage hier können mir sicher auch sagen, wohin ich meine Liebesgedichte aus vergangenen Zeiten schicken kann, schließlich betonen die seriösen Verlage ja, dass sie ihren Autoren Geld zahlen und ich bin im Moment etwas knapp bei Kasse…
    Da man darauf besteht, dass Verlag von vorlegen kommt (was paradoxer Weise vorfinanzieren bedeuten soll… eigentlich müsste Verlag dann Vorfinz heißen), und da sich offenbar der Wortinhalt und seine Bedeutung über die Jahre nicht ändern kann, darf soll, werde ich künftig meine Kollegen, die ein Praktikum absolvieren, nicht mehr mit Praktikant anreden, sonst bekomme ich von denen noch eine Anzeige wegen Beleidigung.
    Jeder mag sich selbst informieren, welche ursprüngliche Bedeutung das Wort Praktikant hat.
    So und nun werde ich zum Einschlafen ein gutes Buch lesen, natürlich nicht aus einem Zuzahlverlag, denn die publizieren ja nur Mist. Allein Bücher aus seriösen Verlagen garantieren, dass man hochwertige literarische Werke in den Händen hält.
    Hmm, mal überlegen, welches hochwertige Buch nehme ich denn? Ich hätte da im Moment zur Auswahl: „Nichts als die Wahrheit“, dann noch „Feuchtgebiete“ oder nehme ich doch die „Biss-Reihe“?
    Egal, alles in Verlagen veröffentlicht, die keine Zuzahlung nehmen, also bestimmt künftige Weltliteratur!

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  7. Ich stelle fest, dass die Diskussion hier nicht weiterführt. Pseudoverleger wie Küppers, Cornelius-Hahn und dessen Mitstreiter, auf diese Weise ihre Schlammschlacht gegen Kritiker ihres umstrittenen Geschäftsmodells weiter fortführen zu müssen.
    Der „Offene Brief“ trägt schon den Duktus der Verächtlichungsmachung, welche besagte Personen hier in der Diskussion fortführen wollen.
    Frau Küppers scheint offensichtlich nicht das Recht der gemeinnützigen Vereine in Deutschland bekannt zu sein. Sie scheint nicht zu wissen, dass gemeinnützige Verein gerade keine wirtschaftlichen Absichten haben. Dabei setze ich einmal voraus, dass es bei ihr Unwissenheit ist, und nicht Unredlichkeit.

    Die Debatte hier kann als gescheitert angesehen werden. Und ich muss sagen: Bei einem solchen wirren und verächtlichmachenden „Offenen Brief“ des Herrn Cornelius-Hahn war es auch von vornherein nicht anders zu erwarten. Schade, einerseits. Vielleicht hatte aber manch ein Pseudoverleger dennoch einen Erkenntnisgewinn. Denn Aufklärungsarbeit tut Not – nicht nur bei potentiellen Autoren (Opfern), sondern auch bei den Pseudoverlegern selbst. Wenn sie wenigstens jetzt einmal das Verlagsprinzip verstanden haben, d.h. wissen, dass Verlag von Vorlegen kommt, und verstanden haben, dass sie keine Verlage betreiben, ist schon viel erreicht.

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  8. Zum Kommentar: Wirrer und dämlicher Kleinunternehmer

    Wir sollten doch mal sachlich bleiben. Man kann mit Sicherheit viel über den Verleger Cornelius-Hahn sagen, aber wirr und dämlich stimmen mit Sicherheit nicht.
    In finde es eine Unverschämtheit einen fast 65jährigen Autor und Verleger derart zu beleidigen. Seine nachweislich verkaufte Gesamtauflage liegt bei 1,2 Millonen Bücher. Die hier vertretenen Autoren können davon vermutlich nur träumen.

    Ich lasse mich aber gern vom Gegenteil überzeugen. Auch kann man auf der Verlagshomepage sehr deutlich nachlesen welche Beteiligungen gefordert werden. Zudem gibt es den Verlag auch nicht erst seit heute.
    Ich als Buchhändler verweise auch mal darauf, dass viele Autoren des Verlages keinen Zuschuss zahlen. Oder glauben Sie allen Ernstes Christa Wolf oder Volker Braun zahlen etwas für ihre Veröffentlichungen?
    Der Buchmarkt ist hart umkämpft. Es gibt ca. 20.000 Verlage in Deutschland und alle suchen Sie Ihren Platz in den Buchhandlungen. Den geneigten Leser interessiert die Debatte übrigens herzlich wenig (tägliche eigene Erfahrung an der Buchhändler-Front).

    Es empfinde es als mehr als anmassend Unternehmen (und das sind nunmal die Verlage) als Betrüger und Schlimmeres zu diffamieren. Ich glaube nicht, dass die vertretenen Herren sich selbst so beleidigen lassen würden. Und auch die Wortwahl des Herrn Török erscheint mir eher unpassend. Jeder Autor kann selber entscheiden wie, wo und wann er veröffentlicht…

    Ich möchte einfach mal mit dem jüdischen Sprichwort „Zum Beispiel ist noch kein Beweis..“ schließen

    In diesem Sinne

    T. Geyer, Buchhändler

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  9. Es ist schon sehr bezeichnend, wie aggressiv hier der Tross der selbsternannten Hüter des heiligen Etablierten-Grals sich mokiert über einen Offenen Brief, der meines Erachtens die Situation in der deutschen Verlagslandschaft sehr gut erfasst und die Hatz zurecht scharf kritisiert, zu der seit Jahren von den einschlägigen Verbänden geblasen wird. Vor Jahren war ich selber mal Jungautor in einem der Dienstleister-Verlage, nachdem ich mit meinem Roman-Exposé bei über 15 „klassischen“ Verlagen abgeblitzt war. Erst die Veröffentlichung bei einem Dienstleister-Verlag (der damals sehr wohl für mein Buch Werbung betrieben hat!) konnte ich überhaupt erst mal einen Fuss in die Literaturszene kriegen. Ich bereue meinen damaligen Schritt auch heute noch nicht.
    Ok, heute würde ich in der gleichen Situation noch stärker die Preise der entspr. Anbieter vergleichen. Aber unterm Strich sind die Dienstleister-Verlage (ganz im Gegensatz zu den etablierten!) ein wirklicher Beitrag zur Literatur-Demokratie. Die Zeiten haben sich nämlich massiv verändert, und ich finde absolut nichts dabei, wenn ein Autor seine literarischen Projekte mittels Eigenbeteiligung unter die Leserschaft zu bringen versucht. Ok, vielleicht ist die Option Eigenverlag, bei den heutigen kostengünstigen Möglichkeiten des Druckens, eine Alternative. Aber langjährige Dienstleister-Verlage haben eine oft recht umfangreiche PR- und Vertriebsstruktur; um auf diese zurückzugreifen lohnt sich eine angemessene Investition durchaus. Mir jedenfalls war damals damit sehr gedient.
    Diese von den Verbänden hier unter der „Leitung“ von Präsident Török seit vielen Jahren geschürte „Vernichtungskampagne“ gegen die sog. „Druckzuschusskosten-Verlage“ ist jedenfalls mehr als degoutant. Ich kann verstehen, dass er und seine Verbandsfunktionäre um ihre Einnahmen (sprich Mitgliederbeiträge) fürchten, aber die Literatur-Demokratisierung ist auch mit Pauschalverdammung ganzer Wirtschaftszweige nicht aufzuhalten. Ok, Erstautoren rate ich dringend, die fraglichen Verträge und Preise sehr eindringlich unter die Lupe zu nehmen. Und schwarze Schafe gibt’s schließlich in jeder Branche.
    Aber generell und pauschalisierend abraten, das hieße gewaltsam EINE der interessanten Publikationsoptionen wegzuschließen. Und das wäre, gerade für Erst- oder Jungautor/innen, doch dumm. Trotz der verständlichen Angst der Autoren-Verbände um ihre Mitglieder-Geldpfründe… Übrigens, wer vergleicht eigentlich mal die recht üppigen Jahresbeiträge der vielen Verbände im Hinblick auf ihr Preis-Leistungsverhältnis??!! Deren „Dienstleistungen“ mal den Dienstleister-Verlagen gegenüberzustellen könnte doch recht aufschlussreich werden… 😉

    Jonas F.

