Gedicht des Tages

Geistliches Lied

Indes der Schlaf, erneuend die Natur,
Geschrei und Werktag fesselt und bewacht,
O Reiner, Klarer! sprengen wir die Schnur,
Um Dich zu loben in der tiefen Nacht.

Die kaum erwachte Stimme segne Dich;
Bedrängtes Herz suche Dich und sinne
Erstes Gelübde; es beschließe sich
Der Tag in Dir, der fromm in Dir beginne.

Und das Gestirn, das dunkle Nacht vertreibt,
Kommt bald und wandelt wieder seine Bahn.
Ihr schwarzen Feinde, die ihr Schatten bleibt,
Vergeht, wenn sich die Tagesdämmer nahn.

Wir beten, Herr: Du Güte sei uns Wehr,
Befrei von Sünde uns vor Deinem Blick.
Wir singen zu Dir erdentränenschwer,
Lass singen uns zu Dir im Himmelsglück.

Erhöre, Vater, brennendes Gebet,
O Wort und Sohn und Geist, heiliges Band,
Gott, dessen Thron im Himmel ewig steht,
Das All beleuchtend aus dem eignen Brand.
                                                                (Neumann)

Jean B. Racine (1639-1699)

jean-racine.jpg

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