Arne Dahl: «Opferzahl»

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Ein Krimi, so komplex wie spannend

Marita Robker-Rahe

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Jan Arnald, dem Krimileser besser unter dem Pseudonym Arne Dahl bekannt, ist nicht nur Autor einer Reihe herausragender schwedischer Krimis, sondern auch Redakteur zweier Literaturzeitschriften und Literaturkritiker. Die Freunde dieses Autors kennen seinen unverwechselbaren Schreibstil, der sich durch sprachliche Vielschichtigkeit auszeichnet, so auch in seinem neuen Werk «Opferzahl».

Nach Amerika und Europa hält der Terrorismus auch in Schweden Einzug. Ein Bombenattentat auf einen Einsatzwagen der grünen U-Bahnlinie fordert zehn Opfer. Der erste Gedanke läßt sofort einen Angriff von islamistischen Terroristen vor den Augen der Leser entstehen. Als sich dann eine islamistische Vereinigung namens «Siffins heilige Ritter» zu diesem Anschlag bekennt, scheint der Gedanke sich in Realität zu verwandeln. Die (dem regelmäßigen Dahl-Leser schon bekannte) «A-Gruppe» versucht, in mühevoller Kleinarbeit die einzelnen Mitglieder dieser Vereinigung aufzuspüren, um dann festzustellen, dass letztere nach und nach liquidiert wird. Wer also steckt hinter dem Anschlag?

Jan Arnald alias Arne Dahl

Der neue Krimi von Arne Dahl beginnt recht undurchsichtig. Viele Personen werden vorgestellt, Kompetenzrangeleien bestimmen neben der Beschreibung des blutigen Attentats die ersten Seiten. Wer sich davon aber nicht abschrecken läßt, wird mit einer ausgeklügelten Geschichte und einer enorm spannenden Ermittlung belohnt, die mit einem überraschenden Finale endet. Bei Arne Dahl hat man immer das Gefühl, dass er aus einer unerschöpflichen Anzahl an Töpfen, die bereitstehen, seine Ideen schöpft und sie wie ein Bilderpuzzle Teil für Teil zu einem Ganzen zusammenlegt. Die Spannung, die dabei entsteht, hält den Leser bei der Stange.

Arne Dahls Krimi-Protagonisten werden von Buch zu Buch reifer, vielschichtiger. Außerdem erhält der Leser Einblick in die Kleinarbeit der Ermittlungen, darf teilhaben an den manchmal sogar philosophischen Gedankengängen der einzelnen Ermittler. – Einer der besten Dahl-Romane bisher, und einer, den man Seite für Seite genießen sollte.

Dabei legt Dahl bei seinen Romanen stets sehr großen Wert auf die Beschreibung seiner Ermittler, ihrer Probleme, persönlichen Befindlichkeiten und ihrer Entwicklungen. So erscheinen seine Protagonisten nicht eindimensional, sondern werden von Buch zu Buch reifer, vielschichtiger, bleiben aber mit ihren kleinen Macken doch immer menschlich.  Außerdem erhält der Leser Einblick in die anstrengende Kleinarbeit der Ermittlungen, darf teilhaben an den manchmal sogar philosophischen Gedankengängen der einzelnen Ermittler.
Einer der besten Dahl-Romane bisher – und einer, den man Seite für Seite genießen sollte. ●

Arne Dahl, Opferzahl, Kriminalroman, 448 Seiten, Piper Verlag, ISBN 978-3492049689

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Leseproben

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Marita Robker-Rahe

Geb. 1958 in Osnabrück/D, im medizinischen Bereich berufstätig, Stadtführerin in Osnabrück, zahlreiche Belletristik-Rezensionen auf Online-Portalen, lebt in Belm/D

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