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  10. Liebe Frau Wilberg,

    lange Rede, noch kürzerer Sinn:

    Mein Verlag wurde schon zu Beginn seiner Gründung der DKZ-Publikation bezichtigt und gerade die Verbände waren es, die unseren Verlag immer wieder in die Listen aufgenommen haben. Mein damaliger Versuch diesem Treiben ein Ende zu bereiten scheiterte. Fakt ist der, dass wir bis vor zwei Monaten (also in den ersten 2 1/2 Jahren) trotz der massiven Unterstellung diverser Portale keinen Cent von den Autoren verlangt haben und das belegen sowohl die Verträge unserer 43 Autoren, als auch das diese sich zum damaligen Zeitpunkt im Börsenblatt zu Wort gemeldet haben und bestättigt haben, dass kein Cent an uns gezahlt wurde.

    Nur wissen Sie, wenn man immer wieder in diese wie ich finde überhaupt nicht „unseriöse“ Ecke gedrängt wird, dann hat man die Wahl dieses zu ignorieren oder eben genau das zu tun, was ihnen da unterstellt wird.

    Nein, ich sehe in unserer Beteiligung nicht unseröses, denn wir kümmern uns sowohl um die Autoren, als auch um deren Bücher und unsere Beteiligung kann nun wahrlich nicht als Abzocke verstanden werden, denn es deckt für die erste Auflage erst einmal die reinen Kosten. Wir präsentieren die Bücher unserer Autoren auf unserem Messestand und wenn Sie einmal genaustens recherchieren würden, dann wäre Ihnen auch die Vielfalt unserer Werbemaßnahmen und Engagements aufgefallen. Wir hocken eben nicht einfach nur in unserem Messestand, sondern wir veranstalten zu jeder vollen Stunde eine Lesung auf diesem und ziehen mit unserem pinken Stuhl durch die Hallen, um auf die Literatur unserer Autoren aufmerksam zu machen.

    Entscheident finde ich bei diesem ganzen Sachverhalt auch wieder einmal, dass das Geldverdienen mit Autoren in den Verbänden und fairen Portalen gar nicht zur Sprache kommt und wissen Sie was:

    Wir machen es so, wie wir es als Verlag für „Gut & Richtig“ befinden und zwar auch dann, wenn es Ihnen oder anderen wiederstreben sollte. Einer der Kommentatoren hat schon Recht damit, dass man die Verbände einmal unter den Focus der Kritik nehmen sollte … und jene Kommentatoren der Unsachlichkeit … da halte ich es doch mit meiner Großmutter: verabschiede und genese!

    PS: Liebe Verlage der steten Angriffe … sehr gerne dürfen Sie mich oder meine Mitarbeiter des Verlages kontaktieren, denn es wäre doch sicherlich auch für Autoren von sehr großem Interesse zu erfahren, welche Verbände nicht kassieren, um dem Autoren bei seiner Suche nach einem Verlag zu helfen. Uns allen wäre doch weitaus mehr geholfen, wenn wenigstens die Doppelmoral der literarischen Verbandsmoralisten ein Ende finden würde und auch dort die Konditionen bzw. die Zahlungen direkt auf der ersten Seite präsent wären! Gibt es eigentlich auch schon eine „Schwarze Liste“ der Verbände?

    Nicole J. Küppers / Design Pavoni° Verlag

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  11. Wer die Aufklärungsarbeit von Autoren- und anderen Literaturorganisationen sowie Verbraucherzentralen als eine Arbeit „wie in Diktaturen“ vergleicht, und wer meint, eine sachliche Kritik gegen die Geschäftspraktiken von Pseudoverlagen pauschal als „Haßkampagne“ bezeichnen zu müssen, der muss sich nicht davor wundern, dass vor ihm gewarnt wird.
    Auch die FAZ berichtete am 24.04.2008 („Fair geht vor“): http://www.autoren-magazin.de/228.0.0.1.0.0.phtml
    über ein solches vergleichbares Verhalten.

    Erst vor kurzem wurde ein Pseudoliteraturagent zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Er hatte von Autoren Geld im Voraus genommen und für die Veröffentlichung aber nichts Wesentliches getan: http://www.sueddeutsche.de/bayern/coburg-wie-im-schlechten-krimi-1.1010046

    Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass Herr Cornelius-Hahn auch eines Tages einsehen und verstehen wird, dass ein Verlag dem Autor Geld gibt, und eben nicht nimmt. Und dann schon gar nicht, unter irreführenden Geschäftspraktiken. Wenn sein Offener Brief einem Lernprozess bei ihm dienen soll, dann begrüße ich es sehr.

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  12. Herr Cornelius-Hahn ist mit seinen – schlecht recherchierten und nicht zum ersten Mal diffamierenden – Schreiben auch mir leider kein Unbekannter. Eines muss man ihm lassen: Als zuvor unbekannter Kleinstunternehmer hat er sich unter Autoren innerhalb einer kurzen Zeit – wenngleich keinen rühmlichen – Ruf erworben.
    Ich habe noch in Erinnerung, wie er bereits vor drei Jahren allen Ernstes meinte, über 20 Literaturvereinigungen im Vorfeld der Gründung des Aktionsbündnis für faire Verlage mit barschen Diffamierungen die Klage androhen zu wollen und holte sich dazu dann auch noch zusätzliche Schützenhilfe von einem Frankfurter Pseudoverlagsunternehmen. Bis er schließlich freimütig einräumte, dass seine Androhungen alle nur „ein Bluff“ waren. Er wollte schon die Meinungsbildung einschränken. Autoren bezeichneten dieses Verhalten sehr zutreffend als „Zensurversuch reinsten Wassers.

    Auch dieser Offener Brief entzieht sich wieder jeglicher ernsthafter Diskussion. Er wimmelt von Unwahrheiten und (gewollten) Verächtlichungsmachungen. Wenn Herr Cornelius-Hahn tatsächlich eine Debatte über sein Geschäftsmodell führen wollte, würde er einmal offen legen, was ihm die Produktion eines Buches kostet, und was er von den Autoren dafür nimmt und welchen Verkaufserfolg beim Leser er hat. Er würde sich gerade mit dem von ihm propagierte Geschäftsmodell befassen, statt mit einer Schelte und Verächtlichungmachung seiner Kritiker.

    Interessant ist auch, wer sich hier alles zu Wort meldet: Frau Küppers, die ebenfalls einen Druckkostenzuschussverlag betreibt, stritt monatelang ab, vom Autoren (in ihrem Fall sogar von Kindern!) Geld für eigene Buchveröffentlichungen zu nehmen. Bis sie nach Überführung durch eine Vielzahl von Autoren kleinlaut einräumen musste, gerade dies zu tun. Symptomatisch ist auch, dass Sie hier behauptet, sich jeglicher Kommunikation mit ihren Kritikern zu verweigern. Weshalb sie sich dennoch in eine Diskussion hier einschaltet, erscheint widersprüchlich, aber natürlich begrüßenswert.
    Dass eine „Verlegerin“ noch nicht verstanden hat, dass der Begriff „Verlag“ von „Vorlegen“ kommt, erscheint ausgesprochen eigentümlich. Liebe Frau Küppers, „verlegen“ ist das Verb. Ein Verlag verlegt, d.h. er legt vor. Ich rate Ihnen an, sich einmal der Hilfe eines etymologischen Wörterbuchs zu bedienen.
    Sie finden die Wortbegriffsbedeutung auch hier: http://www.suite101.de/content/warum-ein-verlag-verlegt—eine-kurze-wortgeschichte-a103389
    Eigentlich ist es doch gar nicht so schwer zu verstehen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es bestimmte Personen gibt, die es schlichtweg nicht verstehen wollen. Verlegen kommt von Vorlegen. Bitte befassen Sie sich einmal mit der Geschichte des über Jahrhunderte etablierten Verlagswesens, welches Sie mit Pseudoverlagen im Begriff sind, zu zerstören.
    Pseudoverlage sind eben keine Verlage, sondern sie sind letztlich Druckereien und tragen lediglich den Namen „Verlag“ in ihrem Namen. Das ist in meinen Augen irreführend und nicht umsonst wird deshalb von Autoren und Literaturverbänden gefordert, dass sie z.B. keine Präsenz auf Buchmesse – direkt neben seriösen Verlagen – bekommen dürfen und es ihnen aus Gründen des unerlaubten Wettbewerbs verwehrt wird, sich als „Verlag“ zu bezeichnen.

