Katie Melua: Pictures (Audio-CD)

Lese­zeit für die­sen Bei­trag: ca. 2 Minu­ten

Eine Ausnahmeerscheinung in der Pop-Szene

von Wal­ter Eigenmann

Wenn eine Künst­le­rin wie die 23-jäh­rige bri­tisch-geor­gi­sche Sän­ge­rin Katie Melua wirk­lich als ein­zige in den letz­ten 30 Jahre mit zwei ver­schie­de­nen Plat­ten 100 Wochen lang in den Charts war – was kürz­lich eine Aus­wer­tung der deut­schen „Media-Con­trol“ erge­ben haben soll -, dann muss man von einer Aus­nah­me­erschei­nung in der Szene spre­chen. Daran einen gehö­ri­gen Anteil haben mag zwar (auch) der Profi-Arran­geur, Kom­po­nist und Melua-Pro­du­zent Mike Batt, aber da die Sän­ge­rin viele ihre Songs nicht nur sel­ber singt und beglei­tet, son­dern auch kom­po­niert und tex­tet, kann von einem „gemach­ten Erfolg“ von Bat­tes Gna­den oder gar von einer musi­ka­li­schen „Ein­tags­fliege“ mit­nich­ten die Rede sein.

Wandlungsfähige Blues-Stimme

Katie Melua - Pictures - Audio-CD (Dramatico)Just ab heute hat nun die zwei­fa­che „Echo“-Preisträgerin ihr drit­tes Album in den Läden: „Pic­tures“ (Label Dra­ma­tico). Es ist ein Dut­zend wie­derum jener selt­sam berüh­ren­den „Bil­der“ gewor­den, wie sie inzwi­schen zum Mar­ken­zei­chen die­ser bild­hüb­schen jun­gen Geor­gi­e­rin mit der sanf­ten, aber auch wand­lungs­fä­hi­gen und prä­sen­ten, kla­ren Blues-Stimme avan­ciert sind.

Sensible Songs mit schmiegsamem Timbre

Pic­tures“ ver­sam­melt zwölf wirk­lich schöne, mit Jazz-, Blues- und Folk-Ele­men­ten ange­rei­cherte, sehr sen­si­bel gesun­gene Titel. Das erklärte Melua-Vor­bild Eva Cass­idy schim­mert dabei zwar immer noch zuwei­len „zwi­schen den Noten“ hin­durch, aber Melos und Rhyth­mik die­ser neuen Musik-„Bilder“ las­sen auch unüber­hör­bar die Ent­wick­lung hin zu wei­te­ren Stil- und Aus­drucks­mit­teln (bis hin zu Reg­gae-Anklän­gen) erkennen.
Ein Glück, dass der oft üppig-über­la­dene Back-Sound, mit dem Men­tor Batt noch im Melua-Album „Piece By Piece“ das feine, schmieg­same Tim­bre sei­nes „Zög­lings“ manch­mal fast zupampte, jetzt etwas run­ter­ge­fah­ren wurde. Men­tor Batt scheint gemerkt zu haben, dass weni­ger oft mehr ist, er holt die junge Sän­ge­rin nun end­gül­tig in die Mitte.
Wenn Katie Melua ihre wei­te­ren Alben nicht nur der­art schnell wie bis­her, son­dern auch wei­ter­hin auf die­sem hohen Niveau pro­du­ziert, ist noch enorm Gros­ses von die­ser Künst­le­rin zu erwar­ten. Oder wie’s viel­ver­spre­chend heisst in ihrem Song „Ghost Town“: „We were born to ride, side by side; We were always rea­ching for the stars, And they can still be ours…“

Katie Melua, Pic­tures (Audio-CD), 45 Minu­ten, Label Dramatico

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