    Liebes Glarean Magazin: Es ist ja gut, dass Sie die Diskussion über Pseudoverlage wieder beleben wollen, wie Sie schreiben. Den „Offenen Brief“ als einen neuen „Höhepunkt“ der Debatte zu bezeichnen, ist m.E. aber etwas sehr überhöht. Ebenso muss ich Sie korrigieren: Pseudoverlage existieren erst seit etwa dreißig Jahren in Deutschland. Herr Frieling, der in Berlin ebenfalls ein solches Unternehmen betreibt, hat dieses Geschäftsmodell einst nach Deutschland gebracht. Danach nahm es hier inflationäre Ausmaße in einem Randbereich der Literaturbranche ein.
    Und noch ein Missverständnis: Goethe hat zu keinem Zeitpunkt einen Druckkostenzuschuss geleistet, sondern er hat in einem Eigenverlag publiziert.

    Es ist gut, wenn Sie eine Diskussion fördern möchten, wenngleich diese schon seit Jahren geführt wird.
    Aber mit einem sog. „Offenen Brief“ (ohne Datumsangabe) eines Herrn Cornelius-Hahn, mit der er Dutzende Literatureinrichtungen in Deutschland in den letzten Tagen mit Spam-Mails „belästigte“ („Ach, der schon wieder…“) und der ganz offensichtlich nicht eine ernsthafte Debatte, sondern eine schlecht recherchierte bis hin zu diffamierende Verächtlichungsmachung verfolgt, ist m.E. wohl kaum für eine seriöse Debatte geeignet.

    Ich lege jedem einen sehr aufschlussreichen Bericht der Süddeutschen Zeitung ans Herzen. In dem Bericht „Im Land der Dichter und Täuscher“ führte die SZ im Juli 2010 die irreführenden und betrügerischen Machenschaften eines in Frankfurt ansässigen Pseudoverlagsgruppe dezidiert aus:

    http://www.sueddeutsche.de/kultur/zuschuss-verlage-im-land-der-dichter-und-taeuscher-1.970341

    Es darf wild spekuliert werden, weshalb Herr Cornelius-Hahn und seine Projekte-Literaturdruckerei sich wiederholend in die Position eines Fürredners solcher betrügerischen Machenschaften begibt.

    Annegret Wilberg
    Autorin, Journalistin

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  13. Guten Tag,

    ich heiße Wilfried Kriese und ich bin der Inhaber des Mauer Verlages, Medienbetriebswirt und Autor von 30 Büchern.
    Auch im Mauer Verlag wird ein Druckkostenzuschuss verlangt, deshalb musste auch ich im Internet schon einige üble Beschimpfungen über mich ergehen lassen und so denke ich, dass es an dieser Stelle durchaus angebracht ist einen sachbezogenen Beitrag zu veröffentlichen. Allerdings ist das nicht mit wenigen Zeilen getan.
    Ohne die richtige Kalkulation ist alles nichts
    Am Beispiel an einer Kalkulation sehen Sie, was gemeint ist. Viele machen schon den Fehler, dass sie die Ansicht vertreten, ein Buchpreis würde lediglich aus folgenden Posten errechnet:

    – Layoutkosten
    – Vorstufekosten
    – Druckkosten
    – Buchbinder
    – Autorenhonorar

    Doch dem ist nicht so. Dazu kommen noch die Betriebskosten eines Verlages:
    F= feste Kosten
    V= variable Kosten
    E= Einzelkosten
    Diese drei Posten haben es in sich. Denn hier sind zum Beispiel die Betriebskosten mit aufgeführt. Damit Sie sich ein Bild davon machen können, folgen nun drei kurze Beispiele.
    1. F= Büromiete
    2. V= Strom-, Wasser-, und sonstige Nebenkosten
    3 E= Büroeinrichtung, Regale, Schreibtisch…

    Bemessungsgrundlage eines Buchverkaufspreises

    Wie Sie vielleicht Wissen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie von einem neuen Buchtitel nicht mehr als 500 Exemplare verkaufen werden, sehr hoch. Daher sollten Sie bei der Festlegung des Verkaufspreises von einer Auflagenhöhe von 500 Exemplaren ausgehen.
    Optimistisch gesehen besteht auch die Möglichkeit, dass sich noch weitere Auflagen verkaufen können, aber bleiben wir mal lieber bei diesem Beispiel, damit Ihnen ein böses Erwachen erspart bleibt.

    Eine vereinfachte Buchkalkulation

    Der Einfachheit halber gehe ich auf die einzelnen Kostenfaktoren nicht weiter ein, sondern nenne Pauschalbeträge, die aus der Kleinverleger-Praxis stammen.
    1. Layout-, Vorstufe-, Druck-, Buchbinde-, Grafikkosten und Autorenhonorar belaufen sich bei einem 200-seitigen Taschentuch auf circa 4.000,- €. Davon sind 2.000,- € für Druck und Bindung, der Rest beträgt somit 2.000,- €.
    2. Erfahrungsgemäß belaufen sich die jährlichen Betriebskosten bei einem professionellen Einmann-Verlag auf 50.000,- €. Das mag sich nach sehr viel anhören, aber bitte berücksichtigen Sie dabei, dass in diesem Betrag auch die Lohnkosten beinhaltet sind.
    Wenn im Jahr 25 Titel herausgebracht werden, macht das somit für jeden Titel 50.000,- € : 25 Titel = 2.000,- €
    3. Somit wären wir schon bei jeder Auflage eines Titels bei einem Betrag von 6.000,- €b(vorausgesetzt die gesamte Auflage wird auch gedruckt).

    Die Ermittlung eines Buchverkaufspreises

    Viele Anfänger machen nun den Fehler, dass sie die 6.000,- € einfach durch 500 teilen und somit einen Verkaufspreis von 12,- € ausrechnen. Doch das ist ein fataler Fehler, der einen Kleinverlag sehr schnell in den Konkurs treiben kann. Denn was noch fehlt, ist der Aufschlag für den Handelsrabatt. Dieser liegt, je nachdem, ob ein Verlag mit oder ohne Großhändler und Verlagshauslieferer zusammenarbeitet bei 30-50 %. Somit müsste der Verkaufspreis bei einem Handelsrabatt von 30 % bei 18,- € liegen.

    Günstige Bücher

    Ihnen kommt nun die Frage, warum sehr viele Taschenbücher oft ein Drittel weniger, oder sogar noch weniger, kosten? Die Antwort ist ganz einfach: hierbei handelt es sich meistens um sehr hohe Auflagen von 20.000 oder gar höher, wodurch die Kosten sich erheblich senken und an der Mischkalkulation, das bedeutet, dass noch weitere Einkünfte dazu kommen, wie zum Beispiel die Verwertung der Nebenrechte, die aber leider Kleinverlegern mit meist unbekannten Autoren verwehrt bleiben.

    Betriebs- und sonstige Kosten senken

    Damit aber trotzdem viele Bücher von kleinen Verlagen zu diesem Preis angeboten werden können, ist es wichtig, dass die Betriebskosten sowie sonstige Ausgaben so gering wie nur möglich gehalten werden. Das fängt damit an, dass der Verlag sich zum Beispiel in der eigenen Wohnung befindet, und der Inhaber beziehungsweise die Mitarbeiter das Knowhow besitzen, so viele Arbeiten wie nur möglich in professioneller Qualität ausführen zu können. Aber auch in Kleinverlagen tragen die Titel, die mehrere Auflagen erreichen, auch die anderen Titel mit, was wiederum den durchschnittlichen Verkaufspreis je Titel senkt.
    Dazu kommt, dass sich Autoren oft an der Veröffentlichung ihres Buches beteiligen. Dass sich das auch für den Autor rechnen kann, werden Sie gleich erfahren.

    Eine Möglichkeiten als Autor Geld zu verdienen

    Es gibt noch Dutzende von Möglichkeiten, wie Sie als Autor aus Ihrem Hobby Kapital schlagen können und wenn es auch nur so viel ist, dass Sie damit Ihre Schriftstellerei finanzieren können. Denn wer kann schon sagen, dass sein Hobby nichts kostet. Dazu trägt auch folgendes Beispiel bei. Es gibt Kleinverlage wie zum Beispiel der Mauer Verglag, die ihren Autoren folgendes Geschäftsmodell anbieten: Der Autor veröffentlicht im Verlag sein Buch für 3.000,- €. Dafür erhält er ein Dienstleistungsangebot, wie die Gestaltung seines Buches und sonstige Services, die nötig sind um ein Buch auf den Literaturmarkt zu bringen. Dazu erhält der Autor noch 100 Freiexemplare, wovon er jedes für 20 € verkaufen kann. Auf jedes Buch, das er nachbestellt, erhält er einen Rabatt von 30 % plus für jedes über den Verlag verkaufte Buch ein Autorenhonorar von zwischen 10 % und 15 %, sowie weitere Einnahmen an den Nebenrechten. Somit hat der Autor reale Chancen bereits nach einer Auflage von 500 bis 1000 Exemplaren seine Investitionen wieder herein zu wirtschaften. Bei diesem Geschäftsmodell handelt es sich zwar um eine Art Druckkostenzuschuss, doch wie uns das Beispiel zeigt, ist es durchaus fair, weil der Autor wirklich reale Chancen hat sein Geld wieder zurückzubekommen.
    So kann selbst mit einer niedrigen Buchauflage ein kleines Geschäft für den Autor entstehen, das sein Hobby erschwinglicher macht.

    Ohne Zuschuss geht es oft nicht

    Die Meinungen bezüglich Verlage, die von den Autoren Geld verlangen, sind sehr unterschiedlich. Wie auch immer darüber im Allgemeinen gedacht wird, fest steht, dass, ein Autor oft nicht darum herum kommt, für die Veröffentlichung seines Werks zu bezahlen. Wenn auch Sie sich dazu entschließen sollten, Ihr Werk gegen einen so genannten Druckkostenzuschuss herauszubringen, sagt das noch nichts darüber aus, ob Ihr Buch gut oder schlecht ist. Das hat auch nichts mit Eitelkeit zu tun, sondern Sie haben sich eben für eine der Möglichkeiten entschieden, die Ihnen der Markt anbietet.

    Vorsicht vor falschen Versprechungen

    Gerade wenn es um die Zuzahlung zu Ihrer Buchveröffentlichung geht, sollten Sie besonders vorsichtig sein. So werden oft tolle Erfolgsversprechungen gemacht, um die Autoren dazu zu bringen, für ihr Buch sehr stolze Summen zu bezahlen. Seien Sie daher wachsam und prüfen Sie den Verlag und den Verleger genauestens, mit dem Sie zusammenarbeiten möchten.

    Dr. h.c. Wilfried Kriese
    Mauer Verlag

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  14. „Es ist bekannt und es wird von niemandem in Abrede gestellt – das Kulturgut „Buch“ rechnet sich nicht!“ – so heißt es auf der Website des „Projekte Verlags“. Mit Verlaub, ich stelle das in Abrede. Würde sich das „Kulturgut Buch“ nicht rechnen, gäbe es keine wirtschaftlich erfolgreichen, richtigen Verlage. Mein Verlag jedenfalls verdient u.a. mit meinen Büchern Geld. Darauf basiert sein Geschäftsmodell.

    Ich habe mich über diesen „Offenen Brief“ sehr amüsiert – er hat mich gefreut. Er zeigt nämlich, dass die Aktionen offenbar langsam Früchte tragen. Insofern kommt dieses Schreiben einer Aufforderung gleich, weiterzumachen. Und das sollten wir auch tun.

    Herzlich,
    Tom Liehr

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  15. In jeder Branche gibt es „schwarze Schafe“. Generell „Druckkosten-Zuschussverlage“ zu verteufeln, heißt die Augen vor den Realitäten zu verschließen. Wenn die sogenannten „seriösen“ Verlage, wie sie selbst behaupten, lediglich 1 % der ihnen eingereichten Manuskripte veröffentlicht, dann muss man sich doch fragen, was sollen die 99 % Autoren mit ihren mit viel Liebe erstellten Werke anfangen? Sie gleich wieder vernichten?
    Wie viele Autoren können in Deutschland können vom Schreiben wirklich leben? Viele, die jetzt das Maul aufreißen, sind doch auch nur „Hobby-Schriftsteller“, die ihren Lebensunterhalt durch einen anderen Beruf betreiben.
    Und was die Qualität der Veröffentlichungen betrifft, so ist so manches in den großen Verlagen erschienene Machwerk nicht das Papier wert, auf das es gedruckt wurde, während bei den „DKZ-Verlagen“ es durchaus Werke gibt, die mehr Beachtung verdient hätten.
    Als ein „Druckkosten-Zuschussverlag“, der auch wir sind, gehen wir fair mit unseren Autoren um. Wir verlangen nicht nur moderate Kostenbeiträge, sondern klären unsere Autoren auch über die Risiken und Schwierigkeiten des Literaturbetriebes auf. Wenn jeder so verfahren würde, gäbe es diese ganze abstruse Diskussion gar nicht.

    Erwin Plachetka, EPLA Verlag

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  16. Ganz richtig so: „Denn nicht nur in Fachkreisen gilt es als unseriös, einen Zuschussverlag zu betreiben, in welchem die Autoren selbst die Erstellung ihrer eigenen Bücher bezahlen müssen.“ (Landgericht Stuttgart, Az. 17 O 338/06).

    Getroffener Hund bellt und meint, offensichtlich nochmal seine Beißerchen zeigen zu wollen.

    Ich gratuliere dem Aktionsbündnis für faire Verlage. Jahrelang haben sich diese Pseudoverlage auf dem Markt immer breiter gemacht und wurden zum Teil immer skrupelloser und bauernfängerischer. Endlich, durch den Zusammenschluss von unzähligen Literaturbegeisterten – Autorenverbänden, Literaturhäusern und anderen Literaturinitiativen -, ist es endlich möglich, eine hervorragende Aufklärung zu betreiben. Dass dieser Schuss den Pseudoverlagen nicht gefällt, ist verständlich, entschuldigt aber nicht ein solches Auftreten, welches Herr Cornelius-Hahn hier zu Tage legt.

    Ich danke Herrn Cornelius-Hahn aber auch. Nämlich dafür, Fairlag auf ein Weiteres wieder ins Gespräch zu bringen und damit die Öffentlichkeitsarbeit des Aktionsbündnisses für faire Verlage zu machen.
    Denn ich stelle es mir nicht leicht vor, – immer wieder aufs Neue – Medien, etwa das Fernsehen oder Tageszeitungen, auf die irreführenden Geschäftspraktiken von Pseudoverlagen aufmerksam zu machen und sie dazu zu ermutigen, über diese Geschäftspraktiken zu berichten. Und dies gilt selbst in Sommerpausen, wo die Sendeplätze eigentlich nicht ganz so gefüllt sind.

    Als selbst betroffener Autor, der vor knapp sieben Jahren in die Fänge eines solchen Pseudoverlags geraten bin, kann ich jeden Autor nur davor warnen, einen Vertrag bei einem solchen Unternehmen zu unterschreiben. Es gilt: Prüfe, wer sich binden will.

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  17. Ein – mit Verlaub – sehr wirrer „Offener Brief“ des Herrn Cornelius-Hahn.
    Nicht nur, dass Herr Cornelius-Hahn und Mitstreiter offensichtlich Namen nicht richtig schreiben können… Sie wissen offensichtlich mehr von den Personen, über die sie schreiben, als diese selbst, z.B. dass drei Personen gegen Buchveröffentlichungen in Frankfurt vorgegangen seien (was sollen das für Buchveröffentlichungen gewesen sein??).
    Auch Beschimpfungen von „Kriminellen und Betrüger“, jahrelangen „Haßkampagnen“ entziehen sich der Möglichkeit, einer seriösen und ernsthaften Auseinandersetzung. Solche Anschuldigungen sind mir zu widerlich, als dass sie den Boden für eine ernstgemeinte Diskussion über die Geschäftspraktiken von Pseudoverlagen legen würden. Solches widerliches Vokabular ist mir von bestimmten Pseudoverlagsverantwortlichen bekannt, aber beleibe nicht von Fairlags-Verantwortlichen.
    Mal wieder so eine Verwechslung, lieber Herr Cornelius-Hahn. Sie bringen da aber ordentlich viel durcheinander.

    Heimliche „schwarze Listen“, angeblich „im Ausland liegende Hosts“ und andere Verschwörungstheorien haben dabei aber schon etwas sehr Humoristisches. Man wähnt sich da geradezu in einem (schlechten) Science-Fiktion-Roman.

    Hier scheint wohl einiges ziemlich sehr durcheinander gegangen zu sein.

    Von einem „Verleger“ sollte eigentlich erwartet werden können, dass er zunächst einmal Behauptungen überprüft, bevor er sie publiziert.
    Leider ist dies eines der wesentlichen Mankos von Pseudoverlagen. Ein Lektorat fehlt dort zumeist und es wird stattdessen gegen Bezahlung ziemlich jedes Manuskript angenommen (Manuskript aus Online-Gedichte-Generator, vgl. ZDF-WiSO, 19.12.2006; „Rico Beutlich“ – http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,645279,00.html).

    Wer allen Ernstes die Machenschaften von Pseudoverlagen, die das Geschäftsrisiko auf Autoren schonungslos abwälzen und dabei diese in die Irre führen, gut heißt, scheint sich vom Boden der Rechts verabschieden zu wollen und stattdessen eigene wirtschaftliche Absichten zu verfolgen.
    Oder ihm sind die Irreführungen und Betrügereien sog. Pseudoverlage nicht bekannt.

    Die Verabschiedung vom Verlagsprinzip würde einen signifkanten Eingriff in unsere gesamte Verlagslandschaft reißen. Denn Verlegen kommt von Vorlegen, d.h. der Verlag legt Geld für den Autor vor – und gerade nicht umgekehrt.
    Wenn Herr Cornelius-Hahn doch so gut weiß, was die Umwandlung analoge Druck-System zu digitalen Drucksystemen für einen großen Vorteil mit sich bringt – nämlich dass der Druck eines Buches so gut wie gar nichts mehr kostet -, so möge er doch mal die horrenden Preise von Pseudoverlagen erklären, die weit in den fünfstelligen Eurobereich gehen. Und das i.d.R. ohne Lektorat, ohne Bewerbung des Buches, ohne vollständige Druckauflage, ohne Lagerungskosten von Büchern usw.

    Wer Autoren „bewußt täuscht“ (vgl. Urteil des OLG Köln, 15 U 116/08 – [[http://www.heise.de/foren/S-Frankfurter-Verlagsgruppe-verliert-auch-vor-OLG-Koeln-gegen-Wikimedia-Deutschland/forum-7357/msg-16212266/read/flatviewforum/]] ) und wer gegen Pseudoverlagskritiker etwa mit Diffamierungen, Klageandrohungen und sonstigen Maßnahmen vorgeht, bewegt sich fernab des Rechtsstaats. Und wer solchen Machenschaften das Wort redet, tut dies entweder aus eigenen (finanziellen, betrügerischen) Absichten oder aus Unwissenheit. Ich wünsche mir sehr aufrichtig, vom Letzterem hier ausgehen zu können, sehr geehrter Herr Cornelius-Hahn.

    Christiane Körner, Bundesverband junger Autoren und Autorinnen (BVjA)

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  18. In keiner anderen Branche dieser Welt gilt es als etwas Anrüchiges, wenn ein Unternehmen für seine Arbeit eine Bezahlung erwartet.Immer wieder berufen sich die zu meist „literarischen“ Gegner der Vorschussverlage auf das Wort Verlag, welches von dem Wort des Vorlegens abgeleitet sei. Nein, „Verlag“ kommt nur von VERLEGEN und nicht von der milden Gabe an einen für den Verlag erst einmal fremden Autoren/ Menschen. Schließlich sind bei den Verlagen die ihre Autoren an den Kosten beteiligen, nicht alle Kosten der Publikation gedeckt und immer wieder verwundert mich gerade die Tatsache, dass die Verbände an Ihren Kritikern sehr gut verdienen … denn im Gegensatz zu einem Verlag und seiner Arbeit verlangen die Verbände und die ominösen Foren Mitgliedsbeiträge. Und sind wir doch einmal ganz ehrlich … in keiner anderen Branche herrschen derart mafiöse Konstrukte, wie im Verlagswesen. Wenn nicht immer die gleichen Verlage, die großen Präsentationstische in den Buchhandelsketten belegen würden (natürlich gegen Bezahlung oder die Beteiligung am Werbeetat der Buchhandelsketten), dann würden auch nicht alle Bestseller aus den immer gleichen zehn Verlagen hervorgehen. Es ist ein Betrug auf der ganzen Linie … als wenn die „einzig“ wahren Autoren nur bei den Bertelsmännern & Co gemacht werden. Ist nicht der Goethe-Verlag auch irgendwie mit dem Börsenverein des Buchhandels verbändelt … zumindest ziert eine schmückende Banderolle, die auf den Börsenverein hinweist, deren Verträge. Egal was immer man auch sagt oder schreibt … immer wieder tummeln sich im Netz jene Gestalten, die unwillkürlich den Rufmord begehen. Ein Aufbrechen der miefigen Strukturen in der Verlagswelt würde auch den neuen Verlagen auf dem Markt die Chancengleichheit einer fairen Marktwirtschaft ermöglichen und wissen eigentlich die „Autoren“ solcher Portale um das Remissionsrecht der Barsortimente in diesem Land? Zwar werden die Bücher durch diese vom Verlag gekauft aber auch nach über einem Jahr die Bücher wieder an die Verlage zurück geschickt werden. Natürlich mit der vollständigen Rückerstattung des Kaufbetrages! Und dann stehen Sie als Verlag da und müssen zusehen, wie sie die dann mittlerweile nicht mehr aktuellen Bücher an den Mann bringen. Ganz zu schweigen von dem Zustand der Ware, denn fast immer kleben dann auf diesen die Etiketten der Buchhandelsketten. Seit 2 1/2 Jahren fallen wir von der einen Ohnmacht der Fassungslosigkeit über das Geschäftsgebaren und die Vorgehensweise im deutschen Buchhandel und Verlagswesen in die Ohmacht und vielleicht ist es jetzt gerade der richtige Zeitpunkt, um die maroden Zustände in diesem Bereich der freien Wirtschaft einmal aufzudecken. Sehr gerne schließen wir uns mit anderen Verlagen zusammen, um die von einer Frankfurter Adresse gesteuerte Verlagswelt endlich in eine Branche der Chancengleichheit auf dem deutschen Literaturmarkt zu befördern. Sicherlich mag es unter den Verlagen auch schwarze Schafe geben, die für 100 Bücher um die 15.000 bis 20.000 EUR des Vorschusses verlangen aber der lieber Herr Cornelius-Hahn: Ignorieren Sie doch bitte solche Mobbingkampagnen im Netz und bedenken Sie, dass gerade die Verbände sehr gut an den Autoren und allen Hilfesuchenden verdienen. Gehen Sie doch einmal in derartige Verbandseiten … Kurse und Info nur gegen Bezahlung … nennt sich in deren Fall dann Mitgliedsbeiträge und ein Titel oder ein Studium rechtfertigen noch nicht das Gütesiegel der literarischen Allmächtigkeit. Sehr schön können Sie die Entgleisungen der Kommentatoren doch wieder nach Ihrem offenen Brief verfolgen. Machen Sie es wie ich: ESCAPE heißt das Zauberwort und vermeiden Sie jegliche Form der Kommunikation mit Verbänden, denn diese leben auch sehr gut von den Autoren!

    Nicole J. Küppers
    Design Pavoni Verlag

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  19. “Wie wird ein Buch populär? Zur Popularität gelangen deutsche Schriften durch einen großen Namen, oder durch Persönlichkeiten, oder durch gute Bekanntschaft, oder durch Anstrengung, oder durch mäßige Unsittlichkeit, oder durch vollendete Unverständlichkeit, oder durch harmlose Plattheit, oder durch vielseitige Langweiligkeit, oder durch beständiges Streben nach dem Unbedingten.”
    (F. Schlegel, Kulturphilosoph, Mitbegründer der Jenaer Frühromantik, gest.1829 in Dresden)
    Vor diesem Hintergrund stört mich die Polemik im offenen Brief des Cornelia-Verlages, Halle, sehr.
    Die großen, so genannten “seriösen” Verlage sind so wenig Kunstförderer wie die DKZ-Verlage. Sie drucken die Autorin, den Autor mit dem prominenten Namen, ob sie nun Schriftsteller(-in), Politiker(-in), Schauspieler(-in), Moderator(-in) oder Fußballer(-in) sind. Die Popularität der Autorin/des Autors scheint für die Entscheidung, sie/ihn zu drucken oft ausschlaggebend zu sein.
    Die DKZ-Verlage drucken die “no names”, die Singles, die ihre Depressionen bekämpfen wollen, die Möchtegern-Poeten – aber auch eben jene, deren Begabung ebenso vorhanden wie unentdeckt geblieben ist, die durchaus etwas zu sagen haben, unglücklicherweise jedoch Meier oder Müller heißen.
    Unter den DKZ-Verlagen gibt es nun einige, die mit bunten Broschüren den Eindruck erwecken, als wollten und könnten sie aus Lieschen Müller über Nacht ein Lieschen Hemingway machen. Sie sind “Betrüger”!
    Sie kassieren für ein Buch, das nur bei “Bedarf” gedruckt wird bis zu 7500,- € und haben keine Vertriebsorganisation. Werbung für den Autor? Fehlanzeige! Präsenz in Buchhandlungen? Fehlanzeige!
    Lieschen Müller muss also beim Vertragsabschluss sorgfältig lesen – und darf ruhig misstrauisch sein.
    Es besteht aber weder ein Grund für manche Verlage, derart überhöhte Preise für einen Buchdruck zu verlangen, noch besteht ein Grund für Verbandsfunktionäre des Schriftstellerverbandes, die nicht organisierten Autoren zu diskriminieren.
    Und für Journalisten besteht nun gar kein Grund, auf die Pauke zu hauen. Da können auch nur wenige schreiben.

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  20. Als Verleger von drei „klassischen“, gemeint ist DKZ-freien Verlagen und zugleich Geschäftsführer eines Publikationsdienstleisters (wir verzichten hier bewusst auf die Bezeichnung Verlag und trennen die beiden Bereiche strikt) beschäftigen wir uns in unserem Hause ebenfalls schon lange mit der Thematik.
    Die Problematik ist ja nicht die Zahlung einer Dienstleistung. Jeder Autor, der nicht bei einem „klassischen“ Verlag (die eigenmächtige und durchaus diskutierbare Formulierung sei mir verziehen) unterkommt, kann natürlich über einen Dienstleister veröffentlichen. Daran ist nichts verwerfliches und daraus ist schon Großes hervorgegangen. Nele Neuhaus beispielsweise hat Ihre Taunus-Krimis zunächst über uns veröffentlicht, bevor Ullstein sie deshalb entdeckt hat und sie seitdem die SPIEGEL-Bestsellerlisten stürmt.
    Problematisch ist, was den Autoren vor Unterzeichnung von manchen Unternehmungen vermittelt wird und nach der Unterzeichnung von diesen Unternehmungen dann geleistet wird.

    Wenn Autoren nach einer Manuskripteinsendung als Antwort einen Brief mit der überschwenglichen Bewertung ihres Textes durch eine Lektorenkonferenz erhalten und angeregt werden, eine mindestens vierstellige, manchmal auch fünfstellige Summe zu investieren, weil der Text diese Investition auch wirtschaftlich lohnen würde, dann ist das zu unterscheiden von einer Antwort, in der ein transparentes Angebot mit der Aufführung der Leistungen, die zu einem bestimmten Preis erbracht werden, den Autor erreicht.

    Sicherlich muss man sehr genau hinschauen und sich Verträge, Kosten und Leistungen in den Einzelfällen ansehen. Natürlich gibt es auch seriöse Bezahlverlage, die mit ihren Autoren Tacheles reden.

    Aber der Begriff Verlag (wie wir alle wissen von „vorlegen“ kommend) ist ebenso irreführend (und sollte meiner Meinung nach vermieden werden) wie der Begriff Druckkostenzuschuss. Denn bei den angeprangerten Vorgehensweisen mancher Unternehmungen handelt es sich keinesfalls um einen Zuschuss, sondern vielmehr um eine Kostenübernahme, samt ordentlicher Gewinnspanne für die Unternehmung. Und hier werden neue Druckverfahren zum Erlösmultiplikator dieser Unternehmungen, denn anstelle einer echten Auflage wird digital und bedarfsgerecht produziert – dies dem Autor aber nicht vermittelt. Vielmehr zahlt er – so behaupten es zumindest einige sich als geschädigt ansehende Autoren – eine nie erstellte Auflage. Will er aus dem Vertrag aussteigen, so soll es nach Angaben einiger unserer Autoren sogar schon dazu gekommen sein, dass dann angebliche „Restauflagen“ aufgekauft werden mussten. Das ist bei einer wirklich produzierten Auflage und einem geringen Druckkostenzuschuss ja in manchen Fällen vielleicht noch verständlich. Diese „Restauflagen“ sind aber in machen Fällen eindeutige Digitalproduktionen, so dass sich jedem kritisch denkenden Menschen zumindest der Verdacht aufdrängen könnte, dass die „Restauflage“ erst noch eigens produziert wurde. So etwas wäre natürlich Betrug, da werden sich die Verfasser des offenen Briefes sicherlich meiner Meinung anschließen.
    Zudem hat der Autor in vielen Fällen die Auflage längst und vollständig bezahlt (sofern überhaupt eine Auflage produziert wurde) und darf in diesem Fall kein zweites Mal für dasselbe Produkt zur Kasse gebeten werden. Ich nehme alle seriösen Bezahlverlage natürlich von diesen Praktiken aus!

    Richtig in der Ansicht der Verfasser ist meiner Meinung nach, dass es Publikationen gibt, in denen der Verlag das wirtschaftliche Risiko nicht allein stemmen kann. Viele wertvolle Editionen würden ohne Förderung nicht veröffentlicht, auch im wissenschaftlichen Bereich sind die Kosten bei einer minimalen Zielgruppe oft nicht ohne Zuschuss zu meistern. Bei privaten Autoren muss der seriöse Bezahlverlag also ebenso entsprechend klar über Kosten und wirtschaftliche Aussichten eines Buchprojektes mit dem Autor kommunizieren. Ist der Autor bereit, diese Kosten zu übernehmen, dann tut er das aufgeklärt und aus freien Stücken. Dieses Vorgehen halte ich für unproblematisch.

    Auch der Umgang mit den Autorenrechten kann als Indikator für Seriösität angesehen werden. Während beispielsweise bei uns jeder Autor parallel zu der über uns vorgenommenen Veröffentlichung publizieren darf und darüber hinaus den Vertrag auch jederzeit kündigen kann, gibt es laut der Auskunft einiger Autoren auf dem Markt Varianten, bei denen Autoren große Summen zahlen, nie Tantiemen bekommen (da der Verkauf zB eine gewisse Absatzzahl nie überschritten hätte), keine Prüfbarkeit der tatsächlich erstellten Auflage und zudem für alle Herrgottszeiten Ihre Nutzungsrechte abgetreten haben.

    In einem weiteren Punkt stimme ich den Verfassern des offenen Briefes aber zu: Schwarze Listen sind gefährlich, da es keine wirklich klaren Richtlinien gibt, keine staatlich kontrollierte Prüfung und kein prüfendes oder revidierendes Gremium, welches diese Listen gegebenenfalls prüft und korrigiert. Oder gibt es solche?

    Wir selbst haben uns einmal auf einer solchen Liste befunden und ich hatte einige Arbeit, um diese Falschdarstellung zu korrigieren. Die Listenersteller waren zwar sehr kooperativ, nachdem ich die Sachlage dargestellt hatte und nahmen uns flugs – nach Prüfung meiner Angaben – wieder von der Liste herunter. Aber dennoch standen wir auf dieser und wurden von vielen Kunden darauf angesprochen.

    Eine von uns an Fairlag gerichtete Initiative sah vor, ein Gütesiegel für Publikatiosdienstleister zu vergeben, samt einer Selbstverpflichtungserklärung zu bestimmten Parametern wie Preistransparenz, Herstellungsqualität, Vertragsfairness etc. Leider wurde diese Initiative bei den Fairlag-Initiatoren nicht weiter verfolgt, wir haben diese dann allerdings auch selbst nicht mehr aktiv vorangetrieben. Sie könnte ebenfalls für mehr Sicherheit von Autoren sorgen, die oft orientierungslos durch das Dickicht der deutschen Publikationsindustrie waten und dabei leider auch Opfer von unschönen bis unlauteren Wettbewerbspraktiken werden können. Durch eine Selbstkontrolle und Einschaltung des Börsenvereins, Schriftstellerverbandes oder einer sonstigen Institution bei der Überprüfung solcher Selbstverpflichtungen und der damit verbundenen Vergabe oder dem Entzug eines solchen Gütesiegels, würde die Gefahren einer ebenfalls nicht transparent zustande gekommenen (zumindest mir nicht transparent) schwarzen Liste vielleicht vermeiden können.

    Ich hoffe, die Diskussion mit meinem Beitrag etwas bereichern zu können und wünsche zugleich eine weiterhin sachliche Debatte,

    mit herzlichen Grüßen,

    Johannes Monse
    Geschäftsführung Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat OHG

    Prospero Verlag Münster und Berlin (Verlag)
    Oktober Verlag (Verlag)
    Edition Monsenstein und Vannerdat (Verlag)
    ruckzuckbuch.de (Publikationsdienstleistung)
    Edition Octopus (Publikationsdienstleistung)

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  21. Getroffener Hund bellt! Der Lautstärke nach zu urteilen, war es ein heftiger Tritt.
    Die Informationspolitik der Verbände, die Auflistung dieser sog. Dienstleister, die FAIRLAG-Erklärung scheinen Wirkung zu zeigen. Na, endlich! Herzlichen Dank all den vom Cornelius „Verlag“ Gescholtenen, die sich dafür einsetzen.
    Grundsätzlich ist nicht die Tatsache, dass Autoren veröffentlicht werden, egal wie interessant ihr Produkt ist oder was sie selbst dafür bezahlen, anzuprangern. Es gibt teurere Hobbys und für Eitelkeit geben viele Menschen eine Menge Geld aus.
    Es sind die falschen Versprechungen und Argumente dieser Dienstleister, mit denen sie ahnungslose Neu-Autoren ködern, die wütend machen. Die neue Technik z. B. hat auch in den seriösen Verlagen Einzug gehalten, trotzdem werden die Autoren weiterhin für ihre Arbeit entlohnt.
    Und was heißt übrigens „Schwarze“ Listen? Ich halte es für einen Service, dass ich anhand einer Liste überprüfen kann, ob ich im Falle einer Geschäftsbeziehung abgezockt werden soll oder nicht.

    Wer ein Buch von sich in der Hand halten will und damit bei keinem Verlag bisher landen konnte, dem empfehle ich „Book on Demand“-Angebote mit denen der angeprangerten Dienstleister zu vergleichen.

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  22. Es ist schon merkwürdig, wie einig sich viele Kommentatoren in der Verächtlichmachung sind. Die Kampagne DKZV gibt es schon mehr als fünf Jahre. Keiner macht sich die Mühe zu begreifen, Digitaldruckereien und kleine Verlage suchen nach neuen Wegen. Und – es gibt in diesem Land keinen, wirklich gar keinen Verlag, der nicht zu einem Zuschuss gegriffen hätte und sei es die Witwe, die das Lebenswerk ihres Mannes im Verlag S. oder D.finanzierte.
    Die Veranwtortung für den gewaltigen Umbau der Kommunikations- und Informationsindustrie liegt bei der Politik. Es muss Geld für Bildung und Literatur gegeben werden. Die Verblödung – siehe Diskussion – im Netz und darüber hinaus bordet über. Die Autoren machen doch Lesungen in den Schulen, sehen sie das nicht?
    Selbsternannte Gerechte (Schwarze Listen) hatten wir in Deutschland genug. Weder bei Gammelfleisch, noch bei Vogelpest und schon gar nicht bei Ehec gab es Listen? Ich denke, die Firmen der DKZV-Liste sollten von Ihrem Recht der jur. Körperschaft Gebrauch machen und Zivilprozesse und Strafanzeigen einleiten.
    Oder würde sich einer der Herren und Damen hier im Blog als Abzocker, Betrüger, Krimineller namentlich bezeichnen lassen?
    Hier steht nur Herr Török über den Dingen. Nach Gutsherrenmanier bezeichnet er einige Leute als dämlich, na, da würde ich aber vorsichtiger sein. Das ist eben so mit der Demokratie, man darf alles, was nicht verboten ist. Und, seit wann liegt das Gewaltmonopol bei einem sich lächerlich machenden Bundesvorsitzenden, der nicht auf Ausgleich sondern auf Hetze aus ist? Etwas mehr Besonnenheit und Nachdenklichkeit wäre angebracht. Verleger und Autoren an einen Tisch, aber nicht die Spitzen, die ihre Sachen untereinander ausmachen, sondern öffentlich.
    A. Schwarz

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  23. Es ist sehr gut, daß der Projekte-Verlag auf die Einseitigkeit aufmerksam macht, mit der die Verbände (bzw. einige ihrer Vertreter) auf den Dienstleisterverlagen herumhacken. An der Wortwahl von Herrn Török („schwafeln“, „widerlich“) ist schon zu sehen, daß die Diskussion von den Betreibern nicht sachlich geführt wird, sondern eben unsachlich.

    Wenn man sich an die Tatsachen hält, ist festzustellen, daß von ca. 100.000 Autoren, deren Bücher derzeit bei Dienstleisterverlagen lieferbar sind (Book on Demand/BoD gehört ja auch dazu!), nur in seltenen Einzelfällen Kritik zu hören ist. Wenn ein Autohaus 500 Kunden hat, beschweren sich immer 3% der Kunden. Wenn man diese „natürliche“ Unzufriedenheit abzieht, bleiben bei den Dienstleisterverlagen keine Beschwerdeführer, die selbst betroffen sind! Beschwerdeführer sind die, die selbst n i c h t Kunden dieser Verlage sind.

    Das ist auch der Grund, warum dieser Typ Verlag trotz aller Hetzerei nicht verschwindet: Er macht offensichtlich eine Arbeit, die von den Menschen gewollt und seriös ist (kein unseriöses Geschäft kann sich Jahrzehnte am Markt behaupten, was in diesem Bereich aber beinahe die Regel ist). Da können Gewerkschaftskader, die sich zum Arm der Industrie machen, wenn sie zum Teil hochwertige Privatliteratur praktisch verbieten wollen, lamentieren wie sie wollen.

    Siehe auch die historische und durchaus überzeugende Darstellung:

    http://www.haus-der-literatur.com/denkschrift.htm

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  24. Ach, der Projekte Verlag Cornelius! Nun, dieser Brief spricht für sich, wie ich finde. Wenn man Listen, die im Interesse junger, unerfahrener Autoren geschrieben werden, um sie vor Abzocke zu bewahren, mit Diktatur und Pest gleichsetzt, disqualifiziert man sich für eine Diskussion, die man sonst vielleicht hätte sachlich führen können. Wenn die Anbieter transparent offenlegen würden, was sie bieten und was nicht statt mit den Träumen vieler Menschen ihre Börsen zu füllen, wäre DKZV als Dienstleister nicht zu kritisieren. Doch so läuft es ja nicht, wie wir wissen. Solange diese Pseudoverlage große Versprechungen machen und eine undurchschaubare Preispolitik haben, muss man dagegen vorgehen. Ich hoffe aus tiefstem Herzen, dass Amazon Kindle und die damit verbundenen neuen Verbreitungsmöglichkeiten DKZV endlich das Genick brechen.

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  25. Ich denke, dass ein Veröffentlichungswilliger sich sehr klar werden muss, was ihm ein DKZ-Verlag bieten kann und was nicht. Die allermeisten bieten herzlich wenig fürs Geld. Aber diese Verantwortung muss halt jeder selber übernehmen.

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  26. Der seriöse Verlag hat vier Aufgaben: selektieren, investieren, produzieren und vertreiben. Beim Bezahlverlag fallen Selektion, Investition und Vertrieb weg. Der Bezahlverlag ist also ein reiner Produktionsbetrieb und mit einer Druckerei gleichzusetzen. 

    Wer sein Werk also in einem Bezahlverlag publizieren will, prüfe mindestens Vergleichsofferten von anderen Druckereien.

    Selektion: Ich bin der festen Überzeugung, dass der Autor, die Autorin die Qualität seines, ihres Werkes selbst nicht beurteilen kann und soll. Also bedarf er einer externen Beurteilungsinstanz, eines seriösen Verlages. Der seriöse Verlag orientiert sich an den Bedürfnissen des Literaturmarktes, der Bezahlverlag an der Eitelkeit des Autors. Die „Lektoratsgutachten“ der Bezahlverlage bedienen diese Eitelkeit und haben etwas Betrügerisches; das ist allerdings zugegebenermassen nicht illegaler als ein Grossteil der normalen Werbung. Im Gegensatz zum normalen Konsumenten kennt allerdings der naive Autor die Regeln des Spiels oft nicht, da sind „schwarze Listen“ doch ein gutes Hilfsmittel, das die Autorenverbände als Interessenvertreter ihren Schützlingen zur Verfügung stellen.

    Investition: Die Mittel, mit denen der seriöse Verlag das Projekt finanziert, können aus verschiedenen Quellen stammen, sie sollen aber nicht vom Autor, von der Autorin stammen. Die Tatsache, dass die Mittel zusammenkommen beweist, dass es Leute gibt, die an die Relevanz des Werkes glauben.

    Produktion: Gestalten und Drucken kann auch der Bezahlverlag. Er kann auch eine ISBN-Nummer be- und das Werk im Keller versorgen.

    Vertrieb: Der wichtigste und schwierigste Aspekt des Büchermachens ist die Vermarktung, das an-die-Leserschaft-Bringen. Das bedingt nicht nur effiziente Vertriebskanäle und Erfahrung in bestimmten Marktsegmenten, sondern andere vielfältige Aktivitäten im Literaturbetrieb, die im Idealfall zu einer öffentlichen Diskussion über das Werk führen.

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  27. diese ganze hysterie um dieses geschäftsmodell ist mir auch ein rätsel. ist doch wirklich eine dienstleistung, die eitelkeit von veröffentlichungswütigen „schriftstellern“ zu befriedigen! wird doch keiner gezwungen! und wer sein unverkäufliches gedichtbändchen partout unter die leserschaft bringen will, beauftrage mit dem verkauf halt einen druckkostenzuschussverlag – ist doch nix dabei!
    apropos, wer schon mal bei dutzenden von arrivierten verlagen mit einem (guten!) manuskript abgeblitzt ist, der weiss unter umständen die arbeit von zuschussverlagen durchaus zu würdigen… die konventionellen verlage sind ja nur noch am mainstream interessiert – DAS ist der wahre grund, warum die dienstleistungsverlage so konjunktur haben! das sollten diese verbände und ganzen selbsternannten moralapostel mal bedenken.
    Georg Schmidt

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  28. Als Autorin mit „einschlägiger“ Erfahrung kann ich nur sagen, dass es eine Fehlentscheidung meinerseits war, den schönen Versprechungen eines DKZ-Verlages zu vertrauen. Als ich nach der Veröffentlichung meines – wie ich heute weiß – dilettantischen Erstlingswerkes um Unterstützung bei der Promotion bat, bekam ich die lapidare Auskunft, man sei ein „Dienstleister“ und könne nur gegen Bares tätig werden. Allerdings von einer wirklich fachlichen Beratung konnte ich leider nicht profitieren. Sie hat nicht stattgefunden. Ich bin nicht gegen die gute Bezahlung für gute Leistung. Jeder verdient eine gerechte Entlohnung. Aber für mich ist die qualität der Leistung ein wichtiges Kriterium.

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  29. Der o.g. Brief spricht von „Gelegenheitskritikern, Möchtegern-Autoren“, die sich an der Auflistung der DKZ-Verlage, der sog. „Schwarzen Listen“, beteiligen. Ich für meinen Teil bin Berufskritiker, Journalist und Schriftsteller, der für seine Arbeit Geld bekommt. Für mein letztes Buch bekam ich sogar einen saftigen Vorschuss, damit ich überhaupt erstmal zu schreiben beginne! Ich empfehle den zumeist jungen Kollegen nachdrücklich, von Verlagen die Finger zu lassen, die Geld von ihnen verlangen. Wer ein Manuskript geschrieben hat, hat eine Arbeit geleistet und diese muss bezahlt werden!
    Wer moderne Druckereien von Innen kennt, wer weiß, wieviel die Herstellung eines Buches im günstigsten Fall kostet und sich ansieht, wieviel Geld Druckkostenzuschussverlage für ihre „Veröffentlichungen“, für ihre Bücher verlangen, der stellt in den allermeisten Fällen fest, dass nur einer Geld verdient, nämlich der „Verlag“. Und wer Zeitungs-Redaktionen von Innen kennt, weiß, wo die Bücher von DKZ-Verlagen landen, nämlich im Papierkorb. Nicht wegen der „Schwarzen Listen“, die Zeitungsredakteure zumeist gar nicht kennen, sondern weil diese die Erfahrung gemacht haben, dass die entsprechenden Bücher, vorsichtig formuliert, herzlich wenig taugen. Die erwähnte „Hasskampagne“ sehe ich als Aufklärungskampagne.

    Matthias Kehle
    Landesvorsitzender des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) in Baden-Württemberg

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  30. Ja, richtig, ich finde die Hysterie, Intoleranz, Heuchelei und die Entstellung der Tatsachen in diesem „Offenen Brief“ tatsächlich widerlich.
    Wer da in Halle dämlich von „Hasskampagne“ schwafelt, sollte sich an die eigene Nase fassen. (Und mindestens meinen Namen richtig schreiben :-).
    Imre Török
    Bundesvorsitzender des Verbands deutscher Schriftsteller (VS)

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